Erstes Blatt.
Bezugspreis;
MerlefiâhrNch 1.80 Mk., monatlich 60 Pfg., für aus» wattige Abonnenten mit dem betreff. Postausschlag. Die einzelne Nummer kostet 10 Pfg.
Rotationsdruck und Verlag der Vuchdruckerei des verein, eo. Waisenhauses in Hanau.
General-Anzeiger
Amtliches Organ für SUN« und Landkreis Sanaa.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Einrückungsgebührr
«Die Zgespaltene Petitzelle oder deren Raum 20 PfL» im ReNamenteil die Zelle 45 Pfg,
Verantwortl. Redakteur: E. Schrecker in Hana«»
Mk. 65 M«r»spr<chanschl«tz Nr. 830.
Slimstllst den 16. März
Fer>»sprrchai»schl«h Nr. 830. 1912
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23 Seiten.
Amtliches.
Eandkrets Hanau.
Das Kurhessische Pionierbataillon Nr. 11 in Harm. Kunden teilt mit, daß bis Ende August 1912 Zweijährig- Freiwillige für Oktober 1912 angenommen werden. Junge Leute, die bereit und im Besitze eines Meldescheins zum zweijährig-freiwilligen Dienst sind, wollen denselben an das Bataillon unter Angabe der genauen Adresse einsenden. Handwerker, insbesondere Schneider, Schuhmacher, Schmiede, Zimmerleute, Schiffer, Bergleute, Schlosser, Klempner, Stellmacher, Tischler, Techniker aller Art usw. haben den Vorzug.
Hanau den 15. März 1912.
Der Königliche Landrat.
.I. A.: Karbe.
Stadtkreis Hanau.
Bekanntmachung.
Arbeitsuchende: 4 Dienstmädchen, 2 Fabrikarbeiterinnen, 1 Glaser, 2 Kochfrauen, 1 Lehrmädchen für Putzmacherin oder Verkäuferin, 3 Monatsfrauer^ 1 Schlosser, 1 Silberschleifer, 1 Werkzeugschlosser, 10 Taglöhner und Hausburschen.
Offene Stellen. Gesucht werden: 1 Dienstmädchen, das kochen kann, 2 jüngere Fabrikarbeiterinnen, 1 Kindermädchen, 1 Kupferschmied, 1 Monatsfrau, 3 Schneider, 1 Schreiner, 1 Silberformer, 3 Tapezierer, 1 Wagner, 1 Weißbinder.
Hanau den 15. März 1912.
Städtische Arbeitsvermittelungsstelle.
Nutz- und Brennholz-Verkauf
Dienstag den 26. März 1912, vormittags 9^8 Uhr, in der Amrhei n'schen Gastwirtschaft in Neuwirtshaus aus dem Schutzbezirk Neuwirtshaus, Jagen 15, 51, 52, 56, 64, 74, 75, 83, 85, 9|, 95 und Totalität, sowie Jagen 50 des Schutzbezirks Niederrodenbach.
1. Nutzholz:
Eichen: 160 Stämme B L, 3.^5. K1. — 84,78 fm, 1 rm Nutzscheit 2. Kl.,
Rotbuchen: 56 Stämme B 2./5. Kl. = 17,94 fm, 1 rm Nutzscheit 2. Kl.,
Stadtthcatcr in Hanau.
»Die fünf Frankfurter"
Lustspiel in 3 Akten von Karl Rößler.
Das in das Stammhaus des Hauses Rothschild in der Frankfurter Judengasse zurückführende, mit starkem lokalen Einschlag versehene Lustspiel Karl Rößlers „Die fünf Frankfurter" hat gestern abend auch im Hanauer Stadttheater seinen Einzug gehalten und die Erwartungen erfüllt, die man zu stellen berechtigt war. Der Inhalt der Novität darf als bekannt vorausgesetzt werden, da in eingehender Weise durch Vornotizen hierüber berichtet worden ist. Es werden wohlgelungene charakteristische Typen aus dem Hause Rothschild vorgeführt, Bilder eines überaus innigen Familien- lebens gezeigt, daneben auch Vorgänge anderer Art, die höchst wirkungsvoll sind, wie sie sich namentlich im zweiten Akte kundgeben. Herr Direktor S t e f f t e r als Meister der Regiekunst hatte es an nichts fehlen lassen, nach jeder Rich- tung hin den Erfolg der Novität zu sichern. Das Arrgnge- ment im zweiten Akt war geradezu bewundernswert. Es trat hinzu eine geradezu vorbildlich zu bezeichnende Darstellungskunst der Vertreter der Hauptpartien, wodurch sich eine Vorstellung ergab, die in hohem Grade zu fesseln ver- mvthie. Die fünf Söhne der Frau Gudula hatten treffliche Vertreter gefunden in den Herren Direktor Steffter (Salomon), Giorgi (Anselm), Land (Karl), Wagner (Nathan) und Spohn (Jakob). Lebenswahr verstanden vor allem die Herren Steffter und Giorgi zu gestalten, doch waren, wie auch schon betont, die anderen Vertreter der Rothschildtypen gut am Platze. Die treusorgende Frau Gudula wurde von Frau Karola H a m m e r wir
Hainbuchen: 90 Stämme B 3./5. Kl. = 26,84 fm, 6 rm Nutzscheit 2. Kl„
Birken: 4 Stämme B 5. Kl. — 1,32 fm,
Erlen: 324 Stämme B 5. Kl. — 67,98 fm, 55 rm Nutzscheit 2. Kl., 61 rm Nutzknüppel,
Fichten: 94 Bauhölzer 5. Kl. = 14,02 fm, 296 Stangen 1./3. Kl., 70 Stangen 4. Kl.,
Kiefern: 3 Sägeblöcke 1. u. 3. Kl. — 4,39 fm, 301 Bauhölzer 1./4. Kl. = 133,54 fm, 17“ rm Nutzscheit 2. Kl.
2. Brennholx:
Eichen: 178 rm Scheit, 162 rm Knüppel, 8,50 Hdt. „ Wellen Reis 2./3. Kl.,
Buchen: 136 rm Scheit, 309 rm Knüppel, 35,50 Hdt. Wellen Reis 2./3. Kl.,
Erlen, Birken pp.: 9 rm Scheit, 56 rm Knüppel, 2,40 Hdt. Wellen Reis 2. Kl.,
Kiefern: 197 rm Scheit, 239 rm Knüppel, 70 rm Stockholz 1. Kl., 135,20 Hdt. Wellen Reis 2J3. Kl.
Das Nutzholz wird zuerst verkauft, das Brennholz wird gegen 11 Uhr zum Aurgebot kommen.
Der Rendant nimmt nach dem Termin Zahlungen entgegen. 7041
König!. Oberförsters! Wolfgang (Post Niederrodenbach).
Die Decknna der Wehrvorlagen.
Berlin, 15. März. Die „Norddeutsche Allgem. Zeitung" schreibt zur Frage der Deckung der Wehrvorlagen: Das Problem der Deckungsfrage mußte von vornherein so behandelt werden, daß bi. geltenden Grundsätze der Finanzgebarung des Reiches unberührt bleiben. Die strenge Durchführung dieser Grundsätze hat die Gesundung der Reichsfinanzen weit gefördert und bleibt dauernd die unumgängliche Voraussetzung guter Finanzwirtschaft. Demgemäß ergab sich bei der Höhe der für die Wehrvorlagen erforderlichen Summen die Notwendigkeit, neue Einnahmen für das Reich zu erschließen. Hierüber hat erfreulicherweise auch bei der Besprechung des Reichskanzlers mit den bundesstaatlichen Ministern Einmütigkeit geherrscht. Bei der Wahl der neuen Deckungsmittel mußte entscheidender Wert darauf gelegt werden, den Boden zu finden, auf den die Bundesregierungen sich womöglich einstimmig stellen konnten. Dke Geschlossenheit der Bundesregierung bei der Einbringung der neuen Steuervorlagen ist ein moralischer Faktor, der angesichts der Zerklüftung, die durch die Finanzreform in unserem Volke hervorgerufen worden ist, von besonderer Bedeutung ist. Daß keine neue Belastung von Konsum und Verkehr in Aussicht zu nehmen war, stand von vornherein fest. Ebensowenig konnte aus den bekannten Gründen da
kungsvoll verkörpert, eine liebreizende frische „Charlotte" stellte Frl. Michel auf die Bühne. Dann haben wir vor allem auch Herrn H a a s e zu nennen, der den in dauernder Geldverlegenheit befindlichen, sonst aber sorglosen Herzog vom Taunus köstlich darstellte, ebenso war der „Hofmarschall" des Herrn Krahe eine prächtige Leistung. Mit natürlichem Liebreiz verstand Frl. B r a n d e ck ihre kleinere Partie zu gestalten, desgleichen vermochte Frl. Rentrop ihre „Eveline" sympathisch darzustellen. Als „Fürst von Klausthal" bot sich für Herrn K l i e w e r eine dankbare Rolle, seine Frau wurde durch Frl. Ballin charakteristtsch verkörpert. Herr Heinze hatte die Rolle des Pfalzgrafen, Herr Wallbrück die des Barons Seulberg darzustellen, weiter waren noch beschäftigt Herr Grundmann als Hofjuwelier, Herr Ocoroczy als Kabinettsrat, Herr Reichardt als Domherr, Herr Nadelreich als Kammerdiener, Frl. W o s s i d l o als Lieschen, Frl. Schmidt- Schütz als Rosa. Der Erfolg der Novität war ein unbestrittener. Mit Blumenspenden wurden verschiedene Darsteller bedacht.
Die für den 2. Akt von Herrn Direktor Steffter neu angeschaffte Dekoration wurde von dem 1. Theatermeister Aug. Langer angefertigt.
* Stadttheater. Am heutigen Samstag findet keine Vorstellung statt, da die Direktion den Mitgliedern den Abend zur Veranstaltung des Festabends zu Gunsten der Genossenschaft Deutscher'Bühnenangehöriger frei gegeben hat, welch letzterer in der Centralhalle stattfindet. Morgen Sonntag ist nachmittags bei kleinen Preisen „Der fidele Bauer" und abends im Abonnement B. die erste Wiederholung des Lustspiels „Die 5 Frankfurter". Am Montag wird bei kleinen Preisen die Operette »Zigeunerliebe" von Lehar gegeben*
ran gedacht werden, eine Reichsvermögens- oder Reichseinkommensteuer vorzuschlagen. Die Wiederaufnahme der Erbschaftssteuer begegnete Bedenken, die sich aus der gegenwärtigen Zusammensetzung des Reichstags ergeben. Die Stimmung der Parteien ist auch heute noch nicht von der Erbitterung der letzten Steuerkämpfe so weit befreit, daß eine einheitliche Aktion der bürgerlichen Parteien für die Wehrvorlagen und deren Deckung möglich erscheint, wenn die Erbschaftssteuer herangezogen wird. Die Aufgabe der Regierung war offenbar die, nicht alte Spaltungen aufs neue aufzureißen, sondern die Parteien bei der Lösung der vorliegenden nationalen Aufgabe zu gemeinsamer Arbeit zu vereinigen. Zu erwägen war, ob sich eine annehmbare Modifizierung der Erbschaftssteuer finden ließe. Es konnte daran gedacht werden, der Erbschaftssteuer einen subsidiären Charakter zu geben und im Zusammenhang hiermit die Einzelstaaten mit gewissen Einschränkungen zu Trägern einer Vesitzsteuer für das Reich zu machen, ein Weg, der sich aber nicht als gangbar erwies. Auch wäre man auf diesem Wege Gefahr gelaufen, den alten Streit zu verschärfen und doch kein positives Ergebnis zu erzielen. Dagegen erschien es jetzt möglich, auf einem anderen Gebiete den Gegenstand scharfer politischer Agitatton aus dem Wege zu räumen, indem man die fehlenden Mittel dadurch beschafft, daß man auch den Kontingentspiritus der vollen Verbrauchsabgabe unterwirft. Die Aussicht, hierzu auch die Zustimmung des Reichstages zu erhalten, erscheint um so größer, als die Aufhebung der vielbefehdeten „Liebesgabe" die Annäherung der bürgerlichen Parteien sicherlich befördern würde. Zugleich .lassen sich auf diesem Wege die dringenden Bedürfnisse der jetzigen Wehroorlagen befriedigen, ohne daß weitergehenden Wünschen wegen späterer qualitativer Verbesserung unseres Steuersystems vorgegriffen wird.
Hus Hanau Stadt und fand.
^Aimib 16. März.
* Deutscher Frauenverein vom Roten Kreuz für die Kolonien. Auch hier in Hanau eine Abteilung dieses Vereins zu gründen war der Zweck einer gestern nachmittag in der Aula der Kgl. Zeichenakademie stattgefundenen Zusammenkunft hiesiger Damen, unter denen sich auch Ihre Durchlaucht die Gräfin von Jsenburg-Meerholz befand. In großer Zahl war man der ergangenen Einladung gefolgt und Frau Justizrat O s i u s dankte in ihrer Begrüßungsansprache herzlich für das lebhafte Interesse, das, nach dem Besuche zu schließen, für die gute Sache herrsche. Ueber Entstehung, Zweck und Ziele des Deutschen Frauenvereins vom Roten Kreuz für die Kolonien sprach Frau Hofrat Hagen aus Frankfurt in gewinnend liebenswürdiger Weise. Dre Vortragende verstand es, all die wohltättgen Bestrebungen
eins der schönsten und wertvollsten Werke dieses berühmten Operettenkomponisten, und am Dienstag im Abonn. A Offenbachs Operette „Die schöne Helena". Für Mittwoch (Abonn. B) ist das Schauspiel „Die Ehre" von Hermann Sudermann in Vorbereitung.
* Künstlerfest! Wir können heute die freubige Nachricht an die werten Gäste unseres Festes gelangen lassen, daß noch folgende Herrschaften, außer Herrn Kammersänger Forchhammer, der gestern bereits seine Zusage gab, ihre gütige Mitwirkung zusagten: Frl. Heim von der Frank, furter Oper, eine Sängerin von allererstem Ruf, und Herr Erdos, dessen gewaltigen Baß man hier zu bewundern ja schon früher Gelegenheit hatte. Herr Kapellmeister Neumann vom Frankfurter Opernhaus wird die Güte haben, die Gesänge der Solisten am Flügel zu begleiten. So ist denn in letzter Stunde unser Konzertprogramm in glänzender Weise ergänzt worden. Den verehrten Besuchern des Festes stehen seltene Genüsse bevor. Wir möchten nochmals erwähnen, daß den orchestralen Teil des Abends die hiesige Ulanenkapelle unter persönlicher Leitung des Obermufik- meisters Urbach gütigst bestreitet. Zum Vorttag werden gelangen: Krönungsmarsch a. d. Op. „Die Folkunger", Festouvertüre von Leo Kähler (dirigiert vom Komponisten),
Wiegenlied von Weißenborn, Blumengeflüster von Blom. Kommt und genießt und erfreut Euch auf dem Feste.' „Freude?" soll unsere Devise sein. „Freude.'" ist das schönste vom Leben, das erkannte schon Spinoza, der alte Philosoph. Möge in der „Nacht am Nil" soviel Lust und Freude h««^ scheu, daß die Nacht zum Tage wird und in die Nacht W Sonnenstrahl des Sonntags lacht.' — Der Anfang Festes ist auf 8 Uhr gesetzt. Eintrittskarten zu 3 und ^cr.
। sind im Laufe des Tages an der Theaterkasse z h - Geschenke für die Tombola wolle man gutign ms yeuw
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