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Erstes Blatt.

Bezugspreis:

DierteljâhrNch LM Mk., monatlich 60 Pfg., für aus- «artige Abonnenten mit dem betreff. Postausschlag. Die einzelne Nummer kostet 10 Pfg.

Rotationsdruck und Verlag der Buchdruckerei des verein. ev. Waffenhaufes in Hanau.

General-Anzeiger KAtliches Organ für StöM« und FanMeis Kanas. Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

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Die bgespaltene PetitzeUe oder deren Raum 20 Pf^ im ReNamenteil die Zelle 45 Pfg,

Verantwortl. Reöakt«»: E. Schrecker in HanaN,

Nr. 64 M«nsprecha»schl«tz Nr. 330.

Freitag den 15. März

N-rnsprechanschlub Nr. 230. 1912

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16 Seiten.

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Gefundene und verlorene Geoenstönde re.

Gefunden: 1 gelber Uhrketten-Anhänger mit zwei Photographien, 1 graue Frauen-Rocktasche mit rotem Visi- tenkartentäschchen für Margareta Wolf und ein gelbes Por­temonnaie mit 14 Pfg. und drei Konsummarken.

Verloren: 1 gelbes Schülermäppchen mit 2 Zirkeln, 1 Federhalter, 1 Lineal und 1 bis 2 Bleistifte; 1 Briefum­schlag mit Invalidenkarte, Militärpatz und 2 Zeugniffen sät den Silberarbeiter Friedrich Hartmann.

Entlaufen: 1 Jagdhund (Brauntiger).

Hanau den 15. März 1912.

Politische Rundschau.

Der Krieg um Tripolis. Die italienischen Tnrppen setzten am 12. März auf dem Hauptplateau die Arbeiten fort, ohne vom Feinde behindert zu werden, der sich in großer Entfernung hielt. Der Panzerkreuzer „Darse", der die Küste westlich von Tobruk bewacht, bemerkte eine ungefähr 200 Kamele starke Karawane und schoß auf sie, sowie auf ein von Beduinen besetztes Haus. Mit wenigen Schüssen wurde beträchtlicher Schaden angerichtet.

Die chinesische Republik. Wie die Petersburger Telegraphen-Agemur aus Paris meldet, ist an die russischen Bankiers die Aufforderung zur Beteiligung an den Vorschüssen gerichtet worden, die von Seiten des englisch-französisch-deutsch- amerikanischen Konsortiums der interimistischen chinesischen Regierung geleistet werden. Die russische Regierung willigt in eine Teilnahme unter der Bedingung ein, daß letztere als eine von den gemeinsamen chinesischen Anleihen unabhängige Operation betrachtet werde und daß die Mächte sofort fnit einander in Unterhandlungen über die Realisationsbedingungen dieser Anleihe treten. Die russische Regierung schlägt vor, daß vor Abschluß der erwähnten Unterhandlungen Vorschüsse an China nur auf Grund ihres Uebereinkommens der interessierten Mächte erteilt werden solle.

Hus Hanau Stadt und Eand.

&iUtO4t, 15. März. Wntliche WW der Stfiifotmtefen^m^

vom 14. März 1912.

(Schluß aus dem 2. Blatt.) Mietvertrag mit der Firma Mainzer & Bruchfeld betr. den Laden im HauseMarkt- platz 18.

Der Magistrat berichtet: Nach den Beschlüssen der Kör­perschaften vom 24. Oktober, 16. November und 9. Novem­ber 1911 sind die Läden im Hause Marktplatz 18 wie folgt vermietet: Die beiden Läden ohne Scheidewand, die Woh­nung im 1. Obergeschoß des linken Seitenflügels und das erste an diese Wohnung anstoßende Zimmer werden der Firma Mainzer & Brachfeld zum Preise von 4000 Mark führUch vermietet unter der Bedingung, daß der Vertrag auf 10 Jahre abgeschlossen wird und kostspielige Sonder- wünsche ausgeschlossen sind. Etwa vorkommende Repara­turen, mit Ausnahme derjenigen, die infolge Gebäudeab- lltttzung notwendig werden, sind auf Kosten der Firma aus- zufuhren.^ Zur Legung der Gas- und elekttischen Leitung in die Räume wird Zustimmung erteilt. Ferner wird dem mit Herrn Mainzer getroffenen Abkommen vom 1. Novem-

^ON zugestimmt. Nachträglich hat die Firma Mainzer * Bruchfeld beantragt, einen Teil des Hofes zu überbauen tn Erdgeschoßhöhe, die an diesen Hof angrenzende Rück- lvand des Hauptgebäudes und des linken Seitenflügels zu beseitigen und so diesen Hofteil zu dem Laden hinzuzuziehen. Die hierfür aufzuwendenden Kosten find auf 7000 Mark veranschlagt, besonderer Antrag auf Genehmigung läuft. Gemäß dem Beschlusse der Baukommission soll die Firma Mainzer & Bruchfeld für diesen LÄrenteil weitere 850 Mk. bezahlen, sodaß der Gesamtmietpreis 4850 Mk. beträgt. Lnbgültiger Vertrag kann erst geschlossen werden, wenn der Umbau fertig ist. Mit dem einstweiligen Vertragsentwurf ist die Firma Mainzer & Bruchfeld einverstanden. — Di- Stadtverordneten erklären sich mit der Vorlage einver­stand«».

Haushaltsplan der Sammelwasen­meisterei für 1912.

Der Haushaltsplan für 1912 wurde in Einnahme und Ausgabe mit 40 000 Mark genehmigt, ebenso die Errichtung zweier Arbeiterwohnungen bei der Sammelwasenmeisterei nach den vorgelegten Plänen und die Regelung der An­stellungsverhältnisse des Verwalters Wolf gemäß dem Vor­schläge des Kreisausschusses.

Schnakenplage.

Zur Bekämpfung der Schnakenplage wird der Betrag von 600 Mark bewilligt.

Schulwesen.

Anderwette Unterbringung der kaufmännischen Fortbil­dungsschule, des Knabenhorts sowie einzelner Klassen der Bezirksschule ITT.

Beschluß des Magistrats: Der Unterbringung der kauf­männischen Fortbildungsschule und des Knabenhorts im alten Garnisonlazarett wird zugestimmt. Die erforderlichen Mittel im Betrage von 7900 Mk. und 2700 Mk. werden be­willigt. Ferner wird für die Herrichtung von Klassen in Eärtnerstraße Nr. 67 für die Bezirksschule III und für Jn- ventarbeschaffung für die Bezirksschulen I, n und in der Betrag von 7000 Mk. bewilligt. — Die Begründung lautet: Die kaufmännische Fortbildungsschule soll im alten Lazarett, der Knabenhort in der Baracke und die in der Bezirks­schule in nicht mehr unterzubringenden Klassen sollen in der alten Zeichenakademie untergebracht werden. Für die kaufmännische Fortbildungsschule sind 7900 Mk. aufzu­wenden, in welchem Betrage 1350 Mk. für Inventargegen­stände vorgesehen sind. Für den Knabenhort sind 2700 Mk. vorgesehen (Baukosten). Endlich sind für die Herrichtung von Klassen in der alten Zeichenakademie 750 Mk. Baukosten vorgesehen; außerdem für Inventarbeschaffung für die Be­zirksschule I 2700 Mk., für die Bezirksschule n 2500 Mk. und für die Bezirksschule HI 1000 Mk., sowie zur Abrundung 50 Mk., insgesamt für die Vezirksschulen 7000 Mk. Von den Kosten der Inventarbeschaffung nehmen die Schulbänke und Tische den größten Teil der beantragten Kosten in An­spruch. Die Baukosten ftnb auf Schulhausbaustock, die In­ventargegenstände auf A. O. zu verrechnen.

Herrichtung einer Klasse für die IV. Bezirksschule in Hauptstraße 6.

Beschluß der Kommission: Die Herrichtung des Schul­raumes nach dem vorgelegten Plane wird genehmigt. Die 1800 Mk. betragenden Kosten für die baulichen Herstellungen und Inventarbeschaffung werden den Körperschaften zur Bewilligung empfohlen. — Beschluß des Magistrats: Ge­nehmigt gemäß dem Beschluß der Baukommission vom 17. Januar 1912. — Begründung: Für die Bezirksschule IV in Kessefftadt muß ein weiterer Klassenraum geschaffen wer­den. Dies ist dadurch möglich, daß die in der alten dem Rathaus gegenüber liegenden Schule befindliche Wohnung des Schuldieners eingezogen und zum Teil zu einem Schul­zimmer umgebaut wird. Die auf Schulhausbaustock zu ver­rechnenden Kosten betragen 700 Mk., die Kosten der Jn- ventarbeschaffung, die auf A. O. zu verrechnen sind, betragen 1100 Mk.

Einrichtung der Haushaltungsschule im Hochreuter'schen Gebäude Leipzigerstraße 9.

Beschluß der Vaukommission: Die Unterbringung der Haushaltungsschule in der geplanten Weise und die Bewilli­gung der 6000 Mk. betragenden Kosten für bauliche Her­stellungen und die Inneneinrichtung wird empfohlen. — Beschluß des Magistrats: Genehmigt gemäß dem Beschluß der Daukommission vom 17. Januar 1912. — Begründung: Für den Haushaltungsunterricht reicht die sogenannte Koch­schule in der Vangertstraße nicht mehr aus. Es muß ein weiterer Raum geschaffen werden und ist dieser im Erdge­schoß des Hochreuter'schen Grundstückes gefunden. Die Bau­kosten betragen 3000 Mk., die auf Schulhausbaustock zu ver­rechnen sind. Für Beschaffung der Jnventargegenstände, Küchengeräte, Tische, Schemel, Geschirr und Wäsche sind ebenfalls 3000 M^ vorgesehen, die auf A. O. zu verrech­nen sind.

Verlegung von 2 Klassen der Mädchen-Mittelschule nach dem Hochreuterschen Grundstück, Leipzigerstratze 9.

Beschluß der Baukommission: Dem Vorschlag zur Unter­bringung von 2 Klassen der Mädchen-Mittelschule in den gemäß Kostenvoranschlag herzurichtenden Räumen des Hauses Leipzigerstraße Nr. 9 wird zugestimmt. Die Be­willigung der Kosten einschl. Inventarbeschaffung im Be­trage von 3600 Mk. soll beantragt werden. — Beschluß des

Magistrats: Genehmigt gemäß dem Beschluß der Vaukom- Mission vom 17. Januar 1912. — Begründung: Wie in anderer Sache mitgeteilt, muß eine weitere Haushaltungs­schulklasse geschaffen werden und soll diese Klasse unterge­bracht werden in dem Hochreuterschen Grundstück. Weiter ist es notwendig, 2 neue Knabenklassen in der Mittelschule zum 1. April einzurichten. Es empfiehlt sich nun, aus dem Hauptgebäude der Mittelschulen 2 Mädchenklassen heraus­zunehmen und in das Hochreutersche Grundstück zu legen, das dadurch nur mit Mädchenklassen belegt würde. Erreicht wird hierdurch, daß weitere Aborte auf dem Hochreuterschen Grundstück nicht errichtet zu werden brauchen. Die beiden Mädchenklassen im Hauptgebäude werden dann den Knaben überwiesen. Die beiden in das Hochreutersche Grundstück zu verlegenden Mädchenklassen sollen in das 1. Obergeschoß des Hochreuterschen Grundstücks verlegt werden. Die Knaben­mittelschule würde 2 Erdgeschoßklassen der Mädchenmittel- schule erhalten, die erste Klasse der Mädchenmittelschule, die nur schwach besetzt ist, würde das jetzige Handarbeitszimmer im Dachgeschoß überwiesen bekommen. Die baulichen Her­stellungskosten im Hochreuterschen Anwesen betragen 2000 Mark, für die Beschaffung von Inventar sind weiter vorge­sehen 1600 Mk. Die Baukosten sind auf Schulhausbaustock, die Jnventarkosten auf A. O. zu verrechnen.

Verlegung einiger Klassen der höheren Mädchenschule nach Bangert 2.

Beschluß derVaukommisfion: Die erforderlichen Mittel im Betrage von 1800 Mk. werden zur Bewilligung emp­fohlen. — Beschluß des Magistrats: Genehmigt gemäß dem Beschluß der Baukommission vom 29. Januar 1912. — Be­gründung: Wie bereits bei den Etatsverhandlungen mit­geteilt, müssen bis zum 1. April eine Reihe von neuen Klassen geschaffen werden. Für diese ist in den vorhandenen Schulgebäuden der höheren Mädchenschule, der Mittel­schulen und der Bezirksschule III kein Raum mehr vor­handen, weshalb außerhalb der Schulgebäude belegene Miume herangezogen werden müssen. Grundsätzlich sollen nach den Anträgen der Vaukommission, die unsere Zustim­mung gefunden haben, die Klassen der höheren Mädchen- , schule, die in dem Schulgebäude keinen Platz mehr haben, in das Landgericht, die der Mittelschulen in das ehemals Hochreutersche Anwesen, die der Bezirksschule III in die alte Zeichenakademie verlegt werden. Ferner soll die kauf­männische. Fortbildungsschule in dem alten Lazarett und der Knabenhort in der Baracke desselben untergebracht wer­den. Mit Rücksicht darauf, daß bis zum 1. April die Ver­legung der Klassen vorgenommen werden muß, ist alsbald der Auftrag zur Ausführung der Vauarbeiten erteilt. Zwei Klassen der höheren Mädchenschule sind bereits zum 1. Ja­nuar in das Landgerichtsgebäude verlegt worden. Die Ar­beit ist ausgeführt, weshalb es überflüssig erscheint, jetzt noch einen Kostenvoranschlag vorzulegen, vielmehr soll di- nachträgliche Genehmigung unter Vorlage der Abrechnung über die ausgegebenen Kosten erbeten werden. Es müssen zum 1. April weitere 2 Klassen der höheren Mädchenschule in das alte Landgerichtsgebäude verlegt werden. Die Mittel hierfür betragen 1800 Mk. Dies find keine Bau­kosten, sondern nur Kosten für Beschaffung von Inventar- gegenständen. Die Hauptposten sind hierbei die Beschaffung von 6 Bänken Nr. 6, 6 Bänken Nr. 5 und 15 Bänken Nr. 4 im Betrage von 742.50 Mk. und die Einrichtung aller Räume mit hängendem Gasglühlicht im Betrage von 500 Mark. Die Kosten sind auf A. O. zu verrechnen.

Ueber diese fünf Vorlagen berichtet zusammenfassend Stadtv. Dr. Hoffmann, der am Schlüsse der Hoffnung Ausdruck gibt, daß recht bald ein fester Plan über die Schulfragen erscheinen möge. — Stadtv. Dr. Wagner schließt sich diesem Wunsche an. — Vom Magistratstische wird berichtet, daß es sich um eine vorläufig dauernde Ein­richtung handele. — Stadtv. Schwabe meint, daß das vorgeschlagene Provisorium wohl längere Zeit dauern werde. — Oberbürgermeister Dr. Gebeschus bemerkt, daß Projekte für die Gestaltung bezw. Unterbringung der Schulen vorhanden seien, diese jedoch dem neuen Stadtbau­rat vorbehalten bleiben sollten. — Die fünf Vorlagen wer­den genehmigt.

* Der Theaterpachtvertrag. In der gestrigen Stadt- verordnetensitzung ist der Vertrag mH Herrn Direktor Steffter über die Pachtung des Stadttheaters auf weiter« 3 Jahre, also bis zum JahreI9l6, verlängert worden. Vorlage fand einstimmig Genehmigung, ein ^weis, , B Herr Direktor Steffter es verstanden hat, sich durch zie mußte künstlerische und auch opferwillige Tätigkeit das Ver­trauen der städtischen Körperschaften ru erwerben.