Erstes Blatt.
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Vierteljährlich 1.80 Mk.» monatlich 60 Pfg., für aus* «artige Abonnenten mit dem betreff. Postaufjchlag. Die einzelne Nummer kostet 10 Pfg.
Kttattonsdruck und Verlag der Buchdruckerei des verein, ev. Waisenhauses in Hanau.
General-Anzeiger
ANllilhes Organ für Stüt* ntt Landkreis Kanas.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Die ögefpaltene Petitzeile oder deren Raum 20 Pfg. / im Reklamenteil die Zelle 45 Pfg.
DerantworU. Redakteur: C. Schrecker in Hanan»
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Fernsprechattschlutz Nr. 230. 1912
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14 Seiten.
Amttiches.
Stadtkreis Hanau.
Bekanntmachung.
Die Herstellung einer hölzernen Einfriedigung am Sandeldamm zwischen Eberhard- und Nordstraße soll unter Zugrundelegung der Bedingungen für die Ausführung von Arbeiten und die Lieferung von Materialien für die Stadt Hanau öffentlich verdungen werden.
Die Verdingungsunterlagen liegen im Rathaus, Zimmer 22 zur Einsicht aus und können von dort gegen Entrichtung von 0.50 Mark bezogen werden.
Verschlossene, mit entsprechender Aufschrift versehene Angebote sind bis zum Eröffnungstermin, am Freitag den 22. d. Mts., vormittags 11^ Uhr, einzureichen.
Die Eröffnung der Angebote erfolgt im Beisein etwa erschienener Anbieter.
Zuschlagsfrist 14 Tage.
Hanau den 9. Marz 1912. 6767
Der Magistrat.
Dr. E e b e s ch u s.
Bekanntmachung.
Die Ausführung von Tief- und Hochbauarbeiten, die gelegentlich des Ausbaues des Sandeldammes zwischen Nord- und Eberhardstraße erforderlich werden, soll unter Zugrundelegung der Bedingungen für die Ausführung von Arbeiten und die Lieferung von Materialien für die Stadt Hanau öffentlich verdungen werden.
Die Verdingungsunterlagen liegen im Rathaus, Zimmer 22, zur Einsicht aus und können von dort gegen Entrichtung von 1 Mark bezogen werden.
Verschlosiene, mit entsprechender Aufschrift versehene Angebote sind bis zum Eröffnungstermin, am Freitag den 22. d. Mts., vormittags 11 Uhr, einzureichen.
Die Eröffnung der Angebote erfolgt im Verlern etwa erschienener Anbieter.
Zuschlagsfrist 4 Wochen.
Hanau den 9. Marz 1912. 6765
Dr. Eebeschus.
Der Magistrat.
Stadttheater in Hanau.
„Sein Doppelgänger"
Schwank in 3 Akten von Henneguin und Duval.
In dem Bestreben, reiche Abwechselung zu bieten, kann es sich ereignen, daß auch literarische Kost vermittelt wird, die zu verdauen immerhin einige Schwierigkeiten bereitet. So war es auch gestern abend, der die Aufführung des Schwankes „Sein Doppelgänger" brachte. Auch das selbstlose Bemühen der darstellenden Kräfte, frisches Leben in das Werk zu bringen, vermochte nicht, die Stimmung wesentlich zu heben. In der Titelrolle des Schwankes gastierte Herr Oskar Ebelsbacher vom Frankfurter Schauspielhaus, der namentlich in dem sich besonders hervorhebenden - Akte des Schwankes eine recht hübsche Leistung bot. Frl. Brand eck als „Colette" und Frl. Ballin als „6u= janne verstanden es, ihre Partien reizend zu gestalten. Auch ^rau Schmidt-Schütz als „Aurore" verdient mit Anerkennung genannt zu werden. Frl. W o s s i d l o stellte wre immer ein zierliches Zimmermädchen auf die Bühne ebenso verstand es Frl. R e n t r o p, sich mit ihrer kleineren
gut abzufinden. Von den Herrenrollen traten hervor der „Marcinelle" des Herrn Grundmann und der Theodore" des Herrn Spohn, wie auch der „Oberst" des Herrn Heinze. Als „Casimir" wirkte Herr Möller befriedigend. Die Regie führte Herr Grundmann.
»Sie fünf Frankfurter" Lustspiel in 3 Akten von C. Röhler.
Zur Erstaufführung am Freitag den 15. März 1912.
Am Freitag findet die Première des Lustspiels „Die Mnf Frankfurter" im hiesigen Stadttheater statt, weshalb wir zur Erläuterung nachfolgend eine Besprechung geben,
Dienstnachrichten ans dem Kreise.
In der Siemensstratze zu Frankfurt a. M.-Sachsenhausen ist die Maul- und Klauenseuche erloschen.
Sperrbezirke sind in Frankfurt a. M. noch die Stadtteile Rödelheim und Niederrad.
Hanau den 13. März 1912. V. 1721
Im Kreise Büdingen ist die Maul- und Klauenseuche erloschen.
Hanau den 13. März 1912. V. 1747
Bekanntmachung.
Das Proviantamt Hanau setzt den Hafer- und Stroh- verkauf fort.
Hanau den 13. März 1912. V. 1725
Der VtkMbcitemHM im MrWmmn.
Ein Tumultuant erschaffen.
Herne, 13. März. Nachdem in Herne schon gestern Polizeibeamte mehrfach mit Steinen beworfen und beschaffen worden waren, ging heute früh, als ein von einem Kom- miffar geführtes Schutzmannskommando nach beendeter Einfahrt der Belegschaft der Zeche Shamrock von dort zur Zeche von der Heydt marschierte, in der Rottbruchstraße ein Trupp junger Burschen dazu über, Schüffe auf das Schutzmannskommando abzugeben. Der Kommissar gab den Befehl zum Waffengebrauch. Einer der Tumultuanten wurde durch einen Schutz in den Kopf getötet. Der Name und das Alter des Getöteten hat noch nicht festgestellt werden können.
Die Persönlichkeit des erschossenen Tumultuanten.
Bochum, 13. März. Die Polizeidirektion teilt zu dem Vorfall in Herne mit, daß der Erschaffene, der Arbeiter Matthen, ein vorbestrafter Mensch gewesen sei. Auch seine drei Brüder seien sämtlich wegen Raubes, gefährlicher Körperverletzung und sonstiger Verbrechen bereits zu schweren Strafen verurteilt. Die ganze Familie sei als rauflustig bekannt.
Die Zahl der Streikenden am Mittwoch.
Düsseldorf, 13. März. Nach der Gesamtaufstellung des Bergbaulichen Vereins von heute nachmittag haben von 312 277 Bergleuten heute 123 268 die Arbeit fortgesetzt, so- datz die Zahl der Streikenden nicht ganz 200 000 beträgt, d. s. genau 60,53 Proz. der gesamten Belegschaftsstärke. Auch heute nachmittag kam es in den bekannten unruhigsten Revieren fortgesetzt zu Zusammenstößen, doch find weitere ernsthafte Fälle bisher nicht zu verzeichnen.
welche der „Frankfurter Generalanzeiger" in seiner Ausgabe vom 24. Februar d. Z. über das so erfolgreiche Stück gebracht hat:
Der Glanz des Rothschildschen Reichtums ist durch neue Formen der Kapitalskonzentration schon lange in den Schatten gestellt. Sogar an persönlichem Besitz werden die heutigen Milliardäre den alten Mayer Amschel und seine fünf Söhne wohl übertreffen. Aber es wird niemanden einfallen, über einen von ihnen ein Drama zu schreiben, und namentlich keines, das in allen Sprachen ohne weiteres gegeben werden kann und das von allen Völkern ohne Vorrede verstanden wird. Es ist auch nicht der Besitz allein gewesen, der den Namen der Rothschilds sprichwörtlich gemacht hat, sondern die Eigenart der Persönlichkeiten und ihre so seltsam durch Generationen hindurch vererbte Tüchtigkeit. Die auffallende Ausnahme von jener Regel, datz rasch erraffter Reichtum meist schon nach der zweiten Erbhand wieder in den Nundlauf der irdischen Güter zurückkehrt. Manche Beispiele hat die Geschichte von mächtigen Herrschern, die ihr Erbe an die Söhne verteilten, stets wurden einzelne groß, die meisten aber verdarben. Als Mayer Amschel unter seine fünf Söhne somsagen die Welt verteilte, da war es, als ob aus dem einen klugen und weitblickenden Geschäftsmann plötzlich fünf geworden wären. Wohin sie gestellt wurden, da wurden sie groß und die Welt sah mit bewunderirdem Staunen das Bild, wie sich nach dem Tode des Vaters um die weißhaarige Frau Gudula, geb. Schnapper, in dem alten Hause in der Iudenzaste in Frankfurt fünf mächtige Eeldfürsten scharten, die, in fünf Länder verteilt, die Traditionen des Vaters mit gleicher Treue aufrechterhielten. Mit der Mutter Napoleons verglich einst Heine die alte Frau — mit der Madame Lätitia, die der Welt fünf Finanz-Bonapartes gegeben hatte. Sicherlich darf das Haus Rothschild in dieser Frau und ihrem Einflüsse eine der mächtigsten Quellen seines kräftigen Lebens-
Nach der amtlichen Feststellung hat nach einem Effener Telegramm bei der Frühschicht am Mittwoch die Streikbewegung betragen im Revier Dortmund H: 79,66 Proz., im Revier Duisburg: 73 Proz., im Revier Dortmund III: 69 Proz., im Revier Hamm: 69 Proz., im Revier Gelsenkirchen: 62,42 Proz., im Revier Recklinghausen-Ost: 62 Prozent, im Revier Essen-Ost 45 Proz., im Revier Essen-Süd: 41,76 Proz., im Revier Oberhausen: 39 Proz., im Revier Werden: 17,32 Proz. Einige Reviere stehen noch aus.
Der Schutz im Dortmunder Revier.
Dortmund, 13. März. Die Zahl der Streikenden im Oberbergamtsbezirk Dortmund stieg nach authentischen Zählungen auf rund 188 000, hat also wiederum bedeutend zugenommen. Auf den Dortmunder Zechen selbst ist indes eine Zunahme der Arbeitswilligen dank der getroffenen, umfangreichen Schutzmatzregeln zu verzeichnen. Auf jeder Zeche find hier jetzt zwei Polizeikommiffare mit etwa 60 Mann stationiert, die sich eine Stunde vor Schichtbeginn und eine Stunde vor Schichtende über den ganzen jeweilen benachbarten Stadtteil verteilen und die Straßen von zweifelhaften Personen säubern. Weiter entfernt wohnende Arbeitswillige werden durch die Beamten zur Arbeitsstelle geleitet und auch wieder nach Haus gebracht. Gestern abend ereigneten sich große Tumulte und Schlägereien, sodaß verschiedene, in Arbeitervierteln belegene Plätze durch die Polizei geräumt werden mußten. Vier Personen, die mit Steinen geworfen hatten, wurden festgenommen. Das Pferd eines Wachtmeisters erhielt einen Steinwurf an den Kopf, überschlug sich und begrub seinen Reiter unter sich, der schwerverletzt fortgeschafft wurde. Mehrere Arbeitswillige wurden sogar im Innern der Stadt, fern von den Zechen, von Streikenden, die ihnen gefolgt waren, überfallen und mißhandelt. Um die Arbeitswilligen bester konstatieren zu können, lasten die Streikenden sie beim Verlasten der Zechen von nahegelegenen Wohnungen aus photographieren. In Dortmund kam es heute nachmittag nach Schichtwechsel wieder zu wüsten Schlägereien. Die Polizei vertrieb eine nach Tausenden zählende Menschenmenge, die vor den Zechen Posto gefaßt hatte, und ließen die entfernter wohnenden Arbeitswilligen zunächst mit der Straßenbahn ins Innere der Stadt schaffen. Im nördlichen Stadtteil kam es dann in verschiedenen Straßen zu großen Zusammenrottungen. Die bald erschienene Polizei wurde mit Pfeifen und Pfuirufen begrüßt. Verschiedene benachbarte Wirtschaften wurden geschlosten, da die Streikenden sich vor der Polizei in sie flüchteten. Die Polizei ging schließlich im Sturme gegen die Menschenmenge vor. Verschiedene Festnahmen erfolgten. In Langendreer wurde verfügt, daß die Wirtschaften abends 9 Ahr zu schließen haben. Der Ausschank von Schnaps wurde
stromes verehren und daß dieser Einfluß sich so wirksam durchsetzen konnte, ist einer der bewundernswertesten und beneidenswertesten Eigenschaften des jüdischen Stammes
charakters zu verdanken: dem beispielhaft treuen Familiensinn.
Aus dieser Quelle flossen auch die stärksten Wirkungen, die dem Rößlerschen Lustspiele bei seiner gestrigen Erstaufführung in der Heimat (sozusagen) beschieden waren. Denn es ist ein kraftvolles, historisches Drama, das Rößwr schreiben wollte, ja, man spürt des historischen Rothschildscheu Geistes kaum einen Hauch. Es ist eine harmlose, lustige Familiengeschichte, die dem Publikum kaum so interessant vorkäme, wenn nicht der große Name Rothschild, obwohl nie ausgesprochen, anregend mitspielte. Dazu kommt noch, daß es sich hier gewissermaßen um ein Lokalstück handelt,
wennschon auch die heimatliche Note recht selten angeschlagen wird. Aber das Publikum ging auch durch die immer dünner werdende Handlung der beiden letzten Akte warmherzig mit und bereitete den herzlichen Familienszenen in der alten Stube in der Iudengasse eine sympathische und bei
fallsfreudige Aufnahme.
Der erste Akt ist der beste und wirksamste. In der — dem Original getreulich nachgebildeten — alten Stube mit den blütenweißen Vorhängen und der „Giraffe" in der Ecke lebt und webt Frau Gudula im Andenken an ihren Mayer Amschel und in herzlicher Liebe zu ihren fünf fernen Söhnen. Zwar Anselm, der älteste, ist ihr nahe geblieben, er hat für sein Geschäft auch ein neues, schönes Haus in der Fahrgast« erworben und möchte gerne, daß die alte Mutte r übersiedele. Aber die alte Frau kann sich £ engen Gaste und dem engen Hause trennen tn bem f L-b-n- Glück und Leid -rf°h--n W s“^^ klein bischen abergläubisch und surcht-t, d , - stet
jagen, das sich an die alte traute s-idst-ll- so treu g-»-f». hatte. Heute ist nun wieder -in großer Tag. Der 3