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Sezugsprersk

Merkeffâhrllch 1.80 Mk., monatlich 60 Pfg., für aus­wärtige Abonnenten mit dem betreff. Postaufschlag. Die einzelne Nummer kostet 10 Pfg.

NokattonsdruS und Verlag der Buchdruckerei des verein, ev. Waisenhauses in Hanau.

Geyeral-Anzeiger

AMches GtM für Mt- M KüLKreis Hases.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

EinräckungsgeLÜHrr

Die LgespaNene Petitzeile oder deren Raum 20 Ps^ im Rellamenteil die Zelle 45 Pfg.

Verantwortl. ReSâur: E. Schrecker in Hana«.

Nr. 58

ßperttsprechanschltttz Nr. 230.

Freitag- den 8. März

Fer«sprecha»schl«tz Nr. 230. 1912

Sie tafln Siiitt «seit M d.MchMWMk

14 Seiten.

Amtliches.

Eandkreis Hanau.

Der Metzger Wilhelm Bär in Rückingen beabsichtigt auf dem Grundstück Kartenblatt B. Nr. 551/80 rc. ein Schlacht- Haus zu errichten und hat hierzu die gewerbepolizeiliche Ge­nehmigung nachgesucht.

Das Unternehmen wird mit dem Bemerken zur öffent­lichen Kenntnis gebracht, daß die Beschreibung und Zeich­nung über die Anlage im Bureau des Kreisausschusses zur Einsicht ausliegen und daß Einwendungen hiergegen binnen 2 Wochen, vom Tage der Veröffentlichung gerechnet, bei dem Unterzeichneten angebracht werden können. Später etn- gehende Einsprüche bleiben unberücksichtigt.

Zur Erörterung der rechtzeitig eingehenden Einsprüche wird Termin auf

Samstag den 23. März d. 3 vormittags 9 Uhr, in das Bureau des Kreisausschusses, Kreishaus, Hain­straße Nr. 10 II, anberaumt, wozu der Antragsteller und die Interessenten hiermit eingeladen werden. Im Falle ihres Nichterscheinens wird gleichwohl mit Erörterung der et­waigen Einsprüche vorgegangen werden

Hanau den 5. März 1912. A. 474

Der Königliche Landrat.

F r h r. L a u r.

Der Gastwirt Philipp Martin Puth in Fechenheim hat die Genehmigung zur Errichtung eines Schlachthauses auf dem Grundstück Karte 0 Nr. 398/171 (Lindenplatz Nr. 9) nachgesucht.

Die Beschreibung und die Zeichnung zur Anlage liegen im Bureau des Kreisausschusies Kreishaus Hain­straße Nr. 10 zur Einsicht aus.

Einwendungen hiergegen können innerhalb 2 Wochen, vom Tage der Veröffentlichung ab, bei dem Unterzeichneten erhoben werden. Später eingehende Einsprüche bleiben un­berücksichtigt.

Termin zur Erörterung der rechtzeitig erhobenen Ein­sprüche steht

am Samstag den 23. März d. 3-, vormittags 10 Uhr, im Bureau des Kreisausschusies an, wozu der Antragsteller und Widersprechende mit dem Bemerken hiermit eingeladen werden, daß im Falle ihres Nichterscheinens gleichwohl in die Prüfung der Einsprüche eingetreten wird.

Hanau den 5. März 1912. A. 473

Der Königliche Landrat.

Frhr. Laur.

Gefundene nnd verlorene Geirenstände rc.

Gefunden: 1 Hundeleine (Lederriemen mit Kara­binerhaken), 1 Peitsche.

Gekündet: 1 Geflügel-Voliere.

Verloren: 1 silbernes Kettenarmband, 1 goldenes Halskettchen mit Anhänger mit blauem Stein, 1 Herren­schirm mit braunem Griff.

Hanau den 8. März 1912.

Da $itftn|M in der englischen Wenindnßrie.

Die Stockung im englischen Wirtschaftsleben macht sich immer bedrohlicher bemerkbar. Die Ereath- Western Eisenbahngesellschaft hat ihr gesamtes Personal, das den Dampferdienst versieht, die zwischen England und Irland verkehren, und die der Eisenbahngesellschaft gehören, gekündigt. In acht Tagen müsien sie ihren Dienst verlassen. Auch von Southampton aus geht der Dampferverkehr nach dem Kontinent sehr unregelmäßig von statten. Auch sonst kommen sehr beunruhigende Nachrichten aus den Provinzen. Die ganzen Fabriken am Tune haben geschlossen und ihren Arbeitern gekündigt, In Middlesborough sind etwa 80 000 Metallarbeiter in den unfreiwilligen Ausstand getreten und im Laufe des Donnerstags dürfte sich die Zahl noch um 30 000 Mann erhöhen. Die großen Schuhfabriken der Gegen­den von Bristol und Leicester haben gleichfalls fast alle ihre Pforten geschlossen. Die Postverwaltung von Glasgow hat den Rohrpostdienst eingestellt, da die Maschinen nicht mehr arbeiten können. Die dortigen Eisengießereien haben am Mittwoch auch ihren Betrieb eingestellt. Infolge des immer mehr zur Geltung kommenden Kohlenmangels wird ganz England von einer Finsternisplage heimgesucht. In vielen Städten wird die Beleuchtung eingeschränkt. In

Sheffield hat die Elektrizitätsgesellschaft beschlossen, von morgens halb sieben bis sechs Uhr abends den Strom zu sperren. Infolgedessen werden eine ganze Anzahl von Fa­briken, die für Kraftzwecke Strom beziehen, den Betrieb ein­stellen müssen. In einige Städten in Wales werden die Straßenlaternen sehr frühzeitig gelöscht. In Aberdeen wurde beschlossen, die Straßenbeleuchtung und den Straßen- bahnverkehr einzuschränken. Das Publikum wurde seitens der Behörde gebeten, das Gas sehr sparsam zu verbrauchen. Aehnliche Anstalten hat man in Middlesborough, Gaston- bury, Dover und Canterbury getroffen. Saffron Walden ist überhaupt schon seit zwei Tagen gänzlich ohne Straßenbe- leuchtung. In Südost-Worcester fehlt es der Wassergesell- schaft an Kohlen zur Betättgung der Pumpen, weshalb die Wasserabgabe eingeschränkt werden muß. Die London and Northwestern Eisenbahngesellschaft hat bekannt gegeben, daß sie vom Montag ab einen Notdienst einführen wird. Die Folge davon wird die Arbeitslosigkeit von Tausenden von Eisenbahnangestellten und die Schließung vieler Bahnhöfe sein. Von Crewe nach London werden nur noch zwei Züge verkehren, und die Fahrt wird fünf Stunden anstatt drei in Anspruch nehmen. Gestern abend ist vielen Arbeitern der Elekttizitätsabteilung gekündigt worden. Alle Hilfspoli­zisten werden nach den Kohlenniederlagen geschickt. Die London and Northwestern wird auch den Zeitungszug, der um drei Uhr früh von London abgeht, vom Montag ab aus­fallen lassen. Solche Hiobsposten treffen stündlich aus fast allen Gegenden Englands ein und die ganze Industrie Großbritanniens wird so allmählich lahmgelegt werde».

Steigen der Kohlenpreise in Frankreich.

Wie aus Lorient gemeldet wird, mußte die dortig Schiff- fahrtsgesellschaft infolge des englischen Bergarbeiterstteiks anstatt des üblichen Preises von 27 Franks bereits 40 Franks für Kohle bezahlen.

Die Streikgefahr in Amerika.

Wie aus Newyork gemeldet wird, haben die Grubenbe­sitzer der östlichen Staaten rundweg die Forderung der Berg­arbeiter abgelehnt. Wenn eine Einigung nicht erzielt wer­den sollte, werden am 1. April ca. 250 000 Mann in den Ausstand treten. Die Arbeiter stellten folgende Forderun­gen auf:

Arbeitskontrakte zwischen Arbeitgebern und Arbeit­nehmern sollen alljährlich abgeschlossen werden und nicht, wie bisher üblich, alle drei Jahre

Eine Lohnaufbesserung von 20 Prozent soll zugestan­den werden, ebenfalls ein achtstündiger Arbeitstag ohne Reduktion der Löhne.

Die Werksbesitzer sollen die für die Föderation monat­lich zu zahlenden Beiträge von den Löhnen abziehen.

Bis jetzt hat der drohende Streit noch keinen Einfluß auf die Kohlenpreise ab Grube gehabt. Der Streik in Groß­britannien hat die Lage in Amerika kompliziert, und man erwartet mit größtem Interesse die Bedingungen der Eini­gung im englischen Kohlenarbeiterstreik. Die Kohlenhändler allerdings haben ihre Preise bereits erhöht unter der Be­gründung, daß sie den Eisenbahnen für den Fall eines Streik­ausbruchs genügend Kohlen reservieren müßten. Die öffent­liche Meinung in Amerika ist einem Streik nicht günstig ge­sinnt und allgemein hört man die Ansicht, daß ein Gesetz zur Regelung eventueller Streiks geschaffen werden müsse.

Die österreichische Regierung hätt den Streik für wahr­scheinlich.

Innsbruck, 7. März. Die Regierung hat an sämtliche Staatsbahndirekttonen Zirkulartelegramme erlassen, tn welchen zu größter Sparsamkeit im Kohlenverbrauch aufge­fordert wird . Es wird geraten, möglichst große Kohlenvor­räte anzuschaffen, da der Ausbruch des Kohlenarbeiterstreiks in Oesterreich wahrscheinlich sei.

Zuspitzung der Lage im Ruhrrevier.

Dortmund, 7. März. Die Lage spitzt sich immer mehr zu. Heute und gestern fanden erneute Konferenzen des so­genannten Bergarbeiterdreibundes statt, über deren Ergeb­nisse noch Stillschweigen beobachtet wird. Wie man aber von sehr zuverlässiger Seite erfährt, dürfte der Beginn des Streiks am kommenden Montag unbedingt zu erwarten sein. Die Zechen, welche geantwortet haben, wollen nur mit den gesetzlichen Arbeiterausschüssen, ohne ihnen eine Zuständig­keit in Lohnfragen zuzuerkennen, verhandeln, und diese weigern sich, in Aktion zu treten, weil sie angeblich in den Jahren 19Q5 und 1911 trübe Erfahrungen gemacht hätten. Eine ganze Reihe von Zechen lehnte die Beantwortung der Eingabe überhaupt ab. Zahlreiche Gendarmen von Hanno­ver wurden gestern und heute ins Industriegebiet beordert. Auffallend ist, daß auf allen Zechen viele Krankenscheine verlangt werden.

Konferenz.

Berlin, 7. März. Eine Konferenz der Regierung mit den Vergarbetterführern fand gestern mittag bei dem Staats­sekretär des Reichsamts des Innern statt. DemBerliner Lokalanzeiger" zufolge nahmen u. a. daran teil: die Abge­ordneten Behrens (Wirtschaft!. Vereinigung), Eiesberts (Ztr.), Sachse (Soz.), Sowinski (Pole) und der frühere Reichstagsabgeordnete Hue. Es verlautet, daß von den Arbeiterteilnehmern an der Konferenz der Standpunkt ver­treten wurde, die Regierung möge die Grubenbesitzer er­suchen, die Arbeiterausschüsse einzuberufen, um ihnen eine bindende Zusage über die Lohnerhöhung zu machen. Anderu- falls sei damit zu rechnen, daß von 350 000 Bergarbeitern am Montag 150 000 die Arbeit niederlegen würden.

Der Krieg zwischen Italic« Md der Türkei.

Derna, 7. März. Patrouillen, die hinter den vom Feinde während deS Kampfes am 3. März besetzten Stellungen waren, fanden beim Dumas Fer über 60 Leichen und Spu­ren von zahlreichen Leichnamen, die aus dem sttzt noch blut­getränkten Gelände weggeschafft worden waren. Durch Ara­ber, die zur Erkundung deS Dumas Fer-Tales ausgeschickt wurden, wurde fest gestellt, daß dort noch ungefähr 200 un- beerdigte Feinde lägen. Auf dem ganzen Kampffelde wurden Spuren eines heftigen Kampfes und zahllose Patronenhülsen gefunden. Das feindliche Lager ist um einige Kilometer hinter die Gefechtslinie vom 3. März zurückgelegt worden.

Mailand, 7. März. In einem anscheinend offiziös be­einflußten Artikel tritt derSortiere della Sera" dafür ein, daß Italien nunmehr, nachdem der russische Friedensvermitt­lungsvorschlag als gescheitert zu betrachten sei, das Vorgehen gegen die Türkei sowohl auf militärischem als auch aus diplomatischem Gebiet mit aller Kraft durchführen müsse. Die Lage solle so zum Reifen gebracht und der Türkei die Ueberzeugung eirrgeimpft werden, daß jeder weitere Wider­stand in Libyen vergeblich sei und ihr' bie Verlängerung des Kampfes mit Italien ungeheuern Schaden in Europa und Asien verursachen müsse. So werde auch Europa mit mehr Nachdruck der Türkei zum Frieden raten. Nur ein kräftiges und ausgedehntes Vorgehen Italiens werde die ottomanische Regierung veranlassen, den Kampf aufzugeben, der ihr keinen Vorteil, sondern nur weitere und ernstere Verluste bringen könne.

Rom, 7. März. Entgegen den in den letzten Tagen von einigen Zeitungen gebrachten Nachrichten stellt die Agenzia Stefani" fest, daß von keiner Macht Schritte bei der italienischen Regierung unternommen worden sind, um ihr eine Beschränkung der militärischen Operationen zu empfeh­len. Die italienische Regierung behält sich volle Aktious- freiheit vor, abgesehen von den türkischen ^sten des Adria­tischen und deS Ionischen MeereS.

»US Hanau Stadt und Eand. âttair, 8. März.

* Hanauer Geschichtsverein. In der nächsten Mo­tt a t s v e r s a m m l u n g , die am 14. d. Mts. im roten Sälchen deSBürgervereins" stattfindet, wird Herr Dr. Pfeiffer einen Vortrag überGeschichte und Sprache der HugenottenkolonieFriedrichs- d orf i. T." halten. Gäste, auch Damen, find willkommen.

* Senckenbergische Naturforschende Gesellschaft. Die 18. Wissenschaftliche Sitzung findet Samstag den 9. März d. I., punkt 6 Uhr, statt. Vortrag des Herrn Prof. Dr. L. S. Schultze, Kiel:Urwaldwanderungen in Neu­guinea".

* Kartoffellieferung. Wir weisen darauf hin, daß voraussichtlich am Samstag der Kartoffelverkauf im Ältst, Rathaus sein Ende erreichen wird.

* Zeichnungsstelle. Wir verweisen an bitter Stelle lwchmals auf bie im Anzeigenteil der gestrigen Ausgabe unse- Blattes erwähnte mit 4^2 pCt. in Gold verzinsliche Anleihe der Anatolischen Eisenbahn - Gesellschaft Serie III in Höh( von Mk. 40 800 000, welche am Dienstag den 12. März er zum Kurse von 96^2 pCt. zur Subskription gelang«.< Offizielle Zeichnungâstelle am hiesigen Platze ist die Mitteè deutsche Credilbank. m

* Kath. Kasino Eintracht, e. V. Im morgen emsabend ist die Fortsetzung des interessanten Die moderne Luftschiffahrt", und dürfte der Besm- ammhmg allen Mitgliedern anznraten sein. . $

* WanderklubNaturfreunds. W-r möchten auw an dieser Stelle nicht versäumen, auf 1 binruweisen. 10. März stattfindende Wanderung nochmals h.nzuweyen. Nâh. siehe Annonce