Erstes Blatt.
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Verantwortl. Redakteur: T. Schrecker in Hanau,
$r» 56 Zyernft>rechanfchlutz Nr. 336»
Bit bwügtNiiMll umfaßt Ma ».WchrltmOlM
14 Seiten.
Amtliches.
Stadt- und Eandkreis F)anau.
Sprechstunden des Kreisarztes.
Im Anschluß an meine Kreisblattbekanntmachung vom 2 d. M. — V 1491 (Nr. 54 des Hanauer Anzeigers) — bringe ich zur öffentlichen Kenntis, daß der stellvertretende Kreisarzt, Dr. Ambrosius hier, Sprechstunden hätt werttäglich von 8—9 Uhr vormittags und außerdem Montags, Dienstags, Donnerstags und Freitags noch von 2—3 Uhr nachmittags.
An Sonn- und Feiertagen finden abgesehen von Eilfällen keine Sprechstunden statt.
Hanau den 6. März 1912. V. 1587
Der Königl. Landrat und Polizeidirettor.
Frhr. Laur._________
Stadtkreis F)anau.
Bekanntmachung.
^uf ^rund der Anweisung des Herrn Minister für Handel und Gewerbe vom 20. November 1911, betreffend bie Ausgabe von Quittungskarten in Gemäßheit der 88 1413, 1415 und 1421 der Reichsversicherungs-Ordnung ^Qt die Ausstellung und der Umtausch der Quittungskarten fowie die Erneuerung verlorener, unbrauchbar gewordener oder zerstörter Quittungskarten vom 1. Januar 1912 ab öut^ die Ortspolizeibehörden, in Gemeinden mit Königlicher Polizeiverwaltung auch durch die Gemeindevorstände, zu erfolgen.
In Ausführung der vorstehenden Anweisung bringe ich nach Vereinbarung mit dem hiesigen Magistrat hiermit zur öffentlichen Kenntnis, daß vom 15. März d. Js. ab zwei Quittungskarten-Ausgabestellen bestehen und zwar:
1. Im Kreishaus — Polizeidirektion, Zimmer 4 — für die Bewohner des gesamten Stadtbezirks rechts der Kinzig, einschließlich Kesselstadt; ferner auf dem linken Kinzigufer für die Bewohner des Stadtbezirks, der abgegrenzt wird durch die Katharina Belgika- straße, Nußallee bis zur Vleichstraße, Sternstraße, Paradeplatz, Mühlsttaße, Mühltorweg, Sandeldamm, Jahnstraße, Nhönstraße (verlängert) bis zur Kinzig.
2. Im Rathaus — städtische Polizeiverwaltung Lang- ^^^^gg*"1— R.:n»i.i i ■■
Mertes MnneineMmzert des H’SiurWfö.
' - Hanau, 6. März 1912.
Vorgestern fand in der „Centralhalle" das vierte und letzte der Kammermusikkonzerte statt, welche die „Fran k- furter Quartettvereinigung" (das „Hock - Quartett") in dieser Saison hier veranstaltete. Das Konzert reihte sich würdig den drei vorhergegangenen Kammermusikabenden an. Ihnen vollkommen gleich war es in Bezug auf den künstlerischen Gehalt der Leistunge n, welche die einzelnen Mitwirkenden zu verzeichnen hatten' In Bezug auf die dargebotenen Kompositionen dagegen war ein Kontrast vorhanden insofern, als die Quartettmitglieder vorgestern dem Modernen und Unge- w ö h n l ich e n ausschließlich das Feld eingeräumt hatten. Als erste Nummer wurde das k-wnH-Streichquartett op. 33 non Paul Graener gespielt. Dieses Quartett führt den schlichten Titel „Quartett über ein schwedisches Volkslied" („Spinn, spinn, lieb Töchterlein"). Man sollte meinen, unter dieser bescheidenen Aufschrift lagere ein Tonstück, das — wie jenes allbekannte Lied selbst — in Einer einfachen und populären Form den Gefühls- und Ctimmungsinhalt jener Volksweise zum Ausdruck bringt, erweitert und v e r t i e f t' natürlich. — Weit gefehlt!
Das Eraenersche Quartett ist nichts weniger als eine Tondichtung von der Art, welche die schlichte, allgemein verständliche Sprache musikalischer Volkspoesie redet und in d e n Formen sich bewegt, die unter Verzichtleistung auf vielgestaltige Einzelheiten nur auf einen griffen einheitlichen, in sich abgeschlossenen Grundton gestimmt sind und demgemäß in ihrer Gesamtwirkung eine ebenso einheitliche und abgeklärte Gefühlsregung auslösen. Im Gegenteil: Eraeuer arbeitet mit den aufreizenden Mitteln der modernsten Kompositionstechnik. Die a u s g e t ü f - leisten rythmischen Schwierigkeiten sind fast
Mittwoch den 6. März
straße 41 — für die Bewohner des übrigen Stadtbezirks.
Zur Vermeidung von Irrtümern weise ich noch ausdrücklich darauf hin, daß nach vorstehender Einteilung die nördlichen Häuserreihen der unter 1 bezeichneten Grenzstraßen zum Bezirk der Ausgabestelle im Kreishaus, die südlichen Häuserreihen zum Bezirk der Ausgabestelle im Rathaus gehören.
Als Eefchäftsstuuden für die Ausgabe der Quittungskarten im Kreishause bleiben wie bisher die Tagesstunden von 10—12 Uhr vormittags und von 3—5 Uhr nachmittags bestehen. Im Rathaus werden die Quittungskarten von 10—12% Uhr vormittags und von 3—5 Uhr nachmittags ausgegeben.
Hanau den 15. Februar 1912. P. 1690
Königliche Polizei-Direktion.
J. A.: Karbe.
Bekanntmachung
Im hiesigen Schlachthofe sollen alte Gummifchläuche, altes Eisen und Blech, ca. 42 Pfund Gelbguß und ca. 150 Pfund Patronenhülsen versteigert werden.
Es wird hierzu Termin auf Freitag den 8. März ds. Zs^ vormittags 10 Uhr, festgesetzt.
Hanau den 5. März 1912. 6059
Der Oberbürgermeister.
J. V.: Hild.
Bekanntmachung
Das Kurhessische Pionier-Bataillon Nr. 11 in Hann. Münden teilt mit, daß bis Ende August 1912 Zweijährig- Freiwillige für Ottober 1912 angenommen werden. Junge Leute, die bereit und im Besitze eines Meldescheines zum zweijährig-freiwilligen Dienst sind, wollen denselben an das Bataillon unter Angabe der genauen Adresie einsenden. Handwerker, insbesondere Schneider, Schuhmacher, Schmiede, Zimmerleute, Schiffer, Bergleute, Schlaffer, Klempner, Stellmacher, TiWer, Techniker aller Art usw., haben den Vorzug.
Hanau den 4. März 1912. 5969
Der Magistrat.
Hild.
Dienstnochrichten Ms dem Kreise.
Die Sperr- und Schutzmaßregeln in den Stadtteilen Frankfurt a. M., Bonames, Berkersheim, Preungesheim und Eckenheim, sind nach Erlöschen der Maul- und Klauenseuche in Berkersheim aufgehoben.
in jeder Zeile vorhanden. Ein fortwährender Wechsel in der Tonart bildet das Lebenselement der einzelnen Teile. Bis ganz dicht an die Satzschlüffe heran, ergehen sich diese Modulationen in die entferntesten Gebiete der Harmonien hinein, so daß solch ein Teil schließlich in einer Tonart endet, die (wie der Schluß des Allegro) überhaupt nicht mehr definierbar ist, oder wie im Allegro mos derato beim Hörer gegenüber dem endlich erscheinenden, aber ganz plötzlich und unvermittelt in den allerletzten zwei Takten erst sich entwickelnden B = d u r ein Gefühl erzeugt, das sich gut mit dem Worte aus Goethes „Mignon" charakterisieren läßt: „Was hat man dir, du armes Kind, getan?" — Tonmalereien sind in überreicher Fülle vorhanden, allesamt prächtig gestaltet und, bis ins Detail reizvoll ausgearbeitet; aber ihre Darstellung erfordert eine Quartettbesetzung, bei welchem an jedem Pult ein ausgesprochener Künstler seines Instrumentes tätig sein muß. Für sog. „Liebhaberquartetts" und ungezählte andere Quartettspieler ist d i e s e r Graener nichts! Darum ist es einer ganz besonderen Anerkennung wert, daß das Hock-Quartett am vorgestrigen Abend das fragliche Werk in einer Weise zur Wiedergabe brachte, die das vollste, uneingeschränkteste Lob verdient.
Bei dem Klavierquintett von César Franck war die Pianistin Frl. Lony E p st e i n-Köln zur Mitwirkung zugezogen. Das gewaltige, großzügige und sehr umfangreiche Werk dieses bedeutenden belgischen Komponisten birgt ebenfalls eine Unmenge technischer Schwierigkeiten und musikalischer Eigenarten in sich, an deren Bewältigung ebenfalls nur sehr routinierte und gereifte Künstler denken können. Das Quintett in seinen Einzelheiten zu besprechen, erübrigt sich durch den Umstand, daß es schon älteren Datums als däs vorher betrachtete Graenersche Werk ist, und daß die Kompositionsweise seines Autors nicht als ganz unbekannt angesehen zu werden braucht. Wir können uns deshalb darauf beschränken, nur über die vor
Fernsprechanschlich Rr. 230. 1912
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Zum Sperrbezirk gehört nur noch der Stadtteil Rödelheim und die Siemensstraße im Stadtteil Sachsenhausen; zum Beobachtungsgebiet die Stadtteile Niederrad und Haufen.
In den Gehöften des Nikolaus Hubert und des Fr. Fleckenstein in Wafferlos ist die Maul- und Klauenseuche amtstterärztlich festgestellt.
Es ist daher folgendes angeordnet worden:
1. Sperrbezirk sind die beiden bezeichneten Gehöfte.
2. Beobachtungsgebiet sind die übrigen Teile des Gemeindebezirks Wasserlos und die Gemeindebezirke Alzenau und Hörstein.
Alzenau i. Ufr. den 2. März 1912. P. 2591
Politische Rundschau.
Im Reichstage hielt gestern Staatssekretär Delbrück bei der Debatte über den Etat des Reichsamts des Innern eine bemerkenswerte Rede über die Lage des Mittelstandes. (Den Bericht stehe in der Beilage.)
In der bayrischen Abgeordnetenkammer hielt der neue bayrische Ministerpräsident Freiherr v. Hertling gestern seine Programmrede.
Das Zenttalkomitee der westfälischen Nationalliberalen sandte an die nationalliberale Reichstagsfraktion eine Protesterttärung, in der die Stellungnahme der Fraktion bei der Präsidentenwahl bedauert wird.
Schwarzburg-Rudolstadt. Der bekanntlich in seiner Mehrheit aus Sozialdemokraten bestehende Landtag des Fürstentums hat einen Regierungsantrag, betreffend eine Abänderung des Wahlgesetzes, abgelehnt. Hierauf wurde der Landtag aufgelöst.
Der 14. Kongreß der Landesvereine akademisch geb. Zeichenlehrer und Zeichenlehrerinnen Preußens unter dem Ehrenvorsitz Seiner Exzellenz des Herrn Staatsministers von Studt wird am 31. März eingeleitet durch die Eröffnung der Ausstellung von Schülerarbeiten höherer Lehranstalten im Kunstgewerbemuseum in Berlin. Die Ausstellung, welche bis Ende April der Oeffentlichkeit täglich zugänglich sein wird, toll eine Uebersicht bringen, wie die Schüler stufenweise durch die Erweckung und die Entwicklung der Fähigkeiten des Auges einer ebenso intensiven geistigen Schulung bedürfen, wie es die wissenschaftlichen Fächer für sich durch abstraktes Derrken erfordern. Das moderne Leben mit feinen vielseitigen Forderungen läßt das moderne Zeichnen zum allgemein bildenden Fache im Schulorganismus werden. Daher haben eine große Reihe blutender Mäniter, sowohl auf dem Gebiete der Kunst, als auch der Wissenschaft und Technik, hochgestellte Offiziere, Parla-
gestrige Wiedergabe des Quintettes einiges kurz M berichten. Den Konzertgebern gelang die Darstellung des Werkes in ganz ausgezeichneter Weise. Das schon oft gerühmte, allseitig anerkannte prachtvolle Zusammenspiel des Hock-Quartetts kam der tonischen Verkörperung Des wuchtig-dramatischen Elementes, das den wesentlichen Grundzug des Franckschen Quintetts bildet, sehr zu statten. Mit hinreißendem Schwung wurden die einzelnen Sätze gespielt, Klangwirkungen von frappierender Fülle und orchestralem Kolorit waren nichts Seltenes, und mit eben solcher Sicherheit im Vortrag tarnen auch d i e Stellen zur Geltung, bei denen eine zartere Lyrik das Wort führte. Frl. Epstein bemeisterte ihren technisch und musikalisch sehr schwierigen und anstrengeirden Klavierpart auf die denkbar beste
Weife und zeigte sich rin Besitze einer sehr soliden und gewandtenKunstfertigkeit. Nicht zum mindesten aber auch war aus ihrem Spiele klar und deutlich ersichtlich, daß sie in hervorragendem Matze begabt ist mit einer musikalisch tief empfindenden Auffassung.
Herr Nicolaus Naumow-Frankfurt a. M. war
als Gesangssolist tätig. Wir lernten in ihm einen st i m m- lich wohl ausgestatteten und in seinem Vortrag interessanten Sänger kennen. Sein Organ hat nichts Alltägliches; es ist ein hoher Bariton von eigenartig dunkler Färbung, welche selbst in den höchsten, fast im Gebiet des Tenors sich bewegenden Lagen seiner Stimme ihren b a tz- baritonalen Charakter beibehalten läßt. Außerdem zeigte Herrn Naumows Stimme eine sehr 9«t^ ^ ' lung, die sich in allen Registern durch eine gle ch sichere und -u-g-glich-n- I»«»'t,"sÄ hast imb-rt. Ueber einige Un-b-nb-utenm d ^^ Aussprache der Konsonanten kommt der $ Geburt ein im Hinblick darauf, daß Herr Vaumo befangen- Ausländer (Russe) ist, vor allem aber unter 6 ', ® [(
den Eindruck von seiner k - s! - l n d ° n V ° r t - ° a - - u n >l.