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Geueral-Auzeiger
EinrSckungsgebShr:
Die einzelne Nummer kostet 10 Pfg.
Rotationsdruck und Verlag der Buchdruckerei des «rein. ev. Waisenhauses in Hanau.
Amtliches Grgm für Stadt- und Landkreis Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Conn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Die gespaltene Petttzeile oder deren RäSÄ A P^ im ReklamenteU die Zeile 45 Pfg,
Verantwort!. Redakteur: G, Schrecker in Hana»,
$L 54 ^ernfprechanschltttz Nr. 23v.
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AmUiches.
Stadt- und Eandkreis Fjanau.
Vertretung des Kreisarztes.
Ich bringe hierdurch zur allgemeinen Kenntnis, daß der beurlaubte Kreisarzt, Medizinalrat Dr. Eichenberg hier in den gesamten kreisärztlichen Geschäften (einschl. der gerichtsärztlichen) bis auf weiteres von dem prakt. Arzte Dr. med. Ambrosius in Hanau vertreten wird.
Hanau den 2. März 1912. V. 1491
Der Königl. Landrat und Polizeidirektor.
Frhr. Laur.
Eandkreis Fjanau.
Mit Genehmigung des Herrn Regierungspräsidenten werden die z. Zt/ noch bestehenden Sperrbezirke Bergen, Bischofsheim und Niederrodenbach hiermit aufgehoben.
Der Ortsteil Enkheim und die Gemeinden Hochstadt, Langenselbold, Oberrodenbach, Rückingen sowie der Gutsbezirk Wolfgang scheiden aus dem Veobachtungsgebiet aus.
Der Landkreis ist nunmehr seuchenfrei.
Hanau den 4. März 1912.
Der Königliche Landrat.
____Frhr. Laur._______________
Stadtkreis Fjanau. Bekanntmachung.
Der 8 1 des Gesetzes betr. Beschulung blinder und taubstummer Kinder ordnet an, daß blinde Kinder, welche das sechste Lebensjahr, sowie taubstumme Kinder, welche das siebente Lebensjahr vollendet haben, verpflichtet sind, den in den Anstalten für blinde und taubstumme Kinder eingerichteten Unterricht zu besuchen. ,
Zu den taubstummen Kindern gehören auch stumme, ertaubte und solche Kinder, deren Gehörreste so gering sind, daß sie die Sprache auf natürlichem Wege nicht erlernen können und die erlernte Sprache durchs Ohr zu verstehen nicht mehr im Stande sind.
Zu den blinden Kindern gehören auch solche Kinder, die so schwachsichtig sind, daß sie den blinden Kindern gleichgeachtet werden müssen.
Eltern, gesetzliche Vertreter, sowie diejenigen, denen die Obhut über das Kind anvertraut ist, machen sich strafbar, wenn sie das Kind der Schulpflicht entziehen.
Wir fordern hiermit auf, alle mit genannten Fehlern behafteten Kinder unter 15 Jahren binnen 14 Tagen auf Zimmer 14 des Rathauses anzumelden.
Hanau den 20. Februar 1912. 5269
Der Magistrat.
Hild.
Aerkerverpachtung.
Mittwoch den 6. März, nachmittags 2 Uhr, sollen fünf Ackergrundstücke an der Kesselstadt—Dörnigheimer Grenze, 18,30 Ar, 39,60 Ar, 29,22 Ar, 47,81 Ar und 76,35 Ar an Ort unb Stelle auf 6 Jahre verpachtet werden. Anfang an der Aepfelallee.
Hanau den 1. März 1912. 5613 Der Magistrat.
Hild.
Bekanntmachung.
Arbeitsuchende: 1 Vureaudiener, 1 Köchin, 1 Schlößer, 2 Schreiner, 2 Silberschleifer, einige Taglöhner ünd Hausburschen.
Offene Stellen. Gesucht werden: 2 Dienstmädchen, 1 Eisendreher, 1 jüng. Wagner und einige Fabrikarbeiterinnen.
Im Monat März erhielten Stellen zugewiesen: 1 Amme, 1 Bäcker, 1 Bauschlosser, 1 Fabrikarbeiterin, .1 Gartenarbeiter, 3 Eußschleifer, 1 Hafner, 4 Hausburschen, 1 Hilfsarbeiter, 1 Kettenmacherlehrling, 1 Korbmacher, 1 Metallgießer und Former, 1 Monatsfrau, 1 Poliseu- senlehrmädchen, 3 Schreiner, 1 Silberschmiedelehrling, 1 Taglöhner, 1 Waschfrau, 1 Ziseleur.
Hanau den 2. März 1912.
Städtische Arbeitsvermittelungsstelle.
Bekanntmachung
Die Gewerbetreibenden werden darauf aufmerksam gemacht, daß den Arbeitern unter 18 Jahren die zum Besuche der gewerblichen Fortbildungsschule erforderliche Zeit zu gewähren ist.
Gleichzeitig weisen wir darauf hin, daß ein Fortbil- dungsschüler ohne zwingenden Grund aus geschäftlichen Gründe» nicht dea Unterricht versäumen darf. Ist ein Der-
Montag den 4. März
säumen des Unterrichts aus diesen Gründen unbedingt erforderlich, so muß der Gewerbetreibende dies vorher schriftlich dem Direktor der gewerblichen Fortbildungsschule anzeigen, in Ausnahmefällen jedoch, in denen dies nicht möglich ist, muß die schriftliche Anzeige sofort nachgeholt werden. Eine ungenügende und verspätete Entschuldigung dieser Versäumnisse wird bestraft.
Hanau den 19. Februar 1912. 5761
Das Kuratorium der gewerblichen Fortbildungsschule.
___________________Hild.____________________
Dienstnachrichttn aus dem Kreise.
In dem Gutsbezirk Kinzigheimerhof ist die Schweine- seuche feftgestellt worden.
In den Gemarkungen Steinbach und Hainstadt, Kreis Offenbach, sowie in der Gemeinde Kleinostheim, Kreis Aschaffenburg, ist die Maul- und Klauenseuche feftgestellt worden. Die Gemeinden Steinbach, Hainstadt und Kleinostheim bilden je einen Sperrbezirk. Die Gemeinden Klein- Krotzenburg und Klein-Auheim im Kreise Offenbach und die Gemeinde Mainaschaff im Kreise Aschaffenburg gehören zum Veobachtungsgebiet.
Hanau den 4. März 1912. V. 1508
Der Hafer- und Stroh-Ankauf wird fortgestzt.
5819 Proviantamt Hanau.
Holz-Berkauf.
Königliche Oberförsterei Hanau.
Schutzbezirk: Bruchköbel — Lamboywald.
Am Montag den 11. März 1912, von vormittags 10 Uhr ab, sollen im „D e u t s ch e n H o f" zu Hanau, Lamboystraße
Eiche: 41 rm Scheit, 64 rm Knüppel, 4,50 Hdt. Well. Reis. 3. Kl.
Buche: 9 rm Scheit, 2 rm Knüppel, 0,30 Hdt. Well. Reis, 3. Kl.
Birke, Erle pp.: 5 rm Scheit, 24 rm Knüppel, 0,50 Hdt. Well. Reis. 3. Kl.
Kiefer: 98 rm Scheit, 100 rm Knüppel, 7,20 Hdt. Well. Nadelholzreis. 3. Kl.
sowie eine größere Menge Fichtenstangen der verschiedensten Klassen öffentlich meistbietend versteigert werden.
Auf Antrag erteilen Hegemeister H a u st, Bruchköbel und Förster Hergt, Hanau, Ameliastr. 1, mündlich nähere Auskunft. Geldzahlungen werden nach dem Termine angenommen.
Politische RundTcbau.
Das Kronprinzenpaar ist gestern mit seinen Söhnen wieder in Danzig eingetroffen.
Dreibund-Entteouen. Eine Begegnung des Deutschen Kaisers mit den beiden Dreibundsherrschern ist, wie jetzt bestimmt feststeht, für die nächste Zeit zu erwarten. Wie die Neue Politische Korrespondenz mitteilt, wird die Abreise des Kaisers nach Korfu so erfolgen, daß am 20. März eine Begegnung des Kaisers mit Kaiser Franz Josef in Schönbrunn stattfinden kann. An diplomatischen Stellen wird bestätigt, daß auf der Weiterreise Kaiser Wilhelms nach Korfu der Kaiser mit dem König von Italien in Venedig zusammenzutreffen gedenke. Die Mitteilungen über eine Zusammenkunft mit dem österâichischen Thronfolger bedürfen dagegen noch der Bestätigung.
Eine offiziöse Ankündigung der Wehrvorlagen.. Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt: In mehreren Blättern wird der Umstand, daß die Wehrvorlagen dem Reichstage noch nicht zugegangen sind, auf eine unvermeintliche Unentschlossenheit der Reichsleitung über ihren Umfang zurückgeführt. Diese Annahme ist völlig haltlos. Die neuen Wehrforderungen, die ausschließlich nach den Vedürfniffen der nationalen Verteidigung aufgestellt sind, stehen in ihren Grundlagen seit längerer Zeil fest. Die Ausarbeitung sowohl dieser Gesetzentwürfe als auch der dazu gehörigen Deckungsvorschläge wird dieser Tage abgeschloffen. Die Vorlagen gehen dann sofort an den Bundesrat und nach deffen Beschlüffen an den Reichstag.
Eine offiziöse Beschwichtigung. Die „Köln. Zeitung" bringt einen Leitartikel über die internationale Lage und sagt bezüglich des gegenwärtigen Verhältnisses Deutschlands zu England: „Daß die Beseitigung von Mißverständnissen und Unebenheiten, wie sie sich in den deutsch englischen Beziehungen im Laufe der Jahre entwickelt haben, nicht von heute auf morgen erfolgen Tann, braucht eigentlich gar nicht gesagt zu werden. Man kann es daher nur als eine Sensationsmacherei bezeichnen, wenn, ungeachtet alles amt« Uchen Schweigens, immer noch dem Publikum bestimmte VersprechunLeu als feste Ergebnisse der deutsch-englischen
Fernsprechanschluß Nr. 230. 1912
Aussprache hjngestellt werden. Die Leute, welche es wissen können, wie weit wir sind, schweigen darüber. Mit gutem Grunde; denn sie wollen sich ihr Geschäft nicht durch Einmischung Dritter verderben lassen. Daß sie auf gutem Wege sind, darf man ruhig annehmen, und die Tatsache allein, daß die beiden Mächte mit ehrlichem Willen und gegenseitigem Vertrauen die Anbahnung freundschaftlicher Beziehungen aufs neue unternommen haben, wirft auf di« internationale Lage ein freundliches Licht."
Der Ausstand der englischen Bergarbeiter dauert an. Seine Wirkungen werden von Tag zu Tag größer. Viele tausend Arbetter in der Industrie, den Häfen und der Dampffischerei müssen feiern. Die Nahrungsmittelpreise steigen.
Parlamentarische».
Die Budgetkommission bes Abgeordnetenhauses führte am Freitag abend die Beratung des Extraordinariums des Bauetats zu Ende. Längere Beratungen knüpften sich an den Posten von 80 000 Mk., der für die Entwürfe zum Neubau eines Opernhauses in Berlin und zu sonstigen Vorbereitungen für die Bauausführungen ausgeworfen ist. Die geforderten 80 000 Mk. werden bewilligt; ebenso das gesamte Extraordinarium des Bauetats mit Ausnahme eines Titels der für neue Aufzugsanlagen im Abgeordnetenhaus eine größere Summe fordert. Der Rest der Sitzung wurde mit der Beratung des Etats der Zentralgenossenschaftskaffe ausgefüllt. In der Erörterung spielte der Streit zwischen der Preußischen Zentralgenoffenschaftskaffe und der Landwirtschaftlichen Zentraldarlehnskasse (Neuwied) die Hauptrolle. Der Vertreter der Regierung teilte mit, daß am Samstag voriger Woche eine Verständigungsfitzung stattgefunden habe, in der man über einzelne Punkte sich ausgesprochen habe. Diese Punkte aber seien nur formeller Natur und zu der materiellen Seite des Streits habe man noch keine Stellung genommen. Man möchte die Sache möglichst nicht weiter erörtern, denn dadurch könnte nur die endgültige volle Verständigung gestört werden. Trotz dieses Wunsches kam es wiederholt zu lebhaften Auseinandersetzungen zwischen den Vertretern der Regierung und den Vertretern der Neuwieder Kaffe. Das fortschrittliche Mitglied der Kommission behandelte die materiellen Seiten des Streits eingehend. Der Konflikt habe kommen müssen und die Preußenkaffe habe allerdings das lebhafteste Interesse, den Streit beizulegen, weil sie den größten Teil ihrer genossenschaftlichen Kundschaft verloren habe. Von feiten der Regierung wurde bestritten, daß die Preußenkaffe ein so lebhaftes Interesse an der Versöhnung mit der Landwirtschaftlichen Zentraldarlehnskasse habe; von anderer Seite wurde wieder erklärt, daß auch die Landwirtschaftliche Zentraldarlehns- kaffe ohne die Preußenkaffe weiterbestehen könne. Der Etat der Preußischen Genossenschaftskaffe wurde unverändert angenommen.
mb. Die Wafferversorgungskommission des Abgeordnetenhauses setzte Freilag abend die Beratung des Ge- setzes fort und beschloß zu § 1, daß das Recht auf Benutzung eines Wasserlaufs zur Anlage von Häfen, Brücken, Wasch- und Badehäusern rc. in der Art verliehen werden samt, daß das Recht mit dem Eigentum an einem Grundstück verbunden ist. Die Kommission ersuchte die Staatsregierung, das Verzeichnis der Wasserläufe erster unb zweiter Ordnung durch genaue Abgrenzung zwischen Wafferlauf und Meer auf beiden Ufern zu ergänzen. Einstimmig wurde beschlossen, daß Aenderungen des Verzeichnisses der Wasserläuse erster Ordnung nur durch Gesetz, nicht durch königliche Verordnung erfolgen dürfen. Ueber die Höhe von Entschädigungen soll im Streitfall der Bezirksausschuß beschließen, welcher Beschluß binnen drei Monaten nach Zustellung im Rechtswege angefochten werden kann. Bei der Beratung der Eigentumsverhältnisse bei den Wasserläufen nahm ein freikonservativer Redner den Fiskus gegen die Kritik des Abg. Beumer im Plenum in Schutz. Die fließende Welle kann ebensogut Eigentum sein, als das fliehende Wild im Walde. Dies bestritt ein fortschrittlicher Redner. Ein Regierungsvertreter erklärte, daß der Staat kein solches Recht konstruiere, daß
aber die Anlieger ein Benutzungsrecht am Wasser haben. Ein Konservativer erklärte, daß der Wasserzins nicht durch den Minister, sondern durch das unparteiische Oberverwaltungs- gericht festgesetzt werden müsse. — Damit schloß die Generaldebatte und die Kommission ersuchte die Staatsregierung um Aufklärung, welche Beträge für Benutzung von Wafferlausen als Wafferzius rc. in den Jahren 1907 bis 1 .
FiskuS an den Wasserläufen erster Ordnung vere-unah nt worden sind. — Nächste Sitzung Mittwoch vormittag, fa8« dieser Tag sitzungssrei ist, Dienstag abend.