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LierieyShrNH 1.80 ML, monatlich 86 Pfg., für SW. DÜrtigr Abonnenten mit dem betreff. Postauffchlag. DK einzelne Nummer kostet 10 Pfg.

^Rotationsdruck und Verlag der Buchdruckerei des oeretn. ev. Waisenhauses in Hanau.

General-Anzeiger

Amtliches Organ für Stadt- und Landkreis Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

EinrSckttngsgebüHrr

Die Sgefpalkne Petitzeile oder deren MMN 20 P fL, im Reklameuteil die ZeiK 45 PK.

Verantwort!, Redakteur: E, EchreckerK Hanau,

9?L 48 Wernsprechanschluß Nr. 230.

Montag den 26. Februar

Fernsprechanschlttß Nr. 230. 1912

Amtliches.

Stadt- und Eandkrets Ranau*

Beurlaubung des Kreistierarztes.

Der Königliche Kreistierarzt Wittlinger hier ist vom 1. März d. As. ab zunächst auf 2 Wochen beurlaubt worden.

Mit seiner Vertretung ist, soweit es sich um die Fest­stellung von Notz, Milzbrand, Maul- und Klauenseuche, Lungenseuche des Rindviehs tmb Beschälseuche, sowie die bei der Bekämpfung dieser Seuchen vorkommenden amtstier- ärztlichen Obliegenheiten handelt, der Königliche Kreistier­arzt Schirmer in Gelnhausen, dagegen bezüglich aller übri­gen Dienstgeschäfte, insbesondere Feststellung und Bekämp- ! fang der Schweineseuchen, Untersuchung der Händlerschweine und des von außerhalb in den Negierungsbezirk einge- führten Viehs, bet Vieh. und Wochenmarktkontrolle, Vor- körungen und ErgSnzungsfleifchbeschau der prakt. Tierarzt Hufnagel in Hanau (Telephon 465, Amt Hanau) beauf­tragt worden.

Die Untersuchungen für das auf dem Landwege aus dem Großherzogtum Hessen (Mainbrücke) sowie das aus Bayern eingeführte, für den hiesigen Schlachthof bestimmte Schlacht­vieh, endlich für die aus dem Schlachtviehhof in Frankfurt am Main unmittelbar mittels Wagens auf dem Landwege nach dem hiesigen Schlachthofe gehenden Schweine- und Kleinviehtransporte in der für den Stadtkreis Hanau in dem hiesigen Schlachthofe errichteten Untersuchungsstelle werden vom 1. k. Mts. ab bis auf weiteres von dem dienst­tuenden Schlachthoftierarzt ausgeführt werden.

Hanau den 24. Februar 1912. V. 1306

Der Königl. Landrat und Polizeidirektor.

.__I V.: Karbe.

Stadtkreis k)anau.

Wegen Vornahme von Gleisarbeiten wird der Eisen­bahnübergang der Frankfurterlandstraße am Mittwoch den 28. d. M., von vormittags 7 Uhr bis nachmittags 6 Uhr, für den öffentlichen Fuhrverkehr gesperrt.

Hanau den 23. Februar 1912. P. 2190

Königliche Polizeidirektion.

I. V.: Karbe.

Candkreis Hanau.

An die Ortspolizeibehörden des Kreises.

Nachdem die Ortspolizeibehörden mit Quittungskarten neuen Musters versehen sind, ersuche ich, die noch vorhan­denen Karten alten Musters gelegentlich, möglichst jedoch bis zum Anfang April d. I., an die Landesversicherungs-

Studttheatn in Hanau.

Die keusche Susanne".

Operette in 3 Akten von Jean Gilbert.

ikeueinstudiert ist uns gestern abend das überaus heitere und melodiöse MusikwerkDie keusche Susanne" geboten worden. Wir wißen aus früheren Aufführungen, daß sich diese Operette textlich nicht über das Durchschnittsniveau der seichten Gegenwartsware erhebt, dagegen ist die Musik wohlklingend, sie trifft in einer Reihe effektvoller und dank­barer Nummern den echten Operettenton mit bemerkens­wertem Geschick. Aus diesem Grunde ist es begreiflich, daß das Werk vom Publikum freundlich aufgenommen wird und Erfolg erzielt. Auch gestern erlebte man einen frohen Abend, zumal die Aufführung einen sehr guten Eesamlein- druck hinterließ. Herr Direktor Steffter, der die Neuein­studierung leitete, hatte sich der Sache offenbar mit viel Liebe angenommen, ebenso Herr Kapellmeister Kähler. Wenn auch der erste Akt sich etwas schwerfällig abspielte, so brachten die beiden weiteren Akte doch die gewohnte flotte Stimmung, die den Erfolg verbürgt, die Vorgänge im Ball­lokalMoulin Rouge" wurden geradezu köstlich herausge­bracht. Frl. Mia Adam in der Titelpartie vermittelte gesanglich und darstellerisch wiederum prächtige Leistungen, die ihren Höhepunkt erreichten in dem mit Herrn Giorgi gebotenen reizenden Duett des dritten Aktes. Aus den Leistungen der herausgestellten Operettenkerntruppe traten dann noch als besonders gelungen hervor die der Herren Giorgi (Baron Aubreis), Josef Wallbrück, der als Hubert" eine schwierige, von ihm aber glücklich gelöste Auf­gabe zu bewältigen hatte, Alfred H a a s e als flotter Leut­nant RenS, Max Grundmann alsPrivatgelehrter Charencey", C. Alb. Wagner in seiner Doppelnatur als »gutmütiger Fabrikant und wutschnaubender Kriegsmann.

Anstalt Heßen-Naßau in Cassel mit den zum Umtausch ge­langten Quittungskarten einzusenden.

Hanau den 19. Februar 1912. «f. 149

Der Königliche Landrat.

J. A.: Karbe.

Stadtkreis Ran au. Bekanntmachung.

Die an der Akademiestraße zwischen Auheimerweg und Augustastraße belegenen städtischen Grundstücke Kartenblatt U Parzellen 391/7 von 56,29 Ar und 192/8 von 0,53 Ar

und das Grundstück des Althanauer Hospitals

Kartenblatt U Parzelle 243/8a von 3,75 Ar sollen am

Freitag den 15. März d. Zs., vormittags 10 Uhr, im Magistrats-Sitzungssaale des Neustädter Rathauses öffentlich versteigert werden. Die Bedingungen werden im Termin bekannt gegeben.

Hanau den 23. Februar 1912. 5107

Der Magistrat und der Althanauer Hospitalrat.

Dr. G e b e s ch u s.

Wiesen-Verpochtung.

Mittwoch den 28. Februar, nachmittags 2 Uhr, sollen 11 Wiesenstücke der sog.Ziegelhütte", ferner 6 Wiesen der Pferdslache" und 1 Wiese amMainrasen", sämtlich Keßel- städter Gemarkung, an Ort und Stelle verpachtet werden. Anfang an der Ziegelhütte.

Hanau den 24. Februar 1912. 5003

Der Magistrat. , ______________Hild.

StSdt. Kanfni. Fortbildungsschule.

Handelsvorschule für Mädchen.

Das neue Schuljahr beginnt Montag den 15. April, nachmittags 2 Uhr. Der Unterricht erstreckt sich auf wöchent­lich 20 Pflichtstunden, die in der Hauptsache vormittags von 812 Uhr abgehalten werden. Der Unterricht im Fran­zösischen und Englischen ist wahlfrei. Es wird in folgenden Fächern unterrichtet:

1. Rechnen, 4 Std. Prozent-, Zins-, Diskont- und Ter­minrechnung, Kontokorrente, Kalkulationen.

2. Buchführung, 4 Std. Hauswirtschaftliche Buchführung. Einfache, doppelte und amerikanische Buchführung. Ab- schlüfie.

3. Handelskunde mit Schriftverkehr und Deutsch, 6 Std.

Herr Spohn als Oberkellner. Von den Damen haben wir mit Anerkennung zu nennen Frl. Else Brand, die ihre Partie alsJaqueline" recht korrekt durchführte, Frl. Helene Schmidt-Schütz alsDelphine", Frl. Käte Büttner alsRose", Frl. Rentrop alsIrma". Die namentlich in dem Valllokal auftretenden Damen der Lebewelt waren mit Erfolg bemüht, sich in den gebotenen Rahmen trefflich einzufügen. Nicht unerwähnt fei gelaßen, daß Herrn Wall­brück zwei hübsche Blumenspenden überreicht wurden, als Anerkennung für seine in der Tat hübsche Darstellungsweise. Der nach den Aktschlüßen gespendete Beifall war ein reicher und wohlverdienter.

RunTt und Heben.

16. Wissenschaftliche Sitzung der Senckenbergischen Natur­forschenden Gesellschaft.

Frankfurt a. M., 24. Februar 1912.

Vorsitzender: Prof. Dr. A. Knoblauch.

Prof. Dr. K. Kroemer, Geisenheim, spricht über:

Wege und Ziele des neuen Weinbaues.

Der Weinbau der Neuzeit beginnt etwa um die Mitte des 19. Jahrhunderts mit dem Vordringen amerikanischer Rebenschädlinge nach Europa. Von ihnen werden beson­ders drei dem alten Weinbau gefährlich: der echte Meltau, die Blattfallkrankheit und die Reblaus.

Der echte Meltau oder Aefcherich (Oidium Tuckeri), ein Pilz, der zu der amerikanischen Art üncinula spiralis oder necator gehört, wurde im Jahre 1845 zuerst in einem Wein­treibhause bei London beobachtet und verbreitete sich in wenigen Jahren so stark, daß er schon 1850 in ganz Frank­reich, in Italien, Tirol und Deutschland zu finden war. Der Pilz überzieht mit seinen vielfach verzweigten Fäden alle grünen Teile der Rebe, so daß sie wie mit Mehl bestäubt er­scheinen. Durch die Art seiner Nahrungsaufnahme tötet er

Grundzüge des Handels-, Wechsel« und Scheckrechts. Ein­richtungen zur Förderung des Handels. Briefe in Truppen.

4. Kurzschrift und Maschinenschreiben, 5 Std. Verkehrs- schrift und Einführung in die Erundlehren der Debatten- fchrift (System Gabelsberger), Bau und Behandlung der Schreibmaschinen (Adler, Stöwer, Smith Premier, Reming­ton, Underwood).

5. Lebenskunde, 1 Std. Stellung der Frau in der Fa­milie, im Beruf und im sozialen Leben.

6. Französisch, 2 Std. Einführung in die französische Handelskorrespondenz.

7. Englisch, 3 Std. Einführung in die englische Handels­korrespondenz.

Schulgeld jährlich 60 Mark. Anmeldungen werden vom 26. Februar bis 1. März, von 1112 Uhr vormittags, so­wie Mittwoch den 28. Februar, von 23 Uhr nachmittags, im Schulhause, Gärtnerstr. 67, entgegengenommen, können indes auch schriftlich erfolgen.

Hanau den 23. Februar 1912. 4987 Der Direktor.

Pfeifer.

Dienstnachrichten aus dem Kreise.

In der Gemarkung Rückingen ist die Schweineseuche er» loschen.

Hanau den 24. Februar 1912. V. 1318

Gefundene und verlorene Gegenstände re.

Gefunden: 1 silberne Hutnadel, 1 Taschenmesser.

Verloren: 1 braunes Portemonnaie mit 40.70 Mk., 1 kleines Kindertäschchen, auf der einen Seite weiß, auf der anderen Seite bunt bemalt (Inhalt: 1 feines Taschentuch, D. G. gezeichnet.)

Entlaufen: 1 schwarzer glatthaariger russ. Bären- pinscher, 6 Monate alt, gestutzte Ohren und Schwanz, m. Geschl.

Hanau den 26. Februar 1912.

PolitiTcbe Rundschau.

Der Kaiser hatte gestern mittag im Schloß eine längere Konferenz mit Staatssekretär v. Kiderlen-Wächter.

Die Präsidentenfrage. Eine Auslastung der Nordd. Allg. Zeitung". Zu der Präsidentenfrage schreibt dieNordd. Allg. Ztg. am Samstag an der Spitze ihreS Blattes:In die letzten Tage der Etatsdebatte des Reichs­tages spielten noch die Vorgänge bei der Präsidentenwahl hinein. Wenn bisher noch ein Zweifel bestand, inwieweit die Sozialdemokratie zur Anerkennung der Präsidialpflichten

die Oberhaut der befallenen Organe, was bei den Trauben fast immer zur Folge hat, daß die Beeren platzen und dann eintrocknen oder faulen. In den ersten Jahren nach seiner Einschleppung aus Amerika trat der Aescherich geradezu epidemisch auf und vernichtete in vielen Weinbergen fast den ganzen Ertrag. In Frankreich ging dadurch die Wein­ernte, die 1850 noch 45 Millionen Hektoliter betragen hatte, bis zum Jahre 1854 auf 10,8 Millionen Hektoliter zurück. Glücklicherweise fand man schon wenige Jahre später im Bestäuben der befallenen Rebteile mit feinstem Schwefel­pulver ein ausgezeichnetes Bekämpfungsmittel gegen das Oidium, wodurch dieser Pilz viel von seiner Schädlichkeit verloren hat.

Bedenklicher für den Weinbau war die Blattfallkrank­heit, die durch den falschen Meltau (Peronospâra oder Plasmopara viticola) verursacht wird, einen anderen Pilz, der ebenfalls aus Amerika stammt und sich feit 1878 über alle Weinbaugebiete Europas verbreitet hat. Er be­fällt vorzugsweise die Blätter, greift aber auch die grünen Triebe und die jungen Trauben an und richtet besonders in naßen Jahren großen Schaden an. In Deutschland hat er noch im Jahre 1906 ungeheuere Werte vernichtet. Zur Be­kämpfung der Peronospora wurde es notwendig, die Wein­stöcke während des Sommers mehrere Male mit Kupferkalk- brühe zu bespritzen, weil nur auf diese Weise ein größerer

Schaden zu verhindern war.

Von Grund auf wurde der Bestand des alten Weinbaues durch die Reblaus (Phylloxera vastatrix) erschüttert, die vermutlich zwischen 1858 und 1862 mit amerikanischen Reben nach Frankreich eingeschleppt wurde. Von ^868 bis fielen ihr in Frankreich rund 1 Million Hektar Wernberg zum Opfer. Aehnliche Verheerungen richtete sie m ung . Portugal, Spanien und einigen anderen Lan ^ Deutschland, wo man sie von vornherein seh au(* kämpfte, erwies sie sich weniger gefährlich, s hier den Winzer vor völlig neue Aufgaben, zumal gleich-