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MerkeljShrllch 1.80 ML. monatlich 60 W, fHt iws- värtige Abonnenten mit dem betreff. Postaufschlag. Die einzelne Nummer kostet 10 Pfg.
Rotationsdruck und Verlag der Buchdruckerei des «rein. ev. Waisenhauses in Hanau.
General-Anzeiger
ANlllches Organ für Stabt« und Landkreis Kanas.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
EinrÜckmrgsgebllhrr
Die ägespaltene Petitzeile oder deren NüM SO ^k im Neklamenleil die Zeile 45 Pfg,
verantwort!. Redakteur: E. Schrecker tu Hanau»
Al. 34 Mernsprechanschlntz Nr. 230.
Freitag den 9. Februar
Fernsprechanschlutz Nr. 330. 1912
Amtliches.
LandespoNzeiliche Anordnung, betreffend die Bekämpfung der Maul- und Klauenseuche im Stadtkreise Hanau.
Mit Rücksicht auf die noch bestehende Gefahr der Weiter- oerbreitung der Maul- und Klauenseuche verlängere ich hierdurch die Gültigkeitsdauer meiner landespolizeilichen Anordnung vom 10. Oktober 1911 — A. in. 4899 — Amtsblatt Nr. 41, S. 356/7 — Verbot des Hausierhandels mit Klauenvieh im Stadtkreise Hanau — um weitere 2 Monate bis einschließlich 10. April 1912. (A. TU. 775.)
Cassel am 3. Februar 1912.
Der Regierungspräsident.
Graf von Bernstorff.
Meine landespolizeilichen Anordnungen vom 10. Oktober 1911 — A III 4899 ff. — betr. die Bekämpfung der im Stadtkreise Hanau aufgetretenen Maul- und Klauenseuche — Amtsblatt Nr. 41, S. 356/7 — werden hierdurch aufgehoben. Der Stadtkreis Hanau ist hiernach wieder ohne Sperr- und Beobachtungsgebiet. Meine landespolizeiliche Anordnung vom 3. Februar 1912 — A III 775 — Haufierhandelsverbot mit Klauenvieh — Amtsblatt 5a, S. 53 — behält ihre Gültigkeit. A in 377a.
Cassel den 6. Februar 1912.
Der Regierungspräsident.
Graf von Bernstorff.
Eandkreis Hanau.
Nachdem die Maul- und Klauenseuche unter dem Viehbestände des Landwirts Leonhard Bracker, Fischerstraße 3, hier, erloschen ist, wird das durch Bekanntmachung »om 13. v. MtS. — P 232 — gebildete Sperrgebiet hiermit aufgehoben. Gleichzeitig wird auch das Beobachtungsgebiet aufgehoben und treten alle dieserhalb von mir er« lastenen Vorschriften für den Stadtkreis Hanau außer Kraft. Die Anordnung vom 25. v. Mts. — P 989 — betr. Verbot der Abhaltung der Viehmâikte einschließlich Schweine« markte und Viehmarkt ähnlicher Veranstaltungen für die Monate Februar und März d. J. behält ihre Gültigkeit.
Hanau den 9. Februar 1912.
Königliche Polizeidirettion.
I. A.: Karbe.
Im Namen des Königs.
In der Strafsache gegen den Silberformer Otto Huth in Großauheim, geboren am 25. August 1882 daselbst, katholisch,
wegen Beleidigung hat das Königliche Schöffengericht in Hanau in der Sitzung vom 2. Januar 1912 für Recht erkannt:
Der Angeklagte wird wegen Beleidigung zu einer Geldstrafe von einhundert Mark, ersatzweise fünfundzwanzig Tagen Gefängnis verurteilt und trägt die Kosten des Verfahrens.
Polizeisergeant Scholze hat die Befugnis, das Urteil auf Kosten des Angeklagten einmal im „Hanauer Anzeiger" binnen 14 Tagen nach Zustellung einer Ausfertigung öffentlich bekannt zu machen.
gez.: Dr. Popper.
Ausgefertigt.
Hanau den 10. Januar 1912. 3703
Der Gerichtsschreiber Königlichen Amtsgerichts.
Luckhardt, Amtsgerichtsekretär.
Holz-Verkanf.
Königliche Oberförsterei Hanau.
. Schutzbezirk: Bruchköbel-Lamboywald.
Jagen: 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11, 13, 14, 18 und 22. Am Montag den 19. Februar 1912, vormittags 10 Uhr, im „Deutschen Hof", Hanau, Lamboystraße.
^iche : 76 rm Scheit, 75 rm Knüppel, 58 rm Stöcke 1. Kl., 21,60 Hdt. Wellen Reis. 3. Kl.
Buche: 33 rm Scheit, 27 rm Knüppel, 28 rm Stöcke 1. Kl, 28,50 Hdt. Wellen Reis. 3. Kl.
Birke: 13 rm Scheit, 1 rm Knüppel, 2,50 Hdt. Wellen Reis. 3. Kl.
Erle: 19 rm Scheit, 16 rm Knüppel, 16 rm Stöcke 1. Kl., 5,20 Hdt. Wellen Reis. 3. Kl.
Kiefern : 161 rm Scheit, 90 rm Knüppel, 46 rm Stöcke 1. Kl., 14,90 Hdt. Wellen Reis. 3. Kl.
Auf Antrag erteilen Hegemeister H a u st, Bruchköbel und Förster Hergt, Hanau, Ameliastr. 1, mündlich nähere Auskunft. Geldzahlungen werden nach dem Termin entaeaenaenommen. 3633
LâirtWWr Kreismein Hm«.
Nächste Versammlung Samstag den 10. ds. Mts., um
2% Uhr, im Gasthaus „Zum goldnen Löwen" hier.
Tagesordnung:
1. Geschäftliche Mitteilungen.
2. Vortrag des Herrn Direktor Wagner aus Gelnhausen über „Welche Kraftfuttermittel soll der Landwirt füttern, um sein Vieh bis zur beginnenden Grünfütterung durchzubringen?"
3. Wahl der Delegierten für die nächste Generalversammlung des Vereinsausschusies der Landwirtschaftskammer.
4. Besprechung der neuen Prämiierungsordnung der Landwirtschaftskammer für Fohlen- und Pferdeschauen.
5. Sonstiges.
Die Herren Bürgermeister wollen die vorstehende Bekanntmachung des Landwirtschaftlichen Kreisvereins in den Gemeinden in ortsüblicher Weise bekannt machen.
Hanau den 5. Februar 1912.
Der Vorsitzende. Frhr. L a u r, Landrat.
Gefundene und M >ene Gegenstände re.
Gefunden: 1 Brille mit Futteral, 1 Hundepeitsche, 1 Damenhandtasche, Inhalt Schere, Notizbuch, Maßband, Schlüsiel usw.
Verloren: 1 Ring mit Schlüsseln, 1 Portemonnaie mit etwa 2 Mark Inhalt.
Abhandengekommen: 1 Rodelschlitten.
Hanau den 9. Februar 1912.
Die revolutionäre Bewegnnn in Chinn.
Mukden, 8. Febr. In de Nähe von Liaujang hat ein Zusammenstoß zwischen der Vorhut der Revolutionäre mit Regierungstruppen stattgefunden. Die Regierungstruppen zogen sich zurück und ließen zwei tote Offiziere und 16 verwundete Soldaten auf dem Platze. Die Revolutionäre nahmen einen Offizier und 18 Soldaten der Regierungstruppen gefangen. Gestern haben die Revolutionäre die Stadt Wa- fangtinien eingenommen.
Ein deutsch-amerikanischer Notenwechsel.
Berlin, 8. Febr. Die deutsche Regierung hat sich vor kurzem an die Regierung in Washington gewandt mit der Anfrage, welche Haltung die amerikanische Regierung gegenüber den Ereignisien in China einzunehmen gedenke. Hierauf ist dem deutschen Botschafter in Washington nachfolgende Note des Staatsdepartements zu gegangen: In Beantwortung der Note vom 31. Januar, in der Sie mich um Mitteilung über die Haltung der Regierung der Vereinigten Staaten gegenüber den Verhältnissen in China ersuchen, beehre ich mich, festzustellen, daß die Regierung seit Beginn der gegenwärtigen Unruhen von Zeit zu Zeit bei sich bietender Gelegenheit mit den übrigen interessierten Mächten, insbesondere mit Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan und Rußland, ebenso wie mit der kaiserlich deutschen Regierung einen Meinungsaustausch darüber gepflogen hat, welche Haltung dem Schutze der gemeinsamen Interessen entspricht. Aus dem Gedankenaustausch ergibt sich deutlich, daß alle in Betracht kommenden Mächte darüber einig waren, daß unter den gegenwärtigen Umständen zweckentsprechend an der Politik des gemeinsamen Handelns festzuhalten ist. Diese Einstimmigkeit fand ihren konkreten Ausdruck in der Note, die von Vertretern Deutschlands, Frankreichs, Großbritanniens, Japans, Rußlands und den Vereinigten Staaten am 20. Dezember 1911 gleichzeitig den Friedenskommissaren in Schanghai überreicht worden ist, wie auch in den Maßnahmen gemeinschaftlichen Zusammenwirkens, die die Mächte zum Schutz der gemeinsamen Jn- tereffen in China ergriffen haben. Die unserer Regierung zugegangenen Nachrichten lasten überdies erkennen, daß die übrigen beteiligten Regierungen gleichfalls einen ähnlichen Meinungsaustausch gepflogen haben, und daß in den öffentlichen Organen der verschiedenen Länder amtliche Verlautbarungen über die die gleichen Ziele anstrebende Politik erschienen sind. Unserer Negierung erscheint es basier offen- ' kundig, daß alle Mächte bisher in gemeinsamer Uebereinstimmung sich nicht nur von Sonderaktionen durch Eingreifen in die inneren Angelegenheiten Chinas ferngehalten haben, sondern auch in vollem Einklang handelten mit ihren wechselseitigen Zusicherungen, daß sie die Integrität und Souveränität Chinas achten würden. Glücklicherweise lag bisher für ein Eingreifen der fremden Mächte kein Anlaß vor, indem sowohl die Kaiserlichen als auch die Republikaner sich für Leben und Eigentum der ausländischen Bevölkerung verbürgt haben. Auch die jüngsten Nachrichten sind dazu angetan, die Auffassung zu bestärken, daß es un- wabricheinlich ist. daß die künftige Entwickluna ein solches
Eingreifen notwendig mache. Falls wider alles Erwarten irgendwelche weiteren Schritte sich notwendig erweisen sollten, ist unsere Regierung der festen Ueberzeugung, daß die Politik des gemeinsamen Vorgehens nach eingehender Beratung der Mächte aufrechterhalten werden sollte, um von Anfang an die Möglichkeit jeglicher Mißverständniste auszuschließen. Abgesehen hiervon betrachtet unsere Regierung als Folge der strikten Neutralität, die bisher infolge allgemeiner Uebereinstimmung bezüglich etwaiger Anleihen an China befolgt wurde, Anleihen ihrer Staatsangehörigen nicht zu begünstigen, sofern nicht die Gewißheit besteht, daß solche Anleihen im Verhältnis zu den streitenden Parteien rein neutrale Zwecke verfolgen. Ebenso erachtet unsere Regierung zu dem gegenwärtigen Zeitpunkt die Beobachtung des Prinzips für besonders angezeigt, daß ihre Staatsangehörigen davon abzuhalten find, Anleihen zu gewähren, die nach den allgemeinen politischen Gesichtspunkten von der eigenen Regierung nach dem Benehmen mit den übrigen interessierten Mächten nicht gebilligt werden.
Hus Ban au Stadt und Eand.
Hana«, 9. Februar.
* Auszeichnung. Der gewaltige Betrieb der Waisenhausbuchdruckerei (Hanauer Anzeiger) ruhte gestern nachmittag eine Spanne Zeit, denn es galt, zwei Jubilare zu ehren, die 40 Jahre lang ununterbrochen in dem Geschäft tätig gewesen sind, nämlich die Herren Buchdruckmaschinenmeister Jakob Ohler und Schriftsetzer Christian Thomer. Aus diesem Anlaste ist den Jubilaren von Allerhöchster Stelle das „Allgemeine Ehrenzeichen" verliehen worden, welches gestern nachmittag in einem im Setzmaschinensaale des Hanauer Anzeigers stattgefundenen Festakt den Jubilaren von Herrn Landrat Frhr. L a u r im Beisein der Mitglieder des Vorsteheramtes des ver. ev. Waisenhauses und des Eesamtpersonals der Druckerei feierlich überreicht wurde. An die Ueberreichung der Auszeichnungen knüpfte Herr Landrat Frhr Laur in gewinnender Form warmempfundene Worte der Anerkennung an die Jubilare, denen er dann auch noch beherzigenswerte Worte an das Eesamtpersonal anschloß. Mit einem kräftig aufgenommenen Hoch auf Se. Maj. den Kaiser schloß er seine Ansprache, worauf vom Personal ihm selbst als Dank für das betätigte Jntereste ein dreifaches Hoch dargebracht wurde. An den Festakt schloß sich in den Geschäftsräumen der Druckersi eine kleine Nachfeier, die einen überaus hübschen Verlauf nahm, von der in den Kreisen der Jünger der schwarzen Kunst herrschenden wahren, aufrichtigen Kollegialität treffendes Zeugnis ablegte, durch humoristische und Gesangsvorträge verschönt wurde und schließlich ihren Höhepunkt erreichte, als ein bekannter und allseitig hochgeschätzter Sänger, Herr Jac. Geissel!, zufällig in redaktioneller Angelegenheit erschien und nun Zeuge einer Feier wurde, die ihn bestimmte, mit einigen Perlen der Gesangsliteratur aufzuwarten. Möge es beiden Jubilaren vergönnt sein, noch lange in geistiger und körperlicher Frische ihren Beruf auszuüben.
* Postscheckverkehr. Im Reichspostgebiet ist die Zahl der Kontoinhaber im Postscheckverkehr Ende Januar 1912 auf 64 062 gestiegen. (Zugang im Monat Januar allein 1616). Auf diesen Postscheckkonten wurden im Januar gebucht 1195 Millionen Mark Gutschriften und 1215 Millionen Mark Lastschriften. Das Gesamtguthaben der Kontoinhaber betrug im Januar durchschnittlich 137 Millionen Mark. Im Verkehr der Reichspostscheckämter mit dem Postsparkassenamt in Wien, der Postsparkaste in Budapest, der luxemburgischen, der belgischen Postverwaltung und den schweizerischen Postscheckbureaus wurden fast 5,9 Millionen Mark umgesetzt und zwar auf 2620 Uebertragungen in bei Richtung nach und auf 11 380 Uebertragungen in der Richtung aus dem Anslande.
* Kartoffel-Lieferung. Am Samstag den 10. Februar wird der Kaneffel-Verkauf von x/s9—12 Uhr im Allstädter Rathaus fortgesetzt. Der Verkauf erfolgt an jedermann mr gegen bar.
* Garde-Verein Hanau. Morgen Samstag findet im Vereinslokal „Zum großen Elefanten" gesellige Mitglieder- Velsammlung statt. Hierzu, sowie zu der am kommenden Montag stattfindenden Monatsversammlung ist zahlreiches Erscheinen der Mitglieder sehr erwünscht.
* Ausschuß für Volksvorlesungeu. Donnerstag den 15. Februar, abends 8 Ubr, findet im Stadttheater ein Volks- »nlerhaltungSabend statt unter gest. Mitwirkung sämtlicher Künstler des hiesigen StadttheaterS, sowie deS Herrn Direktors Walbert Steffler. Kartenverkauf von heute ab u» den bekannten Verkaufsstellen.
* Vereinigung ehemaliger 80er. Samstag den . Februar, abends 9 Uhr, Zusammenkunft bei Restaurateur M o b r - Lanau. Krämeritraüe 22.