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WerteksäbrNch l.BO Mk., monatlich 80 Pfg für ans- «Artige Abonnenten mit dem betreff. Postauffchlag. Die einzelne Nummer kostet 10 Pfg.

Notation-druck und Verlag der Buchdruckerei des verein, ev. Waisenhauses in Hanau.

General-Anzeiger

ANllilhes Organ für Stabt unb Landkreis Kasan.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

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verantwort!. Redakteur: E. Schrecker in Hana»

Nr. 32 ffernwrech-nMuk Nr. 230.

Mittwoch den 7. Februar

Fcr»spr«cha»schlutz Rr. 230. 1912

Amtliches.

Sanvespolizeiliche Anordnung, betreffend die Bekämpfung der Maul- und Klauenseuche.

Mit Rücksicht auf die zur Zeit bestehende größere Ge­fahr der Verbreitung der Maul- und Klauenseuche wird bis auf weiteres auf Grund des § 44a des Reichsgesetzes, betreffend die Abwehr und Unterdrückung von Viehseuchen vom 23. Juni 1880/1. Mai 1894, sowie des § 61 der Bundes- »atsinstruktion vom 27. Juni 1895 für den ganzen Umfang des Regierungsbezirks Cassel folgendes angeordnet:

§1.

Alle Sammelmolkereien im Bezirke dürfen Magermilch, Buttermilch und Molken nur nach Abkochung abgeben. Der Abkochung ist eine Erhitzung durch unmittelbar oder mittel­bar einwirkenden strömenden Wafferdampf auf 850 C. oder eine Erhitzung im Wasierbade auf 85° C. für die Dauer einer Minute gleichzuachten. Das Verfüttern von Milch und Molkereirückständen an das Vieh der Sammelmolkereiin- haber ist nur unter gleicher Bedingung gestattet.

§2.

Zuwiderhandlungen gegen vorstehende Bestimmung wer­den, sofern nicht nach dem Strafgesetzbuchs eine höhere Strafe verwirkt ist, nach § 66 Ziffer 4 des Reichsviehseuchen­gesetzes vom 23. Juni 1880/1. Mai 1894 mit Geldstrafe bis zu einhundertundfünfzig Mart oder mit Haft bestraft.

§3.

Diese Anordnung tritt sofort in Kraft. Ihre Aufhebung erfolgt, sobald die eingangs bezeichnete Seuchengefahr be­seitigt ist. (A. III. 5351.)

Cassel den 31. Oktober 1911. \

Der Regierungspräsident.

Graf von Bernstorff.

Landespolizeiliche Anordnung, betreffend die Bekämpfung der Maul- und Klauenseuche.

Meine landespolizeiliche Anordnung vom 31. Oktober 1911 A. in. 5351 Amtsblatt S. 387 wird durch folgenden Zusatz, der als zweiter Absatz zu § 1 tritt, ab­geändert:

Für die Abgabe roher Milch zum menschlichen Genuß in Städten oder nach Städten oder größeren Orten können mit Genehmigung des Regierungspräsidenten Ausnahmen zugelaffen werden. (A. III. 3651.)

Cassel amM Januar 1912.

Der Regierungspräsident. GrafvonBernstorff.

Dienstnachrichten aus dem Kreist.

Im Stadtteil Rödelheim ist die Maul- und Klauenseuche erloschen und sind die angeordneten Sperrmaßregeln auf­gehoben worden. Der Stadtteil Bockenheim ist aus dem Deobachtungsgebiete ausgeschieden.

Hanau den 6. Februar 1912. V. 939

Handelsregister.

Firma:Mitteldeutsche Creditbank", Filiale Hanau, Zweigniederlasiung der Aktiengesellschaft in FirmaMittel­deutsche Creditbank" mit Hauptniederlassung in Frankfurt am Main.

Die Eesamtprokura des Bankbeamten Hermann Mommsen M Frankfurt a. M. ist erloschen.

Den Bankbeamten Karl Weißgerber und Emil Flasbarth, beide zu Frankfurt a. M., ist Eesamtpro­kura dergestalt erteilt, daß jeder derselben zur Vertretung der Gesellschaft in Gemeinschaft mit einem Vorstandsmit­glied oder mit einem stellvertretenden Vorstandsmitglied berechtigt ist. 3513

Eintrag des Kgl. Amtsgerichts 5 in Hanau vom 30. Ja­nuar 1912.

Okfftntliche Zustellung,

Die Eheleute Johannes Halbschmidt III., Schuh- racher, und Margarete geb. Herchenröther in Sangen; selbold Prozeßbevollmächtigter: Rechtsanwalt Höfing- hosf daselbst klagen gegen den Heinrich Thomas, früher in Friedberg, z. Zt. unbekanntèn Aufenthalts, unter der Behauptung, daß die im Grundbuch von Langenselbold, Art. 1865 in Abt. III unter Nr. 1 für :>en Beklagten und seine Geschwister eingetragene Grund- schuld von 66 Mk. gezahlt und die Berechtigten zur Löschung verpflichtet seien, mit dem Anträge auf Ver­urteilung des Beklagten, in die Löschung der im Grund­buch von Langenselbold Artikel 1865 in Abteilung III

unter Nummer 1 für ihn und andere eingetragene Erundschuld von 66 Mk. zu willigen und die Kosten des Rechtsstreits zu tragen.

Zur mündlichen Verhandlung des Rechtsstreits wird der Beklagte vor das Königliche Amtsgericht in Langen­selbold auf

Donnerstag den 28. März 1912, vormittags 9 Uhr, geladen.

Langenselbold den 30. Januar 1912. 3497

Krahl, Aktuar,

Gerichtsschreiber des Königlichen Amtsgerichts.

Gcfmidrne und verlorene Kegtnstiiude u.

Gefunden: 1 weißes Taschentuch, gez. J. K., 1 gol- denex Damenring mit weißem Stein.

Verloren: 1 goldenes Kettenarmband mit Anhänger (Kleeblatt.)

Zugelaufen: 1 gelb und weißer Pinscher, männl. Eeschl.

Entlaufen: 1 Bulldogge mit schwarzen' Flecken, m. Eeschl.

Hanau den 7. Februar 1912.

PolitiTibe Rundldtaa.

Reichstagsvorlagen.

Berlin, 6. Febr. DieNorddeutsche Allgemeine Ztg." schreibt: Abgesehen von der Hauptaufgabe des neuen Reichs­tages in der bevorstehenden Session, der Verstärkung der Wehrfähigkeit und der Deckung der Mehrkosten, befinden sich mehrere Entwürfe in Vorbereitung. Ueber den vom Bundes­rat beschlossenen Entwurf des Reichs- und Staatsangehörig­keitsgesetzes machten wir kürzlich Angaben. Ueber weitere Vorarbeiten erfahren wir gegenüber anderen irrigen Mit» teilungkn : Vorbereitet werden Gesetzentwürfe über die Sonn­tagsruhe imHandelsgewerbe, Versorgung der Personen, diein ge­meinnütziger Tätigkeit beim Retten und Bergen von durch Feuers­und WasserSgefahr bedrohten Menschen oder in der Ausübung eines öffentlichen Dienstes von Unfällen betroffen werden, der Nachtragsetat für das Direktorium zur Ausführung des Ver­sicherungs-Gesetzes und für Angestellte der erforderlichen Reichsanstalt, die Vorlage wegen Schaffung der für die koloniale Rechtsprechung notwendigen dritten Instanz, das Schutztruppengesetz, das Postscheckgesetz, die Rechtsbeziehungen zu Bulgarien durch einen Konsularvertrag über den Rechts­schutz, die Rechtshilfe in bürgerlichen Angelegenheiten und die Neuregelung des AuslieferunqsvertrageS. Diese Verträge und das gleichzeitig abgeschlossene Abkommen über die Verlängerung des Handelsvertrages mit Bulgarien werden dem Bundesrat und Reichstag zugehen.

WeiterePolitische Rundschau" in der Beilage.

PinIamkntariMes.

m. Berlin, 6. Febr. Die Budgetkommission des Abgeordnetenhauses hat in ihrer gestrigen Sitzung das Extraordinarium des Etats der Landwirtschaftsverwaltung bewilligt und die Denkschriften über die Entschuldung und über die Moorkultur durch Kenntnisnahme erledigt erklärt. Der Berichterstatter hob aus der Denkschrift hervor, daß die Regierung ein Gebiet von 694 000 Hektar im ganzen zu kultivieren gedenkt und zwar mit einem Kostenaufwand von 145 Millionen Mark, daß ferner eine gesetzliche Regelung in Aussicht genommen ist, welche eine unwirtschaftliche Aus­nutzung der Moore verhindern soll. Von nationalliberalen und konservativen Rednern wurde die neu zu schaffende Organisation zum Zwecke der Bearbeitung der Moorange­legenheiten, wie sie in der Denkschrift für Hannover vor­gesehen ist, als zu bureaukratisch und zu teuer bemängelt. Der Minister trat diesen Bedenken entgegen und erklärte, daß Preußen bisher Anerkennenswertes für die Kultivie­rung der Moore getan habe, indem seit 1856 bisher nicht weniger als 400 Millionen Mark zu diesem Zwecke ausge- geben wurden. Gegenüber den von fortschrittlicher und Zen­trumsseite gestellten Verlangen, die Frage der Kultivierung der Moore energischer anzugreifcn, eventuell auch im Wege der Anleihe, führte der Minister aus, daß die im Etat aus­geworfenen Summen die Kosten der Kulturarbeit nicht decken, sondern daß es sich dabei lediglich um Beihilfen han­delt, die an die Provinzen, Gemeinden und Genossenschaften zu zahlen sind, die die Kultivierung der Moore in die Hand nehmen sollen. Von fortschrittlicher Seite wurde einer bal­digen stärkeren Kultivierung der ostpreußischen Moore das Wort geredet und insbesondere verlangt, daß in dem gro-

tzen Moosbruch im Kreise Labiau sowohl die Pachtsummen, als die Erwerbspreise niedrig gehalten werden sollen und daß insbesondere auch die industrielle Verwertung der Moore in Ostpreußen in Angriff genommen werde. Der Minister stellte die Berücksichtigung dieser Wünsche in Aus» sicht und hob hervor, daß bei Ostpreußen Verhandlungen über die Uebergabe einzelner Moorflächen zur industriellen Verwertung schweben. Bei den die innere Kolonisation be­treffenden Titeln wurde von konservativer Seite die Regie­rung aufgefordert, bei der Veräußerung von Domänen an Bauern nicht zu hohe Preise verlangen zu lassen. Der Mi­nister erwiderte, daß Schwierigkeiten bei der Wertbemeffung vorliegen und die Regierung daran festhalten müsse, die Domänen nur zu Preisen, wie sie bei privaten Veräuße­rungen zu erzielen sind, abzugeben. Er erklärte ferner, daß die Regierung bereit sei, weitere Domänen zur Veräuße­rung an Private bereitzustellen. Von nationalliberaler Seite wurde an der Hand des Berichts der ostpreußischen Landgesellschaft auf die immer steigende Mobilisierung des Grundbesitzes, sowie die Steigerung der Güterpreise hinge­wiesen und bemerkt, daß auf dem Gebiete der Arbeiteran­siedelung nur geringere Erfolge zu erzielen seien, was in der Unmöglichkeit der Beschaffung zweiter Hypotheken seine Ursache habe. Ein freikonservativer Redner hob hervor, daß der Preis des Bodens in der Ostmark nicht mehr gestiegen sei, als im Westen und daß diese Preissteigerung durch den enormen Fortschritt der Landwirtschaft gerade im Osten ge­rechtfertigt sei. Der Vertreter der fortschrittlichen Volkspar­tei machte geltend, daß als eine Domäne, deren Veräuße­rung oder Verpachtung an kleinere Leute notwendig sei, die Domäne Fischhausen in Betracht komme, daß ferner aus dem Bericht der Landgesellschaft sich ergebe, daß die Arbeiteran­siedelung nennenswerte Fortschritte gemacht habe und daß die Besiedelung sowohl mit Bauern- als mit Arbeiterstellen gerade in Ostpreußen gefördert werden müsse wegen der dor­tigen sehr ungünstigen Beoölkerungsverhältnisse. Der Red­ner lenkte die Aufmerksamkeit der Regierung auf die Ear- lenpachtgenoffenschaften hin, die sich in England gerade wegen des Zusammenarbeitens von Stadt und Land vor­züglich bewährt hätten. Auch von konservativer Seite wurde hervorgehoben, daß die Arbeiteransiedelung durchaus nicht aussichtslos sei, insbesondere dann, wenn sich der Staat, wie dies notwendig sei, mit geringerer Verzinsung begnüge. Nachdem ein nationalliberaler Vertreter noch darauf hin­gewiesen hatte, daß die Landesversicherungsanstalten in großer Anzahl zweite Hypotheken geben, erklärte der Mi­nister, daß die Erhöhung der Beleihungsgrenze auf 90 Proz. erfolgen werde, daß in Preußen die Regierung 800 Mark für jede Ansiedelungsstelle ü fonds perdu gebe und daher nicht weniger leiste als Dänemark. 1907 seien 2775 Arbeiterstellen geschaffen worden. Der Unterstaatssekretär bemerkte, daß die Regierung auf eine niedrigere Verzinsung nicht eingehen könne, da die Verminderung doch nur denjenigen zugute komme, dem sie gewährt wird, dagegen der Vorteil wegfalle, falls der Arbeiter die Stelle verkauft. Auf die Anfrage eines nationalliberalen Abgeordneten erklärte ein Regie­rungsvertreter, daß die Anwendung des Ehrlichschen Sal- versan günstige (Ergebnisse zur Heilung der Vrustseuche der Pferde geliefert habe. Der Etat der Gestütsverwaltung würde im Ordinarium und Extraordinarium bewilligt, mit Ausnahme zweier Titel, bei denen die Beschlußfassung aus­gesetzt wurde. Es handelt sich dabei um einen Erweiterungs­bau des Wohnhauses des Direktors auf dem Landgestüte Wickerath, wofür eine Summe von 10 000 Mark mehr ein­gestellt werden soll. Die Kommission und die Finanzver­waltung konnten sich noch nicht darüber einigen, wie die architektonische Schönheit des Schlaffes, an das dieses Wohn­haus angebaut werden soll, voll zu erhalten sei. Zur Be­ratung des Forstetats wird die Budgetkommission am Donnerstag abend wieder zusammentreten.

Der Krieg zwischen Italien und derTürkei.

Die Kriegslage.

Das Fehlen jeder entscheidenden Aktion in Nordafrika hat zwei Folgen für die öffentliche Stimmung in Italien: einerseits übertreibt man die Bedeutung der kleinen und kleinsten Zusammenstöße und sucht die Aufmerksamkeit auf die verschiedenenTaten" der italienischen Blockadeschiffe zu lenken, denen man den ftanzösisch-italienischen Zwischen­fall verdankt. Andererseits diskutiert und kritisiert man, was in den ersten Wochen des Feldzuges streng verpönt war. So ist gegenwärtig eine lebhafte Polemik zwischen den Zeitungen und Militärschriftstellern darüber im Gange, o der Vormarsch nach den neuen türkischen Garnisonen a Eariangebirge wirklich definitiv aufzugeben ist oder ch.