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ErSeS Blatt.

NielM

Vezvtzsprelsr

MerteffährNch 1.80 Mk., monatlich 60 Pfg. für aus- värÜge Abonnenten mit dem betreff. Postaufschlag. Die einzelne Nummer kostet 10 Pfg.

Rotationsdruck und Verlag der Buchdruckerei des «rein. ev. Waisenhauses in Hanau.

Gentral-Anzeiger Awlllihts Orga» für Stüh Md Landkreis Kana». Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn» und Feiertage, mH belletristischer Beilage.

EinrÄckungsgeLllhrH

Die ^gespaltene Petitzeile oder deren NaUM U P^ im Reklamenteil die Zeile 45 Pfg.

Verantwort!. Redakteur: G. Schreckeriu Harro»,»

Mk. 31 ^rtif)>r(*anfd)ltt6 Nr. 230.

Dienstag den 6. Februar

Fer^^rechanschlutz Nr. 230.

1912

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14 Seiten,

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Amtliches.

Landkreis k^anau.

Um den Gefahren zu begegnen, welche bei dem Be­fahren von unbewachten Wegeübergangen der Eisenbahnen linsbesondere Nebeneisenbahnen und Kleinbahnen) in Schienenhöhe sowohl für die Fuhrwerke wie für die Eisenbahnzüge entstehen können, ist es namentlich er­forderlich, daß die Führer der Fuhrwerke beim Passieren von Bahnübergängen die größte Aufmerksamkeit und Vor­sicht beobachten. Die Wagenführer gefährden bei unacht­samem Passieren der Bahn nicht nur ihr eigenes Leben sondern setzen sich auch einer erheblichen Bestrafung auf Grund des § 316 Str.-G.-B. aus.

Indem ich nachstehend die §§ 8 und 9 der Regierungs- Polizeiverordnung vom 15. April 1909, abgedruckt in Nr. 10 der amtlichen Beilage zumHanauer Anzeiger" pro 1909, veröffentliche, mache ich den Führern von Fuhrwerken die strengste Beachtung dieser polizeilichen Bestimmung zur Pflicht. Wenn die letztere stets genaue Beachtung findet, namentlich beim Passieren von Bahnübergängen, werden sich die Gefahren und Unfälle vermindern, von denen in den Zeitungen so oft berichtet wird.

Die mir unterstellten Polizeiorgane werden hiermit an­gewiesen, auf die Beachtung der fraglichen Polizeivurschrift ganz besondere zu achten und jeden Uebertretungsfall zur Bestrafung zu bringen. Die erfolgten Bestrafungen sind durch die Ortspolizeibehörden zur öffentlichen Kenntnis zu bringen.

Hanau den 2. Februar 1912. V 925

Der Königl. Landrat. Frhr. Laur.

8 8.

Der Führer eines Fuhrwerkes darf wahrend ^er Fahri weder schlafen, noch betrunken sein. Er muß während der Fahrt entweder auf dem Fuhrwerk selbst seinen Platz nehmen oder auf einem der Zugtiere reiten oder unmittel­bar neben dem Fuhrwerk oder den Zugtieren hergehen.

Es ist dem Führer untersagt, sich auf die Deichsel, deren Arme, die Wage (Bracke, Barke) oder auf einen an der Seite des Fuhrwerks angebrachten Sitz zu setzen.

Befindet sich der Führer auf dem Fuhrwerk, dann muß er seinen Platz so wählen, daß er nicht nur die Zugtiere,

Stadtthcatn in Hanau.

Eva".

Schauspiel in 5 Akten von Richard Votz.

(Gastspiel Agnes S o r m a.)

Nachdem vorgestern das hochinteressante Gastspiel der Hof- opernsängerin Frau Bellmg - Schäfer geboten worden war, hielt gestern abend wiederum ein Gast an unserer Bühne Ginkehr, dessen Weltruf bereits hinlänglich in glänzendster Weise fest gelegt ist. Agnes Sorma , die wir bereits im vergangenen Jah>e in unserem Musentempel als Künstlerin von seltener Größe zu bewundern Gelegenheit hatten, zeigte sich in einem Schauspiel, das in früheren Jahren zahlreiche Auffüllungen am hiesigen Stadttheater erlebte, das aber heute nur noch gelegentlich von Gastwielen im großen und ganzen im Repertoir unserer deutschen Bühnen eine Wieder­belebung erfährt. Die Glanzzeit, in der Richard Voß am Theater Triumphe feierte, ist vorüber.Eva" sowie seine populären Werke, wie beispielsweiseSchuldig", ferner Ale.randra" usw., bieten für den Eingeweihten der @d) offenbart des produktiven Autors keine speziellen Ueberraschungru. Voß kennt die Bühne und findet stets mit unfehlbarer Kenntnis die szenischen Ansdrucksmittel. Was speziell die verschiedenen Charaktere des Schauspiels anbelangt, io find fix wohl kaum durchgängig als einwands- frei zu bezeichnen, indem sie Voß vielfach sprechen und han­deln i^it wie es äußerlich wirksam erscheint, ohne die eigent­liche Charakteristik der einzelnen Gestalten sowie das wirk­liche Wesen der Situation hinlänglich zu beachten. Die Ge­stalt derEva" mutet bisweilen recht unnatürlich an. Sie vertritt wohl mit oft langzügiger Deutlichkeit den gesunden Menschenverstand und entwickelt Gedankengänge, die vielleicht logisch begreiflich erscheinen, aber daß in ihren Adern leben­diges Blut pulsiert, davon kann man oft schwer zur Ueber-

sondern auch die Wegestrecke vor dem Fuhrwerk beobachten kann. Sowohl wenn der Führer sich auf dem Fuhrwerk be­findet, als auch wenn er auf einem der Zugtiere rettet, mutz er die Zügel oder die Leine unausgesetzt angezogen in der Hand halten.

Geht der Führer neben dem Fuhrwerk, so darf er nur im Schritt fahren.

Bei Hundefuhrwerk muß der Führer stets neben dem Fuhrwerk gehen.

Bei hochgeladenem Fuhrwerk darf der Führer sich nM auf die Ladung setzen.

Das Auf- und Absteigen während der Fahrt ist att^ct im Falle der Gefahr untersagt.

§9.

Der Führer darf sich von dem Fuhrwerk über fünf Schritt nur dann entfernen, wenn es nicht in der Bewegung ist. Er muß beim Fuhrwerk dieBremsvorrichtung anziehen und entweder eine geeignete Person (s. § 7) bei dem Fuhrwerk zur Aufsicht zurückasien, oder die Zugtiere auf einer Seite bei Zwei- und Mehrspänner auf der Deichselseite ab­strängen.

Bei einspännigem Fuhrwerk mit Schere (Gabel), Deich­sel muß das Zugtier sicher angebunden werben.

Stadtkreis Hanau.

Bekanntmachung.

Bewerber um die Bierschenk'sche Stiftung zur Unter­stützung solcher bedürftigen jungen Leute aus dzr Stadt Hanau, welche nach erlangter Reife zur Universität sich dem Studium widmen, mit Ausnahme der Theologie Studierenden, wollen sich unter eingehender Darlegung ihrer Verhältnisse schriftlich bei uns melden.

Hanau den 30. Januar 1912. 3393

Der Magistrat.

Dr. Gebeschus.

Bekanntmachung.

Auf dem Hauptfriedhof werden 17 abgestorbene Tannen verschiedener Stärke am Donnerstag den 8. d. Mts., nachmittags 3 Uhr beginnend, öffentlich meistbietend ver­steigert. Kauflustige werden zu diesem Termin, in dem die besonderen Bediregungen bekannt gegeben werden, eingeladen.

Treffpunkt vor der Friedhofskapelle.

Hanau den 5. Februar 1912. 3391

Der Vorsitzende der Friedhofskommisflou.

Hild.

Zeugung gelangen. Abgesehen davon, ist aber, wie bemerkt, die bühnenkundige Technik von Voß in diesem Schauspiel nicht zu unterschätzen, das ohne Bedenken neben den beliebten seiner zahlreichen Bühnenwerke zu nennen ist.

Agnes Sorma erschöpfte dieEva" mit vollendeter künst­lerischer Virtuosität. Schlicht, innig und herzlich in den ruhigen Anfangsszenen des Schauspiels und von geradezu erschüttern­der Echihit und Kraft des Ausdrucks in den bochdramatischen Momenten traf sie, ohne sich zu irren, mit unbedingter Sicherheit immer die rechte Nuance. Die Kraft versagte nie einen Augenblick und das modulationsfähige Organ der ge­schätzten Künstlerin gehorchte willig allen Intentionen. Herr Krahe gab den um sein Lebensglück betrogenen ver­zweifelten, edelmütigen FabrikantenJohannes Hartwig- in der äußeren Erscheinung, in der Haltung und Bewegung sowie im Ton mit vollendeter Echtheit. Herr Alfred Haase bot eine vortrefflich gelungene Verkörperung des rücksichts­losen, leichtlebigenElimar" dar. Wegen Unpäßlichkeit des Frl. Arens war Frl. Michel alsToinette" eingetreten. Die junge Darstellerin war mit Erfolg bemüht, ihrer Ge­stalt in dem dramatisch angelegten Moment die nötige per­sönliche Farbe zu verleihen. Frau Carola Hammer schuf aus der MutterHartwig" eine echte, eindrucksvolle Figur, Frau Schmidt- Sch ü tz mutzte ihreDörte" etwas vor­nehmer und gelassener zur Darstellung bringen. In weni­ger umfassenden Partien fielen noch angenehm auf die Herren Kliewer (Graf Düren), Grundmann (Pastor Schöller), Giorgi (Hempel), Wagner (Wolf), Heinze (Dr. Weller), Reichard (Arzt), Marcell (Diener) sowie Frl. Schieweg (Frau Pastor Schöller). An der Regie des Herrn Heinze haben wir nichts auszusetzen. Das nahezu ausver­kaufte Haus kargte nicht mit starken VeifaNsbezeugungen nach den einzelnen Aktschlüssen. È. S.

Dienstnachrichten aus dem Kreise.

In Sainftaht und Kleinkrotzenburg ist die Maul- und Klauenseuche erloschen. Die Sperrmatzregeln sind aufge­hoben.

Hanau den 5. Februar 1912. V. 945

Hafer und Stroh (Roggen)

kauft Proviantamt Hanau. 3375

Gefundene und verlorene Gegenstände re.

Gefunden: 1 goldenes Kettenarmband mit Anhänger (Kleeblatt), 3 Schlüffe! am Ring, 1 Taschentuch, gez. mit Monogramm A. H., 1 Portemonnaie, Inhalt 10 Pfg. und eine Arbeiterwochenkarte RückingenHanau.

Verloren :1 silberne Rocknadel, 1 schwarze Sammet­tasche mit Messingbügel, 1 Portemonnaie mit 3.40 Mark Inhalt.

Siegengeblieben in einer Droschke: 1 schwarzer Muff.

Hanau den 6. Februar 1912.

Politische RundTdcaa.

6105 neue Beamtenstellen sind im Etat der preutzisch- hessischen Eisenbahnverwaltung für das nächste Etatsjahr vorgesehen. Rechnet man die 3623 Stellen des vorjährigen Etats hinzu, so ergibt sich eine Vermehrung des Eisenbahn­personals um nahezu 10 000 Köpfe. Dieser außergewöhnliche Zugang ist nach der Zeitung d. Verb. D. Eisenb.-Derw. da­rauf zurückzuführen, daß der Verkehr einen größeren Um­fang angenommen hat, teils aber ist sie wesentlich nm des­willen erfolgt, um den Anwärtern auf etatsmäßige Stellen die Möglichkeit zu geben, schneller in diese einzurücken. Von den neuen Stellen fallen auf höhere Beamte 19, auf mitt­lere Beamte 1960, die restlichen 4126 auf Unterbeamte; ans die letzteren entfallen demnach rund zwei Drittel der ge­samten Stellenvermehrung. Hieraus geht wiederum hervor, daß die Eisenbahnverwaltung es durchaus ernst nimmt, für das Wohl der Eisenbahnarbeiter zu sorgen und deren Sage durch die Uebernahme in das Beamtenverhältnis zu festigen. Im einzelnen kommen u. a. in Zugang: 1448 Schaffner, 800 Lokomotivführer, 847 Heizer und Triebwagenführer, 590 Weichensteller, 744 Unterbeamte, 600 Zugführer usw. In manchen Dienstzweigen werden diese Stellenvermeh­rungen außerordentlich wirken; denn im Lokomottvdienste allein werden 800 Beamte zur Beförderung gelangen, im Zugdienste werden 600 Beamte auftücken und fast 2000 Hilfsschaffner etatsmäßig angestellt werden.

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Kunst und Heben.

Ein deutscher Held. Ernste Erinnerungsfeiern fanden in diesen Tagen in Neuwied statt. Sie galten dem Ge­dächtnis des am 28. Januar 1812 fern von der Heimat im Kampfe gegen Napoleon gefallenen Prinzen Viktor zu Wied. Der Prinz war geboren am 8. November 1783 und trat noch jung als Stabskapitän in österreichische Dienste, um gegen die Franzosen zu kämpfen. Er war beteiligt an dem Gefechte bei Günzburg, der Schlacht bei Ulm, dem Gefechte bei Weinring und später auf englischer Seite in Spanien an der Einnahme der Festung Figueras, der Schanzen von Tarragona und von St. Louis. Am 27. Januar 1812 kâmpfie er an der Spitze der Wallonen und Schweizergarden in spanischem Dienst bei St. Felio de CoduroS. Hier erlitt er schwere Verwundungen, denen er am folgenden Tage er­lag. Er wurde in der kleinen Kirche zu Tersol begraben. Im Schloßpark ist dem von hohen Idealen getragenen Prinzen ein von Robert Cauer geschaffenes Denkmal gesetzt warben, das am 20. September 1866 eingeweiht wurde.

Humoristisches.

Neue Manie. (Im Ballsaal). A.: Wirklich arg, wie die fieine Baronxffe wieder kokettiert l" B.:Ja reinst» Herzens-Klcpiomanie!"

Neugierig. Herr (zu einem Aviatiker, der eben nach einem gefährlichen Gleitfluge glatt gelandet ist):Sagen Siemal, mein Gutester, haben Sie sich bei der Flieger« noch nie das Geuick gebrochen?" .

Druckfehlerteufel. Während dieser grausigen Nachts U> walde mußte der einsame Verirrte alle Schrrecr Wildnis durch kosten.