Erstes Stott
Bezugspreis:
Diorteksilbrfsch 1.80 Mk., monatlich 60 Pfg., für auswärtige Abonnenten mit dem betreff. Postauffchlag. Die einzelne Nummer kostet 10 Pfg.
General-Anzeiger
-kotzMonsdruck und Verlag der Buchdruckerei des verein, eo. Waisenhauses in Hanau.
AMthes Organ für Stadt- und Landkreis Sana«.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
ElarSckmtgsgeMhrr
Die klgestralkene Petitzeil« oder deren NaM 20 W ta Reklamenteil die Zeile 45 Pkg.
verantwort!. ReBatteur: G. Schrecker ta Hanm^
Nr. 26
Ferntz-rschanschltttz Nr. 280
Mittwoch den 31. Januar
FernspL^areschrsch Nr. 230
1912
SB*1?
$k iMpMeM mW Ma l.WahillWlM 14 Seiten.
Amtliches.
Landespolizeiliche Anordnung, betreffend die Bekämpfung der Maul- und Klauenseuche im Landkreise Hanau.
Meine landespolizeilicke Anordnung vom 20. Dez. 1911 — A HI. 6304 II betreffend die Bekämpfung der im Landkreis« Hanau ausgetretenen Maul- und Klauenseuche — Amtsblatt Nr. 51 a, S. 497 — wird hierdurch wie folgt abgeändert:
1. Ans dem Sperrgebiete im § 1 scheidet die Gemeinde Dörnigheim aus und tritt zum Beobachtungsgebiet.
2. Das Verbot des Viehverladens aus der Station Hoch- ausge-
stadt—Dörnigheim — § 7 — wird hiermit bobsn (A III. 561 II).
Cassel den 24. Januar 1912.
Der Regierungspräsident.
Traf von Bernstorff.
Eandkreis Ranau.
Infolge Erlöschens ber Maul- und Klauenseuche in der Gemeinde Dörnigheim werden die über diese Gemeinde von mir verhängten Sperrmaßnahmen hiermit aufgehoben. Die Gemeinde Dörnigheim tritt zum Beobachtungsgebiet.
Hanau den 31. Januar 1912. V 839
Der Königs. Landrat.
Frhr. Laur.
«âr— —— t-Lâ . . . .. _ ^.. .. _ ^,- -,- _________
Stadtkreis Hanau.
Bekanntmachung
Diejenigen Personen, welche wünschen, daß ihre Militär, pflichtigen Söhne zurückgestellt oder vom Militärdienst befreit werden sollen, können Reklamationen beim hiesigen städtischen Einwohner-Meldeamt, Langstraße Nr. 41, eine Treppe hoch, links, in den Sprechstunden, vormittags von 10—121/! Uhr und nachmittags von ^,3—5 Uhr, bis
15. Februar d. Js.
anbringen.
Drei Familienväter, welchen die Verhältnisse des zu Reklamierenden bekannt, find mitzudringen, Hana« den 30. Januar 1912.
2843
Der Magistrat.
Sild.
Städtische Sparkaffe
Girokonto bei der Reichsbank.
Mündelficher.
2849
Zinsfuß: 3'/. o/o.
Tägliche Verzinsung: d. h. die Einlagen werden vom Tage nach der Einzahlung bis zum Tage vor der Abhebung verzinst.
Zinsberechnung: Zinsenbeträge von 3 Pfennige bis einschl. 7 Pfennige werden auf 5, über 7 auf 10 Pfennige abgerundet.
Gesperrte Sparkassenbücher: Durch Abgabe eines Stichwortes alrSicherheit gegennnbefugteAbhebungen.
Haussparbüchsen : zur Ansammlung kleinerer Sparbeträge. Uebertragbarkeitsverkehr: Kostenlose Einziehung von Sparguthaben auswärtiger Kassen und Ueberweisung von Guthaben an andere Sparkassen.
Ueberweisung von Steuern: Zur Erleichterung für die Steuerzahler und zur Vereinfachung des Geldverkehrs werden für diejenigen Sparer, welche ein Konto bei der städtischen Sparkasse haben, auf Antrag Steuern und Abgaben durch Ueber- weisUng von Sparguthaben an die Stadtkasse _ für das lausende Rechnungsjahr entrichtet.
Neue Sparkassenbücher werden kostenfrei ausgefertigt. Hypothekengelder werden zu 4% % ausgeliehen.
Städtische Sparkasse.
200 000 Mark sind sofort oder später auf erststellige
Hypotheken zu 4'/« */o auszuleihen.
Hana« den 30. Januar 1912.
Der Vorstand.
2847
Zwangsversteigerung.
Im Wege der Zwangsvollstreckung sollen 1. die in der Gemarkung Ravolzhausen belegenen, im Grundbuche von Ravolzhausen Art. 474 zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerkes auf den Namen des Fabrikarbeiters Georg Johann Klein in Ravolzhausen eingetragenen Grundstücke:
Krtbl. 13 Nr. 68, In der Florscheid, Acker, 19,44 ar, 4,77 Tlr. Reinertrag,
Krtbl. 13 Nr. 38, Langendiebacherstraße Nr. 16, 2,75 ar, Krtbl. 13 Nr. 39, Langendiebacherstraße Nr. 16, 0,79 ar, . Krtbl. 13 Nr 37, Langendiebacherstraße Nr. 16, 4,24 ar, a) Wohnhaus mit Hofraum und Hausgarten, 60 Mark Nutzungswert,
b) Stall (A).
2. das in der Gemarkung Langendiebach belegene, im Grundbuch von Langendiebach Blatt 1538 auf den Namen des Vorgenannten und seiner Ehefrau Katharina Elisabeth geb. Schleucher eingetragene Grundstück: Krtbl. 12 Nr. 174/40, Auf'm Limes, Acker, 11,10 ar, 0,12 Tlr. Reinertrag
am 29. März 1912, vormittags 9 Uhr, durch das unterzeichnete Gericht — an der Gerichtsstelle — versteigert werden.
Langenselbold den 26. Januar 1912.
2853
Königliches Amtsgericht.
PolitiTdte RundTd^ao.
Im preußischen Abgeordnetenhause haben gestern die Etatdebatten begonnen.
Eine Kundgebung des Fürsten von Bülow. Der „Hamburger Korrespondent" veröffentlicht folgende Erklärung des Fürsten Bülow aus Rom: „Anläßlich der Wahl sind mir aus nationalgesinnten Kreisen zahlreiche Zuschriften und Telegramme zugegangen, in denen sich nicht nur persönliche Anhänglichkeit ausspricht, sondern auch die Ueberzeugung, daß ich in meiner politischen Tätigkeit das angestrebt habe, was für eine gesunde Fortentwicklung deS deutschen Volks und somit für die Macht und Ehre des Reichs, für die wahren und dauernden Interessen von Kaiser und Reich förderlich' war. Solche Zeugnisse erfüllen mich mit Genugtuung und mit dem Gefühl bei Dankes für alle diejenigen, die mir auf dem Boden gemeinsamer Liebe zum Vaterlande ein freundliches Andenken bewahren. Diese Kundgebungen einzeln zu beantworten, ist mir nickt möglich. So bitte ich denn, meinen Dank auf diesem Wege entgegenzunehmen. Fürst von Bülow."
Der badische Staatsminister Frhr. v. Dusch verneinte gestern in der Zweiten badischen Kammer entschieden die Möglichkeit einer Arbeitsgemeinschaft zwischen der Sozialdemokratie und bürgerlichen Parteien.
Rücktritt. Der Gouverneur von Kamerun, Dr. Gleim, ist zurückgetreten, und an seiner Stelle ist der Geheimrat Karl Ebermaier aus dem Reichskolonialamt zum Gouverneur von Kamerun ernannt worden.
Der Dank des Kaisers.
Berlin, 30. Jan. Der Reichsanzeiger veröffentlicht nachstehenden an den Reichskanzler gerichteten Erlaß des Kaisers: Bei meinem Eintritt in ein neues Lebensjahr und zu dem voraufgegangenen 200 jährigen Gedenktage der Geburt König Friedrichs des Großen find mir aus den deutschen Landen und vom Ausland her zahlreiche Glückwünsche und Huldigungsgrüße zugegangen. Diese mannigfachen Kundgebungen treuer Anhänglichkeit haben mich mit aufrichtiger Freude und Dankbarkeit erfüllt. Nationale Gedenktage sind in unserer schnellebigen, von wirtschaftlichen und politischen Interessen und Gegensätzen beherrschten Zeit besonders wohltuend, denn sie notigen dazu, in dem Hasten des werktäglichen Lebens einen Augenblick innezuhalten und einen Blick auf die Vergangenheit zu werfen. Welche ungeahnte Entwicklung ist unserm Vaterlande beschieden gewesen und wieviel Dank schulden wir den großen Männern, die sich in ernster Zeit als wahre Führer des Volkes erwiesen und es zur Erfüllung der ihm von der Vorsehung gestellten großen Aufgaben tüchtig gemacht haben! Was mein großer Ahn dem preußischen Staate durch sein Lebcnswerk geleistet und welchen Einfluß sein unerreichtes Vorbild in Selbstzucht, Arbeitsamkeit, Pflichttreue und Hingabe an das Vaterland auf die Charakter- entwicklung und Erziehung unseres Volkes ausgeübt hat, das ist uns in dielen Tagen mit leuchtenden Farben in Wort, Schrift und Bild wieder lebhaft vor Augen getreten. Die herzliche Teilnahme und dankbare Gesinnung, welche das Gedächtnis deS großen Toten bei juna und alt im Land«
auSg-löst hat, bürst trotz mancher unliebsamen Erscheinungen der Gegenw^ d^ur, daß Friedrichs Geist immerdar im preußischen Bo*?r fertigen wird und daß, wenn eS jemals nötig werden füllte, das von ihm übernommene Erbe an ideellen und materiellen Gütern vor Gefahr zu schützen, die deutschen Stämme sich einmütig um ihr« Fürsten scharen und über allen Parteihader hinweg sich nur von dem einen fridericianischen Gedanken leiten lassen werden: Alles für das Vaterland! Von dem Wunsche erfüllt, allen, welche meiner in diesen Tagen mit treuem Gelöbnis und herzlicher Fürbitte gedacht haben, meinen wärmsten Dank auSzu- sprechen, ersuche ich Sie, diesen Erlaß zur öffentlichen Kenntnis zu bringen. Berlin im Schloß den 29. Jan. 1912.
Weitere »Politische Rundschau" im zweiten Blatt.
Hus Hanau Stadt und Eand.
Hanau, 31. Januar.
* Der Staatssekretär des Kolonialamts Dr. Solf beabfichtigt seine Londoner Erfahrungen durch eine Reise nach Amsterdam und Antwerpen zu ergänzen. Auch wird er die Steinschleifereien in Hanau und Idar besuchen. Es besteht anscheinend die Absicht, die deutsche Echleifindustrie für die Bearbeitung der deutschen Rohdiamanten heranzuziehen.
* Wetterauische Gesellschaft. In den beiden letzten Matern war durch verschiedene Redner der Aufbau unserer umliegenden Gebirge und der Ebene in unserer nächsten Umgebung eingehend besprochen worden. In dieser Vortragsreihe war eine Lücke geblieben, da Herr Prof Schauff der bereits in sehr anschaulicher Weise den Odenwald besprochen hatte, verhindert wurde, das letzte noch zu besprechende Gebiet, den Spessart, zu erklären. Dies soll nun am Freitag den 2. Februar nachgeholt werden. Gerade der vordere Spessart, der den wanderlustigen Hanauern als häusigstes Ziel dient und von seinem scharfen Kamm einen prächtigen Blick auf unsere Ebene bietet, ist ein geologisch sehr interessantes und eigenartiges Bergland. Viele Erscheinungen der Gebirgsbildung kann hier auch der Laie, sobald er auf sie aufmerksam gemacht ist, leicht erkennen und auf den schönen, aussichtsreichen Waldwegen verfolgen. Der Zweck dieser Vorträge zur eigenen Beobachtung der Natur anzuregen, kann gerade hier besonders vollständig erreicht werden.
* Unsere „Hanauer Operettenkräfte" in Wiesbaden. Zu ben großen künstlerischen Erfolgen in Frankfurt a. M. und Nibelungensaal (Rosengarten) in Mannheim gesellte sich ein neuer Triumph hinzu — großer Saal im W i e 8» badener Neuen Kurhaus. Der dort erscheinende „Rhein. Courier" schreibt: Operettenabend im Kurhaus. Wiesbaden, 29. Jan. Der zurzeit herrschenden Karnevalsstimmung Rechnung tragend, hatte die Kurverwaltung gestern im großen Saale einen „Operettenabend" veranstaltet und hierfür die ersten Kräfte des unter Herrn Direktor A. S t e f f t e r S Leitung stehenden Sladttheaters zu Hanau gewonnen. Von einer eigentlich szenischen Darstellung, wie sie verschiedene der zum Vortrag gekommenen Nummern im Grunde genommen wohl verlangt hätten, hatte man aus Rücksicht auf da» bereits von anderer Stelle erworbene Aufführungsrecht oer „Polnischen Wirtschaft", „Geschiedenen Frau", des „Rastelbinder" usw. Abstand nehmen müssen, doch verstanden es bie Mitwirkenden, auch ohne allen äußeren Apparat den meisten der sehr geschickt und wirkungsvoll ausgesuchten Schlager zu einem einmütigen und durchschlagenden Erfolge zu verhelfen. Den Hauptanteil an dem Gelingen deS Ganzen durfte unstreitig Mia Adam für sich in Anspruch nehmen, die mit der ebenso stimmungsvollen wie künstlerisch reifen Wiedergabe deS „Vilja-Liedes" das Programm eröffnete und im weiteren Verlauf deS Abends, unterstützt durch die Herren Fünfgeld, de Giorgi und Wall brück noch mehrere der besonntesten und beliebtesten Duoszenen („Wer kann bafür ?" „Hahuemäuuchen", „Wenn zwei sich lieben" u. s. w.) in erfolgreichster Weise zum Vortrag brachte. — Stürmischen Beifall erntete der stimmlich sehr beachtenswert« Herr Fünfgeld für das recht warm und innig gesungene Walzerlied „Launische Dame" aus Reinhardts „Süßem Mädel", während Frl. Lila Harves und Herr Haass für den humoristischen Vortrag der „Dorfmustk" auS Gilbert» „Polnischer Wirtschaft" gleichfalls den lebhaften Dank des bis auf den letzten Platz gefüllten Saales entgegennehmen durften. Um die Begleitung machte sich da« Kurorchester, das auch einige selbständige Jnstrumentasnumnieru 3" Programm beigesteuert hatte, unter Leitung des Kapellmeister« L. Kâhler aus Hanau in gewobmer verdient.