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Rotationsdruck und Verlag der Buchdruckerei des verein. ev. Waisenhauses in Hanau.
Gencral-Anzeiger
A«rkchts Grgau für Stabt and Fasäreis Kava«.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
EinrÜckungsgeMhS
Die ögefpallene Petitzeile oder deren Raum A) Pf^ im Reklamenteil die Zelle 45 Pfg,
Verantwort!. Redakteur: E. Schrecker in Hana^
Nr. 25
Zyernsprechanschlutz Nr. 230»
Dicnstulz den 30. Janunr
Ferttsprechanschlutz Nr. 230. 1912
Artliches.
Stadtkreis F)an a u.
Nachdem die Straßenstrecke der Hainstraße zwischen Kin- Kig und Ramsaystraße mit einer Pflasterdecke versehen ist, werden die Anlieger dieser Straßenstrecke auf die Vorschriften der Polizeiverordnung vom 3. Juli 1790 in Verbindung mit der Straßenpolizeiverordnung vom 28. Mai 1909 aufmerksam gemacht.
Demnach müßen die Straßen, einschließlich der Rinnen und Bürgersteige, Mittwochs und Samstags nachmittags längst der ganzen Frontlänge eines Grundstücks Lis zur Mittellinie des Straßendammes gründlich gereinigt werden. Verantwortlich sind die Eigentümer oder Mieter ganzer Häuser.
Die Verpflichtung zur Straßenreinigung beginnt mit dem 7. t Mts.
Hanau den 26. Januar 1912. P. 1013
Königliche Polizei-Direktion.
J. A.: Karbe.
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Landkreis Ranau.
Bekonntmachnng betreffend Untersuchung von eingeführtem Klauenvieh.
Die Einfuhr von untersuchungspflichtigem Klauenvieh tn den Landkreis hat in einzelnen Gemeinden in letzter Zeit einen ungewöhnlich großen Umfang angenommen.
Die Untersuchung des eingeführten Klauenviehs, insbesondere in Fällen von Einzelsendungen, stellt an die Leistungsfähigkeit des ohnehin schon mit Dienstgeschäften überlasteten Kreistierarztes Anforderungen, denen er ohne Beeinträchtigung seiner sonstigen Dienstobliegenheiten auf die Dauer unmöglich gewachsen ist; andererseits hat das seitherige Verfahren der Ausführung der Untersuchungen eine unverhältnismäßig hohe Belastung der Staatskasse zur Folge. Zur Beseitigung dieses unhaltbaren Zustandes bin ich von dem Herrn Regierungspräsidenten in Caßel ermächtigt worden, hinsichtlich der für eine solche Vieheinfuhr besonders in Betracht kommenden Ortschaften des Kreises eine zeitliche Einschränkung der vorgeschriebenen Viehunter- suchungen eintreten zu lassen. Auf Grund dieser Ermächtigung wird unter Aufhebung der unterm 14. Juli 1911 — J.-Nr. V. 4255 — gebildeten Untersuchungsstelle Windecken (vergl. „Hanauer Anzeiger" Nr. 163 vom 15. s. M., zweites Blatt) vorläufig für die Gemeinden Gronau und Niederdorfelden die Untersuchungszeit für in diese Gemeinden mittels Bahn der auf dem Landwege einzuführende untersuchungspflichtige Viehtransporte von jetzt ad auf jeden Samstag in der Woche, nachmittags, bis auf weiteres von mir festgesetzt.
Die Anmeldungen für die vorzunehmenden Untersuchungen haben rechtzeitig, d. h. mindestens 24 Stunden vorher, beim Kreistierarzt zu erfolgen und zwar unter Angabe des Namens und des Wohnortes des Einführers, der Herkunft, der Gattung, der Zahl und der Ankunftszeit des einzuführenden Klauenviehs.
Ich mache gleichzeitig darauf aufmerksam, daß die etwa außer des vorstehend festgesetzten Untersuchungstermines beschafften Anmeldungen weder Anspruch auf rechtzeitige Erledigung noch auf Uebernahme der Untersuchungskosten auf die Staatskasse haben.
Die Herren Bürgermeister in Gronau und Niederdorfelden ersuche ich, die vorstehende Bekanntmachung wiederholt in ortsüblicher Weise zur allgemeinen Kenntnis zu bringen.
Hanau den 29. Januar 1912. V. 452
Der Röntg'. Landrat.
Frhr. Laur.
Stadtkreis Ranau. Bekanntmachung.
Die öffentlichen Arbeitsnachweise des setzt 3 Jahre bestehenden Mitteldeutschen Arbeitsnachweisverbandes, der das Großh. Hessen, die Provinz Heßen-Naßau. Iws Fürstentum Waldeck und die Kreise Kreuznach und Wetzlar umfaßt, werden in steigendem Maße von den Interessentenkreisen, besonders der Landwirtschaft und des Handwerks, in Anspruch genommen und erfreuen sich dank der Mitwirkung und Unterstützung staatlicher und kommunaler Behörden, sowie öffentlicher Körperschaften, insbesondere der Landwirtschaftskammern, immermehr des Vertrauens der Jn- tereßenten. Insonderheit ist es, wie die Tätigkeitsberichte des Verbandes und der einzelnen Arbeitsnachweise be
weisen, gelungen, den Arbeitsnachweis auf dem Lande zu organisieren und den besonderen Bedürfnißen des Landes schon jetzt in erheblichem Umfange gerecht zu werden. Während im Jahre 1908/1909 von den Arbeitsnachweisen in Kleinstädten im Verbandsgebiet 2440 Stellen besetzt wurden, wuchs die Zahl im Jahre 1909/10 bereits auf 10 572, das ist ein Zehntel aller besetzten Stellen im ganzen Verbandsgebiet. Diese Tatsache ist darauf zurückzuführen, daß die landwirtschaftliche Vermittlung immer mehr von den Großstädten auf die Kleinstädte übergeht.
Um den verschiedenartigsten Bedürfnissen in den verschiedenen Teilen des Verbandsgebietes beßer gerecht werden zu können, wurden fast in allen Kreisen Arbeitsnachweise ins Leben gerufen. Diese haben sich durchweg sehr gut bewährt, wo der Arbeitsnachweis an verkehrsreiche Orte gelegt wurde und wo der ländliche Arbeitsnachweis die Unterstützung und die Benützung der interessierten Kreise gefunden hat. Nach den vorliegenden Erfahrungen konnten eine Reihe von Arbeitskräften der heimischen Produktion erhalten werden, während sonst der stellenlose Arbeiter bei dem Fehlen einer Organisation des Nachrichtenverkehrs über die offenen Stellen im Kreise, gezwungen worden wäre, den städtischen Arbeitsnachweis, in erster Linie den großstädtischen Arbeitsnachweis, aufzusuchen.
Bei der großen Bedeutung einer geordneten Arbeitsvermittlung für die Stetigkeit der gesamten Produttionsver- hältniße, ist es notwendig, daß alle Interessenten am Arbeitsmarkt sich eines zuverlässigen und unparteiischen Organes bedienen und das ist der öffentliche Arbeitsnachweis.
Indem wir Vorstehendes zur Kenntnis bringen, ersuchen wir die Herren Arbeitgeber, sich bei Bedarf von Arbeitskräften jeder Art der hiesigen städtischen Arbei tsvermitte- lungsstelle — Langstraße 41 — bedienen zu wollen.
Besonders weilen wir noch darauf hin, daß die gedachte Stelle auch weibliches Personal, als Dienstmädchen, Putz- und Monatsfrauen, Fabrikarbeiterinnen, Taglöhnerinnen, Kochfrauen rc., für Haus-, Land- und Gastwirtschaftsbetrieb vermittelt und diesbezügliche Aufträge jederzeit gern entgegennimmt.
Die Vermittlung erfolgt kostenfrei.
Hanau den 11 Oktober 1910. 1023
Der Magistrat. Hild.
Hafer
kauft noch immer das Proviantamt Hanau. 617
Gefundene und verlorene Ge^enstcinde re.
Gefunden: 1 schwarze Sammettasche (Inhalt Portemonnaie 31 Pfg. und 1 weißes Taschentuch), 1 Portemonnaie mit 1 Mk., 1 schwarzer Deutel (Inhalt 1 Schlüstel, 3 Pfg. und 1 Taschentuch), 1 Steinbrief (Inhalt 3 Smaragde, 1 Jaspis, kleine und größere Rosen, 1 Perle und 7 Brillanten), 1 schwarzes Schülermäppchen mit Inhalt.
Verloren: 1 Brustbeutel mit 90 Mk. (2 mal 20 und 5 mal 10 Mk. in Gold).
Hanau den 30. Januar 1912.
PolitiTcbe RundTdhaa.
Die Taufe im Kronprinzenpalais. Die Taufe des vierten Sohnes des Kronprinzenpaares wurde Sonntag abend 7 Uhr im kronprinzlichen Palais in Berlin feierlich vollzogen. Oberhofprediger Dr. Dryander hielt die Taufrede, dann erfolgte die Taufhandlung, bei der der Kaiser und die anderen anwesenden Paten ihre Hände auf den Täufling legten. Der Prinz wurde auf den Namen Friedrich getauft, die weiteren Namen sind: Georg, Wilhelm, Viktor. Erz- herzog Franz Ferdinand von Oesterreich, der eine Patenstelle übernommen hatte, war Sonntag vormittag in Berlin eingetroffen und auf dem Bahnhöfe vom Kaiser und dem Kronprinzen in Empfang genommen worden. Am Nachmittag weilte der Erzherzog zum Tee in der österreichisch- ungarischen Botschaft, w zu auf seinen.Wunsch auch Herr v. Bethmann Hollweg und Staatssekretär v. Kiderlen-Wäch- ter hinzugezogen wurden.
Rüâehaltung von Truppen in Kiautschou. Das Gouvernement des Schutzgebietes Kiautschou hat die telegraphische Anweisung erhalten, von den Ende Februar d. I. planmäßig zur Ablösung gelangenden Truppenteilen der Besatzungen von Tsingtau und Tientsin (Matrosenartillerie- Abteilung und Seebataillon) 500 Mann nebst den erforderlichen Offizieren zunächst zurückzubehalten. Hiervon sind 200 Mann als Ersatz derjenigen Truppen bestimmt, aus
denen vor einiger Znt die in Tien-sir stationierte Schutzwache gebildet wurde. Diese Mannschaften sind damals den Besatzungstruppen Tsingtaus entnommen worden. Freiwillige Meldungen sollen bei Auswahl der Zurückbleibenden in erster Linie Berücksichtigung finden. Die Veranlassung zu dieser Maßnahme ist in der ungeklärten und unsicheren innerpolitischen Lage Chinas zu erblicken, die erweiterten Schutzmaßregeln zur Sicherung eventl. gefährdeter deutscher Reichsangehöriger, ihres Lebens und Eigentums notwendig machen kann. Auch andere Nationen haben bereits durch Entsendung von Truppen diesen Verhältnißen Rechnung getragen. Die vorläufige Zurückbehaltung der zur Ablösung heranstehenden deutschen ostasiatischen Truppen ist die gegebene und dabei billigste Form der Vergrößerung unserer bereiten Machtmittel in Ostasien. Die Heranziehung weiterer Truppen aus der Heimat nach dem Muster der anderen Nationen wird auf diese Weise entbehrlich.
Der Krieg zwischen Italien und derTürlei.
Indiskretionen durch die Preße.
Ministerpräsident Giolitti hat an den Vorsitzenden des italienischen Journalistenverbandes, den Deputierten Bar- zilai, ein Schreiben mit der dringenden Bitte gerichtet, seinen Einfluß bei seinen Kollegen von der Preße aufwenden zu wollen, damit diese sich der größten Zurückhaltung in bezug auf die Nachrichten über Truppen- und Flottenbewegungen befleißigen. Es kann kein Zweifel darüber bestehen, schreibt Giolitti, welch schweren Schaden die Jndiskrettonen der Preße unseren Kriegsoperationen, besonders zu Waßer zufügen können, indem dadurch der Feind in den Stand gesetzt wird, die Stellungsveränderungen unserer Schiffe und Torpedos in Italien und auf dem Kriegsschauplätze, unsere Maßnahmen zur Bekämpfung der Konterbande, die Ankunft und Abfahrt unserer Truppenabieilungen usw. zu erfahren. Eine anscheinend unbedeutende Mitteilung kann dem Feinde dienen, um einen Handstreich gegen eines unserer isoliert kreuzenden Schiffe, einen nächtlichen Ueberfall auf eine unserer Stellungen oder Truppensendungen auszuführen."
Der Ministerpräsident macht darauf aufmerksam, daß er die Präfekten angewiesen habe, mit der ganzen Strenge des Gesetzes gegen Zuwiderhandlungen einzuschreiten. Aber mehr als auf die Sttafgesetze rechne er auf den Einfluß des Präsidenten Darzilai bei seinen Kollegen. Die höflichen Schlußworte des Ministerpräsidenten dürften wohl zum Teil der Erwägung entspringen, daß die italienischen Gesetze den Behörden keinerlei Handhabe zur Verhinderung der Verbreitung von Nachrichten, anders als durch langwierige Prozeße mit unsicherem Ausgange bieten. Nach dem vom Minister Sacchi 1906 vorgeschlagenen und vom Parlament angenomenen Gesetzen ist die Beschlagnahme tller Druckerzeugnisse ohne richterliches Urteil unstatthaft.
Das Gefecht von Ain Zara
am Sonntag wird in einem offiziösen italienischen Tele, gramm folgendermaßen geschildert:
Gegen 3 Uhr früh feuerte ein italienischer Posten an der Ostfront derVerschanzungen aufFeinde, die unter dem Schutze der Dunkelheit sich den inneren Hindernißen genähert hatten. Als der Feind, der vielleicht die Absicht hatte, die Stacheldrähte zu durchschneiden, sich entdeâ sah, eröffnete er aus nächster Nähe das Feuer auf die italienischen Befestigungen. Seine Stärke konnte nach der Stärke des Feuers auf 300 bis 400 Mann geschätzt werden. Als die Italiener das Feuer erwiderten, zogen sich die Türken nach etwa 20 Minuten zurück. Kurz vor Sonnenaufgang, gegen 6 Uhr morgens, machte der Feind einen neuen Angriff auf die südliche Seite der inneren Befestigungen gegen Ain Zara, und zwar in sehr otel größerer Stärke und in breiterer Front. Das langsame, wohlgezielte Feuer der Italiener zwang die Türken bald, sich hinter die Kämme der nächsten Dünen zurückzuziehen, von wo sie ein allmählich schwächer werdendes Feuer unterhielten. Plötzlich gegen 7 Uhr machten sich neue Streitkräfte des Feindes in dem sumpfigen Gelände vor der Südwestseite der italienischen Stellungen durch ihr Feuer bemerkbar. Das Feuer wurde immer intensiver, aber die italienische Artillerie stellte schnell die Stellung des Feindes im Südwesten fest und richtete ebenso wie die Maschinengewehre dorthin ein wirksames Feuer. Nach halbstündigem Schießen begann der Feind sein Feuern zu verlangsamen und zog sich unter dem Schutze d^ Dünen allmählich zurück. Um 8 Uhr 40 Min. befand sich der Gegner in vollem Rückzug in südwestlicher und s 3 licher Richtung, beschoßen von den italienilchev S a