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Gencral-Anzeiger Jmtn^ro Grg« für Stabt- anb LaaLKrtis ganan Erscheint tSglrch mit «u-nahm« der Sonu- und Feiertag«, mit belletristischer Beilage.

Nr. 22 Mer«spr«»anschl,.tz Nr. 830. ^icitn^ bell 26. Januar

Fernfprechanschlutz Nr. 230. 1812

Amtliches.

Stadtkreis Rana«.

Mit Rücksicht auf die Gefahr der weiteren Verbreitung der Maul- und Klauenseuche werden die für die Monate Februar und März 1912 in Stadt- und Landkreise Hanau anstehenden Viehmärkte einschließlich der Schweinemärkte und viehmarktähnlichen Veranstaltungen im Auftrage des Herrn Regierungspräsidenten zu Cassel hiermit untersagt.

Hanau den 25. Januar 1912. P. 989

Königliche Polizeidirektion.

J. A.: Karbe.

Bekünntmachnnn

Mit dem 1. Februar 1912 kommen die seitherigen Durch­schnittswerte der als Lohn im Sinne des Kranken-Versiche- rungs-Gesetzes geltenden Naturalbezüge in Wegfall. Von dem genannten Zeitpunkt ab beträgt der Durchschnittswert der freien Beköstigung für männliche Personen 1.25 Mk., für weibliche Personen 1.15 Mk. täglich, der Wert der freien Wohnung 20 Pfg. täglich.

Hanau den 20. Januar 1912. 2485

Der Magistrat.

J. A.: Bartmuh.

Bekanntmachung.

Aus der Leonhard Mager'schen Stiftung soll den Sta­tuten gemäß an einen Dienstboten, der wenigstens 10 Jahre bei einer und derselben. Familie in der Stadt Hanau ge­dient und sich durch Treue, Fleiß und sittliches Betragen ausgezeichnet hat, eine Prämie verabfolgt werden, welche für dieses Jahr 40 Mk. betragen wird.

Bewerber um diese haben ihre Dienstzeugnisie nebst Ge- sindebuch bis zum 3. Februar d. Js. auf dem Rathause ab­zugeben.

Hanau den 15. Januar 1912. 2483

Der Oberbürgermeister.

J. V.: Hild.

Verdingung.

Die zum Umbau des Hauses Marktplatz 18 erforderlichen Tüncher- und Anstreicherarbeiten sollen getrennt unter Zu­grundelegung der Bedingungen für die Ausführung von Arbeiten und Lieferungen für die Stadt Hanau öffentlich verdungen werden.

Die Verdingungsunterlagen liegen im Rathaus, Zim­mer 18, aus und können von dort zum Preise von je 30 Pfg. bezogen werden.

Verschlossene und mit entsprechender Aufschrift versehene Angebote sind bis zum Eröffnungstermin am Freitag den 2. n. Mts., vormittags 11 Uhr, einzureichen.

Die Eröffnung der Angebote erfolgt im Beisein etwa erschienener Anbieter.

Zuschlagsfrist 3 Wochen.

Hanau den 25. Januar 1912. 2487

Der Magistrat.

Hild.

Brennüolz-Vcrsteisitruna.

Montag den 29. Januar, vormittags 9 Uhr, sollen im hiesigen Stadtwald Kesselstadt

190,75 Rm. Eichen- und Buchen-Scheit- und Knüppelholz 2830 Stück desgl. Reisigwellen

versteigert werden.

Zusammenkunft Bahnhof Wilhelmsbad.

Hanau den 25. Januar 1912 2489

Der Magistrat.

. - Hild.

Dienstnachrichtrn ans bcm Kicise.

Im Schlacht- und Viehhof zu Frankfurt a. M. ist die Maul- und Klauenseuche festgestellt worden.

Hanau den 25. Januar 1912.

/ In dem Konkursverfahren über das Vermögen des Kauf­manns Ludwig (Louis) Brög in Hanau wird eine Gläu­bigerversammlung berufen auf

den 23. Februar 1912, vormittags 10 Uhr, vor das unterzeichnete Gericht Ruhallee Nr. 17, Zimmer Nr. 17.

Gegenstand der Tagesordnung ist:

1. Beschlußfassung über den freihändigen Verkauf des im Grundbuchs von Hanau Bl. 3558 auf den Namen des Gemeinschuldners eingetragenen Grundvermögens M. 94. I 271/93. 95 Hausanwesen Sandgasse Nr. 5 nebst Seiten­bau, Querbau, Hofraum und Hausgarten durch den Kon­kursverwalter an den Kaufmann Ed. Rein in Hanau.

2. Beschlußfassung über den vom Gemeinschuldner gemachten Zwangsvergleichsvorschlag.

Der Vergleichsvorschlag ist auf der Gerichtsschreiberei zur Einsicht der Beteiligten niedergelegt.

Hanau den 19. Januar 1912. 2473

Königliches Amtsgericht, Abt. 5.

Vullen-Verkauf.

Montag den 29. Januar 1912, nachmittags 3l/> Uhr, soll auf der Jungviehweide bei Langendiebach ein sprung­fähiger Zuchtbulle, Simmenthaler Reinzucht, 1 Jahr 10 Monate alt, öffentlich meistbietend versteigert werden.

Die Herren Bürgermeister ersuche ich, Kaufliebhaber auf diesen Termin aufmerksam zu machen.

Hanau den 26. Januar 1912. A 69

Der Vorsitzende des Kreisausschusses.

Frhr. Laur.

Gcfnndcne iinb verlorene Gegenstände re.

Gefunden: 1 silbernes Kettenarmband mit Anhänger (Kugel), 2 kleine Schlüssel an einer gelben Kette mit Kupferblättchen mit dem Namen A. Diehl, 1 Hausschlüssel mit der Nr. 33.

Verloren: 1 schwarzer Knabenpelzkragen.

Abhandengekommen in der Bezirksschule 1:

1 graues Knabenkapes.

Entlaufen: 1 deutscher Schäferhund.

Hanau den 26. Januar 1912.

Koisers Gevnrtstag.

Unser Kaiser tritt morgen in sein 54. Lebensjahr. Mit den Fürsten des geeinten Reichs vereinigen sich Millionen deutscher Herzen in dem Wunsche, daß Kaiser Wilhelm II. das Zepter, das er mit jugendkräftiger Hand in schwerer Zeit ergriff, noch lange festhalten möge, Lis er einst in silberweißem Haar auf ein ebenso gesegnetes Leben zurück­schauen darf wie einst sein unvergeßlicher Großvater Wil­helm der Große.

Den Anforderungen, die an den obersten Hüter deutscher Einheit und Größe zu stellen find, kann nur ein Fürst von außergewöhnlicher Begabung und Kraft gerecht werden. Wir können uns glücklich preisen, daß die preußische Königs­krone und die deutsche Kaiserkrone auf dem Haupte eines Fürsten ruhen, der als echter Hohenzoller die Pflicht seines hohen Berufes mit unermüdlichem, nie rastendem Eifer er­füllt. Wir können uns glücklich preisen, daß das verantwort­liche Amt des preußischen Königs und deutschen Kaisers einem Herrscher anvertraut ist, bei dem in starker, und wenn es Eot will und es nötig ist, auch entschlosiener Hand das scharfe deutsche Schwert sicher ruht. Dennoch will unser Kaiser nach der Verheißung des großen ersten Kaisers des neu aufgerichteten Reichs ein Mehrer des Reichs sein nicht an kriegerischen Eroberungen, sondern an Gütern und Gaben des Friedens auf dem Gebiete nationaler Wohlfahrt, Frei­heit und Gesittung. Der Ruhm kriegerischer Großtaten mag in lockender Gestalt manchmal dem jungaufstrebenden Herr­scher begehrenswert erschienen sein, um so ehrenwerter für ihn, wenn er entschlossen sich anderen Aufgaben zuge­kehrt und den Ausbau und die Vertiefung des Reichsge­dankens, die soziale Versöhnung und die wirtschaftliche Zu- friedenheit zum Leitstern seines Handelns erwählt hat. Daß der Welt das köstliche Gut des Friedens bis heute erhalten blieb, ist nicht zum wenigsten das persönliche Verdienst un­seres Kaisers, und dafür dankt ihm sein Volk an erster Stelle. Denn nur unter dem Schutze des Friedens können Arbeit und Wohlfahrt gedeihen.

Wir leben in einer ernsten, an Gefahren und inneren Nöten reichen Zeit. Fortgesetzt werden von der Sozialdemo­kratie gegen die Grundlagen des Staates und der Gesell­schaft zielbewußte Angriffe gerichtet, und es wird die aus­gesprochene Absicht verfolgt, die edelsten Güter, Religion, Sitte, Vaterlandsliebe, dem Herzen des Volkes zu entreißen. Wichtige Zweige des Erwerbslebens leiden unter dem Drucke ungünstiger Umstände, die sich im Laufe der letzten Jahrzehnte infolge einer Reihe allgemeiner und besonderer Ursachen herausgebildet haben und daher auch kaum anders als allmählich zu heilen sind. In einer solchen Zeit werden wir uns, mehr als sonst, des Segens bewußt, der uns in

einem starken, machtvollen Königtums gegeben ist. Mitten in dem Wirrsal der Parteien, in dem Durcheinander der Bestrebungn, in der selbstsüchtigen und verblendeten Lei­denschaft des Streites um Macht, Einfluß und Besitz ist uns im Königtum ein fester, unantastbarer Bestand gegeben, ein eherner Fels, an dem der unruhige Wellenschlag aufgeregter Leidenschaften ohnmächtig abprallt.

Diesen Segen eines festen monarchischen Regiments, das unabhängig von dem Wechsel der Parteien und zufälligen Mehrheiten in den Vertretungen des Reiches und Staates über den Parteien steht, uns zu bewahren, ist unter den vielen Aufgaben der Gegenwart die wichtigste. Die Zukunft des deutschen Volkes und Reichs hängt davon ab, daß uns dieses teure Erbe unverkümmert erhalten bleibt Schwände jemals mit der Treue gegen Kaiser und Reich die Ehrfurcht vor der Majestät des Königstums, so wäre damit an bte Wurzel unserer geschichtlichen und staatlichen Größe die Axt gelegt

Und so wollen wir denn am Geburtstage unseres Kaiser- aufs neue geloben, fest und treu zu stehen zu Kaiser und Reich in guten und in bösen Tagen. Das sei unser Ge­burtstagswunsch!

Politische Rundschau.

Erkrankung des Grafen Aehrenthal. Die Aehrenthalkrife dürste rascher zum Ausdruck kommen, als man erwartet hatte. Zu allen übrigen Momenten ist auch noch gekommen, daß der Gesundheitszustand des Ministers sich in den letzten Tagen erheblich verschlechtert hat. Professor Artner, welcher den Grafen Aehrenthal behandelt, erklärte sein Leiden für Pseudoleukämie. Die Aerzte fordern dringend eine vollstän­dige Entlastung des Ministers von allen Geschäften. Schon in den nächsten Tagen dürfte die Entscheidung darüber fallen, ob Graf Aehrenthal gänzlich in Ruhestand tritt, oder ob er zunächst einen etwa sechsmonatigen Urlaub erhält. Im letzteren Falle dürfte der Berliner Botschafter Graf SzL- gyeny-Marich oder der Sektionschef im Auswärtigen Amt, Graf Esterhazy, mit der vertretungsweisen Leitung des Aus­wärtigen' Amtes betraut werden, da der Konstantinopeler Botschafter Markgraf Pallavicini, der im Vorjahr den Grafen Aehrenthal vertrat, wegen der schwierigen politi­schen Lage im Orient derzeit seinen Posten nicht verlassen kann. Es ist jedoch auch möglich, daß sofort ein definitiver Wechsel in der Person des Ministers des Aeußern eintritt. Schon in der gestrigen Begegnung zwischen dem österreichi­schen Ministerpräsidenten und dem ungarischen Minister­präsidenten wurde die durch die Erkrankung des Grafen Aehrenthal gegebene Lage eingehend erörtert. Der unga­rische Ministerpräsident, Graf Khuen-Hedervary, wird Sonntag vom Kaiser in Audienz empfangen. Man erwartet, daß bei dieser Gelegenheit auch die Entscheidung über den Grafen Aehrenthal fallen wird.

Das Marokkoabkommen von der Senatskommission ange­nommen.

Paris, 25. Jan. Die Senatskommission zur Beratung des deutsch-französischen Marokkoabkommens hat das Ab­kommen mit 15 gegen zwei Stimmen bei vier Stimment- Haltungen angenommen. Die Senatskommission erörterte in ihrer heutigen Sitzung die Schlüßfolgerungen aus dem Berichte Baudins. Die Debatte, an der sich de Courcel, Cle­menceau, Pierre Baudin, Destournelles und Constant be­teiligten, erstreckte sich auf die Ausdehnung des Protekto­rats. Ferner wurde besprochen, wie viele Menschen notwen­dig sein würden, um das Protektorat zu verwirklichen, und welche Streitkräfte zur Besetzung des Landes nach Marokko geschickt werden müßten. Auch über das Tempo, in dem die vorgeschlagenen Organisationen durchzuführen seien, wurde beraten. Die gestern von Ribot vorgeschlagene Formel, die in den Bericht Baudins eingefügt worden ist, hat folgen­den Wortlaut: Die Kommission ist der Meinung, daß in den letzten Jahren mit Eeheimverträgen Mißbrauch getrieben worden ist. Ohne Zweifel überläßt die Verfassung von 1875 dem Präsidenten der Republik die Sorge, abzuwägen, in welchem Augenblick er der Kammer ohne Schaden für die Sicherheit und Interessen des Landes einen Vertrag mit­teilen kann. Aber sie ermächtigt ihn nicht, einem öffent­lichen Vertrage Geheimklauseln Hilrzuzufügen, die den Geist der Bestimmungen des Vertrages abändern.

Eine Rede Bassermanns.

Der nationalliberale Führer Bassermann, der am Montag in Saarbrücken bei seiner Stichwahl gegen das Zentrum durch sämtliche Stimmen der Linken worden ist, hat in einer großen Versammlung seinen brückener Wählern seinen Dank abaestattet. Bei o e