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Awlüchts Organ für Stallt* uni fanbkrtis £•««.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
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Nr. 21
Aernsprechanschliitz Nr. 230
Donnerstag den 25. Januar
Fernsprechanschlutz Nr. 230
1912
Amtliches.
Stadtkreis Ranau. Bekanntmachung.
Am Geburtstage Sr. Majestät des Kaisers und Königs sind die städtischen Amtsstellen geschloffen.
Das städtische Steueramt und die Heuwage sind bis 10 Uhr, das Standesamt von 10—11 Uhr geöffnet.
Hanau den 22. Januar 1912. . 2341
Der Magistrat.
Hild.
Bekanntmachung.
Die Arbeiten und Lieferungen für eine Grundstücks- einfriedigung an der Landgrafenstraße sollen unter Zugrundelegung der Bedingungen für die Ausführung von Arbeiten und die Lieferung von Materialen für die Stadt Hanau öffentlich verdungen werden.
Die Verdingungsunterlagen liegen im Rathaus, Zimmer 22, zur Einsicht aus und können von dort gegen Entrichtung von 0,25 Mk. bezogen werden.
Verschlossene mit entsprechender Aufschrift versehene Angebote sind bis zum Eröffnungstermin am Mittwoch den 31. d. Mts., vormittags 11 Uhr, einzureichen.
Die Eröffnung der Angebote erfolgt im Beisein etwa erschienener Anbieter.
Zuschlagsfrist 3 Wochen.
Hanau den 19. Januar 1912. 2171
Der Magistrat.
Dr. Erbe sch ns.
Bekanntmachung.
Nach den Bestimmungen der Reichsversicherungsordnung sind die Quittungskarten, wie auch bisher, binnen 2 Jahren nach der Ausstellung zum Umtausche einzureichen. Die Nichtbefolgung dieser Vorschrift hat aber nicht mehr zur Folge, daß die verspätet umgetauschte Karte die Gültigkeit verliert. Es werden daher in allen Fällen die zum Umtausch gebrachten Karten aufgerechnet.
Die Verordnung, daß auf Antrag die Gültigkeitsdauer einer Quittungskarte verlängert werden konnte, ist vom 1. Januar 1912 ab aufgehoben. Vermerke über Gültigkeitsverlängerungen werden daher in den Quittungskarten nicht mehr angebracht.
Wohl aber wird noch, ebenso wie früher, beim Aufrechnen umgetauschter Karten darauf geachtet, ob die Anwartschaft erhalten ist, d. h. ob bei Pflichtversicherten (in gelben Karten Form A) binnen 2 Jahren nach dem
Stadttheater in Hanau.
„Der wilde Reutlingen". Lustspiel in 4 Akten von Gustav v. Moser und Thilo v. Trotha.
(Festvorstellung zur Feier des 200. Geburtstages
Friedrichs des Großen.)
Richt nur Berlin, die Hauptstadt Preußens, stand gestern im Zeichen Friedrichs des Großen, der vor 200 Jahren geboren wurde, auch Hanau hatte eine sinnige Gedenkfeier aufzuweisen, die sich im Stadtthealer abspielte. Die Direktion hatte das historische Lustspiel „Der wilde Reutlingen" von Gustav v. Moser und Thilo v. Trotha als Festvorstellung gewählt und damit einen guten Griff getan, wie der Beifall bewies, der sowohl dem Stücke wie der Aufführung gezollt wurde. Die Handlung führt hinein in die Kriegswirren der Zeit Friedrichs des Großen und verbindet damit eine köstliche Liebesgeschichte, die nicht als alltäglich zu bezeichnen ist. Mit Sorgfalt einstudiert und in den Hauptrollen vorzüglich besetzt, bereitete das amüsante Lustspiel den zahlreichen Besuchern der Festvorstellung einige köstliche Stunden. Den wilden „v. Reutlingen" hatte Herr Krahe darzustellen, der damit wiederum eine Glanzleistung bot, die uneingeschränkte Anerkennung verdient. Er verstand es, für sein Spiel von Anfang bis zu Ende zu fesseln. Seiner Partnerin Frl. Ballin (v. Trebenow) war ebenfalls eine Aufgabe zugefallen, die ihrem Talent Gelegenheit gab, sich zu entfalten. Ihr vornehmes, fein abwägendes Spiel bereitete einen wahrhaft künstlerischen Genuß. Auch die „Susanne" wurde durch Frl. Michel allerliebst verkörpert, die in der in die Handlung sinnig hineingewobencn zweiten Liebesaffäre sich trefflich bewährte. Herr Kliewer hatte Friedrich II., König von Preußen, darzitstellen, eine Aufgabe, deren Durchführung ihm in bester Weise gelang. In hervortretenden Rollen waren u. a. noch beschäftigt die Herren Reichardt, Giorgi, Grundmann,
Ausstellungstage mindestens 20 und bei Selbstversicherten (in grauen Karten, Form B) binnen gleicher Frist mindestens 40 Beitragsmarken verwendet worden sind. Ist die erforderliche Anzahl von Marken nicht in der Karte enthalten, so ist zu prüfen, ob es dem Versicherten etwa durch Beibringung rückständiger Pflichtbeiträge oder durch Leistung freiwilliger Beiträge — letzteres ist aber nur für höchstens 1 Jahr, vom Tage der Verwendung an rückwärts gerechnet, zulässig — möglich ist, die zur Erhaltung der Anwartschaft notwendige Mindestzahl von Beiträgen zu erlangen. In diesem Falle wird dem Versicherten bei der Ausgabestelle aufgegeben, das Fehlende noch vor dem Kartenumtausche nachzuholen.
Im übrigen weisen wir jedoch trotz des Wegfalls der formalen Ungültigkeitserklärung verspätet umgetauschter Karten die Versicherten dringend darauf hin, daß ihre Karten nicht länger als zwei Jahre laufen sollen und daß sie im Falle eines längeren Kartenumlaufs den gesetzlichen Nachteil haben, gemäß § 1420 der Reichsversicherungsordnung im Streitfälle bei späteren Rentenansprüchen die Erhaltung der Anwartschaft beweisen zu müssen, wodurch unter Umständen ihr ganzer Rentenanspruch auf dem Spiele stehen kann.
Hanau den 15. Januar 1912. 1833
Der Magistrat.
J. A.: Bartmuß.
Lehrstellen-Vermittelung betreffend.
Wir bringen hiermit zur öffentlichen Kenntnis, daß durch unsere Vermittelung nachstehende Lehrstellen zu besetzen sind. Es werden gesucht:
5 Bijouterie- und Kettenmacherlehrlinge, 1 Dachdeckerlehrling, 1 Etuismacherlehrling, 1 Friseurlehrling, 2 Formerlehrlinge, 2 Gärtnerlehrlinge, 2 Glaserlehr- linge, 2 Metalldreherlehrlinge, 1 Modellschreinerlehrling, 8 Schlosserlehrlinge, 2 Schreinerlehrlinge, 3 Schneiderlehrlinge, 1 Schuhmacherlehrling, 8 Silber- schmiede- und Ziseleurlehrlinge, 3 Silberschmiede- und Formerlehrlinge, 1 Stahlgraveur- und Ziseleurlehrling, 1 Tapezier- und Dekorateurlehrling, 1 Wagnerlehrling, 2 Weißbinderlehrlinge, 1 Lehrmädchen für Laden und Buchhaltung, 1 Poliseusenlehrmädchen.
Eltern und Vormünder, welche ihre Söhne bezw. Pflegebefohlenen einem der vorgemerkten Berufe zuführen wollen, werden ersucht, dies bei der städtischen Arbeitsvermittelungsstelle, Langstraße 41, anzumelden. Die Vermittelung erfolgt kostenfrei.
Hanau den 16. Januar 1912. 2348
Der Magistrat.
Hild.
Spohn u. a. Einen kecken Junker stellte Frl. Büttner auf die Bühne, auch Frl. Wossidlo als „Annette" war vorzüglich, ebenso Frau S ch m i d t-S ch ü tz als „Lore". Vom Damenpersonal waren noch verschiedene Mitglieder in kleineren Rollen ebenfalls erfolgreich tätig. Die Regie führte Herr Heinz.
Die Gelnhäuser Kaisersage auf der Bühne.
Aus Wiesbaden wird uns geschrieben: Am Dienstag den 23. d. Mts. durfte im Wiesbadener Volkstheater ein Schauspiel seine Uraufführung erleben, das einen Sohn von Gelnhausen, den jungen Schriftsteller Karl Heinz Hill, zum Verfasser hat und in dem die Sage von der Gründung Gelnhauiens zum ersten Mal auf die Bühne gebracht wurde. Der Hremièrenabend war reich an Ovationen und Lorbeeren und der hoffnungsvolle Dichter durfte wiederholt dem jubelnden Beifall folgen und gemeinsam mit den Hauptdarstellern an der Rampe erscheinen. In dem historischen Schauspiel „Die Liebe siegt l" hat Karl Heinz Hill die Gelasage in freier dramatischer Bearbeitung nachgeschaffen und damit nicht nur seiner hessischen Heimat ein bleibendes Denkmal gesetzt, sondern auch eine dichterische Werdekraft offenbart, die zu den schönsten Hoffnungen berechtigt. Und wenn auf einer der vielen flatternden Kranzschleifen, die den poeta laureatus umgaben, die Worte standen:
„Wo eines Dichters heißes Herz zur Heimat fliegt,
Da schafft der Genius und die Liebe siegt,"
so dürfte der Spender dieser Verse damit unbedingt das Richtige getroffen haben. Von der heißen Heimatliebe ist das Stück getragen, von der Treue zur Scholle durchpulst und von der Begeisterung für die große Vergangenheit durch» lodert. Aus dem grünen Rahmen des waldumwoglen Kinzigtals aber treten uns die Gestalten der schönen Gela, Dietmars blonder Tochter und des jungen StaufenkaiserS dessen Spuren noch heute tausend
Bekanntmachung.
Die pachtfrei gewordenen, in der Gemarkung Keffelstadt gelegenen Wiesen sollen
Montag den 29. Januar d. I., nachmittags 3 Uhr, im Geschäftszimmer der unterzeichneten Kaffe (Neustädter Rathaus, 1. Obergeschoß, Zimmer Nr. 4)
vorpachtet werden.
Pachtliebhaber werden zu diesem Termin eingeladen.
Hanau den 24. Januar 1912. 2399
Stadthauptkafse.
Auf dem Gehöfte des Handelsmanns Ehrmann in Großostheim ist die Maul- und Klauenseuche amtstierärztlich festgestellt. Gehöfte des Ehrmann ist Sperrgebiet, Großostheim Beobachtungsgebiet.
Aschaffenburg den 23. Januar 1912.
Nutz- und Brennholz - Verkauf.
Königliche Oberförsterei Wolfgang.
Am Dienstag den 6. Februar 1912, von bormittags 9^8 Uhr ab, soll in der Gastwirtschaft „Zum Forsthaus" bei Hanau aus dem Schutzbezirk Lamboybrück, Jagen 102, 103, 109—113, 115, 122, 123 u. 125 u. Totalität nachstehendes Nutz- und Brennholz und zwar :
A. Nutzholz:
Eiche: 17 Stämme A 1__4. Kl. — 23,09 fm, 74 ‘ Stämme B 1.—4. Kl. = 85,04 fm, 6,5 rm Nutzscheit 2. Kl.
Buchen: 11 Stämme B 3.-5. Kl. — 6,01 fm.
Eschen: 28 Stämme B 4. u. 5. Kl. = 13,12 fm.
Hainbuchen: 9 rm Nutzscheit 2. Kl. in Rollen.
Erlen: 15 Stämme B 4. u. 5. Kl. = 6,97 fm.
Linden: 1 St. B 3. Kl. = 1,01 fm.
Kiesern: 75 St. Sägeblöcke 2.-3. Kl. = 27,31 fm, • Bauholz 82 St. 2.-4. Kl. = 79,33 fm.
Fichten: Bauholz 74 St. 3. u. 4. Kl. — 15,18 fm, 158 St. Derbholzstangen 1.—3. Kl., 4,50 Hdt. Reiserholzstangen 4. u. 5. Kl.
B. Brennholz:
Eiche . 228 rm Scheit, 139 rm Knüppel, 200 Wellen Reis 3. Kl.
Buchen pp.: 199 rm Scheit, 41 rm Knüppel, 3330 Wellen Reis 3. Kl., 240 Bund Reis 4. Kl. (Erbsenreis),
Birken, Erlen: 35 rm Scheit, 48 rm Knüppel, 40 Wellen Reis 3. Kl.
Erinnerungen wecken, in lebensvoller Plastik gegenüber. Sage und Geschichte verstand der Dichter geschickt zu verweben. Der Liebeskonflikt des anmutigen Grafenkindes erinnert an die hohen Lieder vom deutschen Frauentum, wie sie uns schon Walter von der Vogelweide sang. In stimmungsvollster Lyrik spielen sich die Szenen ab, in denen sich Gelas Sehnsucht nach dem fernen, verschollenen Geliebten äußert. Umsomehr aber kamen diese Seelenschwingungen restlos zur Offenbarung, als Frau Direktor Ella Wilhelmy selbst die Gela kreierte. Mit dieser ausgezeichneten Künstlerin durften in erster Linie Max Ludwig als Regisseur und in der Rolle des Kohlers vom Eisenberge, Fritz Großmann (Barbarossa), Fritz Graumann (Dietmar), Ottomar Bloß (Wolfram), Richard Bauer (Neidhardt) und Adolf Willmann (Stellarius) an dem Erfolg der Premiere teilhaben. Karl Heinz Hill verdient jedoch auch in weiteren Kreisen bekannt zu werden und vor allem sollte es die Heimat selbst sein, die den Propheten im eigenen Lande zu Wort kommen lassen müßte. Durch seine dramatische Erst- lmqsarbeit hat er bewiesen, daß in ihm ein reiches Talent steckt. Der Direktion des Vclkstheaters aber darf man dankbar sein, daß sie dem als Humorist und Lyriker bereits hier bestens bekannten Poeten den Weg zur Bühne geebnet hat. Vielleicht haben auch die Landsleute des Dichters noch Gelegenheit, die dramatische Dichtung auf dem historischen Boden der Kaiserpfalz am Fuße des Vogelsbergs auf Herz und Geist wirken zu lasten. H. M
Albumblätter.
Sei deiner Welt, soviel du kannst, ein Engel, So wird sie dir, trotz dem Gefühl der Mängel, Soviel sie kann, dafür ein Himmel sein.
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Ehret die Rechte der Natur, folgt dem Zug der Liebe, so braucht ihr keine Gesetze.