Einzelbild herunterladen
 

StmmmUi «erttlfährNch 180 ML. ww*M W W, Wk M» mârttge atumnenten Btt H*w ^'^P PostauffchkaG, Dt» «injeliM Rbihom» toftet 16 VkA

IMetiotwbtud und Verlag der Vuchdruckerei de» Bttefn. ev. Watfeahaufe» tu Kmmu.

General-AazeUer

Amtliches Grglm für StaM- M Lsnâreis Hanan.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage,

Ale Ij^WfW Pettt-etl» *t deren ASM S fW tat AeklaMeatetl die Felle ü MA

verantmoetl. Rebaktrur: E, Schrecke» in Eenem

9tt> 19 syernsprechanschlutz Nr. 230.

«S»»WSS-.^ « I u«'S»'.'."1 !. .. . ! - Ui

Slmtliches.

Landkreis Fjanati.

Mit der Berichterstattung auf meine Verfügung vom 18. 4. 1910, A 1891, betr. die Untersuchung von Nah- rungs- und Genußmitteln, ist noch eine Anzahl der Herren Bürgermeister im Rückstände.

Ich bringe daher die Erledigung der genannten Ver­fügung mit 5tägiger Frist in Erinnerung.

Hanau den 22. Januar 1912. A 206

Der Königl. Landrat.

Frhr. Laur.

An die Ortspolizeibehörden des Kreises.

Nach den Bestimmungen der Reichsversicherungs-Ord­nung find die Quittungskarten wie auch bisher, binnen zwei Jahren nach der Ausstellung zum Umtausche einzureichen. Die Nichtbefolgung dieser Vorschrift hat aber nicht mehr zur Folge, daß die verspätet umgetauschte Karte die Gültigkeit verliert. Es sind daher in allen Fällen die zum Um­tausch gebrachten Karten aufzurechnen. Die bislang im Ge­brauch befindlichen kleinen roten Gültigkeitsanträge (Form. G. 58) sind dadurch hinfällig geworden. Ferner ist auch die Verordnung, daß auf Antrag die Gültigkeitsdauer einer Quittungskarte verlängert werden könnte, vom 1. Januar 1912 ab aufgehoben. Vermerke über Eültigkeitsverlänge- rung dürfen daher in den Quittungskarten nicht mehr an­gebracht werden.

Wohl aber ist es noch, ebenso wie früher, sehr wichtig, daß die Ausgabestellen der Quittungsrarten beim Aufrech- nen umgetauschter Karten darauf achten, ob die Anwart­schaft erhalten ist, d. h. ob bei Pflichtversicherten (in gelben Karten, Form. A.) binnen 2 Jahren nach dem Ausstellungs­tage mindestens 20 und bei Selbstversicherten (in grauen Karten, Form. B.) binnen gleicher Frist mindestens 40 Bei­tragsmarken verwendet worden sind. Ist die erforderliche Anzahl von Marken nicht in der Karte enthalten, so ist zu prüfen, ob es dem Versicherten etwa durch Beibringung rückständiger Pflichtbeiträge oder durch Leistung fteiwilliger Beiträge letzteres ist aber nur für höchstens 1 Jahr vom Tage der Verwendung an rückwärts gerechnet, zulässig möglich ist, die zur Erhaltung der Anwartschaft notwendige Mindestzahl von Beiträgen zu erlangen. Bejahendenfalls ist den Versicherten der Rat zu erteilen, das Fehlende noch vor dem Kartenumtausch nachzuholen.

Im übrigen empfiehlt es sich jedoch trotz des Wegfalls der formalen Ungültigkeitserklärung verspätet umgetausch­ter Karten die Versicherten von Zeit zu Zeit dringend da­rauf hinzuweisen, daß ihre Karten nicht länger als 2 Jahre laufen sollen und daß sie im Falle eines längeren Karten-

Drittes Abonnemcntskoiizrrt derFrank­furter Ouartettvcrciniguilg".

Hanau den 23. Jan. 1912.

Dem gestrigen dritten Abonnementskonzert derFrank­furter Quartettvereinigung" lag ein Programm üu Grunde, das der Veranstaltung das Gepräge eines Klassikerabends verlieh. Wir hörten je ein Streich­quartett von Haydn und Beethoven, ferner (Klavier Frl. Rosenbaum) die e-moll - Sonate op. 90 des­selben Komponisten und ein Präludium mit Fuge von Joh. Seb. Bach.

Es unterliegt keinem Zweifel, daß die Kammernmsikiverke unserer Klassiker in ihrer Ruhe und Abgeklärtheit dem stillen Empfinden und Verständnis der Allgemeinheit näher kommen, wie die sturm- und drangbewegten Formenzerbrecher und Wegsucher, denen dieModern e" einBahn f r e i!" geschaffen hat bis zum völligen Ausleben des persönlichenI ch" in musikalffch-physiologischer und -psychologischer Beziehung! In dieierHinsicht warder gestrige Kammermusikabend von besonderer Bedeutung für die geistige Ausbeute, die den Hörern zugute kam. Denn die lachende und singende Muse Haydns so­wohl, als auch die gedankenschwere, tiefgründige und de- fangende Weise Beethovens finden rasch und sicher den Weg zum Herzen und Musik ist und bleibt im ersten und letzten Gründe Herzenssache? Freilich erfordert solche Ein­wirkung der musikalischen Kunst auf das menschliche Gemüt die Loslösung von allem Körperlichen das will nichts Geringeres heißen, als daß die ausübenden Musiker zu einem ungehinderten, erfassenden geistigen Schalten und Walten erst dann gelangen können, nachdem sie in voll­kommener Ueberwindung aller technischen Angelegenheiten und in eigenem Nachdenken und in eigenem Empfinden den Weg gesucht und gefunden haben zu dem Genius, mit dem

Dienstag den 23. Januar

Umlaufs den gesetzlichen Nachteil haben, gemäß § 1420 R.-V.-O., im Streitfälle bei späteren Rentenansprüchen die Erhaltung der Anwartschaft beweisen zu müssen, wodurch unter Umständen ihr ganzer Rentenanspruch auf dem Spiele stehen kann.

Die Ortspolizeibehörden ersuche ich für wiederholte orts­übliche Bekanntmachung der vorstehenden Bestimmungen in ihren Gemeinden Sorge zu tragen.

Hanau den 15. Januar 1912. V. 43

Der Königliche Landrat.

J. A.: Karbe.

Stadtkreis Banau. Bekanntmachung.

Diejenigen Personen, welche mit Zahlung der Beträge für die gelieferten Kartoffeln und Kohlen im Rückstand sind, werden aufgefordert, innerhalb 8 Tagen auf dem Rat­haus, Langstraße 43, Zimmer Nr. 1, Zahlung zu leisten.

Die auf Abruf im Laufe des Winters bestellten Kar­toffeln werden jede Woche Samstags von ^9 bis 12 Uhr im Keller des Altstädter Rathauses gegen sofortige Bezahlung ausgegeben.

Hanau den 8. Januar 1912.

Der Magistrat.

Hild.

Steuererhebung.

Die Erhebung der Steuern und des Schulgeldes für die Monate Januar-März d. I. beginnt in den nächsten Tagen. Es wird auf die auf der Rückseite der Steuerzettel aufge­druckten Bestimmungen, insbesondere auf das unter Nr. 3 derselben Gesagte aufmerksam gemacht.

Fristgesuche können nur Berücksichtigung finden, wenn sie bis zum Schluß des Fälligkeitstermins 15. Februar eingegangen und gehörig begründet sind.

Die Steuerkaffe befindet sich im Rathaus (Neustadt) Zimmer Nr. 3, Erdgeschoß rechts, und ist für Einzahlungen täglich vormittags von 8^ bis 12^ Uhr geöffnet.

Hanau am 19. Januar 1912.

Stadtkaffe. 2071

In das Handelsregister A ist unter Nr. 41 einge­tragen worden: Firma Otto Schinkenberger in Fechen­heim. Inhaber ist der Kaufmann Otto Schinken­berger in Fechenheim.

Bergen b. Hanau, den 17. Januar 1912.

Königliches Amtsgericht. 2213 sie ihre musikalische Gemeinde jeweils in seelische Verbin­dung bringen wollen. Den Künstlern des gestrigen Abends können wir mit Fug und Recht attestieren, daß sie hierin auf der Höhe ihrer Aufgabe standen; sie blieben weder ihrem Haydn-Quartett etwas schuldig, noch ihrer Beethoven- Nummer. Es ist schwer zu sagen, welchem von den vier Sätzen des erstgenannten Quartetts die Palme gebührt. Ein jeder Satz hat seine ausgeprägten Eigenarten, die bestens ausgearbeitet zum Vorschein kamen. Das Allegro und das Andante war ebenso charakteristisch gestaltet, wie die lebensfroh gehaltenen, prächtigen Imitationen des Me­nuetts und die prickelnden, verschlungenen Läufe des Vivace. Im Beethove n-Quartett zeigte sich neben liebevollster Behandlung der einzelnen, reizenden Gesangs- themen eine auffallend gesteigerte, ins Ungewöhnliche hineinragende Klangentfaltung, die aber trotz ihrer unge­ahnten Fülle und Mannigfaltigkeit niemals und nirgends die von der musikalischen Aesthetik gezogenen Schönheits­linien überschritt. Die einzelnen Teile des in Rede stehen­den Quartetts erscheinen in ihrer Struktur und in ihrem Ensemble so selbstverständlich, daß man sie technisch für leicht, oder mindestens für nicht schwierig halten könnte. Jedoch bei genauerem Zusehen zeigen sich technische Schwie­rigkeiten in Hülle und Fülle fast auf jeder Seite der Par­titur. Ohne daß wir den durchweg ausgezeichnet gelungenen Vortrag der drei ersten Teile des Quartetts etwa in zweite Linie setzen wollten, müssen wir sagen, daß die Quartettgenossen den Vogel abgeschossen haben mit der Dar­bietung des v i e r t e n Satzes. Hier wurden die in eilender Flucht sich entwickelnden kontrapunktischen Formen zu einem Zusammenspiel vereinigt, das man als ein glänzendes, ein geradezu vi r t u o s es Ensemble bezeichnen muß.

Als mitwirkende Solistin beim gestrigen Kammermusik­konzert war die Pianistin Fräulein AliceRosenbaum aus Frankfurt a. M. tätig. Fräulein Rosenbaum ist den Besuchern der Hanauer Kammermusikkonzerte keine

Fernsprechanschlutz Nr. 230. 1912

In das Handelsregister A Nr. 22 ist bei der Firma Josef Kamnitzer in Fechenheim eingetragen worden: Die Firma ist erloschen.

Bergen b. Hanau den 19. Januar 1912.

Königliches Amtsgericht. 2215

Zwangsversteigerung.

Im Wege der Zwangsvollstreckung soll das in der Gemarkung Langenselbold belegene, im Erundbuche von Langenselbold Blatt 2798 zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerkes auf den Namen des Sattler. Meisters Johann Dürr in Langenselbold eingetragene Grundstück:

Krtbl. 63 Nr. 28/17, Hanauerstraße Nr. 95 --- 4,37 »r a) Wohnhaus mit Hofraum) 300 Mk. Nutzungs­und Hausgarten j wert,

b) Werkstatt und Stall, 24 Mk. Nutzungswert, am 22. März 1912, vormittags 9 Uhr, durch das unterzeichnete Gericht au der Gerichtsstelle versteigert werden.

Langenselbold den 20. Januar 1912. 2211

Königliches Amtsgericht.

Dienstnachrichteil aus dem Kreise.

In der Gemarkung Niederrodenbach ist die Schweine- seuche festgestellt worden.

Hanau, den 23. Januar 1912. V 633

Gefundene und verlorene Genensliiiidc rc.

Gefunden: 1 längliche silberne Broschennadel.

Verloren: 1 schwarze Damen-Sammettasche mit Taschentuch (gez. M F), 1 mattgoldenes Gliederarmbaud. Hanau den 23. Januar 1912.

PolitiTtbe RundTdrao.

Erkundigungsreife. Der Staatssekretär des Reichskolo­nialamts Dr. Solf hat eine Erkundigungsreise nach London angetreten, um die Einrichtung des englischen Diamanten­handels zu studieren.

Ein Wahlidyll. Im Wahlkreis Hohensalza-Mogilno- Strelo ist, demGeselligen" zufolge, nicht eine einzige Ver­sammlung abgehalten worden. In diesem Kreise zu kan­didieren muß ein wahres Vergnügen sein.

Fremde mehr. Von ihrem ersten hiesigen Auftreten her in der vorletzten Konzertsaison ist sie allen, die sie damals gehört haben, noch in guter Erinnerung. Ihr streng klassisches Programm, das sie ihren Soli des gestrigen Abends zugrunde legte, zeugte schon an und für sich hinreichend von dem ernsten Geist und dem ernsten Streben, das die Künstlerin beseelt. Die Solistin weiß das straffeste Energico ebenso gut zu vertonen, als das zarteste Cantilene, und was zwischen diesen beiden Polen liegt, diese lange Stufenleiter der Em- pfindungen ist ihr in gleicher Weise vertraut und geläufig. Ihre durchaus zielsichere Technik weiß sie vortrefflich zu solchen Ausdrucksformen zu verwenden, die, jedweder sen­siblen Regung abhold, einzig und allein im Dienste einer gesunden Auffassung und einer ungekünstelten Wieder­gabe derjenigen Stimmungen stehen, die in Melodie, in Harmonie und nicht zum mindesten in der P o l y p h o n i e ihrer Klaviersätze niedergelegt sind. Und gerade das letztere, ihre Bemeisterung der im polyphonen Stil gehaltenen Klaviernummern man denke auch an ihre Zugabe! ist es, was uns direkt dazu reizt, sie als eine Pianistin von ganz besonders solidem Charakter zu begrüßen. Fräulein Rosenbaum kann nach ihren künstlerischen Erfolgen des gestrigen Abends die Gewißheit haben, daß sie bei dem nicht wenig verwöhnten und im allgemeinen zu großen An­sprüchen hingeleiteten Hanauer Konzertpublikum jederzeit ein willkommener Gast sein wird. Zum Schluffe unseres Berichtes wollen wir noch mit ganz besonderer Anerkennung des Umstandes Erwähnung tun, daß das gestrige Konzert die Zeitdauer von anderthalb Stunden nicht überschritt. Der vorzügliche Gesamteindruck der Veranstaltung wurde dadurch sicherlich in seiner Tiefe und Nachhaltigkeit um et« Bedeutendes gefördert.