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General-Akzeigti

Aiolliihts ®r$an für SUM- tm) Faadkrtls Sana«.

Erscheint tSgltch mit Ausnahme bet Sonn» und Feiertage. mit belletristischer Beilage.

Die Sgtfpaftent Petltzetl» ebee bette Weite tO Hsg in Rcslttountefl bb Bet le Ä Big.

verautroortl. Rebotteut: L. Schrecker in Denen

Nr. 17

Aernsprechanschlrch Nr. 230

Samstag den 20. Januar

Ferltsprechanschlittz Nr. 230

1912

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16 Seite».

Hierzu

„Amtliche Beilage Nr. 1".

Amtliches.

Bekanntmachung.

Arbeitsuchende: 2 Bäcker, 1 Bureaudiener, 1 Fabrik­arbeiterin, 1 kaufm. Lehrling, 1 Lehrmädchen für Kontor, 2 Monatsfrauen, 1 Sattlerlehrling, 2 Schreiner, l O Tage­löhner und Hausburschen, 1 Tapezierer und Polsterer.

Offene Stellen. Gesucht werden: 1 Bijoutier, 7 Dienstmädchen, 2 Former, 1 Hausbursche für Wirtschaft, 1 Kettenmacher, 1 jüngerer Schreiner nach auswärts, 2 Schuhmacher, 1 Cilberformer, 1 landw. Tagelöhner, 1 Poliseusenlehrmädchen.

Hanau den 20. Januar 1912. 2043

Städtische Arbeitsvermittelungsstelle.

Konkursverfahren.

In dem Konkursverfahren über das Vermögen des Kaufmanns Adolf Sternheimer, Inhabers ott Firma Adolf Sternheimer in Hanau, ist zur Prüfung der nachträglich angemeldeten Forderungen Termin auf den 15. März 1912, vormittags 11 Uhr, vor dem Königlichen Amtsgericht 5 in Hanau, Nußallee 17, Zimmer Nr. 17, anberaumt.

Hanau den 16. Januar 1912. 1975

Königliches Amtsgericht 5.

Gefundene und verlorene Gcgcnstiindc re.

Gefunden: 1 lange gelbe Herrenuhrkette, 1 Zehnmarkstück, 1 buntes Perlenportemonnaie mit 1,20 Mark,'2 Musterringe.

Verloren: 1 goldene Damenuhr mit Sprungdeckel und mit Kette, 1 brauner Manschesterrock und 1 Arbeits­kittel, 1 goldener Herrenring mit blauem Stein (alter Exerzierplatz am Nordbahnhof), 1 hellbrauner Kinder­boa, 3 goldene unfertige Herrenringe.

Hanau den 20. Januar 1912. »—-——-. I ■■in.—■

Zweites Mmemtskonzert des LratommrckS.

Hauau, 20. Januar.

Das zweite Abonnementskonzert des hiesigen Oratorien­vereins, welches am vorgestrigen Abend im Saale der Turn­gemeinde statlfand, brachte kein zusammenhängendes Werk, sondern vollzog sich nach einem Programm, in welchem ver­schiedene und v-rschiedenartige kleinere und größeie Kompo­sitionen znm Worte kamen. An der Ausführung des Pro­gramms waren der Oratorienchor beteiligt, teils in seiner Gesamtheit und teils der Frauenchor allein, ferner als Solistin die Sängerin Fräulein Ella Gregory aus Berlin, ferner der erste Solocellist der Frankfurter Oper Herr Ary S ch u y e r , und der Dirigent des Vereins, Herr Dr. Frank Limbert, als Pianist.

Von vierstimmigen gemischten Chören hörten wir „Hätt' ich Flügel wie Tauben" von Ro s e n m u n d, „P a l m s o n n t a g m o r g e n" von Bruch und „Chor der Enge!" von Liszt. Außerdem verzeichnete das Programm drei vierstimmige Frauenchöre von W. Henkel: „O süße Mutter", „Du Dörflein" und „Ich t r e t’ i n einen Garte n".

Der a enpella-Chorgesang ist eigentlich so recht der Prüf- stein für die Leistungsfähigkeit eines Sängerchors. Insonder­heit gewährt der gemischte Chor in seiner Durchsichtigkeit, die durch den weiten Spielraum seiner vier Stimmen ge­schaffen ist, einen raschen und genauen Einblick in das, was innerhalb dieses Tonraumes in gesanglicher Betätigung sich vollzieht. Nun aber hegt ja fraglos und naturgemäß das Interesse unseres Oratorienvereins, der das Hauptgewicht seiner Arbeit auf den Gesang mit Instrumental­begleitung legt, nicht auf dem Gebiete des a capella-®hlâ. Wir müßen also im Auge behalten, daß der Chor bei einem Konzert, das in der Art des vorgestrigen angelegt ist, den S o l i st e n des Abends in un-

Politische Rundschau.

Angriffe auf Militärpersonen in Metz. Die häufigen Angriffe auf Militärpersonen haben, wie die „Metzer Ztg." mitteilt, das Gouvernement veranlaßt, durch das Polizei­präsidium die energische Mahnung ergehen zu lasten, daß, wenn diese Angriffe sich wiederholen würden, die Unter­offiziere und Mannschaften angewiesen werden sollen, in rücksichtsloser Art von ihren Waffen Gebrauch zu machen.

Die Revolution in China. Gestern m^geit wurde im Palast zu Peking eine längere Beratung über die Abdankung des Thrones abgehalten. Sie mußte jedoch rrJsgt werden, ohne eilt Ergebnis gezeitigt zu f^m. Di: führenden Prinzen sprachen sich für bedingungslose Abdankung aus, wogegen drei jüngere Punzen und der ehe-ialige Tartaren- general Tiliang von Nanking sich nicht damit einverstanden erklärten, daß sich der Hof nach Jehol zurückziehen solle. Es ist augenscheinlich sehr schwer, die Einzelheiten der Abdankung festzulegen.

Stichwahl!

Am heutigen Samstag finden in 77 Wahlkreisen, am Montag in 80 Wahlkreisen und erst am Donnerstag in den letzten 34 der 190 Stichwahlkreise die Stichwahlen statt, die erst endgültig über die Zusammensetzung des Reichs­tages entscheiden sollen.

Bassermann.

Saarbrücken, 19. Jan. In einer sehr stark besuchten Ver­sammlung der sozialdemokratischen Partei im Wahlkreise Saarbrücken wurde als Stichwahlparole die Wahl Baster­manns für den 20. Januar ausgegeben. Der Führer der Sozialdemokratie betonte, daß es in diesem Wahlkampfe vor allem gelte, den schwarzblauen Block zu zertrümmern.

Die Kölner Rationalliberalen und das Zentrum.

Köln, 19. Jan. Das Zentrum erbat von der national; liberalen Partei Wahlhilfe für Düsteldorf, Köln und Esten, wofür das Zentrum in Duisburg, Wiesbaden, Bochum, Göt­tingen und Eisenach die Unterstützung der nationallibe­ralen Kandidaten versprach. Die Kölner nationalliberale Parteileitung lehnte indesten gegen eine kleine Minderheit diese Vorschläge ab und erklärte für die'Montag stattfin­dende Stichwahl Stimmenfreiheit als Wahlparole auszu­geben.

Hochst-Homburg-Ufingen.

Höchst, 19. Jan. Eine heute in Frankfurt abgehaltene freisinnige Vertrauensmännerversammlung des 1. naßau- ischen Wahlkreises beschloß für die bevorstehende Stichwahl zwischen Zentrum und Sozialdemokratie Stimmenfreigabe. Die Versammlung faßte folgende Resolution: „Das Preß- zweid-utiger Weise den Vorrang einräumt, während er selbst in seiner Stellung im Programm von sekundärer Bedeutung sein will. Das schließt natürlich nicht aus, daß er auch auf dem Gebiete des reinen Vokalgesanges seine beste Kraft einzusetzen bestrebt sein muß. Aber der Berichterstatter hat dieselbe in allen Phasen ihrer Entwick­lung und Erscheinung unter dem Gesichtswinkel des vorher skizzierten Standpunktes zu betrachten und zu beurteilen. Von dieser Voraussetzung ausgehend, sind wir in der an­genehmen Lage, den Chorgesängen des vorgestrigen Abends unseren vollen Beifall zu zollen. Der Stimmungsgehalt der einzelnen Chöre war in seinen charakteristischen Linien schön herausgearbeitet, und die Vertreter der vier Stimm­gattungen zeigten sich der ihnen zugeteilten Aufgabe derart gewachsen, daß das Ensemble zu guter Wirkung kam, beson­ders in den zarten Pianostellen, Von besonderem Jntereße waren die drei Frauenchöre von W. Henkel, von denen jeder in seiner Art sich als eine sehr ansprechende Kompo­sition repräsentierte. Das „O süße Mutter" erreicht seinen musikalischen Höhepunkt in der wohlgelungenen Ton­malerei der vierten Strophe, der sich dann mit hübschem Kontrast die Schlußstrophe anreiht. Bei dem „D L r f l e i n im Wiesengrunde" fiel uns vor allem die Melodie­führung auf, die sich vornehmlich an den Strophenschlüsten in einer sehr schönen Linie bewegt. In „Ich trat in einen Garten" erregte unsere besondere Aufmerksam­keit eine sehr überraschende Modulation, welche die zweite Strophe bringt und mit ihrem wirksamen Eindruck den schönen Ausklang des Liedes vorbereitet.

In Fräulein Elsa Gregory lernten wir eine Sän­gerin kennen, deren rigorose Einförmigkeit in der Vokali- sation den Wert ihrer gesanglichen Darbietungen zwar herabmindert, die aber sonst über tüchtige musikalische Treffsicherheit verfügt, ein gut geschultes, biegsames Organ besitzt und mit Geschmack gesättigte und warme Farbentöne den von ihr reproduzierten

organ der Frankfurter Sozialdemokratie, die „Volks­stimme", hat die Stichwahlparole unserer Kölner Partei­freunde zu Gunsten der Sozialdemokratie in ganz unerhör­ter Weise gegen unsere Frankfurter Parteifreunde auszu­beuten gesucht, indem es unter Hinweis auf Köln das Zentrum in Frankfurt indirekt aufforderte, gegen Rudolf Oeser für Dr. Quarck zu stimmen. Dieses Verhalten der Frankfurter Sozialdemokratie veranlaßt uns, von einer Pa­role für die Sozialdemokratie abzusehen und unseren Par­teigenosten die Stimmenabgabe freizustellen."

Die »Fiorddeutsche Allgemeine Zeitung" über die freisinnige Stichwahlparole.

Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt unter der Ueberschrkst „Verrat an der Sache des Bürgertums":

Die in Uebereinstimmung mit der sozialdemokratischen Partei ausgegebene Anweisung der Fortschrittlichen Volks­partei: „Keine Stimme einem Kandidaten der rechtsstehen­den Parteien" muß, wenn sie befolgt wird, in einer großen Anzahl von Reichstagswahlkreisen den sozialdemokratischen Kandidaten den Sieg über Anhänger bürgerlicher Parteien verschaffen. In vielen Wahlkreisen ist auch bereits von den Ausschüßen der Fortschrittlichen Volkspartei die Aufforde­rung ergangen, für die Vertreter der Sozialdemokratie zu stimmen. Wie stark diese Zumutung vom Standpunkt der alten Fortschrittspartei aus erscheint, geht klar aus einem Aufruf hrvor, den das freisinnige Wahlkomitee im ersten Berliner Wahlkreis soeben für den bisherigen Abgeord­neten Kämpf gegen den Sozialdemokraten Düwell erlaßen hat. Da wird gesagt, wer nicht für den bürgerlichen Kan­didaten eintrete, „Verrat an der Sache des Bürgertums, an den Grundsätzen des Liberalismus, an der Zukunst des Vaterlandes" begehe. Weiter heißt es in dem Aufrufe: „Wer mit dem sozialdemokratischen Stimmzettel protestie­ren wollte gegen eine einseitige Regierungspolitik, gegen den schwarz-blauen Block, hat es durch seine Stimmabgabe in der Hauptwahl getan. Wer jetzt für die Sozialdemo­kratie eintritt, erklärt sich identisch mit ihren Zielen, mit ihrem Programm, mit ihren Erundanschauungen." Das ist die schärfste Beurteilung der Schwenkung, die die Fort­schrittliche Volkspartei mit ihrer Stichwahlparole zu Gun­sten der Sozialdemokratie vollzogen hat."

Die Stichwahlparole der Deulschsozialen f.Kurheffen.

h Da die fortschrittliche Volkspartei beschlossen hat, am SamStag im Wahlkreise Eschwege-Schmalkalden ihren Mit­gliedern zwischen dem Sozialdemokraten und dem Deutsch- sozialen Stiminenkreigabe zu gewähren, beschloß der Landes- ausschuß der Deutschsozialen Partei für Kurhessen folgendes: „Wählt die fortschrittliche Volkspartei am Samstag den Teutschsozialen Kandidaten Raab nicht, dann proklamiert die deutschsoziale Partei für die am Montag in Weimar, Tonbildern aufzutragen versteht. Dies sei aber nur mit Bezug auf die vorgestern von ihr gebrachten vier Gesänge von Hugo Wolf gesagt. Denn beim „Gesang zur Laute" handelt es sich weniger um musikalische Kunst, als vielmehr um eine mehr oder minder gute Unterhal­tungsmusik, bei der sich jedes ad libitum und a piacere amüsieren kann, es sei denn, daß der Lautengesang gelegent­liche Anleihen aus dem poetischen Reichtum des deutschen Volksliedes macht. Wer aber wie Fräulein Gregory mit so viel Innigkeit und Wärme das „Kommt ein Vö­gerl geflogen" oder das Marienlied „Uf dem Berge" zu singen vermag, der braucht keine Konzession an die Mode zu machen mit der Verwendung der „Laute", um sich im Konzertsaal durchzusetzen. Die Gefahr, daß dte „Lauts" ein Milieu schafft, das einem seriösen Konzert, kn welchem — wie vorgestern abend — durchweg musikalische Werte geprägt werden, nicht mehr ganz entspricht, liegt immer sehr nahe. Das zeigte auch wieder der vorgestrige Abend, bei dem die zwei letzten Lautenlieder in ihrer coupletartigen Form das vermochten, daß ein da capo gesungen werden konnte in der Frontstellung der Solistin nach dem Chore hin und daß der herrliche L i s z t' s ch e „Chor der Engel", der sich diesen letzten Gesängen zur Laute anschloß, leider bei den Zuhörern nicht mehr d i e Aufnahmefähigkeit und d i e innere Sammlung vorfand, die einerseits das Vollgewicht der Komposition und der Dichtung erheischt und die andererseits die Mühe der Ein­studierung und ihre Tendenz füglich verdient hätte.

Einen breiten Raum im vorgestrigen Programm nah­men die beiden großen Kammermufiknummern ein, welche die Herren Ary Schuyer (Cello) und Dr. Frank Limbert (Klavier) zum Vortrag brachten: die Sonate in a=moll von Grieg und die „Variations sympho» niques" von Voöllmann. Beide Künstler ergänzten sich aufs beste. Herr Ary Schuyer, welcher besonders tn der zweiten Nummer seine Kunst zu voller Entfaltuna