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M-fatioosbrvF und Verlag der Vochdruckeret btt chereta. eo Watsenhause« tu ßanaa.

General-Anzeiger

AAlliches Organ für Stobt- und Landkreis Kasan.

Erscheint täglich mit Ausnahme bet Sow»- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

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Die Sgefpaltene Betttzeit» «de» Wtte Rem s Nb tat -leklameutea die gell, <5 Nb

verantwort!. AeSaktenr: L. Schrecker b v««d

Ü?L 16 fyernsprechanschlutz Nr. 230.

Freitag den 19. Januar

Ferrrsprechanschlutz Nr. 230. 1912

Amtliches.

Sandespolizeiliche Anordnung betreffend die Bekämpfung der Maul- und Klauenseuche im Stadtkreise Hanau.

Mit Rücksicht auf die Feststellung der weiteren Aus­breitung der Manl- und Klauenseuche in Hanau durch den beamteten Tierarzt bestimme ich in Erweiterung meiner landespolizeilichen Anordnung vom 10. Oktober 1911 A. III. 4899 Amtsblatt Nr. 41, S. 356/7 folgendes:

1. Zu dem Sperrgebiet im § 1 tritt in der Stadt Hanau )er Stadtteil, der durch den Kanalplatz, die Römerstraße, die Zlockenstraße bis zum Schnittpunkt der Steinheimer-, Fahnen- und Gärtnerstraße, die SteinHeimerstraße bis zum Stadtgraben und durch letzteren selbst bis zum Kanaltor regrenzt wird.

2. Das Verladen von Vieh ist auf der Bahnstation Hanau-West verboten.

4 Cassel den 16. Januar 1912. A III. 377II.

Der Regierungspräsident.

GrafvonVernstorff.

»andespolizeiliche Anordnung betreffend die Bekämpfung der Maul- und Klauenseuche im Landkreise Hanau.

Meine landespolizeiliche Anordnung vom 31. Oktober 1911 A III. 5236 betreffend die Bekämpfung der im Landkreise Hanau aufgetretenen Maul- und Klauenseuche Amtsblatt Nr. 44, S. 388 wird hierdurch, wie folgt, rbgeändert:

Aus dem Sperrgebiet im § 1 scheidet aus die Gemeinde Hochstadt: sie tritt zum Beobachtungsgebiet.

Cassel den 16. Januar 1912. A III. 327

Der Regierungspräsident.

Graf von Bernstorff.

,L Candhreis Ranau.

Infolge Erlöschens der Maul- und Klauenseuche in der Gemeinde Hochstadt werden die von mir unterm 24. Ok- ' ^ber 1911 V. 7089 angeordneten Schutzmaßregeln hiermit aufgehoben.

Die Gemeinde Hochstadt tritt zu dem Deobachtungs- lebiet.

Hanau den 18. Januar 1912. V. 489

Der Königliche Landrat.

Frhr. Laur.

Handelsregister.

1. Firma: Eingetragen ist am 11. Januar 1912 ne offene Handelsgesellschaft in Firma:

Georg Löther & Co.«

nit dem Sitze in Hanau. Persönlich haftende Eesell- chafter sind Bijouteriefabrikant Georg Löther zu )anau und Bijoutier Ludwig Kohlhepp zu Hanau. Die Gesellschaft hat am 15. Oktober 1911 begonnen.

2. Firma:

Emanuel Löbenstein" in Hanau.

Die Prokura des Kaufmanns Emanuel Löben- t e i n in Hanau ist erloschen ; der Ehefrau des Kauf- nanns Jakob L ö b e n st e i n, Franziska genannt Zlora geb. Winterberger in Hanau ist Prokura erteilt.

3. Firma:

Sternau & Lanz" in Hanau.

Die Firma ist erloschen.

Einträge des Königlichen Amtsgerichts 5 in Hanau ,u 2 und 3 vom 13. Januar 1912 1875

Ncfiiiidkne und »crlorciie Gegenstände rc.

Gefunden: 1 kleiner brauner Boa.

Verloren: 1 grauer woll. Herrenhandschuh (linker), 1 brauner Herrenhandschuh (rechter).

Zugelaufen: 1 gelber schottischer Schäferhund m. ' Deschl.

Hanau den 19. Januar 1912.

Politische RundTchau.

Ein Gefecht der Franzosen in Marokko, General Dalbie; unternahm am Sonntag mit seiner Kolonne, die von Mekines aufgebrochen war und im Südwesten von Sepau lagerte, eine kombinierte Bewegung mit Unterstützung cherifi'cher Truppen, die von Oberst Bremond kommandiert vurden und in der Räbe des Ued Adam lagerten. Die Franzosen schlugen den Angriff des Feindes ab, der sich in - Unordnung zurückzog und zahlreiche Tote zurückließ. Dalbiez i verfolgte den Feind den ganzen Tag, auch den nächsten Tag. >'Die Kolonne Dalbiez hatte nur sechs Verwundete, die cherifischen Truppen zwei Tote und drei Verwundete.

Die Auflösung des türkischen Parlaments. Der Senat beriet in geheimer Sitzung über den Wortlaut der Antwort auf das Relkript des Sultans. Das Gutachten, in dem der Senat dem Sultan zur Kenntnis bringt, daß er für die Kammerauslösung sei, wurde dem Sultan gegen 4 Uhr vorgelegt. Um 5 Uhr verlas der Justizminister in der Kammer im Beisein der meisten Minister, ausgenommen des Großwesirs, und in Anwesenheit zahlreicher Deputierter das Auflösungsdekret, in dem gemäß Artikel 7 der Verfassung aus den Nat des Senats die Auflösung der Kammer anqe- ordnet und die Neuwahlen innerhalb dreier Monate anbe- fohlen werden. Einige Deputierte der Opposition riefen: "Es lebe die Nation!" Ein anderer Deputierter rief :Wir haben unsere Mandate geopfert, um die Verfassung zu retten I* Sofort nach Verlesung des Dekrets verließ der Präsident der Kammer den Sitzungssaal. Die Deputierten hörten die Verlesung siebend an und entfernten sich ruhig.

Der Krieg zwischen Italien und der Türkei.

Derna, 18. Jan. (Agenzia Stefani.) Gestern 6.30 Uhr früh wurden Mannschaften abgetellt zum Schutze der Arbeits­soldaten, die die neuerdings unterbrochene Wasserleitung wieder Herstellen sollten. Auch eine Kompanie Alpenjäger von Saluzzo, die bis dahin an der Herstellung einer neuen Schanze östlich vom Dernaflusse beschäftigt war, sollte an dem Decknngsdienst teilnehmen. Der Einzug des Bataillons, das die Vorhut bildete, wurde von dem Gewehrfeuer des Feindes empfangen, dem es nachts trotz der Scheinwerfer und Wachhunde gelungen war, das Gelände unbemerkt zu durch­kriechen und sich hinter der von den Italienern errichteten letzten Mauer zu verbergen. General Trombt entsandte zwei Kompanien des Bataillons der Alpenjäger von Jvrea und ein Vata Hon des 7. Infanterieregiments zur Unterstützung der von den Alpenjägern von Saluzzo begonnenen Aktion. Der Feind, der die ganze Höhe rechts bis zu einem kleinen türkischen Fort besetzt hielt, wurde zurückgeschlagen und das kleine türkische Fort im Sturm genommen, wobei eine Batterie Feldgeschütze und zwei Züge Gebirgsgeschütze das Vorgehen wirksam unterstützten. Ein Unteroffizier und ein einziger Ueberlebender wurden gefangen genommen. In der Umgebung des kleinen Forts wurden 17 Leichen von Beduinen gefunden. Die ganze Höhe war bald darauf in der Gewalt der Italiener. Der Feind war fortgesetzt von sehr lebhaftem Feuer verfolgt worden, was ihm neue beträchtliche Verluste beibrachte. Eine andere Kolonne des Feindes, die sich unten am Derneflnß zeigte, wurde durch das Feuer zweier GebirgSabteilungen und einer Batterie zurückgeworfen. Eine italienische Patrouille bemerkte andere feindliche Gruppen mit zwei Geschützen, die an der Front aufgestellt war, eröffnete daS Feuer auf die Gruppen und vernichtete die Begleitmannschaft der Geschütze. Um 1 Uhr nachts war der Feind, der über 3000 Mann stark war, auf der ganzen Linie zurrckgeschlagen. Die italienischen Verluste betrugen 3 Tote und 7 Verwundete. Die feindlichen Verluste sind sehr zahlreich; über 100 Tote wurden auf dem Schlachtfe'de vorgefunden.

Der heilige Krieg. Nach Meldungen aus türkischer Quelle erklärte der Scheik der Senusst den heiligen Krieg gegen die Italiener.

Hus Ban au Stadt und Tand.

Hana«, 19. Januar.

* Kaisers Geburtstagsfeier. Festmahl. Wir welken darauf hin, daß das am 27. d. Mls. im Wartesaal 2. Klasse des Ostbahnhofes zur Feier des Geburtstages Sr. Majestät des Kaisers und Königs Wilhelm II. statlfiudende Festmahl pünktlich 41/! Uhr nachmittags beginnt.

* Evangelischer Arbeiterverein. Samstag den 20. Januar hält die Jugendabteilung des Ev. Arbeiter­vereins ihr erstes Stiftungsfest ab. Den Vordere tnngen nach stehen einige gemütliche Siunden den Teilnehmern be­vor. Freunde und Gönner der Jugendbewegung sind aufs herzlichste eingeladen. Anfang 8 Uhr im Saale derCon­cordia".

* Kreisobstbauverein. Nächsten Sonntag, nachmittags 3 Uhr, findet in derConcordia" eine V o r st a n d S- sitzung statt, an der auch die Vorsitzenden der einzelnen Ortsgruppen teilnehmen werden. Wie wir vernehmen, stehen einige sehr wichtige Punkte zur Beratung so u. a. Gründung einer eigenen Vereinszeitschrift.

* Nach Thüringen ziehen wir heute! . . So lautet heute die Parole des Kaufmännischen Vereins Hanau. Von der Wartburg aus wird die Wanderung über Ruhla, Friedrichsroda und Ilmenau hinüber in das mit Recht so viel besungene Schwarzathal gehen. Dort wird der Tripp- stein bestiegen, worauf die Wanderung an der Saale Hellem Strande fortgesetzt wird. Mit einer Exkursion nach Gera, der Metropole des kleinen NeußenlandeS, wird die Reise ab­geschlossen. Der Redner, Herr Direktor Br. Pfeifer, ist selbst Thüringer; er wird seinen Vortrag durch eine große

Zahl von Lichtbildern unterstützen, die zum Teil eigens für den heutigen Abend angefertigt worden sind. Der Vortrag beginnt Dunst 8 Uhr in den Sälen derCentrakhalle".

* Entschädigungsrecht des Postfiskus nach Maßgabe des Telegraphen-Wegegesetzes. Um eine Entscheidung über die Anwendung des §6 des Telegraphen-Wegegesetzes herbei- zuführen, focht der Reichspostfiskus einen Rechtsstreit bis zum Reichsgerichte durch. Zu Grunde lag diesem Streite ein Vertragsverhältnis zwischen der Stadt Hanau und der Hanauer Straßenbahn-Aktiengesellschaft, die im Jahre 1907 unter finanzieller Beteiligung der Stadt gegründet worden war. Zweck der Gesellschaft war der Betrieb einer elektrischen Straßenbahn in und außerhalb der Stadt Hanau. Von dem Aktienkapital zur Gründung der Gesell­schaft in Höhe von 430 000 Mk. übernahm die Stadt 215 000 Mark, von der Darlehnsschuld in derselben Höhe übernahm sie 225 000 Mk., also 10 000 Mk. mehr über die Hälfte, und zwar in der ausgesprochenen Absicht, die in § 6 II best genannten Gesetzes geforderteüberwiegende Beteiligungs herbeizuführen. Außerdem waren auch noch die Gemeinde» Groß- und. Klein-Steinheim beteiligt. Für eine an der Linie nach Eroß-Steinheim nötig gewordene Verlegung feiner Anlagen verlangte nun der Reichspostfiskus Ersatz der Kosten im Betrage von 544.50 Mk. von der Aktiengesell­schaft. Der großherzogliche Provinzialausschuß sprach dem Fiskus das Recht auf die Forderung zu, weil die Aktien­gesellschaft sich nicht auf § 6 berufen könne, wie ihr auch aus demselben Grunde eine für Anbringung von (Summt* leisten erhobene Gegenforderung von 4269.65 Mk. nicht aus § 6 zugesprochen werden könne. Die Aktiengesellschaft er­hob wegen dieser Entscheidung Klage bei Gericht. Die 4. Instanz, das Landgericht Darmstadt, erklärte den beklagten Fiskus für nicht berechtigt, von der Klägerin Erstattung der 544.50 Mk. zu fordern, wogegen der Anspruch der Klä­gerin auf Ersatz des Aufwandes für die Gummileisten dem Grunde nach gerechtfertigt sei. Der Fiskus legte hiergegen Berufung ein, die jedoch vom Oberlandesgericht Darmstadt zurückgewiesen wurde. Die Annahme des Vorderrichters, heißt es in den Gründen, daß die Voraussetzungen des § 611 auf den Kläger zutreffen, sei zu billigen. Wegebaupflichtig im Sinne des Gesetzes seien zweifellos die Stadt Hanau und die beiden Gemeinden, und zwar soweit die Straßenbahn bb Wege benutze. Die Rüge, daß der Dorderrichter die Vor­schriftüberwiegende Beteiligung an der Ausführung einer Anlage" zu Gunsten der Gemeinden ausgelegt habe, sei unbegründet. Das Vorrecht des § 6 solle nach der Absicht des Gesetzgebers hauptsächlich den Gemeinden zugute kom­men. Der Charakter des Unternehmers als Gemeinde müsse gewahrt bleiben. Für die unmittelbare Beteiligung an der Anlage biete das Gesetz keinen Anhalt. Zutreffend nehme der Vorderrichter eine Begünstigung auch dann an, wenn die Gemeinde die Anlage durch Private ausführen lasse, falls sie nur überwiegend beteiligt sei. Gleichgültig sei die Form dieser Beteiligung. Hier sei jedenfalls schon die Beteiligung der Gemeinden am Aktienkapital über­wiegend. Die Berufung sei demnach unbegründet. Der Reichspostfiskus legte gegen das Urteil Revision beim Reichsgericht ein, die jedoch als unbegründet zurückgewiesen wurde.

* Kathol. KasinoEintracht", e. V. Im Hinblick auf den großartigen Verlauf des vorjährigen Maskenballs, der wohl noch allen Teilnehmern in angenehmer Erinnerung sein dürfte, hat sich der Verein entschlossen, auch in diesem Jahre wieder einen solchen fu veranstalten und zwar Sonn­tag den 11. Februar in den Sälen derCentralhalle". Das Komitee ist eifrigst schon an der Arbeit und verspricht diese Veranstaltung wieder urfidel zu verlaufen. Am morgigen Vereinsabend findet anläßlich des 100jährigen Ge­burtstages Ludwig Windthorst's im Vereinslokal eine Fest­versammlung statt. Kommenden Sonntag macht die Ge- sangsabteilnng einen Ausflug durch die Rückersbacher Schlucht nach Aschaffenburg. Abfahrt 11,48 Ostbahnhof. Treffpunkt ist in Aschaffenburg die Brauerei Heiland-Schwind am Roß­markt. Freunde sind willkommen.

* Dritte Volksvorstellung. Der Ausschuß für Volks­vorlesungen veranstaltet Montag abend 8 Uhr im hiesigen Stadttheater die dritte Volksvorstellung in diesem Winter­halbjahr. Zur Aufführung kommt Franz Grillparzers Sappho", Trauerspiel in fünf Auszügen. Karten sind von morgen ab bei J-an Hofmann, Schnurstraße, Georg D aßbach , Metzgerstraße, im Gewerkschaftshaus und in Keffelstadt bei H. Nix, Kronprinzenstr., zu haben.

Billard-Turnier. Der gestrige Spielabend gestaltete sich wiederum sehr lebhaft. Bei den Spielern zeigt sich be­reits daS Bestreben, die aufgestellten Rekorde durch best­möglichste Leistungen zu übertreffen. Die erzielten Neiultale bis gestern sind in der Reihenfolge der 4 Klaffen 7o, '

38, 31 Karambolagen bei je 20 Spielaufnahmen. Fortsetzung be§ Kampfes beginnt wieder heute abem Kaiser Cafe. Geiâllige Anmeldungen werden noch gegengenommen.