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Erstes Blatt.

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General-Anzeiger

AAlllihtt Organ für Mt- und FaadKrkis Hanan.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

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Rk. 15 ffernsprechanschlutz Nr. 230.

Doniitrstng den 18. Januar

F«rnsprechanschlutz Nr. 230. 1912

Slmtliches.

Candkreis Ranau.

An die Ortspolizeibehörden des Kreises.

Unter Bezugnahme auf meine Rundoerfügung vom 3. Januar 1900, V 13416, ersuche ich, soweit dies noch nicht geschehen ist, mir binnen 5 Tagen anzuzeigen, wie­viel Legitimationskarten (§ 44a Abs. 1 der Reichs- I Gewerbe-Ordnung) während des Kalenderjahres 1911 ausgestellt worden sind, evtl, ist Fehlanzeige zu erstatten. Hanau den 11. Januar 1912. V 455

Der Königliche Landrat.

Frhr. Laur.

Stadtkreis Ranau. Bekanntmachung.

Nach den Bestimmungen der Reichsoersicherungsord­nung sind die Quittungskarten, wie auch bisher, binnen 8 Jahren nach der Ausstellung zum Umtausche einzu- reichen. Die Nichtbefolgung dieser Vorschrift hat aber nicht mehr zur Folge, daß die verspätet umgetauschte Karte die Gültigkeit verliert. Es werden daher in allen Fällen die zum Umtausch gebrachten Karten aufgerechnet.

Die Verordnung, daß auf Antrag die Gültigkeits­dauer einer Quittungskarte verlängert werden konnte, ist vom 1. Januar 1912 ab aufgehoben. Vermerke über Gültigkeitsoerlängerungen werden daher inden Quittungs- karten nicht mehr angebracht.

Wohl aber wird noch, ebenso wie früher, beim Auf­rechnen umgetauschter Karten darauf geachtet, ob die Anwartschaft erhalten ist, d. h. ob bei Pflichtversicherten (in gelben Karten Form A) binnen 2 Jahren nach dem Ausstellungstage mindestens 20 und bei Selbstoersicherten (in grauen Karten, Form B) binnen gleicher Frist mindestens 40 Beitragsmarken verwendet worden sind. Ist die erforderliche Anzahl von Marken nicht in der Karte enthalten, so ist zu prüfen, ob es dem Versicherten etwa durch Beibringung rückständiger Pflichtbeiträge oder durch Leistung freiwilliger Beiträge letzteres ist aber nur für höchstens 1 Jahr, vom Tage der Verwen­dung an rückwärts gerechnet, zulässig möglich ist, die zur Erhaltung der Anwartschaft notwendige Mindest­zahl von Beiträgen zu erlangen. In diesem Falle wird dem Versicherten bei der Ausgabestelle aufgegeben, das Fehlende noch vor dem Kartenumtausche nachzuholen.

Im übrigen weisen wir jedoch trotz des Wegfalls der formalen Ungültigkeitserklärung verspätet umgetauschter Karten die Versicherten dringend darauf hin, daß ihre Karten nicht länger als zwei Jahre laufen sollen und daß sie im Falle eines längeren Kartenumlaufs den ge­setzlichen Nachteil haben, gemäß § 1420 der Reichsver­sicherungsordnung im Streitfälle bei späteren Renten­ansprüchen die Erhaltung der Anwartschaft beweisen zu müssen, wodurch unter Umständen ihr ganzer Renten­anspruch auf dem Spiele stehen kann.

Hanau den 15. Januar 1912. 1833 Der Magistrat.

J. A.: Bartmuß.

Städtische Sparkasse.

'Das am 5. Februar 1904 für Marie Schad, Tochter des Kutschers Heinrich Schad hier, ausgefertigte Einlagebuch Nr. 10531 ist angeblich abhanden gekommen.

Der etwaige Besitzer des Buches wird gemäß § 26 der Satzungen aufgefordert, sich zu melden und seine Ansprüche auf das Guthaben beim Sparkassen-Vorstande geltend zu machen, widrigenfalls nach Ablauf von 3 Monaten ein neues Einlagebuch ausgefertigt wird.

Hanau den 17. Januar 1912. 1785

Der Vorstand.

Bekanntmachung.

In das Eenoffenschaftsregister ist unter Nr. 8 die Spar- und Leihkasse, eingetragene Genossenschaft mit unbeschränk­ter Haftpflicht zu Langenselbold eingetragen worden.

Gegenstand des Unternehmens ist der Betrieb einer Spar- und Darlehnskasie zur Pflege des Geld- und Kredit- verkehrs, sowie zur Förderung des Sparsinns.

Den Vorstand bilden:

1. der Maurer Anton Häfner zu Langenselbold, zugleich als Direktor,

2. der Kaufmann Georg Gasche zu Langenselbold, zu­gleich als Rendant»

8. der Zimmermann Konrad Reuter, zu Langenselbold, zugleich als stellvertretender Direktor.

Das Statut ist vom 28. Dezember 1911.

Die von der Genossenschaft ausgehenden öffentlichen Be­kanntmachungen erfolgen unter der Firma der Genossen- schaft, gezeichnet von zwei Vorstandsmitgliedern, in der Deutschen landwirtschaftlichen Genossenschaftspresse". Beim Eingehen dieses Blattes tritt an dessen Stelle bis zur nächsten Generalversammlung, in welcher ein anderes Ver­öffentlichungsblatt zu bestimmen ist, derDeutsche Reichs­anzeiger".

Die Willenserklärung und Zeichnung für die Genoffen- schaft muß durch 2 Vorstandsmitglieder erfolgen, wenn sie Dritten gegenüber Rechtsverbindlichkeit haben soll. Die Zeichnung geschieht in der Weise, daß die Zeichnenden zu der Firma der Genossenschaft ihre Namensunterschrift ber- fügen.

Eingetragen am 16. Januar 1912. Ger. R. Nr. 8.

Langenselbold den 16. Januar 1912. 1813

Königliches Amtsgericht.

Bekanntmachung

Das Proviantamt Hanau kauft fortgesetzt Hafer, Heu und Roggenstroh (Flegel- und Langpreßftroh).

Hanau, den 18. Januar 1912. V 435

Gcfnndtnt und mloitne Gegenstände re.

Gefunden: 1 Portemonnaie (Inhalt: 7,82 Mk., einige 5 Pfg.-Marken und ein Postabschnitt über eine Einzahlung von 6 Mk, eingezahlt in Frankfurt a. M. von Karl Messer).

Verloren: 1 silbernes Täschchen mit silbernem Portemonnaie mit 13 Mk. Inhalt, 1. kleiner wollener Kinderhandschuh und 1 weißer wollener Pulswärmer.

Hanau den 18. Januar 1912.

Politische Rundschau.

Geplante Reichstagsauflösung? DieN. preuß. Korr." schreibt:Die Eindringung der neuen Mililärvor- lage, die einstweilen noch nicht fertig ist, und der Flotten- Vorlage, die bereits seit längerer Zeit fertig ist, wird ganz und gar von dem Ausfall der Stichwahlen abhängen. Läßt sich auf Grund der Stichwahlen annehmen, daß der neue Reichstag diejenigen Mehrforderungen, die der Ausbau unse­rer militärischen Machtmittel nötig macht, ohne erheblichen Widerstand bewilligt, dann hat die Einbringung der neuen Vorlagen keine Eile. Fallen die Stichwahlen dagegen so aus, daß mit Schwierigkeiten bei der Bewilligung der ge­nannten Vorlagen zu rechnen ist, dann wird.die Regierung diese Vorlagen sofort einbringen, um Klarheit darüber zu schaffen, was in nationalen Fragen von der neuen Volks­vertretung zu erwarten ist." Das heißt also: Falls bei den Stichwahlen'keine nationale Mehrheit herauskommt, würde der Reichstag sofort aufgelöst werden.

Die Lahnkanalisation. Der Zentralverein für deutsche Binnenschiffahrt veranstaltet am Dienstag den 23. Januar, vormittags IO1/» Uhr, in der alten Aula der Landesuni- versilät zu Gießen eine Sitzung seines Großen Ausschusses. Auch Nichtmittglieder des Ausschusses, nicht nur alle mittelbar durch die Zugehörigkeit zu unserem Verein dem Zentralverein Angeschlossenen, sondern auch sonstige Interessenten könnten daran teilnehmen. Zur Verhandlung steht folgende Tages­ordnung : 1. Geschäftliche Mitteilungen. 2. Das neue Projekt einer Kanalisierüng der Lahn für 230 Tonnen- Schiffe a) nach der technischen Seite (Berichterstatter Regierungsban­meister a. D. Arnolo-Frankfurt a. M.), b) nach der wirt­schaftlichen Seite (Berichterstatter: Handelskammer-syndikus Dr. Metschke-Wetzlar). 3. Der zweckmäßige Typ eines Motorschiffes für den Verkehr auf der Lahn und den an­schließenden Wasserstraßen (Berichterstatter: Geheimrat Prof. Flamm-Charlottenburgi. 4. Die Kostheimer Schleuse und die Interessen der Mainschiffahrt (Berichterstatter: Handels- kammersyndikus Dr. Trumpler-Frankfurt a. M.) 5. Der neue Entwurf eines preußischen Wassergesetzes (Berichterstatter: Stadtrat Sahm-Magdeburg).

Die Stichwahlparole der Fortschrittlichen Bolkspartei.

Berlin, 17. Jan. Der Geschäftsführende Ausschuß der Fortschrittlichen Volkspartei erläßt folgenden Aufruf: An die Wähler der Fortschrittlichen Volkspartei! Die Haupt­wahl am 12. Januar hat eine endgültige Entscheidung über die Zusammensetzung des Reichstages nicht gebracht. Das Ziel des Wahlkampfes, die Zertrümmerung des schwarz- blauen Blocks, ist auch bei den Stichwahlen fest im Auge

zu behalten. Die erste Aufgabe ist überall die Förderung der eigenen Partei. Die mit uns verbündete nationallibe­rale Partei ist gegen jeden Gegner zu unterstützen. Im übrigen gilt die Losung: Keine Stimme für ein Mitglied der deutsch-konservativen Partei, der Reichspartei, des Zen­trums, der Wirtschaftlichen Vereinigung oder einer anderen antisemitischen Gruppe. Auf zur Wahl! Die reaktionäre Mehrheit darf nicht widderkehren.

Die Stellungnahme des Zentrums.

Berlin, 17. Jan. Von dem mit der Führung der Ver­handlungen über die Stichwahlen beauftragten Reichsaus­schuß der Zentrumspartei geht derGermania" folgende Mitteilung zu:Der von der Regierung unterstützte Versuch, für die Stichwahlen die Einigung der bürgerlichen Par­teien herbeizuführen, scheiterte an der Haltung der liberalen Parteien, die sich vorbehalten wollten, je nach Lage der Dinge einerseits mit den beiden konservativen Parteien und dem Zentrum, andererseits mit den Sozialdemokraten Wahlgeschäfte zu machen. Unter diesen Umständen kann den Wählern der Zentrumspartei nur empfohlen werden, überall da, wo nicht seitens der örtlichen Parteileitung bin­dende Abmachungen über gleichwertige Gegenleistungen getroffen worden sind, den liberalen Kandidaten gegenüber strikteste Wahlenthaltung zu üben.

Die Fortschrittliche Volkspartei in Hessen.

Darmstadt, 17. Jan. Der engere Landesausschuß der Fortschrittlichen Volkspartei des Großherzogtums Reffen hat folgende Stichwahlparole ausgegeben: Die Vorentscheidung bei den Reichstagswahlen am 12. Januar ist gefallen. Die Fortschrittliche Wolkspartei l)tu in Hessen ihre Stimmen­zahl, zum Teil in ganz neuen Gebieten, gewaltig gesteigert und ist in Alzey-Bingen mit ihrem Führer, Landtagsabge­ordneten Pfarrer Korrell, in eine aussichtsreiche Stichwahl gekommen. Das Ziel unserer Arbeit war die Niederwerfung des schwarz-blauen Blocks. Die Stichwahl am 22. Januar muß die Entscheidung bringen. Zu diesem Zweck, fordern wir die Wähler der Fortschrittlichen Volkspartei auf, in Alsfeld-Lauterbach gegen den Antisemiten Bindewald und für den Kandidaten der nationalliberalen Partei, Land­wirtschaftslehrer Heck, einzutreten. In Darmstadt-Groß­gerau geben wir unseren Wählern die Wahl frei zwischen Dr. Queffel und Dr. Osann, da die politische Haltung Dr. Osanns in der hessischen Politik und in der Frage der Eini­gung des Liberalismus eine Parole für ihn unmöglich macht, wenn er sich auch im Reichstage zur Gefolgschaft Bassermanns rechnete. Für Friedberg-Büdingen fordern wir zur Wahl des sozialdemokratischen Kandidaten Busold auf, da Landgerichtsrat Dr. Strack ausgesprochener Kandi­dat des Bundes der Landwirte ist und sich, obgleich An­gehöriger der nationalliberalen Partei, verpflichtet hat, der Reichstagsfraktion als Mitglied nicht beizutreten. In den Wahlkreisen Eießen-Erünberg-Nidda, Bensheim-Erbach und Worms-Heppenheim-Wimpfen verlangen wir von unse- rne Freunden, Anhängern und Wählern schärfstes Eintreten gegen die Kandidaten des schwarzblauen Blocks: Dr. Wer­ner, Rippel und Frhr. v. Heyl, zu Gunsten der mit diesen in Stichwahl stehenden Kandidaten der Sozialdemokratie: Beckmann, Hasenzahl und Engelmann. Unsere Parole am 22. Januar, am Stichwahltage, muß dieselbe sein wie am Hauptwahltage: Nieder mit dem schwarz-blauen Block!

Der Krieg Mischen Italien und dcrTiirkei.

Der Krieg um Tripolis.

Paris, 17. Jan. In der Angelegenheit des von italie­nischen Torpedobooten gekaperten PostdampfersCarthage" erklärte die Compagnie Transatlantique mehreren Bericht­erstattern, falls nicht von einem Absender eine falsche De­klaration gemacht wurde, wofür die Gesellschaft keine Ver­antwortung tragen könnte, sei an Bord des Dampfers keinerlei Kriegskonterbande gewesen; keineswegs aber hätten sich Maschinengewehre an Bord befunden. Aus Rom wird gemeldet, der Befehlshaber der italienischen Torpedo­boote habe den Kapitän derCarthage" zunächst aufge- fordert, ihm den Aeroplan auszuliefern, das Schiff würde dann die Fahrt fortsetzen können. Der Kapitän weigerte sich jedoch, dieser Forderung nachzukommen. Es heißt, die italienischen Behörden hätten Beweise dafür, daß der Aero­plan in Wirklichkeit für das türkische Lager in Tripoli- bestimmt war. Der französische Botschafter Barröre hatte heute mit dem Minister des Aeußern San Giuliano über diese Angelegenheiten eine Unterredung.

Die Beschlagnahme des DampfersCarthage".

Paris, 17. San. All- in Paris weilenden Bot Ast« mojnten dem ersten dl»l-mati!chen Smafang des M-nnrer-