A ^% 1 è ^ 1 è ßâ âè «^i^ 4| è ^4 è ^ ^Aââ
C^Mßfltw!*!
N-^fiShrN- 1.80 Bit, monatlich 80 W. f*f W e&rtiy Adonnente» mW dem betreff VostoufichlaG, Die eta-el« Remati kostet 10 Pfg.
SotationSdrnck mtb verlas der vuchdieiâet bei erntn, e». Waisenhaus«» bi Hamm.
General-A«zeigtr
AMcher GrgM für SUM- na) Landkreis Sanan.
MD^» » ^ «ÄWâsLD
N i r uann k
Die SgefpaTfene Petitzetl» oder betet Rfl» IQ HA tat ReOamesteil Me Leid Ä PA
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, verantroertl. Redakteur: G. QQtiiii ta Hamm
Ms^ 10 ^ernsprechanschlrttz Nr. 230.
Slmtliches.
Candkreis Ijanau.
Ich ersuche um gefällige Erledigung meines Schreibens vom 17. September 1910 — V. 5404 — betr. Vorlage einer Nachweisung über die im 2. Halbjahr 1911 für den Landkreis herausgegebenen Druckschriften pp.
Hanau den 9. Januar 1911. V. 288
Der Königliche Landrat.
Frhr. Laur. ^^
Stadtkreis Hanau.
Bekanntmachung.
Der Keller im Altstädter Rathaus ist anderweit zu vermieten.
Offerten mit Angabe des Pachtpreises sind alsbald an uns zu richten.
Hanau den 3. Januar 1912. 1239
Der Magistrat.
Hild.
Bekanntmachung.
Diejenigen Personen, welche mit Zahlung der Beträge für die gelieferten Kartoffeln und Kohlen im Rückstand sind, werden aufgefordert, innerhalb 8 Tagen auf dem Rathaus, Langstraße 43, Zimmer Nr. 1, Zahlung zu leisten.
Die auf Abruf im Laufe des Winters bestellten Kartoffeln werden jede Woche Samstags von 1/»9 bis 12 Uhr im Keller des Altstädter Rathauses gegen sofortige Be- Zahlung ausgegeben.
Hanau den 8. Januar 1912.
Der Magistrat. Hild.
Oeffentlèche Sitzung der Stadt- Verordneten-Berfammlnng
am Montag den 15. Januar 1912, nachmittags 5 Uhr.
Tagesordnung:
1. Einführung und Verpflichtung der neu eingetretenen Mitglieder.
2. Einführung und Verpflichtung des 1. unbesoldeten Beigeordneten Karl Glaser.
3. Wahl des Stadtverordnetenvorstehers, des Stellvertreters, sowie der beiden Schriftführer.
4. Wahl eines Magistratsmitgliedes.
5. Wahl der Kommissionen und Ausschüffe.
Hanau den 9. Januar 1912. 1241
Der Stadtverordnetenvorsteher.
Uth, Justizrat.
Bekanntmachung.
Die in dem früheren Forsthaus Neuhof eingerichtete und am 1. April d. Js. in Betrieb genommene Wander- arbeitsstätte ist bis zum 1. Januar 1912 von insgesamt 5500 Wanderern aufgesucht worden.
Ueber die Einrichtung, Unterhaltung und Verwaltung derselben ist bereits unterm 9. Juli d. Js. im „Hanauer Anzeiger" eingehend berichtet worden. Wir weisen erneut darauf hin, daß die Wanderarbeitsstätte mittellosen, arbeitsfähigen, außerhalb ihres Wohnortes arbeitsuchenden Männern Unterkunft und Verpflegung gewährt gegen Arbeitsleistung. Die Beschäftigung besteht in Holzzerkleinern, Garten- und Feldarbeiten usw. Durch den mit der Anstalt verbundenen Arbeitsnachweis werden Wanderer in dauernde Arbeitsstellen untergebracht.
Mittellose, arbeitsfähige oder arbeitslose Arbeiter haben also auf der Landstraße nichts mehr zu suchen und keine Veranlagung sich durch Betteln zu unterhalten. Wir bitten dringend keinem Wanderer mehr Geschenke (Geld, Kleider usw.) zu verabfolgen, da hierdurch die Neigung vieler Wanderer zum Vagabundenleben und zum Landstreicher nur gefördert wird. Von der Anstaltsleitung werden Karten zur Verabfolgung an die bettelnd vorsprechenden Wanderer gegen Zahlung eines geringen Betrages abgegeben. Diese zur Abweisung der Wanderer sehr zweckentsprechenden Karten gewährleisten denselben Aufnahme in die Wanderarbeitsstätte und sollten in keinem Haushalte fehlen.
Da die Wanderer, jetzt täglich 40—50 Mann, hauptsächlich nur mit Zerkleinern von Holz beschäftigt werden können, welches wieder an Private verkauft werden muß.
Freitag den 12. Jamm
so bitten wir zur Unterstützung der Wohltätigkeitseinrichtung das im Haushalt erforderliche Brennholz von der Wanderarbeitsstätte zu beziehen. Die Abgabe des Holzes erfolgt in jedem beliebigen Quantum frei ins Haus zu billigen Preisen.
Ferner machen wir darauf aufmerksam, daß die Wander- arbeitsstätte z. Zt. 20 Arbeiterkolonisten beschäftigt, die zu allen Arbeiten im Haushalt und Gewerbe auf Stunden, Tage und Wochen zur Verfügung stehen, wenn keine einheimischen Arbeiter zu bekommen sind.
Wir bitten weiter, unbrauchbar gewordene Gegenstände jeder Art, welche in den Haushaltungen nur Platz wegnehmen und als unnützer Ballast herumstehen oder liegen, sogenannte Brocken, wie alte Kleider, Schuhe und Zeitschriften rc. der Wanderarbeitsstätte zu überweisen. Dieselben werden jederzeit gern und mit Dank angenommen und bei Benachrichtigung sofort abgeholt. Die überwiesenen Gegenstände finden zur Beschäftigung und Unterstützung arbeits- und mittelloser Wanderer Verwendung.
Bestellungen auf Lieferung von Brennholz, Gestellung von Arbeitern, Abholen von Gegenständen usw. können auch durch Telephon Nr. 291 aufgegeben werden.
Eine Besichtigung der Einrichtung der Wanderarbeitsstätte ist gern gestattet und kann an jedem beliebigen Tage bis 5 Uhr nachmittags erfolgen. Vorherige Anmeldung ist jedoch erwünscht. 531
Der Magistrat.
Hild.
Dienstnachrichten aus dem Kreise.
Im Schlacht- und Viehhofe Frankfurt a. M. ist unter den Schweinen die Maul- und Klauenseuche festgestellt worden.
Hanau den 11. Januar 1912. V 311
Gefundene und verlorene Gegenstände re.
Gefunden: 1 weißer Kinderpelzkragen, 1 Jnvaliden- karte und Arbeitsbuch für Ludwig Kimmel aus Möhlhofen, 1 kleiner grünlicher Pompadour mit Portemonnaie öhne Inhalt und Taschentuch.
Verloren: 1 Paar neue Kinder-Gummischuhe.
Hanau den 12. Januar 1912.
Der Sturz des Kabinetts Caillaux.
Ebenso unvermutet wie das Wiedererscheinen Delcaffes als Minister des Aeußern ist der plötzliche Zusammenbruch des ganzen Ministeriums Caillaux gekommen, von dem man annahm, daß man ihm wenigstens solange Frist geben werde, bis das Marokkoabkommen angenommen worden sei. Als Grund für die Demission wird allgemein die Schwierigkeit angegeben, einen Nachfolger für Delcaffe als Marineminister zu finden. Wahrscheinlicher klingt es aber, wenn versichert wird, die Uneinigkeit der Minister untereinander in der letzten Sitzung habe das Kabinett gestürzt.
Die wahren Gründe der Kabinettskrifis.
Paris, 11. Jan. Die wahre Ursache der gestern spät abends ausgebrochenen Ministerkrise ist die von Caillaux erkannte Unmöglichkeit, den Angriffen im Senat und in der Kammer wegen des deutsch-französischen Marokkoabkommens länger zu widerstehen. Er zog daher den freiwilligen Rücktritt dem gewaltsamen Sturze vor, der in naher Aussicht stand. Als Grund gab er die Unmöglichkeit an, einen neuen Mann für das Marineportefeuille zu finden. Als mutmaßliche Nachfolger werden vorderhand Millerand, Poincare, selbst Delcaffe genannt. Doch ist alles noch sehr unsicher. Millerand lehnte gestern nachmittag das Marineministerium ab, da er nur das Aeußere Ministerium übernehmen würde. Clemenceau, spontan gestern mittag im Elysee vorsprechend, drang in Fallieres, weder Delcaffes, noch Admiral Germinets Ernennung zu genehmigen, da Delcaffes Ernennung im Augenblicke der deutschen Reichstagswahlen neue Erbitterung in Deutschland verursachen wird und eine schwierige Lage für Frankreich schaffen müsse. Admiral Ger- minet sei von Clemenceau vor drei Jahren wegen Jndis- ziplin gemaßregelt worden und könne daher nicht Minister werden. Dies stimmte Fallieres um, so daß er Caillaux ersuchte, die Ernennung rückgängig zu machen. Hierdurch wurde der Ausbruch der Krise beschleunigt, zumal auch Senator Vaudin das Marineportefeuille ablehnte.
Die entscheidende Kabinettssitzung.
Offiziös wird über die Krisis gemeldet: Als die Minister sich um 7 Uhr abends versammelten, stand die Regierung dicht vor der Lösung der partiellen Krise. Da aber Baudin
Fernsprechanschlutz Nr. 230. 1912
hatte wissen lasten, er könne das Portefeuille der Marine nicht annehmen, und da Delcaffe gewisse Einwendungen hinsichtlich seines Ueberganges aus dem Marineministerium in das Ministerium des Aeußern machte, war die Lage wiederum verändert. Nach fruchtlosen Versuchen, die Caillaux bei Poincare, dem er nunmehr das Portefeuille des Aeußern anbot, als auch bei Eerminet und bei Baudin wegen Uebernahme des Marineministeriums unternahm, hielt er es nicht mehr für möglich, die Verhandlungen länger fortzusetzen. Die Minister teilten diese Ansicht und beschlosten im Einverständnis mit ihm, zurückzutreten. Um 9 Uhr begab sich Caillaux in das Elysee, um die Entscheidung des Präsidenten Fallieres herbeizuführen. Mit Rücksicht auf die außergewöhnlichen Umstände, unter denen die Ministerkrise erfolgt ist, wird die Lage allgemein als eine überaus verwickelte angesehen. Dem Vernehmen nach hat sich Caillaux hauptsächlich deshalb zur Demission entschlossen, weil er im Verlaufe des Kabinettsrats zu der Erkenntnis gelangte, daß er das Vertrauen der einflußreichen Mitglieder seines Ministeriums eingebüßt habe. Mehrfach wird in parlamentarischen Kreisen die Ansicht ausgesprochen, daß unter den gegenwärtigen Verhältnissen ein Uebergangsministerium mit weniger markanten Persönlichkeiten als das geeignetste erscheine. Ihm werde als Hauptaufgabe die Erledigung des fran* zöfisch-deutschen Abkommens obliegen, doch wird auch von der Möglichkeit eines Kabinetts Poincare mit Bourgeois, Millerand und anderen Politikern gesprochen, welche für bte Annahme des Abkommens eingetreten find.
Der Ernst der internationalen Lage. '
Berlin, 12. Jan. Den „Leipz. N. N." wird geschrieben? Der Wahltag findet Deutschland in einer überaus ernsten internationalen Situation. Der Sturz des französischen Ministeriums Caillaux scheint zwar auf den ersten Blick ^ für die europäische Znkunft keine weitere Bedeutung zu haben, insofern man in hiesigen wie auch in Pariser politischen Kreisen annimmt, daß jetzt, wo der rasende See sein Opfer gefunden hat, die Kammer nicht fürder nach Dokumenten zu schnüffeln braucht, so daß für die Annahme bet Marokkooerträge in der französischen Kammer ein schnellerer Verlauf gesichert erscheint. Dafür ist aber mit Bestimmtheit zu erwarten, daß das nächste französische Ministerium nationalistischer sein wird als das bisherige, und bei der allgemein sehr gespannten Atmosphäre zwischen den Westmächten und Deutschland könnte das für die nächste Zeit von verhängnisvollen Folgen sein. Die Erwartung, daß die Marokkoverträge eine Entspannung zwischen uns und den Ententemächten bringen würden, ist jedenfalls bereits jetzt gründlich enttäuscht worden. Es scheint, als wenn die Möglichkeit einer katastrophalen Entwicklung für das kommende Frühjahr wieder nicht mehr so von der Hand gewiesen wird, wie Ende des vorigen Jahres. Zudem wird man in Frankreich durch die Verstärkungen unserer Ost- und Westgrenze und in England durch die zu erwartende neue Flottenvorlage so wie so nicht gerade beruhigt sein können. Was hinter den Kulissen in Wirklichkeit vorgeht, missen nur wenige Eingeweihte. Jedenfalls heißt es gegenüber dem neuen französischen Kabinett auf der Hut sein. Delcaffe wird ja zweifellos auch in ihm eine hervorragende Rolle spielen. Caillaux bestätigt jetzt, daß Delcaffe an ihn die Forderung gestellt habe, nicht nur, daß ihn keinerlei Solidarität mit dem Kabinett Caillaux verbinden würde, sondern ausdrücklich auch, daß er dem Auswärtigen Amte erhalten bleibe, — selbst in einem Ministerium, das auf das Ministerium Caillaux folgen könnte. Delcaffe glaubt also, wie daraus hervorgeht, sicher, daß die Zukunft ihm gehört. In so ernster Lage braucht Deutschland zweierlei: Eine starke Diplomatie und einen starken Reichstag! Unser Volk wird jetzt, am 12. Januar, dafür sorgen müssen, daß die neue Situatton, mag sie bringen was sie will, einen ihr gewachsenen Reichstag findet, zuverlässig und stark in allen nationalen Fragen der Ehre und Kraft!
Die offizielle Demission des Kabinetts.
In dem Schreiben, in dem Caillaux dem Präsidenten der Republik seinen Rücktritt mitteilt, wird festgestellt, daß zwischen der republikanischen Majorität und der Regierung in keinem Punkte eine Unstimigkeit entstanden sei. Das vom Kabinett vollendet Werk, das durch die Zustimmung der Kammer besonders gekennzeichnet werde und sich gegen» wärtig vor dem Senat befinde, sei vom gesamten Ministe, rium ausgearbeitet worden. Jeder Artikel des Abkommens, ja jede Zeile, sei in aller Offenheit in zahlreichen Sitzungen des Kabinetts, die Caillaux besonders im September und Oktober noch vervielfacht habe, durchgeprüft worden, und keinem derjenigen, die mit dem Absender zusammen diesen Brief unterzeichneten, sei es so voraekommen. als ob unter