Einzelbild herunterladen
 

Erstes Blatt.

L»,ug»»«t«»

Mertes^kkhrNch 1.80 SU, monatlich 80 Pfg Mr M» mLrttg» tommentee mtt dem betreff PoftansschlaG.

Sie eteielee Remem kostet 10 Yfg,

ßilotatton-druck und Berste der Buchdruck»«« bei

General-Anzeiger

Amtliches Organ für Aadt- and Landkreis Hanan.

MnrSckun-sseW^-r

Sie Sgefpafftet Betttaeile über deren «au« U M t* ReOomettteti die geile « StB» '

meta, ex Waiseuhaufe» bt Hanan.

Erscheint tSgltch mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, verantwort!. Srevakteur: T. Schrecker bi Stee»

Nr. 9

Bernspreckranschlttst Nr. 230

Donnerstag den 11. Januar

Fernsprechanschlutz Nr. 230

1912

Ne Btuf ta< 9iiimmtr mfaßt s^er r.Wnhalim-K^

14 Seiten.

Amtliches.

Stadt- und Candkreis Ranau.

Lnndespolizeiliche Anordnung betreffend die Bekämpfung der Maul- und Klauenseuche.

In meinen bisher erlassenen landespolizeilichen An­ordnungen, betreffend die Bekämpfung der Maul- und Klauenseuche in den Kreisen des Regierungsbezirks, er­halten der § 4 bezw. die §§ 4 und 5 das Absperren des Geflügels und Festlegen der Hunde betreffend folgende Fassung:

§4.

Das Geflügel ist in den verseuchten Gehöften und in ihren Nachbargehöften so abzusperren, daß es den Hof nicht verlassen kann. Für Tauben gilt dies insoweit, als die ört- Ud)en Verhältnisse die Verwahrung ermöglichen.

§5.

Die Hunde sind festzulegen. Dem Festlegen ist das Führen an der Leine gleichzuachten.

In den vor dem 23. November 19ti erlassenen Anord­

nungen erhalten die bisherigen §§ 5 ff. die Bezeichnung § 6 usw. (A. III. 5833a.)

Cassel am 3. Januar 1912.

Der Regierungspräsident.

Graf von Bernstorff.

Veröffentlicht.

Hanau den 9 Januar 1912. V. 250

Der Königl. Landrat und Polizeidirektor.

Frhr. Laur.

Stadtkreis Ranau.

Bekanntmachung.

Wir ersuchen, die Rechnungen für die Forderungen aus Arbeiten und Lieferungen für die Stadt Hanau einschl. derjenigen für die Gas-, Wasser- und Elektrizitäts­werke stets innerhalb 14 Tagen nach dem Dierteljahres­schluß einzureichen.

Die Rechnungen vom 1. Oktober 1911 bis 31. Dezember 1911 ersuchen wir bis zum 15. d. Mts. einzureichen.

Hanau, den 10. Januar 1912. 1209

Der Magistrat.

Hild.

Die wegen Maul- und Klauenseuche bei dem Bauern und Beigeordneten Franz Streit in Hörstein angeordneten Maßnahmen wurden wegen Erlöschens der Seuche aufge­

hoben. Im Amtsbezirk bestehen danach weder Sperrbezirke noch Beobachtungsgebiete mehr. Das Verbot der Einfuhr von Wiederkäuern und Schweinen aus Hessen und mit Ausnahme des Eisenbahntransportes aus Preußen in den Amtsbezirk bleibt bestehen.

Alzenau i. Ufr., 8. Januar 1912.

Kgl. Bezirksamt Alzenau.

Z. A.: Wetzel.

Dienstnachrichten ans dem Kreise.

In Lieblos, Kreis Gelnhausen, ist die Maul- und Klauenseuche festgestellt worden.

Hanau den 9. Januar 1912. V. 190

Stehen geblieben im Stadttheater: 1 Damen- Regenschirm. Abzuholen auf dem Geschäftszimmer der Armenverwaltung.

Hanau den 9. Januar 1912. 1207

Gefundene und verlorene Gegenstände rr.

Gefunden: 1 Brille, 1 Schlüsselring mit 5 kleinen Schlüsseln, 1 Difitenkartentäschchen mit Visitenkarten für Emilie Plätsch.

Verloren: 1 Portemonnaie mit etwa 20 Mk., 1 gol­dener Herrenring mit 2 Brillanten und 1 Saphir, 1 altes, schwarzes Portemonnaie mit etwa 14.50 Mark.

Hanau den 11. Januar 1912.

Zur

Die Entscheidung

rückt heran, Großes steht morgen auf dem Spiele. Da darf es kein Zögern und Zaudern, keine aus alten Zeiten kon­servierte Empfindlichkeit geben, da muß auch der Partei­genosse weichen. Denn es gibt etwas, das trotz allem höher steht, als die Partei: Das ist das Vaterland.Die Vater­landsliebe hat keine Stufen, wer nicht alles tut, hat nichts getan, wer nicht alles hingibt, hat alles verweigert." Das Vaterland gibt uns das Größte und Beste, aber es legt uns auch Pflichten auf. Und wer sie zu erfüllen sich weigert, wer hinter'm Ofen hockt, wenn draußen die Speere splittern, wer über das teure Zündholz greint, wenn es die Zukunft des Reiches gilt, der mag sich satt und selbstzuftieden für einen klugen Diplomaten, für einen weisen Hausvater halten er bleibt ein armer Mensch! Wahlrecht ist Wahl­pflicht.

Die liberale Versammlung in Birstein.

Betreffs der am Sonntag in Birstein ftatigtfinbenen nalionalliberalen Wählerversammlung geht uns folgende Richtigstellung zu:

Se. Durchlaucht Fürst zu Isenburg-Birstein legt Gewicht darauf, daß gegenüber dem gestrigen Zeitungs­bericht über die Birsteiner Versammlung, wonach er sein leb­haftes Interesse für die Kandidatur Wohlfarth gezeigt haben soll, erklärt wird, daß er in der Versammlung überhaupt nicht gesprochen hat, daß auch der in dem Bericht genannte Herr Bürgermeister E i n s ch ü tz sich aufs schärfste gegen das Zusammengehen der Nationalliberalen mit den Frei­sinnigen ausgesprochen hat, und daß beide Herren mit aller Energie nach wie vor für die konservative Kandidatur Reinhardt ein­treten.

Daraus ist einmal wieder zu ersehen, welcher Wert den sog.objektiven Berichten" der Liberalen über ihre Versamm­lungen beizumkssen ist.

Reichstagswahlbewegung.

Don liberaler Seite werde« wir um Aufnahme nachstehenden Artikels ersucht:

Wähler! Glaubt es nicht, wenn die Konservativen und das Zentrum Euch vormachen wollen, als bedeute die Er­starkung und Kräftigung des Liberalismus eine Gefahr für die Religion und das Christentum.

Der Liberalismus ist die Partei der Duldsamkeit aller Meinungen.

Nach dem Religionsbekenntnis seiner Anhänger fragt er nicht im mindesten. Es ist eine Unwahrheit, wenn gegen­teilige Behauptungen erfolgen. Die Partei, welche die Frei­heit des Gedankens als Wahlspruch auf ihrer Fahne hat, kann dem religiösen Denken von niemanden feindlich gegen­überstehen. Noch schlimmer als die Rechtsparteien geht die Sozialdemokratie vor: Was an bösen Leidenschaften im Menschen vorhanden ist, den Neid, die Mißgunst, die Genuß­sucht versucht sie zu erwecken, um ihr Ziel zu erreichen.

Das in letzter Stunde herausgebrachte illustrierte Flug­blatt ist geradezu ein Muster-Beispiel für die vorstehende Behauptung. Welche Mühe gibt sie sich, mit demselben die Wohltaten der sozialen Gesetzgebung als minderwertig hin­zustellen. Sie verschweigt dabei in bekannter Manier, weil solches ihrem Zwecke dienlicher erscheint, daß überhaupt diese Gesetzgebung noch nicht voll zur Geltung gelangt ist. Wo die Durchschnittszahlen ihrem Zweck mehr entsprechen, führt sie solche auf. Anderseits gibt sie wieder Höchst- oder Minder­sätze an, wenn sie solcher bedarf. Nur von sich spricht sie als deren Schöpferin, trotzdem sie fast gegen alle diese Gesetze gestimmt hat.

Nur um den Mund aufzureißen und sich als die allein­heilbringende Arbeiterfreundin hinstellen zu können, erhebt sie Forderungen, die unerfüllbar sind. Nach Freiheit schreien ihre Wortführer immer fort und zeigen sich in Wahrheit als die ärgsten Tyrannen. Von den korupten Zuständen im Staatswesen strotzen die Spalten der sozialdemokratischen Zeitungen: wie sieht es aber aus in der Verwaltung der Krankenkassen, wo die Sozialdemokraten Herren sind. Da wird kein Andersdenkender als Vertreter in die General­versammlung gewählt, da bilden die Stellen Sinekuren für waschechte Genossen, die man für geleistete Dienste belohnen will, einerlei ob sie genügende Befähigung haben oder nicht. Da sind Leute in Massen mit Vureauarbeiten beschäftigt,

welche vorher noch kaum eine Feder in der Hand hatte«. Dadurch stellt man oft ein halbes Dutzend Kräfte da an, wo ein einziger ausgebildeter Mann genügend wäre. Da drücken sich die Simulanten in Massen herum und werden von dem fozialdemokartifchen Vorstand auf das zärtlichste angefaßt, wahrscheinlich um sich die Gunst von vielleicht ein­flußreichen Parteigenossen nicht zu verscherzen.

Dieses kostet alles direktes Arbeitergeld.

Dieses vermindert alles die Leistungsfähigkeit der Kasse für ihre eigentlichen Zwecke. Aber darüber schreit kein so- zialdemokratischer Hetzapostel, darüber steht nichts in den Spalten irgend eines sozialdemokratischen Prophetenorgans.

Nur wenn die Gesetzgebung eingreift, um die Mißwirt­schaft zu beseitigen, dann schreit alles Zeter und Mordio über Vergewaltigung und was sonst alles.

Wähler geht dieser Gesellschaft nicht auf den Leim!

Liefert Euch nicht solchen korupten Genossen aus. Bleibt der liberalen Fahne treu, wählt den Kandidaten der ver­einigten liberalen Parteien

Herrn Hermann Wohlfarth.

Auf zur Reichstagswahl!

An die Wähler ergeht die dringende Bitte mög» lichst morgen vormittag zur Wahlurne zu gehen, um den zahlreichen Wahlbureaus die Wahlarbeiten zu erleichtern.

Das Wahllokal in Kesselstadt.

Mit Rücksicht auf die bisherigen Beobachtungen wird darauf hingewiesen, daß sich das Wahllokal im Turn­saal der neuen Schule in der Mittelgasse zu Kesselstadt (am Kirchplatz) befindet.

* Reichstagswahl. Aeltere und jüngere Herren, welche bereit sind, im Interesse der Kandidatur Wohlfarth am Freitag, sowohl vormittags als auch Nachmittags, Wahl- besnche zu macken, werden gebeten, sich in derConcordia" einzufinden. Es ist dringend notwendig, daß recht viele Herren sich zu dieser außerordentlich wichtigen Wahlarbeit melden, da nur dann ein Zurückerobern unseres Wahlkreises möglich ist, wenn auch der letzte Wahlberechtigte zur Wahl schreitet.

Oft 12 Amur fahrt m ithm iilintki Wähler Mt WkW der MchWt.