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UMMonsdruck unb Verlag der Vuchdruckeret des meta. ö. Waisenhaus«» tu Hauau.

General-Anzeiger

AMches Organ für Stabt- und Landkreis Hanau.

Erscheint tügttch mit Ausnahme der Conn- und Feiertage, mit brlletristkfcher Beilage.

Ne Stzchâm vetttzeil- oder de«, »WM»Ns tai «ellamentrll die Stile e Vis»

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Samstag den 6. Januar

Fcrnsprechanschlutz Nr. 230. 1912

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20 Seiten.

Amtliches.

Candhreis Hanau.

Bie Herren Bürgermeister werden an Einsendung der Hvndefteuer-Nachtragslisten erinnert.

Hanau den 3. Januar 1912. A 37

Der Königliche Landrat.

Frhr. Laur.

Bekanntmachung.

Zu den Schuldverschreibungen der 32 %tgen Deutschen Reichsanleihe von 1892, 1893 werden vom 1. Dezember ds. Js. ab neue Zinsscheinbogen ausgegeben. Die Ausgabe geschieht durch Vermittelung der Negierungshauptkasse in Tassel, der Kreiskasse in Hanau und der Reichsbank-Nebenstelle in Hanau.

Den Vermittelungsstellen find die Erneuerungsscheine (Talons) mit Verzeichnis einzuliefern. Formulare zu Ver­zeichnissen werden unentgeltlich abgegeben.

Hanau den 5. Dezember 1911. V. 8147

Der Königliche Landrat.

I. V.: Karbe.

Bekanntmachung.

Zu den Schuldverschreibungen der preußischen konsoli­

dierten 32 vormals 4 %igen Staatsanleihe von 1882 wer­den vom 1. Dezember ds. Js. ab neue Zinsscheinbogen aus­gegeben. Die Ausgabe geschieht durch Vermittelung der Regierungshauptkasse in Cassel und der Kreiskaffe in Hanau.

Den Vermittelungsstellen find die Erneuerungsscheine (Talons) mit Verzeichnis einzuliefern. Formulare zu Ver­zeichnissen werden unentgeltlich abgegeben.

Hanau den 5. Dezember 1911. V. 8146

Der Königliche Landrat.

________________3. B.: Karbe.

Dieiistnachrichten aus dem Kreise.

Der Stadtteil Praunheim ist wegen Ausbruches der Maul- und Klauenseuche zum Sperrbezirk, der Stadtteil Hausen zum Beobachtungsgebiet erklärt worden.

Sperrbezirke sind ferner noch die Stadtteile: Ober- kad, Rödelheim, Vonames, Berkersheim; zum Beobach­tungsgebiet gehören außer Hausen noch die Stadtteile Niederrad, Vockenheim, Riederursel und Heddernheim.

Frankfurt a. M. den 5. Januar 1912. II 6479

Hus Hanau Stadt und Eand.

Harra«, 6. Januar.

t* Ordensavszeichnungen. Se. Kgl. Hoheit der Groß- Herzog von Hessen haben Allergnädigst geruht, dem seit 39 Jahren in landgräflichen Diensten stehenden Haus­hofmeister Halvil Vautravers das silberne Kreuz mit der Krone Und dem landgräflichen Wildmeister Schneider das silberne Kreuz zu verleihen. Herr Vautravers tritt mit dem 1. Februar d. Js. in den Ruhestand.

* Kurort Wilhelmsbad. Konzert-Programm für Mitt­woch den 10. Januar:Unter dem Sternenbanner", Marsch oon Sousa;Frühlingszauber* von Kießlar; Fantasie aus der Op.Troubadour" von Derdy;Waldmârchen" von Meves; Angereihte Städte aus der Op.Freischütz" von C. M. v. Weber; Walzer ausPolnische Wirtschaft" ;Mohn­blumen", japanische Romanze von Moret; Potpourri aus der OperetteFledermaus" von Strauß; Walzer aus der Operette Der Graf von Luxemburg" von Lehâ-r ;Wer hat uns ge- traut" aus der Op.Der Zigeunerbaron" von Strauß; »Eine Kinderwachtparade" von Himmler;Lachende Liebe", Intermezzo von Christinia.

* Oratorienverein. Die verehrlichen aktiven Mitglieder wer­den darauf aufmerksam gmacht, daß die nächste Eesangprobe Montag den 8. Januar nicht Dienstag stattfindet; für Damen um 7 Uhr 30 Min., für Herren um 8 30 Min. abends. Um pünktliches und zahlreiches Erscheinen wird dringend gebeten.

* Stadttheater. Eine große Anziehungskraft dürste am heuti- pan Samataa die Erltauklübruna des Milttärdrama» -3 apfen -

strei ch" ausüben, inszeniert von Herrn Direktor Steffter, der auch den Rittmeister Graf Lehdenburg spielt; die übrigen hervor­tretenden Rollen werden von Frl. Arens und den Herren Haase, Spohn, Kliewer, Krahe, Land, Grundmann und Wagner darge­stellt. DenDizewachtmeister Queis" spielt Herr de Giorgi. Morgen Sonntag wird nachmittags bei ermäßigten Preisen die OperetteZigeunerliebe" gegeben und abends im Abonnement A. das SchauspielDer Skandal", ein äußerst packendes Theater­stück.Polnische Wirtschaft" kommt bei klèinen Preisen am Mon­tag zur 19. Wiederholung und am Dienstag neu «inf' ndiett die famose OperetteDer fidele Bauer" mit Herrn Aks red Hsa^ in der Titelpartie; denLindoberer-Bauer" gibt Herr de Giorgi.

* Herrn Direktor Adalbert Steffter ist die Leitung des Kur- ! Haustheaters in Homburg v. d. H. auch für die Sommerspiel- zeit 1912 wieder übertragen worden.

* Im Restaurant Carlsberg findet von morgen Sonntag abend 6 Uhr ab wiederum ein Konzett einer verstärkten Abteilung der Kapelle des Ulanenregiments statt. Wir machen hiermit auf das­selbe mit dem Bemerken aufmerksam, daß besonders auch für Familien in dem Lokal hierdurch angenehme Unterhaltung ge­boten wird.

* Die Jugendloge Jung-Hanau Rr. 125 des I. O. 6. T. begeht morgen nachmittag 8 Uhr ihre Weihnachtsfeier. Es ist ein reich­haltiges Programm aufgestellt. Jedermann ist zu dieser Feier herzlich ein geladen. Die Feier findet im Evangel. Lereins- haufe statt.

* Ein Einbruch bei Hellem Tage wurde, wie man uns berichtet, am vergangenen Freitag bet dem Eoldarbeiter Anton Becker, Fallbachstraße 11, verübt. Ein gewisser P. aus Elberfeld, zuletzt in Hanau in Stellung, schlich sich, als er wußte, daß die Frau ins Krankenhaus ging in die Wohn""g, um Geld zu stehlen. Als er nichts fand, nahm er ein Armband nebst goldenem Ring an sich und versuchte diese Sachen in Aschaffenburg zu verkaufen. Da er noch andere Sachen auf dem Kerbholz hat, flüchtete er gestern in die Schweiz.

* Aug. Haslwanter's Kinematographentheater bietet auch in dieser Woche, wie aus dem im Inseratenteile befindlichen Progamm hervorgeht, interessante Nummern, die Anziehungskraft ausüben werden.

Vom Hansa-Bund, Ortsgruppe Hanau. Mitgliederversammlung.

In derConcordia" hielt gestern abend die Ortsgruppe Hanau des Hansa-BundeS eine gut besuchte Mitgliederver­sammlung ab, die sich mit der Erledigung nachfolgender Tages­ordnung zu befassen hatte: 1. Geschäftsbericht, 2. Kaffenbe­richt, 3. Dorstandswahlen, 4. Beteiligung des Hansa-DundeS an den Reichstagswahlen, 5. Verschiedenes. Den Geschäft-- bericht erstattete der Vorsitzende der Ortsgruppe, Herr Fabrikant A. Philips, der darauf hinwies, daß die Be­strebungen der Ortsgruppe im abgelaufenen Jahre sich vor allem darauf gerichtet hätten, die Mitgliederzahl zu ver­größern , ferner sei auch eine umfangreiche Tätigkeit nach außen hin entfaltet worden. Weiter habe man Wert darauf gelegt, weniger auf viele, als auf recht eindrucksvolle Ver­sammlungen hinzuwirken und dann auch für die Wahlen zu rüsten durch Veranstaltungen von Sammlungen. Die Tätig­keit sei etwas beeinträchtigt worden durch den Streit über die Abführung der Beiträge an die Zentrale, doch sei dieser Kampf jetzt zu einem für die Ortsgruppe befriedigenden Ab­schlusse gekommen. Dringend zu empfehlen sei das Abonne­ment auf die jetzt in erweitertem Umfange erscheinende Zeit­schriftDer Hansabund", deren Inhalt beweise, daß eine reiche gewaltige Arbeit geleistet werde. Von der Berliner Zentrale sei angeregt worden, auch in einer Entschließung zu den bevorstehenden Reichstagswahlen Stellung zu nehmen. Der Wortlaut dieser Entschließung sei folgender:

Bürger heraus!"

Am 12. Januar 1912 ist der Tag, an dem das deut­sche Volk an die Urne gerufen wird, um sein höchste- bürgerliches Recht, aber auch seine gewichtigste Pflicht auß« zuüben.

Es gilt, auf der ersten Etappe des Kampfes des ge­werblichen Bürgertums um Ehre, Ansehen und Gleichbe­rechtigung am 12. Januar zu zeigen, daß das Interesse an den öffentlichen Fragen in diesen Kreisen mächtig ge­wachsen ist. ES gilt, durch eine gewaltige Wahlbeteiligung den Beweis zu erbringen, daß die 2'/»jährige AufrüttelungS- und Aufklärungsarbeit deS Hansa-Bundes nicht vergeblich gewesen ist.

Obwohl etwa 58 pCt. der Bevölkerung in Handel, Gewerbe und Industrie tätig sind und noch nicht 30 pCt. in der Landwirtschaft, ist das erwerbstätige Bürgertum im deutschen Reichstag mit nur 13 pCt. durch Kandidaten vertreten, und dabei sind von den 397 Reichstaaswabl-

kreisen nach ihrer BevölknmnFSstffmnmensetzung 206 t» dustriell-kommerziell, 116 cgrari^ und 75 gemischt.

Hierin Wandel zu schaffen, ist eine der wichtigste« Auf­gaben deS Hansa-Bundes und seiner Mitglieder, und da daS natürliche Recht auf unserer Seite ist, so find Erfolgt bei zielbewußter und zäher Arbeit sicher.

Angesichts deS 12. Januar erwartet daher der Hansa» Bund, daß jeder Angehörige deS deutschen Gewerbestande- seiner Wahlpflicht genügt. Alle, die am Blühen und Ge­deihen des deutschen GewerbestandeS beteiligt sind, Männer sowohl wie Frauen, haben dafür zu sorgen, daß in ihre« Kreisen der Grundsatz:Wahlrecht ist Wahlpflicht" aus­nahmslos durchgeführt wird."

Diese Entschließung wurde einmütig angenommen. -- Nach Entgegennahme deS Geschäftsberichts wurde der Bericht über die Kassenverhältniss« erstattet. Die Mit­gliederzahl der Ortsgruppe beläuft sich auf rund 750. Bei den Vorstand-wahlen wurden folgende Herren in den Vorstand gewählt: Jean BerngeS, P. Blumöhr, Chr. Dusch, Kommerzienrat Fr. Canthal, H. C. Deine-, Dr. Hch. Eisenach, Th. Escher, Carl FueS, Jean Förster, Amand Fürth, Dr. Ludolf Grambow, Karl Helbig, Fr. Fr. Hoyeh Ch. F. Joseph, W. Kämmerer, Fr. Kreuter, Herm. Küstner, K. Leipold, Rud. Marx, Otto Meyer, William Meyer, Rechtsanwalt Dr. M. Nußbaum, Paul Philip-, Aug. Schuch, P. Spitzner und P. Stadahl.

Bei der nun folgenden Beratung über die Beteiligung de- HansabundeS an den ReichStagSw ahlen gab bei Vorsitzende ein Bild über die Situation im hiesigen Reichs­tagswahlkreise und über den Aufmarsch der Parteien, wobei er zu dem Resultat gelangte, die Unterstützung bei von den beiden liberalen Parteien aufgestellten ReichStagSkandidatev Herrn Baurat Wohlfarth zu empfehlen. Herr Baurat Wohlfarth sei verhindert, persönlich zu er­scheinen, doch habe er zugrsichert, für die Forde» rungen deS HansabundeS voll und ganz «inzutreten, für die Gleichberechtigung der verschiedenen Erwerb-stände. Im Falle seiner Wahl werde er nicht dafür zu haben feilt daß gesetzgeberische Maßnahmen zustande kämen, die irgem einen Erwerbsstand beeinträchtigen könnten. Da Herr Bau­rat Wohlfarth außerdem auch Mitglied deS HansabundeS sei, biete er auch als solcher Gewähr, im Sinne der Bestrebungeil des Hansabundes zu wirken. In der Debatte wurde ange* fragt, wie sich der Hansabund bei einer Stichwahl stellen werde. Der Vorsitzende entgegnete, daß di« Zentral­leitung sich dahin schlüssig gemacht habe, Stichwahlparoletz nicht auszugeben, diese vielmehr den politischen Parteien zu überlassen. Esnmütig wurde daraufhin beschlossen, bei bei Hauptwahl für die Kandidatur bei Baurat- Wohlfarth energisch einzutreten.

Nach einer kurzen Pause eröffnete der Vorsitzende des Ortsgruppe Hanau, Herr Fabrikant Philips, di-

öffentliche Versammlung

mit folgender Ansprache:

Meine Herren! In dem in der letzten Dienstagsnummer des Hanauer Anzeigers" befindlichen was Inhalt und Zeitpunkt der Veröffentlichung betrifft in gleichem Maße anfechtbaren Aussatze von konservativer Seite stand zu lesen, daß die endgültig« Besiegelung des Blockbruches die geistige Eebuttsstunde des Hansabundes gewesen sei. Diese Behauptung trifft nicht zu, denn der Hansabund hatte mit der Blockpolitik an und für sich nichts zu tun. Der konservative Mitbegründer des Hansabundes, Hertz Landrat a. D. Röttger, sprach sich am Eründungstage des Bund«S am 12. Juni 1909 folgendermaßen aus:Aus der Not bei Zett ist diese Versammlung geboren, nicht aus der Neigung Politik zu treiben; im Augenblicke hat alles Trennende in de« Hintergrund zu treten gegenüber den großen nationalen Fragers unserer Volks- und Staatswohlfahrt, die hier auf dem Spiel« stehen."

Ich will nicht auf die bekannten Vorgänge während der Bei ratung der Reichsfinanzreform im einzelnen eingehen, sonder« nur nochmals dem lebhaftesten Bedauern Ausdruck geben, über den Mangel an Gerechtigkeitsgefühl in sozialer und wirtschaft­licher Hinsicht, welcher sich bei den Mehrheitspatteien des ver­flossenen Reichstages gezeigt hat; trotz aller Verschleierungs- unl Deschönigungsversuche wird es den Parteien, welche die Verant­wortung für das Zustandekommen dieser Reichsfinanzreform tragen, nicht gelingen, deren Industrie- und Handelsfetndlichev Charakter abzuleugnen.

Eine tiefe Kluft ist durch diese Reform zwischen den bürger­lichen Erwerbsständen geschaffen worden; sie würde vielleicht nach und nach zu überbrücken gewesen sein, wenn sich bei den unter hyperagrarischem Einfluß stehenden Parteien der gum Wille gezeigt hatte, die offenbaren Schäden und Ungerechtigkeiten der Finanzreform herabzumindern oder auszugleichen. Aber nicht« derartiges ist zu bemerken. Noch aana kürzlich ist hier tu bcxuai