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AMttonsdruck und Verlag der vuchdrnckerri heg »erriu. eo. Waisenhause» tn Hanan.

General-Anzeiger

Amtliches Organ für Statt- und Landkreis Hasan.

Erscheint tLgNch mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

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Nr. 3

^crnsprechanfchlich Nr. 230.

Toniicrstag den 4. Januar

Fernfprechanfchlich Nr. 230. 1912

Amtliches.

Stadtkreis Ranau. Bekanntmachung.

Es ist die Wahrnehmung gemacht worden, daß bei den Reichstagswahlen 1907 wiederum Personen unter falschen Namen oder mehrfach in verschiedenen Wahlbezirken ge­wählt haben.

Zur Verhinderung solcher mißbräuchlichen Stimmenab­gabe sind die Herren Wahlvorsteher darauf hingewiesen worden, daß sie berechtigt sind, bei Zweifeln über die Iden­tität der zur Wahl erschienenen Personen von diesen eine Legitimation zu verlangen und gegebenenfalls z. B. neu

Soll

Kreissparkaffe zu Hana«.

Bilanz auf 31. Dezember 1911

Kreissparkaffe zu Hanau.

Gewinn- und Verlustrechnung für 1911.

Aktiva

Passiva

1. Hypothendarlehen . , . M. 7 442 242.98

2. Bürgschaftsdarlehen . . 96 810.

3. Lombarddarlehen . .

4. Gemeindedarlehen . 988 657.87

5. Wertpapiere . 1291 610.69

6. Bankguthaben . . . 8 000.

7. Kastenbestand . 238 957.92

8. Inventar . 1414.71

9. Vorschüsse . 550.

1. Spareinlagen . . . M. 9 859 325.19

2. Reservefonds . 167 097.44

3. Reingewinn von 1911 . 41821.54

M. 10 068 244.17 | Hanau am 1. Januar 1912.

1 M. 10 068 244.17

Der Vorsitzende der Kreissparkaffe.

Frhr. Laur.

Haben

L Zinsenausgaben:

a) Zinsen für Spareinlagen M. 345 739.40

b) Zinsen für Lombard­darlehen .

2. Kursverluste

3. Verwaltungskosten

4. Verschiedene Ausgaben .

Reingewinn von 1911

1524.33 M. 347263.73 13 164.50 , 14 631.72

j

Ea. M. 375 068.10 41 821.54 Sa. M. 416 889.04

Hanau am 1. Januar 1912.

PolitiTcbe Rtmdkbaa.

Für eine Besserung der deutsch-englischen Beziehungen treten nunmehr auch englische Minister öffentlich ein, nach­dem sich in der letzten Zeit jenseits des Kanals die Stim­men gemehrt haben, die einer Versöhnungspolitik das Wort redeten.

Die Wahlparole der Regierung.

In einem halbamtlichenZur Reichslagwahl" über­schriebenen Artikel gelangen nunmehr die Anschauungen der führenden Regierungsstellen über die Gesichtspunkte zum Ausdruck, von denen die Wähler bei der Stimmabgabe am 12. Januar sich leiten lassen sollten. Zunächst wird ausge- führt, daß die seit Jahr und Tag betriebene Agitation der Wählerschaft nicht zur Klarheit über den Weg verhalfen habe, den die gedeihliche Fortentwicklung unseres Vater­landes verlange. Und doch lägen die Dinge einfacher, als es den Anschein habe; durch einen kurzen Rückblick auf unsere innere Entwicklung in verfassungsrechtlicher, wirtschaft­licher, sozialer und finanzpolitischer Richtung wird dar­getan, daß der staatsrechtliche Aufbau des Reiches gesund ist und zu pessimistischen Betrachtungen keinen Anlaß gibt. Dann heißt es weiter:

freilich liegen aber auf diesem erfreulichen Bilde un­serer Entwicklung auch tiefe Schatten. Noch heute steht ein großer Teil unseres Volkes unter der Botmäßigkeit der So­zialdemokratie unseren nationalen Aufgaben ablehnend und verständnislos gegenüber. Noch heute sieht die Sozialdemo­kratie das Heil ihrer Anhänger in der Absonderung von den 'ibrigen Klaffen der Bevölkerung und in der Zertrümmerung der bestehenden. Staats- und Wirtschaftsordnung. Hier Wandel zu schaffen, ist und bleibt eine unserer wichtigsten Aufgaben.

Die geschichtliche Vergangenheit unseres Volkes soll uns »och ein anderes nicht vergessen lassen. Vierzig Jahre hat das deutsche Volk an seinem Hause gebaut und für seine wirtschaftliche Entwicklung gesonnen und geschafft. Mit Hinern wirtschaftlichen Emporsteigen ist sein Friedensbe- »ürfnis gewachsen, und manche haben angefangen zu glau- -en, daß die eigene Betätigung einer friedliebenden Ge- ^nnung genüge, um der Welt den Frieden zu erhalten. Die

zugezogene Wähler oder solche, bei denen die Möglichkeit besteht, daß sie auch anderwärts in die Wählerliste einge­tragen sind, in geeigneter Weise darauf aufmerksam zu machen, daß jedermann bei Vermeidung der gesetzlichen Strafe nur in einem Wahlbezirke und bei der Haupt- und Stichwahl nur in dem gleichen Wahlbezirke wählen darf. Hanau den 3. Januar 1912. 493

Der Magistrat, _____ Hild.

Gefunden: 1 kleines Portemonnaie mit 80 Pfg. Inhalt und 1 Zettel. Abzuholen auf dem Geschäfts­zimmer der Armenverwaltung.

Hanau, den 2. Januar 1912. 515

1. Zinseneinnahmen:

a) von Hypothekendarlehen M. 318 531.91 b) Bürgschaftsdarlehen 5 232.20 c) _ Lombarddarlehen 0.95

d) Gemeindedarlehen e) Wertpapieren f) , Bankguthaben

2. Kursgewinne .

3. Verschiedene Einnahmen

39 726.30

49 667.25

3 392.12 M. 416 550.73

, , 336.00

______£91

Sa. M. 416 889.64

Der Vorsitzende der Kreissparkaffe.

F rh r. L a u r.

zeitweilige schwierige Weltlage hat uns im vergangenen Jahre gezeigt, daß dem nicht so ist. Ein wirtschaftlich auf­strebendes Volk, in dem alle Völker der Welt in steigendem Maße einen Konkurrenten ihres Handels und ihrer Industrie erstehen sehen, ist des Friedens, den es für seine wirtschaft­liche Entwicklung braucht und zu erhalten bestrebt sein muß, nur sicher, so lange sein Heer und seine Flotte genügen, um seine Grenzen und seine Seeinteressen wirksam zu schützen. Daraus folgt:

Wir brauchen einen Reichstag, der bereit ist, unsere bisherige Wirtschaftspolitik, die Politik der Handelsverträge und des Schutzes der nationalen Arbeit weiterzuführen.

Wir brauchen einen Reichstag, der bereit ist, unsere Sozialpolitik, die Bürgschaft einer friedlichen Ent­wicklung im Innern, ruhig und besonnen fortzusetzen.

Wir brauchen einen Reichstag, der bereit ist, Heer und Flotte dauernd im Zustand höchster Leistungs­fähigkeit zu erhalten und Lücken in unserer Rüstung zu schließen.

Bei der Lösung aller dieser Aufgaben pflegt die Sozial­demokratie ihre Mitarbeit zu versagen. Darum ist die end­liche Ueberwindung dieser Partei, deren Bestehen eine Ge­fahr bedeutet für die nationale Geschlossenheit unseres Vol­kes wie für die Erhaltung des politischen, geistigen und sittlichen Erbes unserer Väter, eine Lebensfrage für unser Vaterland. Wer sich das alles vor Augen hält, wird sich klar darüber sein, daß kein pflichtbewußter deutscher Mann am 12. Januar an der Wahl­urne fehlen darf. Er kann auch nicht im Zweifel darüber sein, gegen wep er Front zu nehmen hat."

Geheimrat Rießer gegen v. Heydebrand.

8. & H. Breslau, 3. Jan. In einer nach dem hiesigen Konzerthaus von der Ortsgruppe Breslau des Hansabundes einberufenen Versammlung, die überaus zahlreich und auch von vielen hervorragenden Persönlichkeiten Breslaus, so dem Oberbürgermeister Dr. Bender besucht war, hielt Ge­heimrat Professor Dr. Rießer (Berlin) einen Vortrag über das Thema:DerTag derAbrechnung". Der Red­ner führte aus: Schon bei meiner ersten Anwesenheit im Mai 1910 habe ich die hohen Aufgaben des Hansabundes

dargelegt. Der Hansabund ist davon durchdrungen, daß der moderne Staat nur gedeihen kann, wenn der Grundsatz der Gleichberechtigung aller Erwerbsstände, auch der Landwirt­schaft, den leitenden Gedanken und die unverrückbare Grundlage seiner Wirtschaftspolitik bildet. Dieser Satz ist bestimmt und geeignet, auch das wirtschaftspolitische Pro­gramm des deutschen Reiches zu werden, zumal er allein den Frieden im Innern herbeiführen und damit jene Ver­bitterung beseitigen kann, die von jeher der beste Nähr­boden der Sozialdemokratie gewesen ist. Nur 52 Reichstags­abgeordnete gehören unseren Kreisen an, dabei stellen die in Handel und Industrie Beschäftigten den weitaus größten Prc^entsatz der Bevölkerung dar. Im Abgeordnetenhaus find 35 gewerbliche Vertreter, im Herrenhaus sogar nur II. Das klägliche Wahlrecht in Preußen, das jedem wirtschaft­lich und sozial Abhängigen die freie Wahl unmöglich macht, und durch Erhaltung der in erster Linie auf die Jntereffen des Großgrundbesitzes zugeschnittenen Wahlkreiseinteilung in Preußen namenlose Ungerechtigkeit schafft, bedrückt das freie Bürgertum. Auch der Hansabund vertritt die Jnter­effen der Landwirtschaft, allerdings innerhalb der Grenzen des Gemeinwohls. Man hat dem Bunde schon oft ideelle und nationale Grundsätze absprechen wollen. Wir bleiben bei unserem Grundsätze, daß bei dem Widerstreit der ge­werblichen und der nationalen Interessen die nationalen stets für uns maßgebend bleiben werden. Wir treten dafür ein, daß alle Staatsstellen ausschließlich mit Rücksicht auf die persönliche Tüchtigkeit und Qualifikation der Bewerber aller Richtungen vergeben werden dürfen, und alle Staats­lasten und Steuern unter alle Erwerbsgruppen und unter die einzelnen nach Besitz und Leistungsfähigkeit gerecht ver­teilt werden müssen. Wir wünschen eine größere Unab­hängigkeit in der kommunalen Selbstverwaltung zum Wohle unserer Städte. Eine gerechte Wirtschaftspolitik erstreben wir, auch für die gerechtfertigten Forderungen der Beamten­schaft treten wir ein. Die Beherrschung einseitiger wirt­schaftlicher Jntereffenpolitik soll aufhören. Die sogenannten Magenfragen wollen wir in der Politik ausschalten. Der Hansabund will durch eine gerechte Politik auf allen Ge­bieten ftiedlich wirken. Die Unzufriedenheit in allen Schich­ten des Volkes soll beseitigt werden. Der Redner kennzeichn nete an der Hand einer Broschüre, welch harmloses Män­telchen der Bund der Landwirte trage. Es kann kein Zufall sein, daß in einer Reihe von Wahlkreisen das Zentrum zu Gunsten der bündlerischen und konservativen Kandidaten auf eigene Kandidaturen verzichtet hat. Der Bund der Landwirte und die Konservativen vertreten nach wie vor die Jntereffen des Großgrundbesitzes. Sie haben jüngst auch eine Stichwahlparole herausgegeben, die besagt, daß im Falle der Stichwahl zwischen Sozialdemokraten und Libe­ralen die Entscheidung je nach den politischen taktischen Jn­tereffen der Partei zu treffen sei. Den Forderungen der Herstellung eineslückenlosen" Zolltarifs werden wir ent­schieden entgegentreten. Die Flugblätter des Bundes der Landwirte verdienen niedriger gehängt zu werden. Sie enk- halten zahlreiche Unwahrheiten. Die Produktionswerte der Landwirtschaft werden dort auf rund 12, die der Industrie aber nur auf rund 10 Milliarden angegeben, eine Angabe, die selbst von einem Freunde des Bundes der Landwirte um nicht weniger als 26 Milliarden zu gering berechnet worden ist. Der Kampf, in welchem wir stehen, ist eine wichtige Etappe in dem Kampfe zwischen der Bevormundung und Reglementierung und der freien Entwicklung eines mündi­gen, sich seiner Kraft und seiner Ziele bewußten Bürger­tums. Wir verlangen eine gerechte Politik, die besser als Attacken und halbe Mittel die sozialdemokratischen Bestre­bungen Niederkämpfen wird. Wenn Herr von Heydebrand kürzlich seine Bedingungen aufstellte, die für die Stichwahl­hilfe maßgebend sein sollten, so wird bei ihrer Durführung indirekt der Sozialdemokratie Wahlhilfe geleistet. Wir haben im Hansaburnd redlich gearbeitet seit dem zweiein­halbjährigen Bestehen, unser Erfolg ist bereits groß, wenn uns auch kein langes Leben verheißen wurde. M »an für Mann stehen unsere Reihen festgekettet in der Ueberzeu­gung, daß im Hansabund der Einheitsgedanke des deutschen Volkes in idealer Weise verkörpert wird und daß wir ge­rade die wahren und treuen Schildhalter von Kaiser und Reich sind. Tatkräftig ist der Hansabund in die Wühlarbeit im gesamten Reiche eingetreten und wird nicht vergebens gearbeitet haben. Wir sind uns der ernsten Lage voll be­wußt und sind erfüllt vom Geiste der heutigen staatlichen Wirtschaftsordnung. Jeder Bürger soll mitarbeiten zum Wohle der Allgemeinheit. Auch die Frauen sollen Helfe­rinnen in dem Wahlkampfe sein und bei der Wahl alsGe­wissen des Mannes" an die Wahlpflicht erinnern. Geheim­rat Rießer schloß seine Ausführungen mit dem Hinweis da­rauf, daß die allgemeine Unzufriedenheit nicht dazu führen soll und wird, daß die bürgerlichen Elemente ihre Stimme der Sozialdemokratte geben und damit indirekt die Reaktion stützen. Nicht die Person. sondern die Ziele der Kandidaten