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(demennützige Nachrichten
Nöth's Geschichte von Heffen.
In dem Berein für hessische Geschichte mib Landeskunde ist vor einiger Zeit von dem Vorsitzenden desselben darauf hingewiesen worden, daß es jetzt, wo Hessen aufgehört habe, ein selbstständiger Staat zu sein, doppelt Noth thue, die Geschichte des hessischen Landes zu Pflegen und die Kenntniß seiner Entwicklung zu erhalten. Wir können dieser Mahnung aus innerster Ueberzeugung beistimmen; denn wenn auch Hessen jetzt ein Glied des mächtigen Großstaates geworden und dazu berufen ist, an dem Geschicke Preußens und der einheitlichen Gestaltung Deutschlands Theil zu nehmen, so müssen sich die Angehörigen des früheren Kurstaates doch getrieben fühlen, der Geschichte des hessischen Stammes, der eine so anziehende Entwickelung, eine so ruhmreiche Vergangenheit hat, ihre Theilnahme anch ferner zu- zuwenden und sich mit Allem, was das Volk in Vereinigung'mit seinen Fürsten gethan hat, in Bekanntschaft zu erhalten, und es tritt an jeden Freund des engern Vaterlandes die Pflicht heran, nach Kräften dahin zu wirken, daß kein Stück der hessischen Geschichte der Vergessenheit überantwortet werde. Wir wollen daher, ohne der Verdienste eines v. Rommel, Justi, Rehm, Landau, Bernhardi, Pfister und anderer um die hessische Landeskunde verdienter Männer zu vergessen, auf ein Buch aufmerksam machen, welches das Seinige zur Kenntniß der hessischen Geschichte revlich beiträgt, wir meinen: „Geschichte von Hessen von Dr. Christian Röth. Cassel bei G. E. Vollmann. 1856."
Der Verfasser hat sich, wie er selbst sagt, die Aufgabe gesetzt, den reichen, theils schon im Zusammenhang, theils in einzelnen Partien bearbeiteten Stoff zusammenzufassen und die großen und wichtigen Ereignisse und Bestrebungen aus dem Leben des hessischen Volkes, wie seines Fürstenhauses in faßlicher und einfacher Darstellung zu berichten. ^ wollte der Heranwachsenden und lernenden Jugend, der Schule, dem Hause und allen Denen, welche selbst nicht Zeit, Beruf und Gelegen- ' heit haben, den Quellen, aus denen die Geschichte des Hessenlandes fließt, nachzugehen, daS Wissens- wertheste aus der reichen, rühmlichen Vergangenheit hessischen Volkes hervorheben, zur weiteren Dneiilirung gewisse Anhaltspunkte setzen und zur Theilnahme an dem, was die Väter gethan und er« haben, anregen und die Kenntniß der vaterlän- dischen Geschichte fördern helfen. Und diese Auf- hat der Verfasser unseres Erachtens vollständig
Cr führt uns die Geschichte des hessischen «tammes, bezw. der hessen-easselschen Linie, von den ersten Anfängen bis zu der Zertrümmerung des West- phalischeii Regimentes durch die Völkerschlacht bei Leipzig, in frischer, kräftiger, fließender Darstellung
vor, die sich eben so fern hält von einer dürren, trocknen Aufzählung und Aneinanderreihung, als vön einem breiten, langweiligen Auseinauderlegen Der geschichtlichen Ereignisse und Thatsachen. Das Wichtige und Bedeutende tritt in rechter Weise hervor, indem der Verfasser eS verstanden hat, das Hauptsächliche vom Nebensächlichen, das Hervorragende von dem minder Wichtigen zu scheiden. Das Material erscheint überall als ein gesichtetes, geordnetes, übersichtliches. Dazu ist es wohlthuend, daß der Verfasser ein warmes Herz, einen patriotischen »inn und Achtung vor der historischen Treue zu seiner Arbeit mitbiingt, und wenn er hier und da zum Lobredner seines Volkes wird, wer will es ihm verargen? Hat doch der hessische Name in der dèutschen Geschichte einen guten, hellen Klang. Wenn auch die Vorarbeiten und die früheren Geschichtswerke eingehend benutzt worden sind, so muß doch anerkannt werden, daß die Verarbeitung des Materials selbstständig vollzogen worden ist. Wir wollen deshalb nicht unterlassen, die Aufmerksamkeit auf einige hervorragende Parthieen hinzulenken, z. B. auf die Bekehrung der Hessen zum Christenthum, auf die heilige Elisabeth und ihre Zeit, den Kampf mit dem Sternerbund, die Geschichte Philipp's deS Großmüthigen, die Theilnahme Hessens an dem siebenjährigen Krieg, die Landgrafen Karl und Wilhelm Ylli.
Gewiß wird keiner der hessischen Leser daS Buch unbefriedigt aus der Hand legen, wohl aber jeder dem Verfasser dafür Dank wissen, daß er der lernenden, Heranwachsenden Jugend, der Schule, dem Hause und allen Denen, die selbst nicht Zeit, Beruf und Gelegenheit haben, den Quellen nachzugehen, die Darstellung der Geschichte seines Volkes in so anerkennenswerther, würdiger Weise geboten hat und turch seine Arbeit dazu mithilft, die Liebe, Anhänglichkeit und Treue gegen Volk und Land zu fördern und zu erhalten. Jetzt aber, wo Hessen eingetreten ist in den Verband der großen preußischen Monarchie, dürfte es für manchen auch der preußischen Brüder nicht geringes Interesse haben, die Geschichte der neuen Volksgenossen kennen zu lernen; darum sei Jedem, der diese Bekanntschaft sucht, daS erwähnte Buch angelegentlichst empfohlen. Würde uns aber Jemand fragen: „Warum die Besprechnng einer solchen Schrift in einem landwirthschaftlichen Blatte?" so wollen wir ihm antworten: „Soll denn der Landwirth, der, welcher dem Boden, auf dem sein Volk seßhaft ist, den Ertrag abgewinnt, weniger von seiner Volksgeschichte wissen, als die Uebrigen im Lanve? Erst Der, welcher sein Volk kennt, wird eS lieben." W.
(Landw. Anz. für Kurh. Nr. 1 u. 2 von 1867.)
Zur Kulturgeschichte der Getreidearten.
(Fortsetzung aus Nr. 6.)
Der flieg gen. Se ea I e ccrea 1 e.
Wir dürfen wohl als bekannt vorausfetzen, daß