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Nr. 304.
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Amtliches Args« für KtsSt- unS Lanökrets Hanau
Erscheint täglich mit AsSnahme der Sonn- unb Feiertage, mit belleiriftucher Verlage
Samstag den 30. Dezember
EinrÄck»»gK» gebärt
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1899
Amtliches.
^anö&rew ^anau.
Bekauktmschllkgen des Königlichen LsndrsthsSMtes.
Infolge Weiterverbreitung der Maul- und Klauenseuche wird für den Ort und die Gemarkung Oberissigheim ein Beobachtungsgebiet gebildet. Aus demselben dürfen Wiederkäuer und Schweine ohne ausdrückliche Genehmigung der Polizeibehörde nicht entfernt werden. Die Genehmigung wird versagt, wenn die Gefahr einer Seuchenverschleppung nicht durch polizeilich anzuordnende Maßnahmen beseitigt werden kann.
Zum Zweck der sofortigen Abschlachtung kann jedoch die Ausführung der unter Beobachtung gestellten Thiere — als solche gelten alle innerhalb des Beobachtungsgebietes befindlichen Wiederkäuer und Schweine, auch wenn dieselben der Ansteckung nicht verdächtig find — unter den nachstehend abgedruckten Bedingungen durch die Ortspolizeibehörde gestattet «erden.
Wird die polizeiliche Erlaubniß zur Ausfuhr von Schlacht- thieren ausnahmsweise ertheilt, so muß der Führer der Thiere den Erlaubnißschein der Ortspolizeibehörde während des Transports mit sich führen. Dieser Erlaubnißschein, sowie die thierärztliche Bescheinigung verlieren mit dem Abläufe des dem Tage der Ausstellung folgenden Tages ihre Gültigkeit.
Hanau den 29. Dezember 1899.
Der Königliche Landrath.
V 13471. I. V.: Schneider, Kreissekretär.
mittelst Wagen zugeführt werden. Durch vor- gängige Vereinbarung mit der Eisenbahnverwaltung oder durch unmittelbare polizeiliche Begleitung ist dafür Sorge zu tragen, daß eine Berührung mit anderen Wiederkäuern oder Schweinen auf dem Transporte nicht stattfinden kann.
punkte nicht bereits zwei Jahre nach dem Ausstellungstage abgelaufen sind. Hiernach werden alle im Jahre 1897 ausgestellten Karten alsbald nach dem Inkrafttreten des neuen Gesetzes und die Karten aus dem Jahre 1898 zu den dem Ausstellungstage entsprechenden Terminen im Laufe des Jahres 1900 bei Vermeidung der Ungültigkeit umgetauscht werden
Die Herren Bürgermeister wollen Vorstehendes in ihren
Die Herren Bürgermeister und Gutsvorsteher werden hier- !
durch auf die als Sonderbeilage zur Nr. 52' des Amtsblattes Gemeinden sofort ortsüblich bekannt machen, der Königl. Regierung zu Gaffel veröffentlichte Anweisung W
Die Ausführung der der Ansteckung verdächtigen Wiederkäuer und Schweine aus dem gesperrten Gehöfte, der Ortschaft, der Weide, der Feldmark oder einem anderen Sperrgebiete zum Zwecke sofortiger Abschlachtung darf nur gestattet werden, wenn die unmittelbar vorausgehende thierärztliche Untersuchung ergibt, daß kein Thier deS betreffenden Transportes von der Maul- und Klauenseuche befallen ist. Mit dieser Maßgabe ist sie unter der Bedingung zu genehmigen, daß die Thiere zu Wagen oder auf Wegen transportirt werden müssen, die von Wiederkäuern oder Schweinen aus feuerfreien Gehöften nicht betreten werden:
1. nach benachbarten Orten;
2. nach in der Nähe befindlichen Eisenbahnstationen, behufs der Weiterbeförderung nach solchen Schlachtviehhöfen oder öffentlichen Schlachthäusern, welche unter geregelter veterinärpolizeilicher Aufsicht stehen, vorausgesetzt:
a) daß die Polizeibehörde des Schlachtorts sich mit der Zuführung der Thiere vorher einverstanden erklärt hat;
b) daß die Thiere diesen Anstalten direkt mittelst der Eisenbahn oder doch von der Abladestation aus
des Herrn Ministers für Handel und Gewerbe vom 17. November d. Js. betr. das Verfahren bei der Ausstellung und dem Umtausch, sowie bei der Erneuerung (Ersetzung) und Der Berichtigung VSN Quittungskarten (K 131 ff, 158, 160 des Jnvalidenversicherungsgesetzes vom 19. Juli 1899, R.-G.-Bl. S. 463), sowie auf die Bekanntmachung des Herrn Reichskanzlers vom 9. November d. J. betr. die Entwerthung und Vernichtung der Marken bei der Invalidenversicherung zur genauen Beachtung noch besonders aufmerksam gemacht.
Die Arbeitgeber und Versicherten sind auf die ihnen durch die neuen Bestimmungen auferlegten Verpflichtungen bei sich darbietender Gelegenheit alsbald hinzuweisen.
Zugleich bemerke ich, daß einzelne Druckexemplare der obenbenannten Anweisung bei der Druckerei von Julius Sittenfeld in Berlin W, Mauerstraße 44, zum Preise von 25 Pfennig das Stück, bei Abnahme von mindestens 10 Stück zum Preise von 20 Pfg. das Stück bezogen werden können.
Hanau den 30. Dezember 1899.
Wegen Anerkennung der fortdauernden Gültigkeit der vor dem 1. Januar 1900 ausgestellten Quittungskarten ist besondere Verfügung ergangen.
Hanau den 28. Dezember 1899. Der Königliche Landrath.
J 673 I. V.: Schneider, Kreissekretär.
Handelsregister.
Nr. 32. Firma: Leopold L i cht e nste i n in Hanau. Heute ist eingetragen:
Das Handelsgeschäft ist mit dem 1. August 1899 auf den Kaufmann A d o l f L i ch t e n st e i n zu Frankfurt a. M., Hanauer Landstraße 8, übergegangen.
Hanau den 23. Dezember 1899.
Königliches Amtsgericht, Abth. 2b. 20160
Städtische Sparkasse.
Die Wiedereröffnung der städtischen Sparkasse findet
Dienstag den 2. Januar 1900
J
Der Königliche Landrath.
616 I. V.: Schneid e r, Kreissekretär.
Billigtet her LiittWÄsrtei.
Nach § 135 Absatz 1 des Jnvalidenversicherungsgesetzes (Reichs-Gesetzblatt Seite 463) verliert eine Quittungskarte ihre Gültigkeit, wenn sie nicht innerhalb zweier Jahre nach dem auf der Karte verzeichneten Ausstellungstage zum Umtausch eingereicht wird. Dementsprechend ist in Ziffer 5 Absatz 2 der Bekanntmachung, betreffend die Einrichtung der Quittungskarten für die Invalidenversicherung, vom 10. November dieses Jahres (Reichs-Gesetzblatt Seite .667) vorgesehen, daß die am Schlüsse des Jahres 1899 in Benutzung befindlichen Quittungskarten alten Musters zwar nach dem 1. Januar 1900 zur Beitrags entrichtung noch verwendet werden dürfen, dies aber nur insoweit, als zu diesem Zeit
statt.
Wir wiederholen hierbei, daß der Zinsfuß für Spareinlagen auf 39s°/o erhöht ist und die Ausfertigung der Einlagebücher für neu eintretende Sparer statutenmäßig kostenfrei erfolgt.
Hanau den 28. Dezember 1899.
Die Verwaltung der städtischen Sparkasse.
Jung. Klaere. Eilber. 20141
GrMiicksvcrMchtillig.
DaS rechts der Rodenbacherstraße belegene, 82 ar 01,7 qm große Ackergrundstück, Karte W Nr. 2, soll
Dienstag den 2. Januar 1900, vormittags 11 Uhr,
im Kämmereilokal - Neustädter Rathhaus, Zimmer
— öffentlich meistbietend auf sechs Jahre verpachtet
Der Zuschlag bleibt vorbehalten.
Hanau den 28. Dezember 1899.
Althanauer Hospitalkasse.
Nr. 10 werden.
20069
Feuilleton
Jahrhundertwenden.
Von Robert Berndt.
(Nachdruck »erboten.)
Wenn ein Jahrhundert scheidet, dann ist es uns, als ob die Dinge in ihrem Laufe einen Augenblick inne hielten und als ob unser Auge, sonst durch den Dunst des Tageslebens getrübt, plötzlich, wie durch einen Riß in den Wolken, einen weiten Blick zurück thun könne auf den unabsehbaren, farben- prangenden, blutigen Zug der Menschengeschichte. Ein Jahrhundert — wie wenig ist es von der Ewigkeit! Aber wie viel doch für die Schicksale der Menschheit, in deren Gestaltung ein Säkulum gar gewaltige Veränderungen hervor- bringt. Jahrhundertwenden muthen uns wie Mark- und Grenzsteine an; und wohl mag es bei der seltenen Gelegenheit, die uns vergönnt ist zu erleben, lohnen, einmal von einem dieser Grenzsteine zum andern zu wandern und ss den wunderlichen Zickzackgang der Historie Fluge zu überschauen. .
Heller Gläserklang und froher Ruf grüßt die Jahrhundertwende. Wie anders war es vor 900 Jahren! Da sahen die
Menschen mit Granen dem Jahre 1000 entgegen; denn nach tausend Jahren, so hieß es ja, sollte der Satan wieder Gemalt bekommen und das Reich Gottes zerstören. Und sie jammerten und beteten, veräußerten ihre Habe und entarteten den Untergang. Ach, eine dunkle Zeit war es überhaupt. Gemalt herrschte überall, und nur auf wenige Tage in der Ävche vermochte der eben verkündigte „Gottesfriede" sie zu bändigen. Finsterniß regierte die Geister; nur hier und da leuchtete spärlich das Licht der Wissenschaft, zu schwach, das "echte Dunkel weithin zu durchdrungen. Wer um jene Zeit
in einem Kulturlande leben wollte, der mochte zu den Mauren
nach L-panien ziehen. Da glänzten schöne Bauten, war
Male in Deutschland regte sich der Bürger, warf sein Wort
Leben licht und heiter, sangen die Dichter, sannen tiefsinnige Gelehrten. Doch das waren ungläubige, von denen die Zeit
rren! Male in Veutscylano pui ^vu
das I in die Wagschale der Geschichte und fühlte seinen Werth. Eine
nichts wissen wollte; und in der Jmperatorenstadt am denen Hörne, wo freilich Christen wohnten, da gab es auch eine Kultur, eine alte und kostbare Kultur, doch sie erstarrt und steif geworden, eine Kultur der Formen Zeremonien. An Stelle des Imperators zu Byzanz
Gol- wohl war und aber
träumte sich wohl der junge Sachsenkaiser Otto als einen neuen Weltherrschcr und wob phantastische Pläne. Dann aber wieder befiel ihn tiefe Seelenangst und selbstquälerische Schwäche, und eben um die Jahrhundertwende pilgerte er zum Grabe des gewaltigen Kaisers Karl zu Aachen und warf einen scheuen Blick auf die Leiche des Großen, und wall- fahrtete zur Grabstätte seines Freundes, des Märtyrers Adalbert, nach Gnesen. Denn auch in dem Kaiser lebte etwas vondem Grauen und der Scelennoth, mit der die dumpfe Menschheit das Jahr 1000 nach des Herrn Geburt erwartete.
Als aber hundert Jahre ins Land gegangen waren, war ein frischer Wind durch Deutschland gefegt. Der Kaiser und der Papst hatten sich in gewaltigem Ringen gemessen, die Geister waren aufgestört worden, große ewige Fragen und Interessen hatten sie zur Parteinahme genöthigt und über den kleine,: Kreis des Besitzes und Erwerbes hinausgehoben. Und der alte Orient, ein Jahrhundert noch unerreichbar fern, war jetzt in Verbindung mit dem Abendlande getreten. Denn eben kehrten die Kreuzfahrer von der heiligen Reise zurück und erzählten wundersame Dinge von des Ostens Herrlichkeiten, und brachten köstliche Stoffe und Arbeiten mit, wahre Offenbarungen für die ärmlichen Menschen des Occidents. Da entstand neuer Eifer, neue Handelswege öffneten sich, die Städte am Rheinc blühten mächtig auf, ernste Kathedralen mit Rundbogenfenstern entstanden in ihnen und zum ersten
Seit brach an da die gebundenen Kräfte des Deutschen Volkes sich lösten. Wohl tobte, als das 13. Jahrhundert anbrach, ber Bürgerkrieg in Deutschland: der Staufer und der Welse bestritten sich die Krone, aber dunkel war es nicht mehr im Lande. Gar viele Stätte des Wissens wetteiferten jetzt untereinander das stolze Köln war eine Weltstadt geworden, und am Aofe des staufischen Herrn sang Der von der Vogelweide seine'süßen innigen Weisen, während Wolfram tiefsinnig die alte Gralssage nachschuf und Gottfried, der Straßburger Meister, Jsoldeus und Tristans Liebesglück und °"k berte. Drüben über der Elbe hatte der starke Braunschweig neue deutsche Kultur, neue deutsche schaffen; da ging die Pflugschaar über jungen bildete sich auf" der ehemaligen Slavenerde neue eine neue Zukunft voll großer Verheißungen.
Und diese Verheißungen trogen nicht. Als
1300 schrieb, da blühte ein fröhliches Leben im deutschen Osten und weit hinauf gen Norden an die Gestade des baltischen Meeres hatten die tapferen Ritter vom deutschen Erben das deutsche Schwert unb die deutsche Kultur getragen. Aber die Stauffer waren gefallen, und mit ihnen des Reiches Macht und Herrlichkeit. Der Kaiser war jetzt gar oft ein unmächtiger Herr, und die französischen Capetinger, die doch vordem immer als dem Kaiser nachstehend, ja unterstehend
-Leid schil-
Löwe von Städte ge- Boden, da Kraft und
man anno
Die heutige Nummer umfaßt außer dem Unterhaltunasbtatt u ®aie*.
angesehen worden waren, übertrafen ihn jetzt weit an Macht, und einer von ihnen konnte es sogar wagen, den Herrn der Christenheit zu fangen und zu vergewaltigen. Und in Italien, wo einst der deutsche Kaiser als Herr gewaltet hatte, waren neue starke Gemeinwesen erstanden. Die Schiffe der Venetianer und der Genuesen fuhren weit hinaus über alle Meere, durch deren Wüsten sie ein neu erfundenes Instrument, der Kompaß genannt, sicher geleitete. Ein Genuese, Namens Marco Polo, war