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Amtliches Organ für StaSi- unS Lanökreis Hausn

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage

Nr. 302

Domerstsg den 28. Dezember

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EiurLrk««zt» zebL-r

16t Stadt- und Lcack» treiS Hanau 10 ^ bit tzespaltme Garmand- zrilr oder deren Raum, für Auswärts 15 ^

Im Reklammcheil die Zeile 20 ^, fit* Auswärts 30 ^.

1899

Hierzu

Amtliche Beilage" Nr. 83

Amtliches. c^an ö^ret^ ^artaru

Bekanntmachungen des Königlichen Landrsthsamtes.

In den Gehöften des D a n i e I R e i ch l i n g, des I 0 h s. Schäfer II und des Wilhelm Emmerich in Wachenbuchen, sowie des Landwirths Wilhelm Wild in K e s s e l st a d t ist die Maul- und Klauenseuche aus­gebrochen.

Ueber die genannten Gehöfte wurde die Sperre verhängt. Hanau den 28. Dezember 1899. V 13426/27

Der Königliche Landrath.

J. V.: Schneider, Kreissekretär.

^taöt&rei^ ^anau.

Bekanntmachungen des Oberbürgermeisteramtes.

Bekanntmachung.

Die Nachtrags-Ordnung zur Ordnung betreffend die Ein­führung und Untersuchung von nicht im städtischen Schlacht­hofe ausgeschlachtetem, frischen Fleisch liegt vom 29. Dezem­ber b. J. ab 2 Wochen lang im Rathhaus, Zimmer Nr. 21, zu Jedermanns Einsicht offen und können Einwendungen gegen dieselbe innerhalb dieser Frist bei uns angebracht werden.

Hanau den 23. Dezember 1899.

Der Magistrat.

Dr. Gebe s ch u 8.

20070

GrllndstMvcrpachtmg.

Das rechts der Rodenbacherstraße belegene, 82 ar 01,7 qm große Ackergrundstück, Karte W Nr. 2, soll

Dienstag den 2. Januar 1900, vormittags 11 Uhr,

im Kämmereilokal Neustädter Rathhaus, Zimmer Nr. 10 öffentlich meistbietend auf sechs Jahre verpachtet werden. Der Zuschlag bleibt vorbehalten.

Hanau den 28. Dezember 1899.

Althanaucr Hospitalkasse.

20069

Dicnstnachrichlkn aus dem Kreise.

Landwirth K a s p ar F örte r von Osthei m tst znm Schlachtviehbeschauer für den Schaubezirk Ostheim bestellt und verpflichtet worden.

Hanau den 20. Dezember 1899.

V 13063

Feuilleton

Die Lcidcngsgcschichte der niederdeutschen Kap-Ausicdlcr unter englischer Herrschaft.

Der Burengeneral Joubert hat vor Ausbruch des jetzigen Krieges an die Königin Viktoria eine Flugschrift gerichtet, die den Titel trägt:Transvaal. Die Leidensgeschichte der niederdeutschen Kap-Ansiedler unter englischer Herrschaft." In derselben schreibt Joubert:

Ew. Majestät! Es geschieht im Gefühle tiefster Noth und Sorge, wenn es der Unterzeichnete wagt, sich in dieser kritischen Zeit und im Hinblick auf eine dunkle Zukunft, die wie ein schwerer Nebel über dem Lande ruht, das meine Ge­burtsstätte und Heimath ist, an Euere gnädigste Majestät zu wenden.

Unterthänigster Bittsteller ist ein Abkömmling, nämlich der Urenkel, von Pierre Joubert, einem der Hugenotten, welche aus religiösen Gründen genöthigt waren, ihr Heim und ihre Freunde, zu verlassen, und Zuflucht fanden in Südafrika, wo sie ihrem Gatte in Freiheit dienen konnten. Es siedelte sich in Fransch-Hoek nächst Kapstadt, wilches damals unter der Verwaltung der holländischen Compagnie stand, an und wurde mit Gottes Hülfe bald einer der wohlhabendsten und einfluß­reichsten Farmer und Grundbesitzer. Dort wohnte er, bis ihn Ereignisse zwangen, sich in ben Distrikt von Grafs - feinet zurückzuziehen, wo er nun begraben liegt, in das Land meiner Geburt, welches 1806 unter die Herrschaft von Groß­britannien kam.

Weh! Was hat unser Volk nicht erfahren unter dieser Herrschaft! Es ist vielleicht nie zur Kenntniß Ew. Majestät gekommen, warum dieses Volk nicht ruhig leben konnte in

Gefunden: 1 rothledernes Portemonnaie mit 4 Mk. Inhalt, 1 schwarzer Rohrspazierstock mit weißem Horngriff und weißer Spitze, am 23. d. Mts. abends in der Römer­straße 1 Mark baar.

Zugelaufen: 1 schwarzer schottischer Schäferhund mit weißer Brust und weißem Halsring, mit Halsband und Steuermarke H M 8748, m. Geschl.

Hanau den 28. Dezember 1899.

Tagesschau.

Die Haager internationale Friedenskonferenz.

DieNordd. Allgem. Ztg." schreibt: Wie eine Reihe anderer Staaten, so hatte auch Deutschland seiner Zeit nur das Schlußprotokoll der Haager internationalen Friedens­konferenz vom 29. Juli d. I., nicht aber die von der Kon­ferenz ausgearbeiteten Konventionen und Deklarationen unter­zeichnet, sich vielmehr zunächst eine eingehende Prüfung dieser Aktenstücke Vorbehalten. Nachdem diese Prüfung seitens der detheiligten deutschen Centralstellen inzwischen erfolgt ist, hat der kaiserliche Botschafter in Paris, Fürst Münster, der erste deutsche Delegirte auf der Konferenz, den Auftrag erhalten sich nach dem Haag zu begeben, um daselbst noch vor Ende des Jahres die drei Konventionen und drei Deklarationen namens des Reiches zu unterzeichnen. Dabei wird nur der Artikel 10 der Konvention über die Anwendung der Genfer Kon­vention auf den Seekrieg einem ähnlichen Vorbehalt unter­worfen werden, wie ein solcher auch von Seiten Englands in Aussicht gestellt ist. Fürst Münster wird am 28. ds. im Haag eintreffen und die Unterzeichnung der Aktenstücke vor­nehmen. Mit seinem Beitritt zu den Haager Beschlüssen, welchen Oesterreich-Ungarn und Italien bereits beigetreten sind, liefert Deutschland einen neuen und bedeutsamen Beweis seiner ruhigen und besonnenen Politik, welche mit den ^unS ver­bündeten Staaten fortgesetzt in enger Fühlung bleibt und zu­gleich zu dem russischen Nachbarreich freundnachbarliche und vertrauensvolle Beziehungen pflegt.

Der deutsch-englische Geheimvertrag.

DerLokal-Anzeiger" bringt unter der Ueberschrift Theilung der Kolonien Portugals zwischen Deutschland und England" folgende Mittheilungen über den angeblichen Inhalt des deutsch-englischen Geheimvertragei:

Um zu verhindern, daß Frankreich, Rußland oder andere Mächte gegen die Besitzergreifung der Delagoabucht durch die Engländer Einspruch erheben, hat sich England mit Deutsch­land in einem Geheimvertrag verbunden. Im kommenden Frühjahr findet in Portugal der gleicheA u s v e r k a u f" in Kolonien statt, den Spanien in diesem Jahre so erfolgreich

dem Lande seiner Wahl und seiner Geburt. O, Majestät, was hatten die Buren zu leiden unter der sonst so glor­reichen britischen Herrschaft! Man prüfe das Schicksal der Grenzansiedler, als der ereignißvolle Auszug derselben aus der Kolonie stattfand. Man raubte ihr Vieh, verbrannte und verwüstete ihre ^Heimstätten und ermordete sogar mehrere von ihnen. Und welche Hülfe fanden sie gegerr die Wilden, welche Weiber und Kinder mordeten, junge Mädchen an die Bäume banden, sie schändeten, ihnen die Brüste abschnitten und sie endlich unter namenlosen Qualen tödteten, wahrend die Buren selbst einberufen waren, um auf eigene Kosten, unter dem Befehl der Britischen, gegen die Kaffern zu kämpfen. Dem Bur aber wurde verboten, sein gestohlenes Vieh selbst zurückzuholen, nein, er mußte warten, bis die Truppen es zurückgebracht hatten, und dann verkaufte man das Vieh öffentlich in Gegenwart des Eigenthümers, und den Buren wurde Schadloshaltung versprochen, aber sie erhielten dieselbe nicht, weder in Geld und Gut, noch in Ruhe und Frieden; nur Mißhandlungen und Beschimpfungen waren ihr Theil. Man sagte ihnen, sie müßten froh sein, wenn sie nicht als Anstifter der Unruhen noch bestraft würden. So war der Stand der Dinge im Jahre 1834. Empörung über solche Behandlung äußerte sich mehr und mehr. Den Buren wurde durch den Gouverneur mitgetheilt, daß es Jedem, der nicht zuftieden sei, freistehe, die Kolonie und britischen Boden zu verlassen. Mit dem Gefühle tiefen Kummer- bei dem Ge­danken, das Vaterland, das Land der Geburt, verlassen 311 müssen, fragte man sich: ^Wohirr nun? In das traurige Hinterland des wilden Südafrika?"Ja, ja" war die Antwort.Lieber die Gefahren der Wildniß, reißende Thiere und wilde Menschen, als länger unter dem Joche einer so ungerechten Regierung! Kommt, Freunde; sammt, Brüder! Packt eure Wagen, sammelt eure Heerden, und ziehen wir über die Grenze. Gott weiß wohin! Er wird uns führen." Da

in Szene gesetzt §at. Portugal ist die zweite Macht, auf die Lord Salisbury in seiner Parlamentsrede anspielte, als er von den auf den Aussterbe-Etat gesetzten Mächten sprach. Portugal ist zu der Einsicht gelangt; daß es seine afrikanischen und asiatischen Kolonien auf die Dauer nicht schützen kann, ohne gänzlich zu verarmen, und so handelt dieser Staat weise, indem er sich seines Kolonialbesitzes bei Zeiten entledigt. Der afrikanische Besitz mit rund zwei Millionen Quadrat- Kilometern und 13 Millionen Einwohnern soll an Eng­land fallen, der asiatische mit 20 000 qkm und bei­nahe einer Million Einwohner an Deutschland. Es handelt sich um fünf Gebiete.

1.

Timor

mit

16 300

qkm

2.

Goa

3 270

3.

Damoo

ff

383

tf

4.

Macao

12

5.

Diu

M

5

Außer diesen Besitzungen in Asien soll auch noch in Afrika das Land nördlich des Zambesi an Deutschland abgetreten werden, mit Ausnahme eines Streifens von drei Meilen, den sich Cecil Rhodes für seine Eisenbahn ausbe­dungen hat. Der von Deutschland zu zahlende Preis belauft sich auf 25 Millionen Mark.

An zuständiger Stelle werden dem Wolffbureau diese Mit­theilungen als willkürliche falsche Kombinationen be­zeichnet. Trotzdem wollen wir uns den ganzen Kolonial­komplex etwas näher ansehen.

1 . Timor, die östlichste und bedeutendste der kleinen Sundainseln im Indischen Ocean, gehört zu drei Vierteln den Holländern mit 46 055 Quadratkilometern und 760 000 Einwohnern, die sich auf die niederländische Residentschaft »ertheilen. Die von Korallenbänken umgebene Insel hat schwer zugängliche, meist steil abfallende Küsten. Das Innere ist von einer 10000 Fuß hohen Bergkette durchzogen, von der sich zahlreiche Flüsse in das Meer ergießen. Der frucht­bare Boden enthält unter anderen Metallen auch Kupfer und Gold. Das Klima zeichnetsich durch große Trockenheit aus und ist nur an der Küste ungesund. Der portugiesische Theil, der an Deutschland fallen würde, umfaßt mit der Insel Kambing 16 300 Quadratkilometer mit 300 000 Ein- wohllern. Hauptstadt ist Dili an der Nordküste, wo der unter dem Generalgouverneur von Goa stehende Statthalter residirt. Timor wurde wiederholt von dem Berliner Forscher A. Bastian besucht, welcher die Resultate seiner Forschungen in dem WerkeIndonesien" vor 15 Jahren publizirt hat.

2 Goa ist die zweitgrößte portugiesische Besitzung in Asien. Das Gebiet liegt an der Westküste Ostindiens in der britisch-indischen Provinz Bombay und umfaßt die Provinzen Goa Salcete und Bardy, sowie die Insel Angedive, tue alle

sie ihre gut kultivirten Farmen nicht mitnehmen konnten und Niemand da war, der sie ihnen abgekauft hätte, so waren die Buren gezwungen, dieselben entweder zu einem lächerlichen gbzugeben, ober sie einfach im stiebe zu lassen. atm zogen sie hinaus in das Unbekannte, den Gefahren und Leiden entgegen, die von einem solchen Zuge unzertrennlich sind Es wurde ihnen nicht gestattet, Waffen ober Munition mi zunehmen. Britische Beamte folgten ihnen bis über den Oranjefluß So wie Pharao bic brachten durch das rothe Meer trieb' so wurden die Buren durch den Great River ge- triebeii Sie zogen auf gut Glück vorwärts, im Vertrauen auf Gott frei von allem Despotismus der Menschen, umge- geben von wilden Bestien, um ein freies Land für ihre Kinder und Kindesfinder zu suchen. In kleinen Trupps zogen sie weiter und weiter, immer vorwärts, bis sie zum Vaal River kaineii. Mer fanden sie die nochigen Subßstenzimttel, fische im Wasser Wild auf dem Felde, Aussicht, Getreide zu säen und in Frieden zu leben. Sie konnten sich mit Häuten be- kleiden und von Fleisch nähren, bis Gott ihnen in feiner Huld andere Mittel bescheerte. So dachten wenigstens die armen BurenKommt nun, laßt uns unser Zelt errichten, den Sabbarh zu feiern, denn an Gott glauben wir, ihm ver­trauen wir Er hat uns dieses herrliche Land gegeben, und wir wollen hier leben und ihn preisen." Aber bte Freude war für' Eines Tages bei Anbruch des Morgens weckte sie der furchtbare Schrei:Mörder, Mörder!" Was konnte es sein? Woher dieser Aufruhr? Moselekatse, der Häupt­ling eines grausainen, unbekannten Kaffernstammes, war mit einer großen stahl Krieger von Norden gekommen, durch ein wildes unbewohntes Gebiet, wohl hundert Meilen weit, und überfiel eine kleine, am Fluß gelagerte Abtheilung Buren, die sich keines Angriffs versahen.Auf! nur Muth, Männer! Fechtet für Euer Leben, für Eure Weiber und Eure Kinder." Das Verhältniß war zuerst drei gegen einen, bann, mie