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M-rtchS-rlich
Yostaufschlag.
Die einzelne
Riemmer tostet
Erstes Blatt.
TiarLekuagS» gebühr
für Stadt- und Land» kreis Hanau 10 ^ Mt 4gespaltene Garmond- zeile oder deren Raum, für Auswärts 15 ^.
Zugleich U
Amtliches Organ für Gisöt^ unS LsnHKrers Hanau
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage
Zm Reklamentheil die Zeile 20 A für AuSwärtS 30 ^.
Mittwoch den 13. Dezember
1899
Amtliches.
Acrrrd^eis ^anatt.
Bekanstmachssgen des Königliches Lasdrathsamtes.
Im Forsthaus Neuwirthihaus ist die Maul- und Klauenseuche erloschen; die angeordnete Gehöftsperre ist aufgehoben morden.
Hanau den 13. Dezember 1899.
Der Königliche Landrath.
v. S ch en ck.
Landwilthschafttilher Krcisvcrcin Hanau.
Nächste Versammlung Samstag den 16. Dezember er., nachmittags 2 Uhr, im Gasthaus zum „goldnen Löwen" hier.
Tages ordnung.
1. Geschäftliche Mittheilungen.
2. Vortrag des Herrn Direktors der landw. Schule A. Wagner von Gelnhausen über „Die Düngung der Obstbäume".
3. Berichterstattung der Mitglieder über die im Frühjahr vom Verein bezogenen Saatkartoffeln.
Der Vorstand.
Den Anträgen auf Ertheilung der in den §§ 33 und 33a gedachten Genehmigungen ist eine Handzeichnung nebst Beschreibung von dem zum Betriebe des Gewerbes bestimmten Lokale in zwei Exemplaren beizufügen.
Die Beifügung kann unterbleiben, wenn die den nachstehenden Vorschriften entsprechenden Unterlagen aus Anlaß einer früher ertheilten Genehmigung bei der genehmigenden Behörde bereits vorhanden sind.
Aus den Vorlagen muß hervorgehen:
a) der vollständige Name, der Stand und der Wohnort der Antragstellers,
b) die Bezeichnung des Grundstücks, auf dem das Lokal sich befindet, nach Ortschaft, Straße, Hausnummer oder m sonst ortsüblicher Weise,
c) die Lage, Beschaffenheit der zum Gewerbebetriebe bestimmten Räume, insbesondere auch nach Flächeninhalt und Höhe, ferner die Zweckbestimmung der einzelnen Räume und deren Einrichtung im Allgemeinen.
Für die Handzeichnung ist ein Maßstab zu wählen, welcher eine deutliche Anschauung gewährt; der Maßstab ist auf der Zeichnung einzutragen. Die Zeichnungen sind von dem Antragsteller zu unterschreiben.
Der Antrag ist bei der Ortspolizeibehörde einzureichen. Diese hat nöthigenfalls nach Anfrage bei der genehmigenden Behörde zu prüfen, ob gegen die Vollständigkeit der Vorlagen etwas zu erinnern ist; finden sich Mängel, so ist der Antragsteller zur Ergänzung zu veranlassen.
Die Herren Bürgermeister ersuche ich, vorstehende Bekanntmachung des landw. Kreisvereins in ihren Gemeinden in ortsüblicher Weife bekannt zu machen.
Hanau am 10. Dezember 1899.
Der Königliche Landrath.
L 109 v. Schenck.
SlcrHI^eis ^anavt.
Bekanntmachungen des Oberbürgermeisteramtes.
Bekanntmachung.
Nachstehend veröffentlichen wir einen Auszug aus der neuen Anweisung zur Ausführung der Reichsgewerbeordnung über die Ertheilung der Erlaubniß zum Betriebe der tm § 33 bezeichneten Gewerbe (Gast- und Schankwirthschaften, Brannt- wein-Ausschank und Kleinhandel rc.)
Wir machen besonders darauf aufmerksam, daß für die Folge die Anträge auf Ertheilung der Erlaubniß zum Betriebe der vorbezeichneten Gewerbe bei der Königlichen Polizei- direktion hierselbst einzureichen sind.
Hanau den 9. Dezembdr 1899.
" Der Stadtausschuß des Stadtkreises Hanau.
Dr. Gebeschus. 19399
Dienßmtzrichtcil aus dem Kreise.
Gefunden: 1 Vorspann-waage.
Verloren: 1 schwarzseidener Herrenregenschirm, 1 Gummischuh, innen mit dem Buchstaben K gez., 1 braunledernes Portemonnaie mit 3 bis 4 M. Inhalt, 1 cv. Gesangbuch mit dem Buchstaben J E.
Hanau den 13. Dezember 1899.
Tagesscha«.
Die Marinevorlage im Reichstage.
Im Reichstage kam es am Montag, ehe das Haus in die erste Lesung des Etats eintrat, zu einer hochbedeutsamen Kundgebung der Regierung. Der Reichskanzler machte dem Reichstage davon Mittheilung, daß diesem demnächst die neue Flottenvorlage, in der eine Verdoppelung der Schlachtflotte und der großen Auslandschiffe bei gleichzeitiger Streichung des ganzen Küstengeschwaders gefordert würde, zugehen werde. Die Thatsache, daß sofort nach dieser Ankündigung des Reichskanzlers sowohl der Staatssekretär des Aeußeren wie der des Reichs-Marineamtes und der Schatzsekretär das Wort zur Begründung und Vertheidigung der neuen Forderung ergriffen, läßt deutlich erkennen, welch' eine immense Bedeutung man in den maßgebenden und für die Sicherheit des Reiches verantwortlichen Stellen der neuen Flottenvorlage beimißt. Und wir geben der Hoffnung Raum, daß die große Mehrheit des Volkes und seiner Vertreter sich den überzeugenden und gewichtigen Gründen der Regierungs - Vertreter nicht verschließen wird.
Aus Hohenzollern
melden süddeutsche Blätter, daß in Sigmaringen am 10. der Kommunal-Landtag zur Berathung einer neuen Gemeindeordnung und eines neuen Steuergesetzes durch den Königlichen Kommissar Regierungs-Präsidenten Grafen von Brühl eröffnet worden ist. — Als Ministerial-Kommissare fungiren seitens deS Ministers des Innern der bisherige Regierungs-Präsident von Oertzen, jetzt in Lüneburg (früher Landrath in Hanau) und der Geheime und Vortragende Rath Dr. Freund, seitens des FinanzministerS der Geh. Ober-Finanzrath Dr. Strutz. Als Zeitpunkt für die Einführung der neuen Gesetze ist der 1. April 1901 in Aussicht genommen.
Politische und unpolitische Nachrichten.
Depeschen-Burean Herold.
Berlin, 12. Dezbr. Der Kaiser hat, wie von verschiedenen Seiten gemeldet wird, dem Rcichstags-Mgeordneten und Direktor der Deutschen Bank, Dr. Siemens, in Anerkennung seiner Verdienste um den Bau der anatolischen Bahn den preußischen Adel verliehen.
Bekanntmachung.
Im Einverständniß mit der Stadtverordneten-Versamm- lung haben wir die Einführung von Sülzen (Magen) aus dem Frankfurter Schlachthause unter der Bedingung gestattet, daß auf denselben der Stempel des Frankfurter SchlachthofeS sich befindet und eine entsprechende Bescheinigung des Frankfurter Schlachthof-Thierarztes beigefügt ist. Die Gebühr für die Schau und die Ausstellung eines Befundscheines für eine Sülze (Magen) ist auf 10 Pfennige festgesetzt worden.
Hanau den 9. Dezember 1899.
Der Magistrat.
Bode. 19400
Handelsregister.
Nr. 1007. Firma: Backes & Co. in Hanau. Heute ist eingetragen:
Dem Kaufmann Eduard Heine in Hanau ist Prokura ertheilt.
Hanau den 8. Dezember 1899. 19386
' Königliches Amtsgericht, Abth. 2 b.
Feuilleton
Ein moderner Argonouten-Zug.
Kricgs-Plauderei aus Colrunbien.
Von Georg Ehlert.
(Nachdruck verboten.)
Kamn hat Venezuela, als Revolutionsherd par excellence, nach schweren Geburtswehen einen neuen Präsidenten, den Genera Cipriano Castro, zur Welt gebracht, da ergreift auch schon das infektiöse Wechselfieber den Nachbarstaat, die ^^ Seitdem'20^ ^ber befindet sich dieses gesegnete Land, von vielen Gelehrten mit dem Epitheton „El Dorado" ge- kennreichnet, in offenem Aufruhr. Wenn nicht alle Anzeichen trüge,r, gehorcht diese revolutionäre Bewegrmg einem wettverzweigten, wohl kombrmrten Plan, So offenkundig mar seit Monaten von der „kommenden" Revolution als der ratio" für die heroische Remedur des finanziellen "dtbacle* gesprochen und geschrieben worden, daß Niemanden vor dem an die Wand gemalten Mene Tekel graute.
am Morgen des ominösen 20. Oktober aber beeilte man allaemein, den letzten Rest von Müdigkeit durch ein paar «imer frischen Wassers über den Kopf gegossen (daS hier landesübliche Bad) zu verscheuchen, um geistig und körperlich erfrischt nüchtern und logisch die Konsequenzen der Sensatlon-- Nachrichten zu ermessen, die von Mund zu Mund zir-
unserem friedlichen Barranqnilla, das sanft an den Ufern des grandiosen Magdalena-Stroms gebettet liegt, hatten die Rberalen fieberhaft im Dunkel der Nacht, die bekanntlich keines Menschen Freund ist, gearbeitet. Ein großer Dampfbagger war quer in den Flußarm gelegt und dort durch An-
Die heutige Nnmmer umfaßt außer dem Unterhaltungsblatt 12 Setten
bohren versenkt worden; auf einem zweiten Dampfbagger aber — Mit dem erklärlichen Interesse eines ~
hatten diese modernen Argonauten, eines guten Vorsprunges willigen" habe ich das Admirals-Schiff „Helena" bei )einer
sicher, daS Weite gesucht, um sämmtliche Handelsdampfer auf
dem Magdalenen-Strom zu kapern und für das goldene Vließ, die Freiheit, „la libertad," zu fechten.
Gleichzeitig waren über das ganze Land hin die Telegraphendrähte durchschnitten und in dem Eisenbahnprojekt der Nachbarstadt Cartagena mehrere Brücken zerstört worden, und die Regierung somit der Verbindung zwischen den einzelnen Departements beraubt. So werden Revolutionen hierzulande inszenirt.
Aber der Enthusiasmus der Freiheitskämpfer, die für den Sieg ihrer Partei alles, selbst das Leben, zu opfern willig waren, sollte einen empfindlichen Dämpfer erleiden.
Nach 5 Tagen erreichte der Regierungsdampfer „Herkules", von einem weiteren Dampfer eskortirt, die aufständische Flotte nahe Puerto Nacional. Tollkühn gingen die Liberalen, nur mit Revolver, Karabiner, Machetes und wenigen vorsündfluth- lichen Gewehren versehen, zum Angriff vor gegen die mit Mauser-Modell 88, Maxim-Geschütz und Mitrailleusen bewaffneten RegierungStruppen. Das Resultat deS Kampfes konnte somit nicht problematisch sein. Ein böser Stern scheint überdies den liberalen Streitkräften geleuchtet zu haben. Ihr kommandirender General ordnete in Person, mit gezogenem Revolver, ein strategisches Manöver an, infolgedessen bei der herrschenden Dunkelheit sein „Admiral"-Schiff den mächtigen Dampfbagger der Liberalen in den Grund bohrte und 200 Menschenleben in ein nasses Grab bettete.
Die Taktik der beiden Regierungsdampfer beschränkte sich in diesem Flußkampf darauf, die aufständische Flotte zu umkreisen und sie mit einem Hagel von Geschossen zu überschütten, bis die Munition verschwendet war.
Was für eine Meinung müssen diese feurigen Liberalen von moderner Kriegskunst und moderner Artillerie haben?
„Einjährig-Frei-
Ankunft hier inspizirt. Ein grausiger Eindruck! Der Schornstein, die Kajüte, der Kessel das Steuerhäuschen, alles durchlöchert wie ein Sieb; friedliche Kaufmannsgüter, wie Säcke Kaffee, Salz, Häute, Baumwollballen von dem Blut dieser Irregeleiteten getränkt, der ganze Bug von dem verhüngnißvollen Rammstoß weggerissen. Und auf dieses Bild der Zerstörung und politischen Parteihasses lachte der blaue Tropenhimmel wolkenrein herab! ., . .
Man befürchtet, daß in den übrigen Departements die Lage sich weniger günstig für die Regierung gestaltet habe, zumal eine Invasion von Venezuela in das Bereich der Möglichkeit zu ziehen ist.
Wie auch immer der Ausgang fet, zu wünschen wäre, daß dieser zerfleischende Bruderkrieg bald ein Ende fmben
möchte!
III. Symphome-Konzert.
Hanau, 13. Dezbr.
Im hiesigen Stadttheäter fand gestern Abend das III. Symphonie-Konzert statt. Leider war im Konzertraum noch viel Platz. Hinsichtlich der dargebotenen Genüsse reihte es sich seinen Vorgängern würdig an. Mit einer von H. Lucan komponirten Konzert-Ouvertüre wurde das Konzert eingeleitet. Mit der Darbietung dieses Werkes, das reich an melodischen und musikalischen Schönheiten ist, hat sich der Leiter der 166er Kapelle, Herr Schmidt, das Verdienst erworben, ein beachrenswerthes Werk unseres Meisters Lucan der Vergessenheit zu entreißen, um seinen hochverdienten Namen der Nachwelt zu erhalten.
Als zweite Nummer bot die Kapelle Mozart's letzte Symphonie, die Oäur-S. Nr. 41, genannt die „Jupiter-