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für Sradt- und Land­kreis Hanau 10 ^ dir ^gespaltene Garmond- zeile oder deren Raum, für Auswärts 15 4-

Im Reklamentheil die Zeile 20 ^, für

Auswärts 30 ^.

Amtliches Args« fär SisSt- unS LauSKreis Hsusu.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage

Nr. 286.

Tonnerftaq in 7. Tczmbcr

1899

Amtliches.

^Sart öftrere ^artart.

Bekamitmachungen des Königlichen Landrslhsüwtes.

In K l e i n st ei nh e i m und Bürget (Kreis Offenbach), sowie in Albstadt (Kreis Alzenau) ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen.

In Alzenau, in Ginn heim (Kreis Frankfurt) und unter der Schafheerde des Metzgers C. Marx zu Frank- urt a. M. ist diese Seuche erloschen.

Hanau den 6. Dezember 1899. V 12616-12620 Der Königliche Landrath.

I. V.: Schneider, Kreissekretär.

Slcröt^ers ^anaxt.

Bekanntmachungen des Obelbürgermeisteramtes.

Polizei-Verordnung.

Auf Grund des § 5 und 6 pos. c. der Verordnung vom 20. September 1867 über die Polizeiverwaltung in den neu- erworbenen Landestheilen werden nach Berathung mit dem Stadtvorstand für die Abhaltung des Weihnachtsmarktes da- hier nachstehende Bestimmungen getrosten:

Art. 1. Der Weihnachtsmarkt findet in den Tagen des 19. bis einschließlich 24. Dezember auf dem Neustädter Marktplatze statt.

Mit dem Aufschlagen der Verkaufsbuden darf Tags vor­her angefangen, noch am Abend des 24. Dezember müssen dieselben aber wieder entfernt werden.

Art. 2. Das Feilhalten auf dem Weihnachtsmarkt ist observanz gemäß nur hiesigen Einwohnern gestattet und beschränkt auf sog. Weihnachtsartikel, Kinderspielwaaren, Christ­bäume, Christgärten, Lebküchler- und Konditorwaaren.

Art. 3. Im Uebrigen ist jeder Feilhaltende den markt- polizeilichen Anordnungen unterworfen und werden Zuwider­handlungen gegen diese Verordnung mit Geldbuße bis zu 9 Dt., eventl. mit Haft geahndet.

Hanau den 3. Dezember 1881.

Der Königliche Landrath.

S ch r ö t t e r.

Bekanntmachung.

Das an der Augustastraße belegene, dem Althanauer Hospital gehörige Grundstück T Nr. 46 33 soll am

Donnerstag den 28. Dezember 1899, vormittags 11 Uhr, im Magisträts-Eitzungssaal öffentlich meistbietend versteigert werden.

Die näheren Bedingungen werden im Termine bekannt gegeben.

Hanau den 2. Dezember 1899.

Der Hospitalrath.

Dr. Gebeschus. 19090

LirustsschllStell aus atm Kreise

Gefunden: 1 schwarzer Halspelz, roth gefüttert, 1 Schildkrotthaarkamm, 1 Brief mit der Adresse C. Wüst sr. Kesselstadt, 1 Fahrradkarte für Adam Hubert, 1 Legitimations­karte der Hanauer Ortskrankenkasse für Fritz Tütschulte.

Verloren: 1 schwarzer Gürtel mit schwarzem Jetstein. Hanau, am 7. Dezember 1899.

Vorstehende Polizei-Verordnung wird hierdurch wiederholt veröffentlicht.

Hanau den 4. Dezember 1899.

Städtische Polizeiverwaltung.

Der Oberbürgermeister.

Dr. Gebeschus. 19089

Deutscher Reichstag.

(Sitzung vom 6. Dezember.)

Am Bundesrathstische: Graf Posadowsky, von Rheinbaben, v. Bülow und Fürst Hohenlohe. Tages-Ordnung: 1. und evtl. 2. Berathung des vom Abgeordneten Bassermann (nl.) beantragten Gesetzent­wurfs betr. Aufhebung des Verbindungsverbots für Vereine. Der einzige Artikel lautet:Inländische Vereine jeder Art dürfen mit einander in Verbindung treten. Entgegenstehende landesgesetzliche Bestimmungen sind aufgehoben." Das Wort nimmt sofort der Reichskanzler Fürst Hohenlohe:

Meine Herren! Ich glaube zur Abkürzung der Debatte beitragen zu können, wenn ich sofort am Eingänge derselben das Wort ergreife. Es ist in diesem Hohen Hause öfter Bezug ge­nommen worden auf die Erklärung, welche ich am 27. Juni 1896 abgegeben habe. Ich habe damals von der Aufnahme einer Bestimmung in das Bürgerliche Gesetzbuch abgerathen, in welcher die Aufhebung des vielfach in Deutschland be­stehenden Verbots der Verbindung inländischer politischer Vereine verlangt war. Ich habe deßhalb davon abgerachen, weil der öffentlich-rechtliche Charakter jener Bestimmung die­selbe nicht geeignet machte, in das Bürgerliche Gesetzbuch aus­genommen zu werden. Ich habe zugleich die Zuversicht aus­gesprochen, daß es gelingen werde, die Beseitigung des durch das Verbindungsverbot geschaffenen Rechtszustandes noch vor dem Zeitpunkt herbeizuführen, mit welchem das Bürgerliche

| Gesetzbuch in Kraft treten wird. Infolge der von mir ge­gebenen Anregung sind auch in verschiedenen deutschen Staa­ten auf dem Wege der Landesgesetzgebung die Bestimmungen über das Verbindungsverbot der politischen Vereine vollzogen worden. Aber auch die preußische Regierung hat einen ent­sprechenden Gesetzentwurf vorgelegt. Derselbe ist zu meinem Bedauern nicht angenommen. Ich unterlasse es, die Gründe zu erörtern, welche zu diesem Ergebniß ge­führt haben. deinerseits habe ich aber aus jener Thatsache Veranlassung nehmen müssen, der Frage näher zu treten, ob nicht die in Aussicht gestellte Beseitigung des Verbindungs­verbots auf dem Wege der Reichsgesetzgebung herbeigeführt werden könnte. Ich bin nunmehr in der Lage, namens der verbündeten Regierungen zu erklären, daß sie einem Beschlusse des Reichstages, welcher, wie der Antrag Bassermann will, die Beseitigung des Verbindungsverbots für inländische Ver­eine ausspricht, die Zustimmung ertheilen werden. (Lebhafter Beifall.) Damit werden die verbündeten Regierungen der Erwartung gerecht, welche ich in meiner Erklärung vom 27. Juni 1896 im Reichstage in diesem Sinne ausge­sprochen habe."

Abg. Wassermann (natl.) begründet den Antrag kurz und dankt unter lebhaftem Beifall des Hauses dem Reichs­kanzler für seine Bemühungen, die verbündeten Regierungen dem Anträge günstig zu stimmen. Abg. Dr. B a ch e m (Ctr.) schließt sich ihm an. Er erweckt große Heiterkeit mit der Bemerkung, daß kleine Geschenke die Freundschaft auch im politischen Leben erhalten, und wünscht nur, daß die Wünsche des Reichstages öfter die gleiche Berücksichtigung finden mögen. Unter lebhafter Spannung erklärt sich Abg. v. Levetzow namens der Konservativen gegen den Antrag. Noch vor 14 Tagen habe Graf Posadowsky erklärt, daß die Aufhebung des Verbindungsverbotes erst in Erwägung gezogen werden könne, wenn Garantien gegen den Mißbrauch des Koalilions- rechtes geboten seien. Diese vermißt er. Die Haltung der Regierung sei Wasser auf die sozialdemokratische Mühle, zu dessen Lieferung die Konservativen nicht beitragen wollten. Auch Abg. Freiherr v. Stumm bedauert die Erklärung deß Reichskanzlers. Die Regierung gebe dadurch eine Waffe gegen den Umsturz in dem Momente aus der Hand, wo der Reichstag ihr die im Gesetze zum Schutze der Arbeitswilligen geschaffene Wehr verweigert habe. Auch die Reichspartei wird gegen den Antrag stimmen. Abg. R i ck e r t (freist Vgg.) begreift die Haltung der Rechten wohl, da der Reichs- kanzler doch nur ein gegebenes Versprechen einlöse. Im Uebrigen hätten unter dem Verbindungsverbot nicht die Sozialdemokraten, sondern dieZürgerlichen Parteien zu leiden gehabt. Abg. Singer (Soz.) wendet sich gegen die Auffassung, daß der Reichstag dem Reichskanzler Dank schulde.'

Fpuilivivn.

Ausfüllung des Kuiistvcrcins.

Die gegenwärtige Ausstellung des Kunstvereins in der Aula der Zeichenakademie kann sich an Ausdehnung und Be­deutung mit der letzten nicht messen, dagegen hat sie für die Be­wohner Hanaüs sicher schon um deswillen ein besonderes Interesse, weil eine ganze Anzahl von Bildern ausgestellt ist, die von gegenwärtigen oder früheren Bewohnern Hanaus herrühren.

Neben drei wohlgelungenen Porträts bekannter hiesiger Per­sönlichkeiten bringt Panl An d orff eine Anzahl von Ansichten aus Hanau und der Umgegend, die mit gewohnter Meister­schaft gemalt sind. Interessante Parthien der Stadt, Markt­szenen, Durchblicke alter Straßen, die jeden Hanauer an« heimeln, finden wir da ausgestellt, darunter manche Wieder­holungen früherer Sujets, aber alle in immer neuer und anziehen­der Gestaltung. Fesselnd ist eine Zusammenstellung von sechs kleineren, in ihrer wohlgelungenen Färbung recht anmuthenden Bildern:Häusergruppe in Steinheim",Hütte am Main", Häusergruppe aus Hochstadt", Parthie aus dem Stadt­part",Altstädter Markt" undBlick über den Main auf Steinheim". ,

Von einem früheren Lehrer der hiesigen Zeichenakadelme Johann Philipp Herr wann, jetzt in Frankfurt a. M., sind ausgestellt zwei große männliche unb zwei jugendliche weibliche Porträts in lebhaftem und doch sehr weichem und wahre« Ton. Die sorgfältige und korrekte Durchführung zeigt sich u. A. in der trefflichen Wiedergabe der Hand der einen männlichen Figur. Neben diesen Porträts hat der Künstler zwei Studienköpfe, außerdem daS Bild emeS F öten- pielnS uud »chr Stillleben ausgestellt. Diese Stillleben,

von denen eineS für die Verloosung deS KunstvereinS ange- kauft ist, stellen, so könnte man sagen, die Hauptgetränke (außer Wasser) mit Zubehör dar:Wein",Apfelwein", Bier" undKaffee" (vielleicht auch ein anderes warmes Getränk). Alle vier Stillleben sind sehr wahr und anmutig ausgeführt.

Von Minna Bartels sind eine Anzahl von Wald­interieurs ausgestellt, die z. T. eine recht genaue und an­sprechende Wiedergabe der Natur zeigen. Außer ihnen bietet sie eine Anzahl von Motiven besonders aus den bayerischen Alpen und von der unteren Elbe in Guasch, auch zwei Oel- bilder aus den bayerischen Alpen,Wetterstein" in recht sonniger Beleuchtung undMotiv bei Parlenkirchen."

Z. M. Sch e u e rm an n hat eine Anzahl von winterlichen Landschaften mit Staffage ausgestellt, die recht zart und weich in Farbe und Ton sind. Außerdem bringt er einige Thier­stücke, ein größeres Bild,Herbstlandschaft mit Kühen" in sehr sorgfältiger Ausführung. Ein größeres Bild endlich stellt eine Scene des Rückzuges der französischen Armee aus Ruß­land dar.

Ch. Schleusing in München hat neben einem Selbst­porträt in Pastell ein wenig gelungenes Bild des Fürsten Bismarck (nach einer Photographie) und eine Anzahl von Naturstudien in Oel, auch einige Aquarellstudien ausgestellt. Letztere wirken zu unruhig. Von den Naturstudien in Oel sind einzelne recht ansprechend, soSonnenuntergang im Hoch- gebirg" und zweiWaldbilder."

Ein großes historisches Bild von hervorragender Schön­heit und ergreifender Wahrheit hat Arthur Kampff ausge­stellt. ES stellt dar die Opfer, die das preußische Volk 1813 an Gold uüd Geschmeide für die Befreiung des Vaterlands bringt. Vor uns zur rechten Hand fitzen Beamte, die die Gaben entgegennehmen und eintragen, den ganzen anderen Raum füllen Seifte jeden Alters, jeden Standes und Geschlechtes

aus, die ihre letzte Habe auf dem Altar deS Vaterlandes opfern. Tiefer Ernst lagert über den Gesichtern. Der stille Trotz gegen den Feind, die Begeisterung für die heilige Sache und 'die Opferfreudigkeit ist in allen Mienen klar zum Aus­druck gebracht.

Endlich bringt noch Chr. Sp e y e r in München ein Bild, Heimkehr" genannt. Ein Mann in fremdländischer Tracht, ' vielleicht ein vertriebener Pole, steht mit seinem todmüden Rosse, das ihm kaum noch folgen kann, im letzten Schimmer der scheidenden Sonne am Rande eines Gehölzes, aus dem er so­eben herausgetreten ist, und schaut über die weite Gegend. Wir können begreifen, daß er mit aller Anstrengung geeilt ist, um noch am Abend die Heimath wiederzusehen. Ernst läßt er feine Blicke über die Ebene schweifen; wir ahnen seine tiefe Erregung und Spannung, ob und wie er die Eeinigen wohl wiederfinden wird.

Außer dem oben erwähnten Bild von Herrmann sind zwei Bilder von Andorff und eins von M. Bartels für die Verloosung angekauft.

Einen' nur vorübergehenden Besuch haben der Ausstellung abgestattet zwei allerliebste kleine Broncefiguren von Professor d. WieseBacchantin" undGlück", die inzwischen leider beide zu einer Kunstausstellung in Hamburg weiterge­wandert sind.

Aus Kunst und Leben.;

Elektrische Lampe. Die von dem Göttinger Pro­fessor Nernst erfundene elektrische Lampe, die insbesondere da­durch von großer Bedeutung ist, daß sie die Kosten der elek­trischen Beleuchtung auf die Hälfte und mehr herab- setzt, wurde zum erstenmal in Berlin der Oeffentlichkeit vor­geführt.