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Rr. 284.

Dienstag des 5. Dczcmbcr

1899

Amtliches.

AcrnöKvois K«n«rr.

Bekanntmachungen des Königlichen Landrathsamtes.

In Großkrotzenburg und Hüttengesäß ist die Maul- und Klauenseuche erloschen.

Die angeordneten Sperrmaßregeln sind aufgehoben worden.

Hanau am 5. Dezember 1899.

Der Königliche Landrath.

V. 12521/12553 v. Schenck.

Der landwirthschaftliche Kreisverein hält am Sonntag den 10» Dezember cr., nachmittags 3 Uhr in Langenselbold im Gasthof zumEngel" eine Wander- versammlung ab. Hierbei wird der Direktor der landw. Schule zu Gelnhausen, Herr A. Wagner, einen Vertrag überDie Düngung und Pflege der Wiesen" halten, zu welchem die Vereinsmitglieder sowie die Landwirthe von Langenselbold und den umliegenden Ortschaften eingeladen werden.

Der Borsta«-.

Die Herren Bürgermeister in Langenselbold, Niederroden- bach, Rückingen, Langendiebach, Hüttengesäß, Neuwiedermuß, Ravolzhausen und Oberrodenbach wollen obige Bekanntmachung des landw. Vereins in ihren Gemeinden in ortsüblicher Weise mit dem Hinzufügen bekannt machen, -atz alle Lan-- wirtbe in -er Versammlung als Gäste will­kommen sin-.

Hanau den 5. Dezember 1899.

Der Königliche Landrath.

L 104 v. Schenck.

^faöl^ret^ ^anau.

Bekanntmachungen des Obelbürgermeisteramtes.

Bekanntmachung.

Die Plätze für den am Montag den 18. Dezember be­ginnenden Weihnachtsmarkt werden am Donnerstag -en 14. Dezember -. I., nachmittags 2 Uhr, auf dem Marktplatz verloost. Die näheren Bedingungen werden vor der Verloosung bekannt gegeben.

Hanau den 4. Dezember 1899.

Der Magistrat.

Dr. Gebeschus. 18950

Sitzung der Stadtverordneten' Versammlung

am Donnerstag -en 7. Dezember 1899, nachmittags 5 Uhr, im oberen Saale des Rathhauses.

Tagesordnung:

1. Bericht des Magistrats über den Stand der Gemeinde­angelegenheiten (§ 16 St.-O. v. 4. 8. 97.) Etatberathungen für R.J. 1900.

2. Oberrealschule.

3. Höhere Mädchenschule.

. 4. Mittelschulen.

5. Volksschulen.

6. Gewerbl. Fortbildungsschule.

7. Kleinkinderschule.

8. Städt. Sparkasse.

9. Armenverwaltung.

10. Gaswerk.

11. Wasserwerk.

12. Badeanstalt.

Sonstige Vorlagen.

13. Betr. Eingabe der kath. Gemeinde betr. Einrichtung einer konf. kath. Schule.

14. Betr. Errichtung einer Mädchen-Handelsschule.

15. Eiuzelbewilliguug von 450 Mk. z. Sp.-Et. betr. Höh. Mädchenschule. Herstellung der Haupttreppe im Schul- Hause Stcinh. Str. 37.

16. Einstellung von 2068 Mk. in den außerordentl. Haus­haltsplan 1900. Turngeräthe für die Kn.-M.-Schule.

17. Nachbewilligung von 107,91 Mk. auf VII F, Tit. III,2 für Beleuchtungseinrichtung im Mädchenhort und in der Knabenmittelschule.

18. Satzungen der städt. Sparkasse zur endgültigen Zu­stimmung.

19. Abänderung von Ordnungen und Tarifen, die Be­nutzung bei SchlachthofeS betreffend.

20. Uebergang des mit der Firma Glöckler eingegangenen Pachtverhältnisses auf die Firma Metall- und Accumu- latorenwerke hinsichtlich der Räume in der Sandelmühle unter gleichzeitiger Erhöhung des Pachtpreises auf jähr­lich 710 Alk. vom 1. November d. I. ab.

21. Nachbewilligung bis zu 4000 Mk. auf XI ,3 für Neu­ordnung des städt. Archivs.

22. Erhöhung der Beerdigungsgebühren für die Leichen- begleiter.

23. Nachbewilligung von 60 Mk. auf XT,3 für Herstellung einer Halle zur Unterbringung des Leichentransport- wagens für Verunglückte.

24. Außerordentliche Revision der Stadtkasse und der Steuer­kassen.

25. desgl. der Gaswerks-, Wasserwerks-, Badeanstalts- und Elektrizitätswerkskassen.

26. desgl. der Kasse des Steueramts (indirekte Steuern).

27. Miethoertrag mit Marktmeister Wagner hinsichtlich der Aufseherwohnung im Stadttheater.

28. Anstellung eines Kanzlisten.

29. Nachbewilligung von 302 Mk. Umzugskosten für einen Bauassistcnten auf Tit. XI,3 für 1899.

30. Betr. Pensionirung des Stadtbaurath Thyriot.

31. Betreffend den Ankauf eines Grundstücks.

Hanau den 2. Dezember 1899.

Der Stadtverordneten-Vorsteher.

Canthal. 18953

Städtische Sparkasse.

Wegen des Jahresabschlusses wird die städt. Sparkasse vom 27. Dezbr. bis eittschl. 31. Dezbr. d. Js. für den Verkehr mit dem Publikum geschlossen sein.

Hanau den 5. Dezember 1899. 18964

Die Verwaltung der städt. Sparkasse.

Jung. K l a e r e. E i l b e r.

TiknstiischrrStell aus dem Streife

Ge funden: 1 weißes, roth karrirtes Metzgertuch mit gesticktem Namen. I dunkelblaue Kindermütze mit Glanz­lederband. 1 brauner Krimmerhandschuh mit Lederbesatz (linker). Am 29. v. Mts. auf dem Wege von Nieder- dorfelden nach Oberdorfelden 1 Remontoir-Uhr mit Kette; Empfangnahme bei dem Herrn Bürgermeister zu Nieder- dorfelden.

Verloren: 1 kleine Ledermappe, 1 gelber Handschuh (rechter), 1 schwarzer Spitzenumhang, im Theater abhanden gekommen.

Zugelaufen: 1 junger gelber Pinscher mit weißen Ab­zeichen und mit gestutzter Ruthe w. Geschl.

Entlaufen: 1 weißer Foxterrier mit schwarzen Abzeichen m. Geschl.

Hanau, am 5. Dezember 1899.

Deutscher Reichstag.

(Sitzung vom 4. Tezerube r.)

Das Haus nahm in erster und zweiter Lesung den Be­schluß des Bundesraths, betreffend die Aufnahme der Anlagen zur Herstellung von Zündschnüren und elektrischen Zündern in das Verzeichniß für die einer besonderen Genehmigung bedürfenden Anlagen an. Es folgt die erste Berathung des Gesetzentwurfes, betreffend Aenderungen im Münz- wesen. Staatssekretär v. Thielmann: Die Vorlage zerfällt in zwei Theile. Der erste Theil will gewisse Münz- sorten abschaffen, der zweite will den Betrag der Silber­münzen auf 14 Mark pro Kopf der Bevölkerung festsetzen. Ueber den ersten Theil will ich nur wenige Worte sagen: Mit den 20-Pfennig-Stücken geht es etwa so wie in Frank' reich mit den 20-Centimes-Stücken. Der Verkehr hat sie ab- gestoßen. Man mußte sie daher wieder einziehen. Der Ver­kehr läßt sich nicht meistern. Wenn der Verkehr hartnäckig eine Münzsorte abstößt, so muß sie aus dem Gesetze ver­schwinden. In der jüngsten Zeit sind, nachdem der Vor­stand der Handelskammer in Mannheim bei mir in dieser Richtung vorstellig geworden, eine ganze Reihe von Körper­schaften mit der Bitte an mich herangetreten, eine stärkere Kronenausprägung zu veranlassen und auch die 10-Pfennig- stücke zu vermehren. Ich kann diesen Körperschaften zusichern, daß Beides geschehen wird, nur läßt sich Beides nicht auf einmal machen. (Der Reichskanzler hat den Saal betreten.) Staatssekretär Thielmann (fortf.): Die 20-Markstücke liegen hauptsächlich in den Kellern der verschiedenen Banken, dadurch sind die Kronen fortwährend im Verkehr. Wenn

nun eine große Menge von Kronen ausgeprägt würden, so würden diese sofort in den Verkehr kommen. Bei den Kronen sind nun aber nicht nur die Prägungskosten ziemlich doppelt so hoch im Verhältniß zu dem Werthe wie bei den Doppelkronen, sondern ihre Abnützung im Umläufe ist eine hervorragend stärkere als die der Doppelkronen. Die Kronen kosten im Verkehr ungefähr zwanzig Mal soviel, um sie in ihrer Vollwerthigkeit aufrecht zu erhalten, als die Doppel- kronen. Die stärkere Ausprägung von 10-Pfennigstücken ist bereits längere Zeit im Gange. Bis Ostern werden drei Millionen ausgeprägt sein und im Laufe des nächsten Som­mers werden weitere Prägungen stattfinden. Der Mangel an Silbermünzen sei z. Zt. in Süddeutschland am Größten, weil dort die meisten 20-Pfennigstücke eingezogen würden. Man hat oft behauptet, daß das 50-Pfennigstück zu leicht mit dem 10-Pfennigstück zu verwechseln sei. Ganz haben die Klagen noch nicht aufgehört. Seit einem Jahr sind Versuche angestellt worden, wie dem 50-Pfennigstücke eine mehr ab­weichendere kräftigere Prägung zu geben sei. Diese Versuche sind noch nicht abgeschlossen. Sollte die Novelle in die Kom­mission gehen, so bin ich dort gern bereit, weitere Aufklärung zu geben. Bezüglich der Reichssilbermünzen erklärte der Staatssekretär, andere Kassen überlassen die Ausprägung der Silbermünzen völlig der Verwaltung, wie England und Amerika. In England sei trotz des Checkverkehrs eine größere Menge pro Kopf in Umlauf als in Deutschland. Nach der Begründung ist der Verkehr der Scheidemünze auf 14,4 Mark pro Kopf berechnet. Der Bedarf nach unten ist auf 14 Mark abgerundet, um jeden Anschein zu vermeiden, als ob wir ins Blaue hineingegriffen hätten. Diese 14 Mk. brauche Deutschland nöthig. Die verbündeten Regierungen beabsichtigen nicht, in schnellem Tempo vorzugehen. Als obere Grenze sind 30 Millionen Mark in Aussicht genom­men. Von 14 Mark pro Kopf geht ein Verlust von 1 bis 1' 2 Mark durch das in den Kolonien und im Auslande be­findliche Silber ab. Die Novelle gründet sich auf die Be­dürfnisse des deutschen Volkes und seines Verkehrs nach einer vermehrten Menge der Reichssilbermünzen. In welchem Tempo die Thaler dabei verschwinden, ist für die Zwecke der Novelle ziemlich gleichgültig. Wenn die Novelle nicht einge­bracht wäre, würden die Thaler schließlich bei der wachsenden Bevölkerung doch nicht genügen. Frankreich ist im Begriff, die Grenzen der Scheidemünzen um mehr al§ ein Drittel auszudehnen, insbesondere die 1- und 2-Francsstücke zu ver­mehren. Aufsehen erregte der Satz in der Vorlage, daß der Ertrag der Prägungen zum Ankauf von Gold verwendet werden soll. Die richtige Grundlage für eine solche Berech­nung bietet die Angabe, daß wir im Jahr 1897 14.208 Kilogramm gleich 40 Millionen Mark und im Jahre 1899 bis zum 30. September 16.857 Kilogramm gleich 47 Millionen Gold, mehr niemals ausgeführt haben. Jedenfalls war in den letzten drei Jahren von einem Zerren an der Golddecke nichts zu spüren. Wenn wir jährlich 30 Mil­lionen Silbermünzen prägen, so werden wir aus dem Münz- gewinn rund 22 Tonnen fein Silber jährlich zu ver­kaufen haben. Demgegenüber steht eine Jahreserzeugung an Silber von 6000 Tonnen. Eine so geringe Summe kann natürlich den Silbermarkt nicht wesentlich beeinflussen. In den in Aussicht genommenen 12 bis 15 Jahren werden wir rund 10 000 Klgr. Gold kaufen können. Das ist weniger als der 500ftc Theil der gegenwärtigen Goldproduktion. Wenn hier eingeworfen werden sollteTransvaal", so er­widere ich: Welcher Krieg in der letzten Zeit dauerte länger als ein Jahr? ®ie Vorlage richtet sich nicht gegen eine ein­zelne Partei oder Doktrin. Ich hoffe, daß in der Diskussion das hohe fiau§ zu der Ueberzeugung kommt, daß es nicht mehr als billig und recht ist, dem deutschen Verkehr zu geben, was er braucht. Abg. von F r e g e (kons.) führt aus : Wenn er auch einzelne Punkte der Vorlage ablehne, 'so wolle er doch die Sache sine im behandeln. Mit dem ersten Theil der Vorlage sei seine Partei einverstanden, Redner könne aber nicht"zugeben, daß das Fünfmarkstück in Silber so be­liebt ist. Der Mittelstand verlangt ein 2-5Pfennigstück. Die Vorlage macht sichtlich den Eindruck, als wolle sie die Thaler beseitigen. Gold bleibt immer eine Münze der oberen Zehn­tausend, während Silber eine Münze des Volkes ist. Dieser soll nun nach der Beseitigung der Thaler noch geringwer- thiger ausgeprägt werden. Der Staatssekretär habe außer Acht gelassen, daß der Thaler eine unbeschränkte Zahlungs­kraft und dadurch eine Verlängerung der Golddecke darstellt. Redner beantragt Verweisung an eine 14gliedrige Kommission. Die Buren von Transvaal seien nicht nur tapfere, ritterliche Vertreter ihrer Freiheit, sondern haben auch den Schlüssel zu ihren Goldlagern und können uns von der kurzen Golddecke