Einzelbild herunterladen
 

Lettr 2

i/äuautT ^n^wet

4. Dezmder

sind mehr ausgeworfen für die Abhaltung besonderer Miliiär- Gottesdienste. — Die Militärjustizverw altung hat infolge der mit dem 1. Oktober 1900 in Kraft tretenden Militärstraf­gerichtsordnung vielfache Umgestaltungen erfahren. Eine besondere Denkschrift erläutert die Neuforderungen. Bei der Bemessung des Bedarfs an Beamten ist man davon ausgegangen, daß in der Regel in den Oberkriegsgerichten 2 Oberkriegsgerichtsräthe als Richter und 1 Kriegsgerichtsrath als Vertreter der An­klage, in den Kriegsgerichten 1 oder 2 Krieg ögerichtsräthe als Richter, 1 als Untersuchungsführer und 1 als Vertreter der Anklage walten. Der Gesammtbedarf beläuft sich auf 35 Oberkriegsgerichtsräthe (+ 17 gegen den bisherigen Be­stand), 159 ( + 57) Kriegsgerichtsräthe, 106 (-+- 95) Militär­gerichtsschreiber und 78 (4- 77) Militärgerichtsboten. — Für die Feldartillerie-Schießschule soll zum 1. Oktober 1900 ein Feldartillerie-Brigadestab errichtet, für die Truppenübungs­plätze Hammerstein und Lamsdorf besondere Kommandanturen, für den des V. Armeekorps bei Posen eine neue Komman­dantur errichtet werden. — Zur Fortführung der durch das Gesetz vom 25. März 1899 angeordneten Aenderungen in der Organisation des Reichsheeres werden neu gebildet: 3 Eskadrons Jäger zu Pferde, 11 fahrende Batterien mit niedrigem, 8 fahrende Batterien mit mittlerem Etat und 1 Lehrabtheilung bei der Feldartillerie-Schießschule. Aus demselben Anlaß werden verstärkt die Fußartillerie- Bataillone, die Feldartillerie-Schießschule und die Bezirks- koMmandos. Die Mehrforderungen sind an den betreffendes Etatsstellen eingesetzt. Was die Lezirkskommandos betrifft, so sind Theilung der Kommandos Dortmund und Essen in je zwei, Neuerrichtung der Bezirkskommandos Gelsen- kirchen und Elberfeld durch Abtrennung von denen zu Bochum und Barmen, Berlegung des Bezirkskommandos II Münster nach Coesfeld, Neuerrichtung des BezirkskommandoS Hameln durch Abtrennung von dem zu Hannover und verschiedene Stellenvermehrungen vorgesehen. — Der Ansatz für llebung s- mannschaften im Jahre 1900 ist berechnet für 6850 Unteroffiziere und 7000 Gemeine auf 56 Tage, 9686 Ge­meine auf 49 Tage, für 300 Unteroffiziere und 1580 Ge­meine auf 42 Tage, für 70 und 1590 auf 28 Tage, für 200 und 1315 auf 20 Tage, für 442 und 3360 auf 16 Tage, für 14 502 und 126 875 auf 14 Tage und für 2800 Unteroffiziere und 25 200 Gemeine auf 13 Tage, so­wie 200 Gemeine auf 12 Tage. — Für die Beschaffung des Naturalienbedarfs sind 2,2 Millionen mehr ein­gestellt. Der Bedarf berechnet sich auf 1795 t Weizen, 109 300 t Roggen, 191069 t Hafer, 95 714 t Heu und 123590 t Stroh. Die Preise sind veranschlagt für die Tonne Weizen mit 156,82 Mk., Roggen mit 153,11 Mk., Hafer mit 138,66 Mk., Heu mit 51,24 Mk. und Stroh mit 37,24 Mk. Für die Benutzung des Materials sind 145 000 M. mehr eingestellt; sie stellen sich aus 30 Mk. für die t Brod- matcrial, 9 M. für Hafer, 7 für Heu und 5 für die t Stroh. Für die Mundverpflegung sind 729 000 Mk. mehr eingestellt. — Die Beschaffung des Bedarfs an Tuch hat eine Mehrforderung von 1,1 Millionen bedingt. — Eine Neuerung ist beim M i l i t ä r - M e d i z i n a l w e s e n be­absichtigt. Da die Kaiser-Wilhelms-Akademie den Ersatz von Sanitälsoffizieren noch nicht in genügender Anzahl stellen kann, so sollen geeignete Civilärzte mehr als bisher zum Uebertritt in das aktive Sanitätskorps willig gemacht werden und zibar dadurch, daß Entschädigungen von 300 bis 1500 M. für die von ihnen aufgewendeten Studienkosten in Geld ge­währt werden sollen. — Nahezu ^, Million ist mehr einge­stellt zur Unterhaltung und Auffrischung der Fahrzeuge und Beschirrung beim Train, für den Ankauf von Remontepferden über 200 000 Mk. mehr. Der Durch­schnittspreis für ein Pferd einschließlich Ankaufsunkosten ist auf 830 Mk. berechnet. In der Kriegsakademie sollen

vom 1. Oktober 1900 3 Muttarlehrer (Siadsoffiziere) in Zugang kommen. Die Aussichten der C i v i l l eh r e r an den Kadettenanstalten sollen gebessert werden. — Bei dem Artillerie- und W a f f e n w e s e n sind 2,5 Millionen mehr eingestellt für den Ersatz an kleinen Feuer- und Handwaffen, 2,3 Millionen mehr für die Be­schaffung, Anfertigung und Erhaltung der Munition. — In den einmaligen Ausgaben des ordentlichen Etats werden neu gefordert: 75000 M. für die Erneuerung des Oberbaues der M i l i t ä r e i s e n b a h n , je 100 000 Mk. für Magazin gebäude in Bonn und Langfuhr, 68 000 Mk. für die Herstellung von Wafferversorgungs- und anderen baulichen Anlagen an Eisenbahnstationen für Kriegs­verpflegungszwecke, 105 000 Mk. für die erste Einkleidung der Mannschaften der Untcroffizierschule Treptow a. Rega, 70 000 Mk. zur Ausführung eines Versuches beim Bekleidungsamt des VI. Armeekorps, ob es ausführbar ist, die Oekonomiehandwerker durch Civilhandwerker zu ersetzen, 650 000 Mk. zur Erweiterung des Jntendantur- Dienstgebäudes des Gardekorps in Berlin. Neue Kasernen sollen gebaut werden in Küstrin, Rendsburg, Gera, Mainz, Straßburg i. E.; neue Garnisonkirchen in Braun­schweig und Oldenburg (evangelisch), in Hannover (katholisch). Für die Bereitstellung von Gerichtsräumen infolge der Militärgerichtsordnung sind 250 000 Mk. ausge­worfen. Neue Garnison lazarethe sollen errichtet werden in Metz, Hirschberg und Gera. Für die Ausstattung der Garnisonlazarethe sind verschiedene Neuforderungen einge­stellt. 1 897 000 Mk. sind eingestellt zum Ankauf von 831 Zugpferden, 817 Reitpferden und 29 Tragepferden oder M a u l th i e r e n , für weitere Beschaffung für Zwecke der F u ß a r t i l l e r i e 9,5 Millionen, für Versuche im Hand- w a f f e n w e s e n 600 000 Mk., für Beschaffung und Um­änderung von HandwaffenZubehör 203 000 Mk., für den Neubau eines Friedenslaboratoriums zu Magdeburg 54 000 Mk. (1. Rate), Neubau einer Artilleriewerkstatt in Lippstadt 30000 Mk. (l. Rate), für die Beschaffung der Ausrüstung von zwei Etappen-Telegraphen- stationen 89 000 Mk. Für das XV. Armeekorps soll ein Truppenübungsplatz neu beschafft werden. — Im außerordentlichen Etat sind 10 Millionen Mark mehr für Vervollständigung der wichtigeren Festungsanlagen eingestellt.

Was Sachsen betrifft, so soll ein Bekleidungsamt für das XIX. Armeekorps in L.npzig, zwei Garnisonkirchen ebendaselbst, eine Kaserne in Pirna neu gebaut, ein Truppen- übungsplatz für das X X. Armeekorps beschafft, Gerichtsge­bäude in Dresden, Leipzig und Chemnitz, Garnison­lazarethe in Chemnitz und Zittau neu gebaut werden.

Für Württemberg ist der Neubau eines Garnison- lazareths für die Garnisonen Stuttgart und Cannstadt und eines Genesungsheimes für das ganze Contingent vorgesehen.

Die Etatsstärke des deutschen Heeres für 1900 ist auf 23 844 Offiziere, 80 556 Unteroffiziere, 491136 Gemeine, 2165 Militärärzte, 671 Roßärzte, 1044 Zahl­meister u. s. w., 1001 Büchsenmacher und Waffenmeister, 93 Sattler, sowie 102 929 Dienstpferde berechnet.

Der neue Etat des Reichsmilitärgerichts weist fort­dauernde Ausgaben in Höhe von 243118 Mk. und ein­malige von 30000 Mk. auf. Es werden verlangt Stellen für 1 Präsidenten (General oder Admiral), 2 Adjutanten (Majors), 3 etatsmäßige militärische Mitglieder, >2 außer- etatsmäßige, 3 Senatspräsidenten, 12 Reichsmilitärgerichts­räthe, 1 Obermilitäranwalt, 3 Militäranwälte, 11 Ober- sekretäre, 12 Kanzleisekretäre u. s. w.

Der Etat für die Verwaltung der Kaiserlichen Marine ist zum größten Tbeile bekannt gegeben. Die

hin wird er von der lauen Frühlingsluft getragen und lockt zahlreiche fleißige Bienen zum Frühlingsfeste und zur Arbeit; eine Arbeit, die doppelt segensreich für uns wird. Ei, seht nur, wie sich die fleißigen Zünglein und Rüssel heben und strecken zum süßen Nektar, unzähliche Körbchen füllen sich mit Ambrosia, Houigsaft und Blüthenstaub in Hülle und Fülle."

Die Blume verblühte, die Frucht begann zu treiben. Drei Aepfelchen blieben hängen. Man hätte auf mehr rechnen können. Es war das erste Mal, das nächste Mal wirds schon besser werden. Es ist auch so besser, dadurch bleibt dem Bäumchen die zur Entwickelung nöthige Kraft erspart.

Wie der Vogel um seine Eier, so war unser Borsdorfer um seine drei Früchtchen besorgt. Manchen Gang machte er sich, um nach ihnen zu sehen. Er fürchtete, sie würden ihm durch irgend etwas genommen.

Faustgroß waren sie bis zum Herb'te geworden. Herr­lich gediehen die 3 Schwestern un.er der treuen Obhut ihres Pflegevaters. Es konnte ja an h nicht anders sein, sie schwebten dazu in frischer, freier Luft, erfreuten ji^ des milden Sonnenlichtes und wurden getränkt vom Tau des Himmels.

Freundlich lugten sie ihm mit ihren rothen Bäckchen ent­gegen, daß ihm das Herz im Leibe lachte. Der schöne Sonnenstrahl war gekommen und hatte sie auf die holde Wange geküßt, darüber waren sie hold erröthet. Doch das Gluth- mal wollte nicht wieder weichen und verrieth, was heimlich geschehen war. Darüber tröstete sich das liebliche Kleeblatt jedoch gar bald und wünschte nur, daß es manchem Menschen­kind« auch so ergehen möchte und ließen sich küssen, so viel ihr^ Freund nur wollte.

- Da eines Tages brummte und schwirrte et unheimlich heran und um das grüne Blätterdach. Es war ein böser schlimmer Falter, der Apfelwickler. Er setzte sich auf Gold- parmänchens Wange und klebte ein Ei darauf. Und der

Pflegevater sah es nicht. Bald kam ein grimmiger Wurm zum Vorschein, der fraß sich mit gierigem, scharfem Zahn in die Wange hinein und immer weiter bis ins Herz. Gold- parmänchen mußte heftige Schmerzen leiden und wurde krank und immer kränker, es siechte dem Tode entgegen. Bald waren seine Kräfte aufgezehrt und todt fiels zu Boden.

Dort fands am andern Tage Borsdorfer. Er hob es auf und sah mit großem Schmerze den Todesstich. Der Mörder aber war längst in Sicherheit. Er hatte sich in der Erde eine sichere Stätte gesucht, um das nächste Jahr wieder als verderbenbringender Falter zum Vorschein zu kommen. Traurig trug jener seinen Liebling heim, und erfuhr bald alles, was ihm Leids geschehen war. Er nahm es sich aber vor und that einen Schwur dazu, daß er dem Mordzeuge von nun an bis in seinen geheimsten Winkel nachspüren wolle, um es ohne Gnade zu vertilgen mit Stumpf und Stiel.

^ZGoldparmänchen wurde von seinen Schwestern beweint, die Thränen tropften als Thauperlen von Blatt zu Blatt. Doch da nahte schon wieder Unheil! Böse Buben gingen am Garten vorüber und fanden Gefallen an dem Rothbackchen. Bum! — Bum! — Rcrrt! — Bautsch! der zweite Apfel flog vom Steine hart getroffen zu Boden. Eins, zwei, drei war ein Spitzbub über den Zaun hinüber und der Raub in seinem Seckel verschwunden.

Doch da kam Borsdorfer und Iah) mit Schrecken, was für Arbeit geschafft worden war.

Wartet, Ihr Rackerzeug, das Mausen soll Euch versalzen werden. Es ist doch schauderhaft, gleich zum Verzweifeln. Meine schönen Goldparmänen. Nein, wie habe ich mich alle Tage gefreut. — Wie schrecklich! — Wie jammerschade! — Das vermaledeite Lumpengesindel hat auch noch einen Ast abgeworfen! — Wo ist denn der Feldhüter, das wachsame

fortdauernden Ausgaben belaufen sich einschlieulich der 38782 Mk., welche für die Centralverwaltung des Schutzge­bietes Kiautschou eingesetzt sind, auf 73,9 Mill. oder 4,9 mehr als im Vorjahre. Von dem Mehr entfällt nahezu 1 Mill. auf Geldverpflegung, 1,4 Millionen auf Jndienst- Haltungen, 1,2 Millionen aus Instandhaltung der Flotte und der Werften und nahezu '/, Million auf Waffenwesen und Befestigungen. Die nach dem Flottengesetz zulässigen Neu­forderungen sind um 0,2 Millionen Mark nicht erreicht. Die neue M i l i t ä r g e r i ch t s o r d n u n g hat den Zugang von 3 Ober-Kriegsgerichtsräthen, 14 Kriegsgerichtsräthen und einigen Gerichtsschreibern zur Folge gehabt. Die See- Offiziere erfahren eine Vermehrung um 1 Vize-Admiral, 3 Kapitäne zur See, 7 Fregatten- und Korvettenkapitäne, 9 Kapitänleutnants, 18 Oberleutnants zur See und 12 Leutnants zur See, die Offiziere der Marine- Infanterie um 1 Hauptmann, 1 Oberleutnant und 2 Leutnants, die Sanitätsoffiziere um 3 Oberstabs­ärzte, 3 Stabsärzte, 2 Oberassistenzärzte und 3 Assistenz­ärzte. — Bei den Ind i e n sth a l tu u g s k ost en sind die für Betriebs-, Reinigungs-, Beleuchtungs- und sonstigen Ma­terialien um 1,1 Mill. erhöht. — Unter den einmaligen Ausgaben des ordentlichen Etats sind zunächst die Folgeraten für die schon im Bau befindlichen Schiffe ge­fordert, sondern erste Raten für 2 Linienschiffe, 1 großen Kreuzer, 2 kleine Kreuzer, 1 Kanonenboot und 1 Torpedoboots­division. Für Schiffsbauten und Armirungen bleibt die in den letzten 3 Jahren geforderte Summe um 848 000 Mk. h nter der limitirten Summe zurück, für sonstige ein­malige Ausgaben um 1,1 Mill. Mark. Insgesammt werden für Schiffsneubauten 48,9 Millionen (4- 4,3), für ar­tilleristische Armirungen 17,9 (-f 7,7) Millionen und für Tor- pedoarmirungen 2,6 (4- 0,8) Millionen gefordert. Die sonstigen einmaligen Ausgaben belaufen sich auf 3,7 Millionen, wobei lediglich zu erwähnen wäre, daß 200 000 Mark zur Herstellung eines Schwimmdocks für Torpedoboote auf der Werft zu Wilhelmshaven gefordert werden. Aus den ordentlichen Einnahmen des Reiches sollen 5°'o des Werthes der Flotte, d. h., da letztere auf 406 Millionen anzunehmen ist, 20,3 Millionen dazu 400 000 Mk. für die Kosten der Probefahrten, also zusammen 20,7 Millionen ge­deckt werden. Da für Schiffsbauten, wie schon angegeben, 48,9 Millionen angesetzt sind, verbleiben für die Anleihe 28,2 Millionen. Dazu kommen von den Ansätzen für Ar- mirung '/,, also 6,9 Millionen, sodaß sich ein Gesammt- anleihezuschuß von 35,1 Millionen ergibt, der in den außerordentlichen Etat eingestellt ist. In diesem sind außerdem 500 000 Mk. (1. Rate) zum Bau von zwei großen Trockendocks auf der Werft zu Wilhelmshaven und 700 000 Mk. (1. Rate) zum Bau eines Bassins auf der Holm-Insel bei Danzig gefordert.

Die Indien st Haltung für 1900 ist so geplant, daß die Schlachtflotte aus 8 Linienschiffen, 6 Küstenpanzerschiffen, 1 großen Kreuzer, 6 kleinen Kreuzern und Torpedofahrzeugen besteht. Von den Auslandsschiffen sollen 4 große Kreuzer, 2 kleine Kreuzer und 4 Kanonenboote auf der ostasiatischen Station, 2 kleine Kreuzer auf der australischen, 2 Kanonen­boote auf der westafrikanischen, 2 kleine Kreuzer aus der ost- afrikanischen, 1 großer Kreuzer, 2 kleine Kreuzer auf der amerikanischen Station verweilen, 1 Stationsschiff in Kon- stantinopel und 1 Vermessungsschiff sowie Peilboot zu Ver­messungen verwendet werden.

Die Etatsstärke des Militärpersonals ist auf 1195 Offiziere, 153 Militärärzte, 1206 Deckoffiziere, 5613 Unteroffiziere, 19037 Gemeine und 1000 Schiffsjungen, zu­sammen 28 204 berechnet.

Der Etat der R eichsjustizverwaltung weist wesent­liche Aenderungen nicht auf.

Auge des Gesetzes, gibts denn gar keine Gerechtigkeit mehr? Ja, wo ist der?

Jedenfalls daheim bei seiner eigenen Arbeit oder wohl gar im Wirthshause hinter seinem Schoppen Bier. Die Gemeinde will sparen, sparen und wieder sparen. Darum wird auch der Dienst des Feldhüters meist so erbärmlich bezahlt. Das Hüteramt muß einem Manne anvertraut werden, der an­ständig bezahlt wird und der dann auch ohne Menschenfurcht und Rücksicht die Attentäter zur Anzeige bringt. Energische Strafen durch die Ortspolizei sind entschieden ein gutes Mittel. Am Geldbeutel ist der Mensch empfindlich und wenn man ihn da hart getroffen, so schreibt er sichs gewöhnlich hinter die Ohren. Wahrlich, das muß anders werden. Soll man Obstbäume pflanzen, wenn man doch nichts davon be­kommt? Wart', die nächste Obstbauversammlung werde ich nicht verfehlen, dann werde ich 'mal gehörig vom Leder ziehen. Es dauerte noch eine Weile bis Borsdorfer seines Zornes und Unmuthes Herr geworden war.

Seine letzte Goldparmäne ließ er nun nicht mehr aus dem Auge, er hütete sie wie einen Augapfel. — Die Zeit der Reife war gekommen. Da stellte er eine Leiter an und pflückte die köstliche Frucht ab, dabei das Fruchtholz, das seine Hoffnung für das nächste Jahr barg, sorgsam schonend. Er vergaß auch nicht den Obststumpfen glatt wegzuschneiden und mit Leim zu verstreichen, damit die Wunde gut verheilen könne.

Dann trug er seinen kleinen goldigen Schatz int Haus, wickelte ihn in Seidenpapier und legte ihn zu anderem Obst, in den vor Kurzem erst selbstgezimmerten Obstschrank im gut durchlüfteten Keller. Als das liebe Weihnachtsfest kam, zierte die schöne goldgelbe Frucht den strahlenden Christbaum und dabei meinte er: „Ein Weihnachtsfest ohne die edlen Geschenke Pomanas ist kein rechtes Weihnachtsfest und ich glaube, dieser Ansicht war man schon von altersher und hat deshal