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24. November

Hanauer Anzeiger

Seite 5

W Überfällen und mittelst Messer auf dem Fleck todtge- stochen. —- H ar d t. Ein gräßliches Unglück ereignete sich in der Sektion Hausen, indem ein kleines Kind »on zirka 3 Jahren in einen Kessel siedenden Wassers fiel und sich derart verbrannte, daß es alsbald starb. - Bielefeld der Musketier Meier der 5. Kompagnie hat sich in der Kaserne durch einen Schutz mit seinem Dienstgewehr die Lunge so schwer verletzt, daß er gestorben ist. — Saalfeld a S Kurz vor Beginn der Foustaufführung im hiesigen Stadt- theater stürzte der große Kronleuchter herab, ohne" Jemanden zu verletzen. - F r i e d ri ch s t h a l bei Usingen. " Die der Wwe. Weller gehörende Kreissäge zersprang beim Holzschneiden, flog gegen den Maschinisten und zerschnitt ihm Brust und Lunge. Der Unglückliche starb nach wenigen Augenblicken.

®i^ it^t bet Biensch in btt Erde hinein: dringen k«NN. Trotzdem die Erdwärme mit der Tiefe so stark zunimmt, daß ein Aufenthalt geschweige denn eine Thätigkeit in sehr tiefen Bergwerken eine fast unerträgliche Aufgabe bietet, so haben neuerdings Mineningenieure mehrfach versichert, daß Mittel zur Ausbeutung von Erzlagern, gleich­viel in welcher Tiefe sie liegen, gefunden werden können wenn ihre Bearbeitung nur gewinnbringend sei. Wohl die tiefsten Bergwerke besitzen gegenwärtig Südafrika in den Goldfedern am Witwatersrand: Erst kürzlich hörte man mit Erstaunen, daß einige der Schachte dort die enorme Tiefe von 4000 Fuß erreicht hätten, u«d man nahm damals an daß man weiter als bis zu 5000 Fuß überhaupt nicht würde hinabgehen können. Jetzt aber kommt dem „Engineer" die Nachricht zu, daß sogar eine Tiefe von 6000 Fuß erreicht worden ist. Um in diesen Abgründen noch eine Förderung zu ermöglichen, mußten besondere Maschinen zum Aufwinden der Taue hergestellt werden, die das fast 2000 Meter lange Tan in l*/i Minuten auf- und abwickeln. Die Bergbau- htgeniewre in Transvaal sind aber auch mit diesem außer­ordentlichen Erfolge noch nicht zufrieden und auf der letzten Versammlung südafrikanischer Ingenieure wurden zwei Vor­schläge gemacht, von denen der eine die Bearbeitung der Goldmine« bis aus 10 000, der andere gar bis auf 12 000 Fuß ermöglichen soll. Erst jenseits 12000 Fuß Tiefe, deren Betrag etwa der Höhe der größten Alpengipfel gleich 1 ist, so« ein Bergbau für den Menschen wegen zu hoher .....

Temperatur ausgeschlossen sein. Nach der Meinung des c ^ Interessen des amerikanischen Fleisch- Ingenieurs Dates würde es möglich sein, in einer Tiefe - vertreten hat, ist wegen Differenzen mit

10000 Fuß 2000 Arbeiter zu beschäftigen, denen durch be­sondere Maschinen in jeder Minute 140 000 Kubikmeter Atemluft zugeführt werden müßten.

Hygienische Rathschläge.

Gnte Zimmerlnst. Die Erde, die wir bewohnen, ist von einer Lufthülle (Atmosphäre) umgeben. Diese atmo­sphärische Luft athmen wir und ohne sie könnten wir keinen Augenblick leben, sie umfluthet die Erde in unaufhörlicher Bewegung als sanfter Hauch, als rascher Wind oder als furchtbarer Orkan. Schon die Aerzte des alten Griechenlands schrieben die Ursachen weitverbreiteter Volkskrankheiten der einzigen Einwirkung zu, welche der gesammten Volksmasse gemeinsam ist, der Luft. Die große Verschiedenheit zwischen' den Gebirgsvölkern und den Bevölkerungen der Küstenländer erkenut man jetzt allgemein als abhängig von der bei beiden sehr verschiedenen Luft. Wir selber fühlen den Einfluß ver­schiedener Luftströmungen an Körper und Geist und für un­sere vom Westwinde oder Ostwinde veränderte Gcmüthsstim- mung kennen wir die Ursache. Obgleich anscheinend rein und einfach ist die Luft doch keineswegs ein ungemischter Stöff, sie besteht vielmehr aus mehreren verschiedenartigen Stoffen, die alle für das Leben der Thiere und Pflanzen von der höchsten Wichtigkeit sind und ein zu viel oder ein zu wenig von dem einen oder anderen Stoffe lassen uns oft genug dies recht fühlbar werden und stellen unsere Gesundheit, unser Leben in Frage. Vier Stoffe — Sauerstoff, Stickstoff, Kohlensäure und Wasserdampf — sind es, die wesen lich zur Zusammensetzung der Luft gehören, aber außer diesen Stoffe« enthält sie auch noch viele andere in geringerer und unbe­stimmbarer Menge. Manche von diesen bilden sich in der Luft selbst, manche erheben sich in Dunstform von der Ober­fläche des Landes und andere steigen von den Gewässern des

Staaten aufgeworfene Frage von der Untheilbarkeit Chinas Cr^^r^V^^ in der Luft bilden, finden ernsten diplomatischen Auseinandersetzungen und vielleicht

es vornehmlich die Salpetersäure und das Ozon, welche zu einer gedeihlichen und kräftigen Entfaltung thierischen und pflanzlichen Lebens beitragen, sie fehlen niemals gänzlich in der Luft und besonders ist es das Ozon, welches, obschon seine Menge nur eine verhältnißmäßig sehr geringe ist, doch uns Menschen aller Wahrscheinlichkeit nach größere Dienste leistet, als wir bisher wissen. Welch' höheres Wohlsein unb Wohlbehagen überkommt uns nicht in der reinen frischen ozonreichen Luft, wie augenscheinlich werden wir nicht von ihrem unendlichen Einfluß auf unsere körperliche Gesundheit belehrt, sei es an einem klaren Wintertage, sei es zur Som­merzeit auf den Höhen der Berge oder im Fichten bestandenen Walde nach ausgetobtem Sturm oder Gewitter? Und in der That, eine richtig zusammengesetzte Luft ist für den menschlichen Körper ein fast noch größeres Bedürfniß, als gute Nahrungsmittel, denn der Mensch kann weit leichter bei schlechter Kost als in schlechter, verdorbener Luft sein Da­sein fristen.

Frostsalbe. Man kocht ungegorenes Bier syrupmäßig ein und bestreicht damit das erfrorene Glied, legt lockere Baumwolle darüber und verbindet es mit Leinwand. Das Mittel heilt alle Frostbeulen, gleichviel ob sie offen oder nicht offen sind. Es muß aber jeden Abend frisch aufgelegt werden. Die auf der Wunde verhärtete Salbe muß mit warmem Wasser erweicht uud abgelöst werden. Je älter die Salbe ist, desto wirksamer ist sie, es muß ihr nur zum Weichwerden etwas frisches ungegohrenes Bier zugesetzt werden.

Schisssbericht.

HambltVg, 20. Rovbr. Der Dampfer „Bengalia" von der Hamburg-Amerika-Linie ist gestern in Baltimore und der Dampfer „Sarnia" vorgestern in Penang eingetroffen.

Bremen, 19. Novbr. Der Dampfer des Norddeutsche« Lloyd „Oldenburg" ist vorgestern in New-Aork eingetroffen.

Drahtnachrichten des Haimuer Anzcizer.

" Berlin, 24. November. Der der amerikanischen Bot­schaft beigegebene landwirthsch-ftliche Sachverständige Tiles,

dem Reichsgesundheitsamt abberufen worden.

Wien, 24. Novbr. In der Abendsitzung des Abgeord­netenhauses wurde die Debatte über den Dringlichkeitsantrag der Jungtschechen bald geschlossen. Vorläufig ist nicht abzu- sehen, wie sich die Verhältnisse weiter entwickeln werden, da die Jungtschechen einen förmlichen Obstruktionsplan ausgearbeitet haben, um die Beschlußfassung über die wichtigsten Vorlagen verhindern zu können.

Wien, 24. Novbr. Wie in parlamentarischen Kreisen verlautet, beabsichtigt der Präsident des Abgeordnetenhauses, Dr. Fuchs, sein Amt niederzulegen.

London, 24. November. Der Kaiser, Prinz von Wales, Prinz Christian von Schleswig-Holstein, der Herzog von Connaught und Oberhofmarschall Graf zu Eulenburg fuhren gestern Vormittag zur Jagd. Die Kaiserin unternahm Vor­mittags eine Spazierfahrt und nahm am Nachmittage am Jagd-Essen theil. Gestern Abend fand im engsten Kreise Familientafel statt. Die Abreise des Kaisers nach Sandring- Ham erfolgt heute Nachmittag. — Die „Hohenzollern" ist mit den Kreuzern „Kaiser Friedrich" und „Hela" nach Port Victoria bei Sheerneß abgegangen. Auch vier britische Kreuzer sind dahin unterwegs, um dem Kaiser das Geleitbei der Abreise zu geben.

Windsor, 24. November. Chamberlain traf gestern nach dem Kabinetsrath im Schlosse ein und hatte eine Unterredung mit dem Grafen von Bülow und Hatzfeld. Hierauf kehrte er nach London zurück. Der Kaiser hatte später eine lange Unterredung mit dem Grafen Hatzfeld.

London, 24. November. In Mafeking herrscht eine starke Fieber-Epidemie, die dem Mangel an gutem Wasser zu­geschrieben wird.

London, 24. November. In hiesigen politischen Kreisen spricht man die Befürchtung aus, daß die von den Vereinigten

zu einem offenen Bruche zwischen den verschiedenen Staaten führen wird. England und Oesterreich haben sich bereits mit den Vereinigten Staaten über die Nichtauftheilung Chinas geeinigt, während Frankreich und Rußland dagegen sind. Deutschland ist noch unentschlossen. Sollte der Zweibünd allein sich ablehnend verhalten, so würden die übrigen Mächte sich auf die Seite Englands stellen und das Gutachten Frank­reichs und Rnßlands unbeachtet lassen, um so einen diplo­matischen Druck herbeizuführen.

Vom Kriegsschnuplatz.

London, 24. Novbr. Der Kriegsminister veröffent­licht folgendes Telegramm des Generals Buller: Kapstadt, 23. Novbr. Folgendes Telegramm wurde mir aus Belmont vom General Methuen zugesandt: Ich habe heute Morgen bei Tagesanbruch den Feind angegriffen, welcher eine sehr starke Stellung besetzt hielt. Drei Hügel wurden nacheinan­der im Sturme erobert. Dem letzten Angriff war ein Artillerie-Feuer vorangegangen. Die Infanterie, unterstützt durch eine Marine-Brigade und Artillerie, leistete hervor­ragendes. Der Feind vertheidigte sich mit großem Muth und Geschicklichkeit. Wir machten 40 Buren zu Gefangenen und sind im Begriff die getödteten Buren zu beerdigen. Die Zahl derselben ist sehr bedeutend, obgleich der Feind eine große Menge Todte mit sich nahm. Wir erbeuteten zahl­reiche Pferde und eine große Menge Hornvieh. Unsere Ver­luste belaufen sich auf 3 getödtete und 21 verwundete Offi­ziere, 55 getödtete und 125 verwundete Soldaten. 21 Mann fehlen. Unter den verwundeten Offizieren befindet sich auch ein Brigade-General.

London, 24. Novbr. Die Morgenblätter beglück­wünschen den General Methuen zu dem den Buren gelieferten Kampfe. Gleichzeitig geben die Blätter ihrer Unruhe Aus­druck über die Lage in Natal. Ihre Zuversicht ist durch die Abreise des Generals Buller gestiegen.

London, 24. Novbr. „Daily Mail" zufolge haben zwei höhere russische Offiziere ihren Abschied eingereicht, um sich nach Südafrika einzuschiffen.

Brüssel, 24. Novbr. Die Transvaal-Gesandtschaft de- mentirt die Meldung der „Times", wonach Präsident Krüger durch die Vermittelung Schreiners um Frieden ge­beten habe.

London, 24. Novbr. Nach einem Telegramm aus Durban erwartet man dort, daß die Truppen von Estcourt und dem Mooi-Flusse vereint die Buren augreifen werden. Es ist zweifellos, daß von den Ladysmith belagernden Truppen Dctachements in Natal vorgedrungen sind. Ein größeres Buren-Kontingent machte einen anhaltenden Eilmarsch von Ulundi nach Port Nottingham, welches an der direkten Linie nach Maritzburg liegt. Aus Pietermaritzburg wird von gestern gemeldet: General Hildyard machte gestern einen AuSfall auf Estcourt und verwickelte die Buren in ein Gefecht. Die Centräl-News melden, daß verschiedene hohe Beamte Trans­vaals sich von der Delagoa-Bai eingeschifft haben, um im Interesse des Krieges zu wirken. Sie sind jedoch vom Prä­sidenten Krüger hierzu nicht autorisirt, handeln vielmehr auf eigene Faust und dürften bald von Krüger desavouirt werden.

London, 24. Novbr. „Morning Post" commentirt die Lage in Natal und weist auf die zahlreichen Ueberraschungen hin, die der jetzige Krieg bereits gehabt hat und daß die Buren, obgleich bei Elandslaagte geschlagen, trotzdem drei be­deutende Siege davongetrageu haben und ihre Angriffe in Natal fortsetzten. Die Militärbehörde gibt nunmehr zu, daß die hervorragendste Eigenschaft des Feindes dessen große Be­weglichkeit sei.

London, 24. Novbr. „Daily Telegraph" meldet aus Kapstadt, General Joubert sei am rechten Arme verwundet worden. — Dasselbe Blatt berichtet, daß ein reicher Eigen­thümer von Colesberg verhaftet wurde, weil derselbe im Be­griffe war, mit den Buren gemeinsame Sache zu machen. Derselbe wird vor ein Kriesgericht gestellt. ~

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