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Emrückini;S. gebühr

fir Stadt- und Land­kreis Hanau 10 ^ die 4gespaltme Garmond- zeile oder deren Raum, für AuSwärtS 15 ^

Im Reklamentheil die Zeile 20 ^, für

Auswärts 30 ^.

gl»**«*exti» Preis:

Jährlich 9 *. dMSHrl. 4 ^6 50 ^. vierteljährlich 2 <* 25 ^.

Für auswärtige Monnenten mit da» brtrrfimden Pestaufschlag.

Die einzelne

Nummer kostet 10 ^

Amtliches Grgun für Hisöt- mi5 LsnHKreis Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage

M. 272. Montag den 20. November 1899

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Amtliches, ^taöt&rcw ^anau. Bekanutmachungen des Oberbürgermeisteramtes.

Nackweisung

der Johanni- und Martini-Durchschnittsmarktpreise in Hanau für das Jahr 1899.

Johanni.

1. Weizen ä 100 Kg.

16

Mark

88 Pfg.

1 hl.

13

n

65

//

2. Roggen 100 Kg.

15

II

88

, 1 hl.

11

V

85

3. Gerste 100 Kg.

17

II

94

v ii 1 hl.

11

11

83

If

4. Hafer 100 Kg.

16

II

00

,/

ii ii 1 hl.

7

V

17

M

5. Kartoffel ordinäre ä 100 Kg.

6

II

63

6. englische 100 Kg.

11

H

45

7. Welschkorn 100 Kg.

16

H

15

f/

8. Roggenstroh 50 Kg.

1

11

87

9. Haferstroh 50 Kg.

1

11

66

10. Gerstenstroh 50 Kg.

1

II

60

tf

11. Heu 50 Kg.

2

H

81

//

12. Buchenscheitholz 1 Raummtr.

11

II

63

If

13. Eichenscheitholz 1

7

X

72

M

14. Tannenscheitholz 1

8

II

81

w

b. Martini.

1. Weizen ä 100 Kg.

15

Mark

60 Pfg.

1 hl.

12

48

2. Roggen 100 Kg.

15

ti

60

if

1 hl. '

11

tt

54

3. Gerste 100 Kg.

17

V

37

u

1 hl.

11

II

46

4. Hafer 100 Kg.

14

II

62

ti 1 hl

6

II

43

5. Kartoffel ordinäre ä 100 Kg.

4

H

50

6. englische 100 Kg.

10

11

M

7. Welschkorn 100 Kg.

16

//

8. Roggenstroh 50 Kg.

1

M

70

V

9. Haferstroh 50 Kg.

1

W

65

10. Gerstenstroh 50 Kg.

1

II

50

11. Heu 50 Kg.

2

II

80

12. Krauthäupter 100 fctürf

10

II

,/

13. Buchenscheitholz 1 Raummtr.

10

50

ff

14. Eichenscheitholz 1

8

11

55

If

15. Tannenscheitholz 1

9

25

If

Hanau den 16. November 1899.

Städtische Polizei-Verwaltung.

Der Oberbürgermeister : Dr. Gebeschus.

18185

Feuilleton.

Das 25jährige Jubiläum von

S. M. S.Deutschland" aus hoher See.

Japanisches Meer. An Bord von S. M. S.Iltis."

Es war am 12. September; rings umher, soweit das Auge reicht, die blaue See. Nur im Nordwesten überragt die Kimm eine zackige, scharfe Linie wie die Konturen eines Riffes, der hohe Gebirgsgrat des fernen Korea. Friedlich ziehen die fünf Schiffe unter der schwarz-weiß-rothen Flagge daher. Zweitausend deutsche Männer in der weiten Einsam­keit des Ozeans, fleißig und eifrig, eine Welt für sich !

Feiertag ist's heute. Die Mutter dieser Schiffsfamilie hat Geburtstag. Der Ernst kriegerischer Uebungen, das Evolu­tioniren mit Aufmarschiren, Schwenken, Dwars- und Kiel- linie-Formiren, mit Staffel fahren mit Richtung auf den einen oder anderen Flügel gleicht einem Reigentanz zu Ehren des Geburtstags-Kindes die schäumenden Bugwellen rauschen den Glückwunsch, die bunten Flaggen-Signale winken einGlück­auf", und die langgezogenen Töne der Sirenen klingen heute wie ein Jauchzen der Freude.

Wie graziös sie um die MutterDeutschland" tanzen, Die schlanken, jugendlich kräftigen Kreuzer, und mitten unter ihnen der kleine BruderIltis," der jüngste und kleinste. Die Andern wundern sich, daß er an der Gesellschaft der Großen theilnehmen darf; gehört er doch eigentlich in das ruhige Bett des Aangtsee.

Stark und fest gefügt mit der Ruhe und Würde deS Alters zieht die Jubilarin ihre feuchten Pfade. Die Sonne glänzt und schimmert auf ihrem weißen Kleide, die See lacht ringS umher in bester Feiertags-Stimmung und kost leise

DienstnaLriSlen aus atm Kreise.

Gefunden: 1 Schild mit der AufschriftFlaschenbier",

1 brauner Spazierstock mit Hirschhorngriff.

Verloren: 1 Perlmutterfächer.

Zugelaufen: 1 schwarzer Pudel mit weißer Brust m. Geschlechts; Empfangnahme bei August Güdde in Rückingen.

Hanau, am 20. November 1899.

Das Ministerium Clary.

Ob das Ministerium Clary in Oesterreich, das an Stelle des feudal-klerikal-czechischen Ministeriums Thun trat, von langer Dauer sein würde, mußte von Anfang an zweifelhaft erscheinen, da ihm keine sichere Mehrheit im Abgeordneten- Hause zu Gebote steht und der alteNationalitätenstreit in un- geminderter Heftigkeit fortwüthet. Das Ministerium Clary stützt sich auf die deutschen Parteien, die nur eine Minder­heit im Parlamente bilden und ohne die Hülfe des Polenklubs oder der katholischen Volkspartei nicht regieren können.

Die Polen sind in Oesterreich seit langer Zeit mit der Regierung gegangen. Da sie als solche auch die czechische Politik des Grafen Thun mitgemacht haben, fragt es sich, ob sie ein Ministerium unterstützen oder auch nur erwägen werden, das seine Thätigkeit mit der Aufhebung der ezechenfreundlichen Thunschen Sprachen-Verordnungen begann und damit einerseits die Obstruktion der deutschen Parteien im Parlamente beseitigte, andererseits den Haß der Czechenheraus- forderte. Die katholische Volk-partei war im Kabinet Thun durch ihren Führer Baron Dipauli als Handelsminister ver­treten. Da sie sich jedoch hauptsächlich aus den deutschen Alpenländern rekrutirt, hat sich wengstens ein erheblicher Theil von ihr unter dem Dr. Kathrein in dem Sprachenstreit mehr neutral verhalten und selbst die Berechtigung der deutschen Wünsche anerkannt.

Unter diesen Umständen gewinnt die Berufung des Db- manns des Polenklubs von Jaworski und des Führers des deutsch-freündlichcn Flügels der katholischen Volkspartei Dr. Kathrein an das Kaiserliche Hoflager nach Ofen Bedeutung. Mag die Besprechung auch im Besonderen der noch immer streitigen Quotenfrage gelten d. i. der endgültigen Festsetzung des Antheils, den die ungarische Reichshälfte zu den gemein- samen Ausgaben der österreichisch-ungarischen Monarchie leisten soll, so muß doch die allgemeine Lage des Ministeriums, das den Ausgleich in Oesterreich durchzuführen hätte, in Betracht gezogen werden.

Oesterreichische Patrioten sehen der weiteren Entwickelung der Dinge mit größter Besorgniß entgegen. Sollte das Mi­nisterium Clary über kurz oder lang dem Widerstände im Abgeordnetenhause oder mächtigeren, still wirkenden rauschend mit ihrem Buge. Wie die Gedanken zur fernen Heimath, zieht die Erinnerung wehmuthsvoll zurück zur Jugend. Das war jene Zeit des beginnenden Aufschwungs, des auf­strebenden Deutschen Reiches. Damals fing der deutsche Aar an, die Flügel zu recken weit hinaus über die Grenzen des Vaterlandes. Hatte der Krieger ein einiges deutsches Vater­land zusammengeschweißt, stopfest wie sein Panzer, so zog nun der Kaufmann, den Ruhm deutschen Fleißes und deutscher Intelligenz zu verbreiten, hinaus in die Welt, kühn und wagemuthig, wie das Schiff in Wind und Wellen.Deutsch­land" ward sie geheißen, und stolz wehte die Flagge über ihr. Fünfundzwanzig Jahre sind vergangen ; doch stolz wie damals führt sie noch heute die Flagge, und mächtiger und gewaltiger schwebt der deutsche Aar.

Fünf Uhr dreißig Minuten nachmittags: Signal vom Flaggschiff:Boot schicken zum Empfang von Befehlen!" Fier die Jolle! pullt aus Kerls! Ihr sollt die Ersten sein! Sie waren die Ersten, unsere Jollgäste, und brachten den Glückwunsch des Kleinsten und Jüngsten zuerst. Die stolze Jubilarin soll sich darüber gefreut haben.

Die Sonne sank! Der herrlichste Sonnen-Untergang, der je gesehen wurde! Welch ein glühendes, tiefes Rothflammte am Himmel, und wie zart waren das Gelb und Grün und Blau, in das nach oben hin dieses Flammenmeer sich verlor. Helle Lichtstrahlen leuchteten daraus hervor bis zur Höhe des Scheitels und verschwanden schließlich in dem sanften dunklen Blau des Abendhimmels, an dem klar die silberne Sichel des zunehmenden Mondes und die ersten Sterne glänzten. Die Abendröthe verblaßte, die Nacht faut hernieder. Signal vom Flaggschiff:Deutschland über alles!" Noch waren die Lichterchen, die dieses Signal zu uns trugen, nicht verloschen, da stand unsere Musik und unsere Mannschaft vollständig auf der Back. Hell flammte am Mast derDeutschland" eine riesige25" aus Glühlämpchen gebildet auf. Unsere Musik

Einflüssen erliegen, so steht eine heftige Gährung in den deutschen Kreisen bevor und werden die radikalsten Elemente, die ohnedies unter Wolff und Schönerer an Boden gewinnen, die Führung an sich reißen. Wohin das führen kann, läßt sich nicht absehen.

Deutscher Reichstag.

(Sitzung vom 18. November.)

Auf bet Tagesordnung stehen zunächst die fünf Resolutionen welche die Kommission für die Postvorlag c dem Hause unterbreitet hat. Die drei ersten Resolutionen beziehen sich auf den Zeitungsdebit der Post: 1) soll möglichst bald das Bestellgeld der Zeitungen neu ge­regelt werden, und zwar in der Richtung, daß die Häufigkeit des Er­scheinens mehr als bisher und außerdem auch das Zeitungsgewicht be­rücksichtigt wird; 2) soll dem Verleger gestattet sein, für die von ihm gewonnenen Postabonnenten selbst die Bestellung bei der Post aufzugeben; 3) soll die Beschränkung der zulässigen Ueberweisungsexemplare auf 10 Prozent der Postauflage wegfallen. Abg. Müller- Sagan (frs. Vp.) empfiehlt die Resolutionen. Staatssekretär v. Podb ielski erklärt, daß die Reichipostverwaltung den Resolutionen sympathisch gegenüberstehe. Wie sich der Bundesrath dazu stellen werde, fei noch nicht bekannt. Nach weiterer kurzer Debatte werden die drei ersten Resolutionen ange­nommen. Die vierte Resolution wünscht, daß zu der Druck- sachentaxe auch Geschäftspapiere befördert werden können. Die Reso­lution wird angenommen, ebenso debaltelos die fünfte, welche größt­mögliches . Entgegenkommen wünscht, bei der Entschädigung kleinerer Pri- valpostanstalien, namentlich soweit solche den ausschließlichen Erwerb einer Familie bildeten. Es folgt die 2. Berathung der Fernsprechaebühren- ordnung. Die Regierungsvorlage hatte ganz allgemein eine Grund­gebühr unb eine Gesprächsgebühr in Aussicht genoinmen. Die Kom­mission dagegen hat in den grundlegenden Bestimmungen die Gesprächs­gebühr wieder gestrichen und es bei einer Bauschgebühr bewenden lassen. Jedoch soll es jedem Theilnehmer freistehen, statt der Bauschgebühr eine Grundgebühr nebst Einzelgesprächsgebühren (mindestens jedoch für 400 Gespräche) zu entrichten. Für die Bauschgebühr hat die Kommission je nach der Anzahl der Theiluchmeranschlüsse der Fernsprechnetze

acht Abstufungen beschlossen, von 80 bis 180 Mark.

§ 1 (Bauschgebühr) wird widerspruchslos angenommen. Zu § 2 liegt ein Antrag Müller-Sagan (frs. Vp.) vor, die Gebührensätzen zu erniedrigen auf 50 bis 150 Mk., und zwar in fünf Abstufungen je nach bet Anzahl der Thcilnehmeranschlüsse der Netze. Nachdem Der Antrag­steller seinen Antrag begründet, bemerkt Staatssekretär v. Podbielski, wenn man haben wolle, daß die Reichspostverwaltung den Fernsprechverkehr immer mehr ausdehne, dann dürfe man ihr auch die Einnahmen nicht gar so sehr schmälern. Abg. OerteI - Sachscn (kons.) bittet ebenfalls um Ablehnung des Antrages, desgleichen Abg. Ea hensly im Namen des Centrums. Der Antrag Müller- Sagan wird abgelehnt und § 2 in der Kommissionsfassung ange- nommeiL Eine Debatte entsteht erst wieder über einen Antrag Gamp (Rp.), durch einen neuen § 4a zu bestimmen, daß Bau und Instandhaltung der Sprechleilungen zum Anschluss- an ganz kleine Netze (von höchstens 25 Theilnehmcranschlüsseii) den Betheiligien auf deren Kosten solle überlassen werden können. In solchen Fällen soll die Ge­sprächsgebühr nur 5 Pfg. pro Verbindung am Orte betragen. Abg. G amp (Rp.) empfiehlt seinen Antrag, dabei bemerkend, bemängeln müsse er, daß die Verwaltung, ehe sie an Errichtung eines Fernsprech­netzes herantrete, sich von den Interessenten eine gewisse Garantie teilten lasse. Staatssekretär von Podbielski verwahrt die Ver- ' roaltung gegen diesen Vorwurf derFiskalität. Abg. Daßbach (Etr.)

setzte ein, und die ganze Besatzung stimmte das Glückwunsch­lied für die Jubilarin an:Deutschland über alles!"

Deutschland, Deutschland über alles" klang es über die mondbeglänzte See.Deutschland, Deutschland über alles" möge es noch ebenso stolz und jugendkräftig in aller Welt erklingen, wenn die ehrwürdige Trägerin des Namens, die gute alteDeutschlands längst jüngeren und wieder jüngern Platz gemacht haben wird.

Der Polarstern.

Bei dem Reigentänze, den die Lichter des gestirnten Himmels täglich um unsern Wohnsitz auszuführen scheinen, bleibt ein Stern unbeweglich. Jahraus, jahrein, Sommer und Winter- verharrt er unverrückt an seinem Platze! Ls ist das der Polarstern, der Schwanzstern im Bilde deS kleinen Baren, den man dadurch auffindet, daß man sich durch die beiden Sterne, welche die Hinterräder des Himmels­wagens darstellen, eine Linie gezogen denkt und diese nach oben hin um ihre fünffache Länge weiter führt. Sie trifft dann ungefähr den Polarstern.

Dieser Stern ist zweiter Größe. Er erleichtert durch seine Helligkeit und leichte Erkennbarkeit die Orientirung in unbekannten Gegenden, auf dem Meere, im Innern uner­forschter Kontinente, ganz erheblich. Selbstverständlich kann er für diesen Zweck nur auf der nördlichen Halbkugel dienen, weil er auf der südlichen Erdhälfte nicht über den Horizont heraufkommt und daher überhaupt nicht geseheiH werden kann. Die südliche Himmelshälfte hat keinen Hellen Stern in der Nähe des Poles. Erst in einem Abstande von mehr als zehn Grad vom Pole, trifft man auf Sterne dritter Größe, und der nächste Stern zweiter Größe steht mehr als zwanzig Grad vom Pole ab! Daher ist auf der südlichen Halb-