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Amtliches Args« für Htsöt- unö LsnöKreis Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit bedetrtfiifdier Beilage
Rl. 26«.
Mittwoch den 15. November
1899
Amtliches, ^faöt^rew ^anau.
Bekanntmachungen des Oberbürgermeisteramtes.
Sitzung der Stadtverordneten- Versammlung
am Freitag den 17. November 1899, nachmittags 5 Uhr, im oberen Saale des Rathhauses.
Tagesordnung:
1. Bewilligung von 150 M. zur Herstellung des Platzes neben dem Schuldienergebäude in der Ramsaystraße als Spielplatz für die Schule für schwachbegabte Kinder.
2. Nachbewilligung von 495 M. auf E. 0. II 6 b für die Heizungsanlage der Ober-Realschule.
3. Einstellung von 2000 M. in E. 0. pro 1900 für Verlegung elektr. Leitung in das Oberrealfchul-Gebäude.
4. Abgangsstellung von 251 M. bei VII B Titel VI 1,2 und Zugangsstellung dieses Betrages bei VII B Titel IV für 1899 für Schulausstattungen.
5. Betr. Vergütung derjenigen Unterrichtsstunden, welche an der Fortbildungsschule wegen der Hitze ausfallen mußten.
6. Nachbewilligung von 353,70 M. auf VII E Tit. I B für 1899 zur AlterSzulagenkasse der Lehrer.
7. Nachbewilligung von 1819,17 M. für 1899 für die Ausführung der Anschlüsse städtischer Gebäude an das Elektrizitätswerk.
8. Einstellung von 328 M. in den Etat 1900 als Vergütung für den katholischen Religionsunterricht an der höheren Mädchenschule.
9. Einstellung von 1200 M. in den Haushaltsplan für das Rechnungsjahr 1900 für eine neue Lehrerinstelle an der Mädchen-Mittelschule.
10. Einstellung von 2068 M. in das Extraordinarium des Etats für 1900 für Beschaffung von Turngeräthen für die Knaben-Mittelschule.
11. Verpachtung des Grundstücks am Wasserthurm für 60 M. von Martini 1899'1900 auf 1 Jahr.
12. Weiterverpachtung der Butterwaage für das Rechnungsjahr 1900.
13. Verpachtung des Allst. Rathhauskellers pro 1900—1902 für jährlich 210 M«
Feuilleton.
Samoavische Skizzen.
Von Otto Leonhardt.
(Nachdruck verboten)
Wie die höchsten Gipfel eines unterseeischen Gebirges erheben sich die erhabenen Berge von Samoa aus der blauen Fluth des Stillen Ozeans. Einer hohen Bergkette gleichen die Inseln, wenn sie der Seefahrer zuerst aus dem Meere auftauchen sieht. Aber er nähert sich und das Bild gewinnt Gliederung und Leben. Tiefe Einschnitte unterbrechen die malerischen Höhen, wellige, in ewigem Smaragdgrün prangende Ebenen bilden einen wirksamen Gegensatz zu den sie hoch überragenden Domen. Es ist schwer, den Charakter dieses Bildes klar wiederzugeben. Das sind die Granitberge der Alpen, aber gekleidet ins saftigste Grün und unterbrochen von den lieblicheren Wellenlinien deutscher Mittelgebirge. Das sind Höhen, wie im deutschen Vaterlande, etwa in der Gegend von Ems oder Baden-Baden, aber prangend in einem viel tieferen und üppigeren Grün, als daheim. Das ist die tiefe Farbenpracht, der Märchentraum der Tropenwelt, von der uns Kokoshaine und lianenumwundcuc Riesenstämme erzählen; aber die Farben und Schatten sind nicht grell und unvermittelt und die Beleuchtung ist von der einer Rheinlandschaft nicht wesentlich verschieden. Allmählich tauchen die Hütten und Dörfer auf, die den Strand entlang sich ziehen; Bananenfelder und Baumwollpflanzungen zeigen die beginnende Kultur, aber in den Bergen unb Thälern, die das Auge dahinter umfaßt, herrscht noch unberührt der majestätische Urwald, aus dem zahlreiche Bäche sich der See zustürzen.
Fast alle Inseln dieser Gruppe sind vulkanischen Ursprung». Freilich ist die vulkanische Thätigkeit auf den Inseln selbst längst erloschen, doch fand noch im Jahre 1866 im Osten des Archipels bei Olosenga ein submariner Aus- bruch statt, der etwa vier Wochen dauerte, einen bis zu
14. Weiterpachtung des Heuernteweges auf 6 Jahre zum Jahrespachtpreise von 3,95 M. vom Althanauer Hospital.'
15. Verkauf eines Gasmotors und einer Pumpe vom Schlachthof, welche entbehrlich geworden sind.
16. Erhöhung der Miethe für die Kühlzellen auf 70 M. für den qm vom 1. April 1900 ab.
17. Zusatz zur Ordnung betr. die Einführung und Untersuchung von nicht im städtischen Schlachthofe ausgeschlachtetem frischen Fleisch.
18. Fluchtlinienplan für die Straße Nr. 53.
19. Fluchrlinienplan für die Hospitalstraße zwischen Brücken- und Nebengasse.
20. Baufluchtlinienplan zwischen Engegasse und Neugasse.
21. Prüfung der kaufm. Abschlüsse der Gas- rc. Werke für 1898 99.
22. Rechnung der Badeanstaltskasse für 1898'99 zur Feststellung der Rechnung und Entlastung des Rechnungsführers.
23. Haushaltsplan der Althanauer Hospitalkasse für das Rechnungsjahr 1900 zur Kenntniß.
24. Nenwahl eine» Schiedsmannes für die Altstadt, Ostseite, an Stelle des Kaufmanns Jean Nicolay.
25. Legat der verstorbenen Rentnerin Johanna Wunderly.
26. Nachbewilligung von 500 M. Zuschuß an den Herausgeber des Werkes „Hanauer Chronik" auf XI, 3 für 1899.
27. Bewilligung von 25 M. als Ehrenpreis für den Verein „Canaria" aus Xl, 3 für 1899.
28. Nachbewilligung von 44,94 M. auf XI, 3 für 1899 zur Deckung eines dem Ausschuß für Volksvorlesungen bei der Goetheseier erwachsenen Fehlbetrages.
29. Einstellung von 400 M. Einnahme an Verwaltungskosten von der Stadtkasse für die Veranlagung und Erhebung der Kanalbetriebsgebühren durch die Wasserwerks- kasse in den Etat für 1900.
30. Einstellung von 3000 M. in den Etat für das Rechnungsjahr 1900 für Errichtung eines Geländers in der Nußallee.
31. Enthebung eines städt. Kassenassistenten von einer Kautionsstellung.
32. Besetzung von Examinatorenstellen beim Städtischen Steueramt.
Hanau den 11. November 1899.
Der Stadtverordnetenvorsteher.
Canthal. 17935
Tlcnstiiachiichtcll aus Dem Kreise.
Gefunden: 1 silberne Damenuhr mit Anhängsel, 1 Peitsche, 1 Laterne. In einem Metzgerladen stehen geblieben 1 Handtasche mit Strickzeug.
Verloren: 1 schwarzseidener Regenschirm, 1 kleines Packetchen 3 Kgr schwer, gez. M. 8. 8.
Vom Wasenmeister am 13. b. Mts. eingefangen 1 schwarz und weißer Spitz, m. Gesch., 1 rother Rattenpinscher, m. Geschl., und 1 röthlicher Rehpinscher, w. Geschl.
Hanau, am 15. November 1899.
Die bevorstehende Tagung der französischen Kammer.
In wenigen Tagen tritt nun die französische Kammer wieder zusammen, nachdem sie Dank der Vorsicht des derzeitigen Ministeriums mehrere Monate hindurch nicht in der Lage war, Unheil zu stiften, und nachdem gerade dadurch die Regierung Gelegenheit gehabt hatte, die unerquicklichste aller Streitfragen, die Dreyfusfrage, einstweilen aus der Welt zu schaffen.
Allerdings nur einstweilen, denn eben der Beginn der Kammertagung bürgt dafür, daß die Frage nunmehr wieder vom Tribunal zum Parlament gezerrt werden wird. Nicht Dreyfus selbst wird mehr den Mittelpunkt des Streites der Parteien bilden, sondern die Anklage gegen die Generäle, die die Verfolger des Manne? von der Teufelsinsel gewesen sind, insbesondere gegen den General Mercier. Gegen diesen liegt nämlich noch ein Antrag, ihn wegen seiner Amcsver- brechen vor den Senat als Staatsgerichtshof zu stellen, vor. Dieser Antrag wurde seiner Zeit vertagt, bis nach der Erledigung des Prozesses vor dem Kriegsgerichte. Nachdem nun dieser Prozeß bereits vor zwei Monaten sein Ende gefunden hat, muß der Antrag wohl oder übel zur erneuten Berathung und zur Erledigung gelangen^
Wird aber ein heftiger Streit um die Verfolgung Mer- ciers und der anderen Uebelthäter stattfinden? Wir möchten es entschieden bezweifeln, und wir müssen den Berichterstatter der „Vossischen Zeitung" Unrecht geben, wenn er meint, die „Vertheidiger des Rechts" hätten zwar einige Wochen lang geschwiegen, aber von ihrem sittlichen Zorne und ihrer Kampfbegier noch nichts eingebüßt. Die „Vertheidiger des Rechts" wissen sehr wohl, daß ihre Sache in Frankreich so unpopulär, wie nur irgend möglich ist. Sie hatten nur solange eine Stütze, als es galt, Dreyfus selbst zu retten. Nachdem aber dies gelungen ist, wünscht das französische Volk, endlich mit ■^m——■——IM—*MMIIIIIMM—
900 m aufsteigenden Aschenregen aus dem Meere emporwarf und die kochende See meilenweit färbte. Auf den Inseln aber stößt man auf Schritt und Tritt auf die Spuren ber einst hier thätigen vulkanischen Gewalten. Sawaii ist eigentlich ein einziger großer Vulkan mit sanften Gehängen. Das zwischen Sawaii und Upolu gelegene kleine Eiland Apolima ist der bis zu 144 m steil aufsteigende Rand eines Kraters, dessen Mauer im Westen eingestürzt ist; hier allein ist der Eingang in das muldenförmige alte Kraterbett, hier liegt das Dorf ber Eingeborenen, und als einst während eines Kampfes zwischen König Malietoa und den Sawaiiern der Erstere diese Oeffnung mit einer Mauer geschlossen hatte, war Apolima, die „hohle Hand", dadurch zu einer uneinnehmbaren Festung geworden. Auf Upolu selbst endlich findet sich um den Muaberg beim Dorfe Aopo Asche gelagert, die kaum mehr als hundert Jahre alt ist; und den meilenweit sich dehnenden Lavafeldern an der Nordwestküste haben die Samoaner in lebendiger Erinnerung an die vulkanische Periode den Namen Olemu b. i. „das Glühende", gegeben. Einzelne dieser vulkanischen Formationen bieten gerade auf Upolu höchst eigenartige und anziehende Bilder. So der im Westen gelegene alte Krater Lamutoo, der einen kreisrunden See von wunderbarer Schönheit umfließt. Der tiefblaue stille Wasserspiegel (sagt Jung) ist rings von einem 30 m hohen Felsenkranze eingefaßt, den die breiten Kronen breitgefiederter Baumfarne und die zierlichen Wedel der Bergpalmen bekleiden. Der Zauber tiefer Einsamkeit liegt über diesem Bergsee und die Samoaner wissen Sagen von ihm zu erzählen.
Das belebende Element des Wassers ist überhaupt auf Samoa reichlich vertreten. Aus den waldreichen Bergen eilen zahlreiche Bäche der Küste zu, hier von hohem Felsen sich brausend in den Abgrund stürzend, dort hinter dichtem Vorhänge von dunkelgrünem Laube sich verlierend, um dann als ein Fluß von ruhiger Klarheit wieder ans Sonnenlicht zu treten. An anderen Stellen brausen die Flüsse durch verborgene Höhlen vulkanischen Gesteins dahin, bre^en dann
rauschend hervor und eilen den stillen grünen Lagunen zu. Bäche, Seen, Wasserfalle überall. In Sawaii saugt allerdings der poröse Tuffboden der höher gelegenen , Gebiete die Niederschläge ein, die dann erst am Meeresrande als klare Quellen wieder zu Tage treten. Upolu hingegen ist in Rücksicht auf die Bewässerung ganz besonders begünstigt. Hier findet sich eine ganze Anzahl kleinerer Flüsse, wahre Gebirgsströme, die in tiefen Tobeln mit senkrecht aufsteigenden Wänden von zuweilen bis 100 m Höhe dahinströmen. Bei lang anhaltender Trockenheit versiegen sie wohl; kommt dann der Regen, so werden sie zu wilden trüben reißenden Gewässern.
Diesem Wasserreichthüm im Vereine mit der aus den vulkanischen Produkten entstehenden überaus fruchtbaren schwarzen Erde verdanken die Samoa-Jnseln die ungemeine Ergiebigkeit ihres Bodens. Kaum ein Fleckchen, das nicht die üppigste Vegetation bekleidet; nur wenige mit unzersetzter Lava bedeckte Strecken auf Sawaii ausgenommen, giebt es hier kaum Gegenden, in denen nicht jegliches Produkt gedeihen könnte. ' Reis, Tabak, Kaffee, Zuckerrohr sind mit Erfolg angebaut worden; die Baumwolle liefert ein Produkt von schöner schneeweißer Qualität mit langem Stapel, die Kokospalme ist bereits jetzt für den Export der Inseln von großer Bedeutung geworden. Europäische Gemüse aller Art gedeihen trefflich, nur die Kartoffel und die Zwiebel schrumpft in gewissen Bezirken zu winzigen Dimensionen zusammen: die Wälder liefern vorzügliche Hölzer aller Art, die Kokosnuß Faserstoffe.
Während Upolu mit Tutuila den Ruhm der reicheren Fruchtbarkeit vor Sawaii voraus hat, steht die größere Insel der kleineren in Hinsicht auf die Güte der Häfen nach. Denn Pago-Pago auf Tutuila ist bei weitem der beste Hafen der ganzen Gruppe. Von fern schon erkennt man seine Landmarken, einen schlanken zuckerhutähnlichen Berg auf der Westseite und einen viereckigen Berg mit hohem Gipfel im Osten. Aber erst wenn man dicht davor ist, erblickt man die schmale Oeffnung des HafenS und sieht nun staunend ein