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Die einzelne Rmnmer kostet 10 ^.

»»aaeme»«.

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für Trabt- und Land­kreis Hanau 10 ^ die 4gespaitene Garmond- zeile oder deren Raum, für Auswärts 15 ^

Im Reklamentheil die Zeile 20 A für

Auswärts 30 ^.

Anttliches Organ für Hkaöi- unö LsnöKreis Hanau

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage

Nr. 264. BesHsaaeBaBeHHaasaEssaBaeseeaKE

Freitag den 10. November

1899

Amtlich«».

AcrnöNveis K«n«r».

BekaMimachungen des Königlichen Lsndrsthsamtcs. Lrndivirlbschaftlichcr Kreisverein Haiian.

Nächste Versammlung Samstag ben 18. Nsvember, nachmittags 2 Uhr, im Gasthaus zumgoldenen Löwen" hier.

Tagesordnung:

1. Geschäftliche Mittheilungen.

2. Vortrag des Herrn Kreisthierarzt C o l l m a n n-Hanau über die neue Freibank-Ordnung im hiesigen Schlachthof. Z. Vortrag des Herrn DomänenpächterS Droge über einige Punkte der Landwirthschaft.

4. Berichterstattung der Mitglieder über die im Frühjahr vom Verein bezsgenen Saatkartoffeln.

Der Vorstand.

Die Herren Bürgermeister ersuche ich, vorstehende Be­kanntmachung des landw. Kreisvereins in ihren Gemeinden in ortsüblicher Weise bekannt zu machen.

Hanau, am 10. November 1899.

Der Königliche Landrath.

L ________________v. Sche n ck.__________________________

^taÖWww ^anuru

Bekanntmachungen des Obnbürgermeistcrmrtes.

Mit dem 15. d. Mts. läuft der Zahlungs­termin für Steuern und Schulgeld pro III. Quartal ab und wird hieran anschtiestend mit Mahnung und Zwangsvollstreckung gegen die Säumigen vorgegangen.

Fristgesuche können nur dann Berücksichtigung finden, wenn dieselben vor Ablauf des Fällig­keitstermins eingegangen sind.

Auf die auf Seite 4 des Steuerzettels ange­führten Bestimmungen besonders auf Nr. 3, 4 und 7wird aufmerksam gemacht.

Die städtische Steuerkasie befindet sich Markt 16, Zimmer 6 und 7 zu ebener Erde.

Hanau den 1. November 1899. 17170

£4aöUmlTe.

GründMöveiPachtung in Nicdcr- robcnBad).

Die in der Gemarkung von Niederrodenbach be- legenen Domanialgrundstücke, als:

Upolu und Sawan in deutschen Besitz über, während die Ver­einigten Staaten von Amerika die mehr abgelegenes kleine Insel Tutuila erhalten.

Selbstverständlich mußte England eine Abfindung be­kommen. Die drei Mächte befanden sich in der Lage dreier Erben eines Gutes mit gleichen Anrechten, so daß der bei der Auseinandersetzung ausscheidende Theil beanspruchen kann, anderweitig entschädigt zu werden. Dafür, daß England sein Anrecht an Deutschland abtritt, erhält es zwei Inseln der Salomons-Gruppe und freie Hand auf den Tongo-Jnfeln, die bisher nach einem deutsch-englischen Vertrage neutral waren. Die beiden Inseln Choiscul und Jsabel sind un- kultivirt und von Wilden der niedrigsten Kulturstufe bewohnt und hatten daher für uns nur ganz geringen Werth. Die Hauptinsel der Salomons-Gruppe, Bougainville, die Arbeiter für die Inseln des Bismarck-Archipels liefert, bleibt deutsch. Gleichzeitig und ohne innern Zusammenhang mit der Samoa- ftage haben sich Deutschland und England über eine Theilung der neutralen Zone im Hinterlande von Togo geeinigt, wo­nach von den beiden Hauptorten Salaga an England und Dendi an Deutschland fällt.

Die Verhandlungen waren außerordentlich langwierig und mühevoll. Das englische Kabinet sträubte sich mit Rücksicht auf die (Stimmung in Australien und auf die nach Vol­lendung des Panama-Kanals noch wachsende maritime Be­deutung Samoas lange gegen einen Verzicht auf seine Rechte; anderseits hielt Graf Bülow gemäß seinen früheren Er­klärungen, wonach er unsere Stellung auf Samoa als eine deutsche Ehrensache betrachtete, und trotz abweichender Rath­schläge kolonialpolitischer Kreise von Anbeginn an hartnäckig daran fest, daß wir nicht aus Samoa herausgehen dürfen. Mag sein, daß sich England schließlich mit wegen der süd- afrikanischen Verwicklung zur Nachgiebigkeit entschlossen hat und einer alten deutschen Beschwerde, die viel zur Verärgerung gegen England bei uns beigetragen, nachgekommen ist. Jeden­falls aber beschränkt sich die Bedeutung des Lamoa-Vertrages für die allgemeine politische Stellung Deutschlands eben auf die Beseitigung eines alten Verstimmungsgrundes gegen Eng­land und bleibt unsere Haltung im übrigen, insbesondere auch in der Transvaalfrage, ganz unberührt. Nichts kann besser die Selbständigkeit der Kaiserlichen Politik illustriren, als der Umstand, daß am selben Tage, als der Zarenbesuch am Hofe zu Potsdam in seinem herzlichen Verlaufe die guten deutsch­russischen Beziehungen aufs neue befestigte, das Abkommen mit England abgeschloffen und bekannt gegeben werden konnte.

So reiht sich die Erwerbung Samoas der von Kiautschou und der Karolinen würdig au, und allenthalben wird man es mit unserm Kaiser, der dem Grafen Bülow das Großkreuz

Karte B Nr. 200 04 a 77 qm Wiese auf dem

201 = 1 ha 24 73 Land Heffen-

203 3 99 74 Land roth

H 106 10 74 Land an der

Erlenbuschwiese,

107 5 97 90 Wiese i die Erlen-

107a 5 75 79 Wiese I buschwiese

P 281 53 30 Wiese und Land

in der alten Wiese zusammen 18 ha 66 a 97 qm

sollen in den bisherigen 29 Pachtabtheilungen ander­weit vom 1. Januar 1900 ab auf zwölf Jahre öffent­lich meistbietend verpachtet werden.

Termin hierzu wird auf nächsten Samstag den 11. dieses Monats, vormittags 11 Uhr, in die H a u p t'sche Gastwirthschaft in Niederrodenbach anberaumt.

Auf angemessene Gebote erfolgt der Pachtzuschlag ohne Abhaltung eines weiteren Termins.

Hanau, am 6. November 1899.

Der Königliche Domänenrath.

Bell. 17562

AeMnaÄNMm aus « toik

Gefunden: 1 Peitsche, 1 kleiner Gummischuh, 1 brauner Arbeitsbeutel mit einem schwarzen Damengla<,ehand- schuh (rechter) und einem Stiefelknöpfer, 1 kleine silberne Brosche, 1 Spazierstock, gelbes spanisches Rohr mit silbernem Griff und Monogramm C A (im Gasthaus zur Krone in Großauheim stehen geblieben), 1 blaue Kinderkappe mit Quaste.

Verloren: 1 schwarzer Damenregenschirm, 1 Notiz­buch mit grüner Decke auf dem Wege von Ostheim nach Windecken, Wiederbringer eine Belohnung von fünf Mark.

Zugelaufen: 1 graue gescheckte Dogge, w. Geschl., 1 mittelgroßer gelber Hund, w. Geschl., Empfangnahme bei Wilh. Schwab zu Mittelbuchen.

Hanau, am 10. November 1899.

Samoa deutsch!

Dieser Ruf geht durch die deutschen Lande und weckt allent­halben, wo man sich der langen bittern Kämpfe um die Inselgruppen in der Südsee erinnert, gehobene patriotische Empfindungen. In der That ist der Kaiserlichen Politik eine so günstige Regelung der Samoa-Frage gelungen, wie sie zur Zeit der unglückseligen letzten Wirren auf Samoa kaum für möglich gehalten wurde. Die leidige Dreiherrschaft hört auf, auch keine Dreitheilung, die bei der räumlichen Nähe der Inseln und unter den Nachwirkungen alter Rivalitäten zu neuen Reibungen Anlaß geben konnte, tritt an ihre Stelle, vielmehr scheidet England ganz aus und gehen die beiden Hauptinseln

e^oilktoil

Stadtthcatcr in Hanau.

Kabale und Liebe", Trauerspiel von Schiller.

Das Gedächtniß des Dichters wird diese Woche wieder besonders lebendig, die deutschcuBühneu in ihrer großen Mehrzahl lassen die Gelegenheit nicht vorübergehen, das Andenken an seinen Geburtstag durch Auf- sührung eines seiner Werke zu ehreu. Unsere Bühne ist zwar etwas ver- friihl damit herausgekommen, das hindert aber nicht, die gute Absicht au- Zuerkenucu. Auch dieses Schauspiel ist noch in den Sturm- imb Draug- lahren des aus geistiger Fesselung nach Befreiung ringenden Dichters ge= boten, die großartig angelegte, mächtig ans Herz greifende Handlung laßt uns die Periode einer längst versunkenen Geschichte wieder aufleben, die die traurig zerrütteten Verhältnisse jener Zeit in grellerBeleuchlung wiedergeben. In den knappen Raum einer Familientragödie setzt bet Dichter eine Auswahl von Repräsentanten jener Zeit in Thätigkeit, die in ihrem Treiben und Handeln die ganze Verkommenheit der Sitten und die Entartung menschlicher Leidenschaften erkennen lassen. Dem tragischen Geschick der beiden Liebenden, die durch Haß und Kabale in den Tod ge- hetzl werben, hat Schiller den historischen Untergrund eines unglücklichen, ausschweifenden Zeitalters gegeben, das unter despotischer Willkür ge­standen. Die Wiedergabe des Dramas, das au das Darstellungsvermogen der Mitwirkenden hohe Anforderungen stellt, war im Ganzen genommen unter der Regie des Herrn Metz keine schlechte, wenn auch einzelne Leistungen Anlaß zu Ausstellungen geben. Als Louise debütirte Fräulein Papperitz, die dem Ensemble unserer Bühne auch fortan augehören soll, böte Darstellung war eine recht sympathische, sie spricht gut, hat Warme und Empfindung, nur in den großen Momenten der Leidenschaft hielt das Vollbringen mit dein Wollen nicht gleichen Schritt. Herr Schmith diar ein recht temperamentvoller Ferdinand, in der feineren Ausgestaltung oer Rolle bleibt dem talentvollen Darsteller jedoch noch Manches zu thun. Hdrr Metz war ein guter Präsident, in manchen Momenten vorzüglich, w anderen wieder wäre ein schärferes Gepräge erwünscht gewesen. Die Ä des Fräulein Brandow ist als hervorragende Leistung bekannt, das Ehepaar Miller war gut durch Herrn Gehrmann und Frau Hantke vertreten. Fein charakterisirt war der Hofmarschall von Kalb durch Ferrit Heinich, während Herr Z e itz als Wurm nicht befriedigen

Das fünfte Rad", Lustspiel von Hugo Lubliuer.

(Gastspiel von Carl William Büller.)

Das zweite Gastspiel des Herrn Büller brächte uns gestern ein neueres Stück von Hugo Lubliner, betiteltDas fünfte Rad". Leider wies das Haus große Lücken auf, was in Anbetracht des uns durch den Gast vermittelten künstlerischen Hochgenuß recht bedauert werden muß. Die Handlung des Lustspiels ist die denkbar einfachste: Vater, Mutter, einziges Töchlerchen und dessen Freier, das Weitere ergibt sich von selbst. Somit ist die Handlung nur die Unterlage, das Wesentliche ist die Charakteristik und diese beruht auf der Idee, daß der Vater, eine biedere Natur, sich durch Fleiß, Gewissenhaftigkeit und gesunden Menschenver­stand von kleinen Anfängen zum wohlhabenden Fabrikanten emporge­arbeitet hat. Seine feste, in sich geschlossene Natur ist jedoch nicht mit- gegaugen, denn er blieb der einfache derbe Mann, wie von Anfang an. Seine Frau, auch herzensgut wie er, ist im klebrigen das gerade Gegen­stück. Als Tochter eines Gelehrten, der sich auch als Kuusischriststeller versuchte, sehr gebildet und schöngeistig, lebt sie in dem Geiste fort, in dem sie ausgewachsen ist und die derbe Natur ihres Mannes bringt ihr steten V«rdruß. Dieses scheinbare Mißverhältniß führt zu einigen harm­losen Konflikten, welche von dem Autor zu wirksamen Szenen ausge­staltet wurden. Diese Fabrikantenfrau, Wilhelmine Geering, wähnt sich ihrem Manne weit überlegen, aber thatsächlich ist dieser gar nicht das fünfte Rad", wie auch andere annehmen, denn er ist es, der auch in dieser Liebesafsaire alles leitet und ordnet, aber vernünftig und fein­fühlend sich scheinbar im Hintergrund hält, um seiner Frau ihre geliebte Illusion zu lassen, denn sie soll nicht fühlen, wie unpraktisch sie in ihrer Harmlosigkeit ist. Und dieses Unpraktische zeigt sich da, wo das Lebens­glück ihrer Tochter in Betracht kommt, am drastischsten. Ein junger Maler, Georg Fichtner, wäre ihr alsKünstler" der erwünschte Schwiegersohn, aber soweit sie die Hand im Spiele hat, erreicht sie das Gegentheil von dem, was sie erstrebt und wünscht. Denn der Maler fühlt sich durch die Kunst, die ihm von Mutter und Tochter bei seinem erstmaligen Erscheinen in dem gastlichen Hause aufgetragen wird, nur abgestotzen und die Mutter sieht ihren Plan schon vereitelt, das Töchter- chen ist tief unglücklich. Da erscheint der alte Fabrikant auf der Bild- fläche, der sich im Geheimen schon nach den Verhältnissen des jungen Mannes erkundet hat. Die beiden Männer finden sich gegenseitig als äußerst sympathische Naturen, für die Folge behält auch der Vater den Faden in der Hand und führt die Sache zu glücklichem Ende, um am Schlüsse zu verkünden, daß seine liebe Frau es gewesen ist, die Alles vollbracht hat. Der 3. Akt fällt gegenüber den beiden ersten Akten recht

ab und doch hätte auch dieser entsprechend ausgestaltet werden können. Die Hauptrolle ist natürlich die des alten Geering, die gestern Abend durchs den gefeierten Gast Herrn Büller verkörpert wurde. Es war ein Hochgenuß, den uns derselbe durch feine wirkliches Leben athmenden Gestaltungskraft bot, mit wirklicher Feinheil verstand er es, auf die In- tentionen des Dichters einzugehen und bierdurch dem Stücke zu durch­schlagendem Erfolge zu verhelfen. Frau Ha Nike gab Sie ,,^'ilbelmine Geering" der Dichter hat hiermit keine be|ottberS glückliche Rolle ge- schaffen, sie ist zu eintönig und auch unserer Darstellerin gelang es nicht, etwas Wirkungsvolles daraus zu machen. Flüssig und glatt spielte Frl. Muck das verliebte Töchterchen, in der Nebenrolle derErna Pohlmann" war Frl. Brandow thätig. Den jungen eleganten Dialer spielte Herr Schwarz frisch und sympathisch, während Herr Schmith den blasirten.Eckersberg" wohl etwas markanter Halte heraus- bringen dürfen. In kleineren Rollen waren noch beschäftigt Frl. P a p p e r i tz, die Herren H e i n i ch, Krön und R ö ß l c r.

Slus Kunst und Leben.

v. d. Tann-Denkmal. Der Bildhauer Pfanneik- schmidt hat so schreibt man aus Berlin das für das Städtchen Tann a. d. Rhön bestimmte Denkmal des bayerischen Generals v. d. Tann bis in alle Einzelheiten künstlerisch fertig modellirt und in seinem Atelier aufgestellt. Die Figur des bayerischen Heerführers überrascht durch ihre lebendige Darstellung und glückliche Auffassung; der General in voller Uniform mit Hut hält den Blick forschend in die Weite gerichtet; die reckte Hand, leicht in die toeite gestützt, trägt den Feldstecher. Das Denkmal soll im Herbst nächsten Jahres in Tann enthüllt werden.

Goethe-Denkmal. Nachdem die Sammlungen für das Straß bürg er Goethe-Denkmal bis jetzi etwas über 110,000 Mark ergeben haben, steht die Veröffent­lichung des PreisausschreibenS für die Künstler unmittel­bar bevor.