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8 November _______________________

vielmehr können, sobald dieser Fall eintritt, die Gegenstände dem sie ausstellenden Eigenthümer zurückgegebeu und durch neuere Erfindungen ersetzt werden. Für eine sorgfältige Auswahl der auSzustellenden Gegenstände, wobei insbesondere ihre Zweckmäßigkeit und die Anschaffungskosten zu erwägen sind, würde durch die Verwaltung gesorgt werden. Die Ein­richtung einer Kraftstelle wird es ermöglichen, Modelle und Maschinen in gebrauchsfähigem Umfange auch im Betrieb vorzuführen.

Nach ähnlichen Gesichtspunkten sollen auch die Aus­stellungen für Wohnungs- und NahrungSmittel-Hygiene an­gelegt und fortlaufend nach dem neuesten Stande der Praxis und der Wissenschaft entwickelt werden. Nach Maßgabe der verfügbaren Mittel läßt sich die Pflege weiterer Zweige der Arbeiterwohlfahrt angliedern.

Der Hauptnachdruck ist jedoch zunächst auf die Förderung der Unfallverhütung zu legen, welche eine der wichtigsten Aufgaben der Arbeiterfürsorge bildet. Daß hier durch eine fortlaufende Ausstellung von neuen und nachahmenswerthen -Einrichtungen überaus wirksame Anregungen gegeben werden können, ist eine Ueberzeugung, die seit der im Jahre 1889 in Berlin veranstaltetenDeutschen Allgemeinen Ausstellung für Unfallverhütung" immer allgemeiner geworden ist.

Dadurch, daß den zu Berufsgenossenschaften vereinigten Unternehmern durch die neuere sozialpolitische Gesetzgebung eine -bedeutend erweiterte Entschädigungspflicht für die Folgen der Betriebsunfälle auferlegt ist, hat die Unfallverhütung mächtige neue Antriebe bekommen. Den Berufsgenossenschaften sind gleichzeitig weitgreifende Machtbefugnisse beigelegt, vermöge deren sie die ihnen angehörenden Unternehmer zwingen können, die von der Berufsgenossenschaft für gutbefundenen Unfallverhütungs- cinrichtungen in ihren Betrieben zu treffen. Wenn hiernach die Berufsgenossenschaften und die Unternehmer sowie selbstverständ­lich auch die Arbeiter das Bedürfniß und die Pflicht haben, sich die Unfallverhütung angelegen sein zu lassen, so wird ihnen das vom Reich errichtete Museum ausgibige .Gelegenheit bieten, sich den nothwendigen Ueberblick über die besten der Unfall- verhütung dienenden Einrichtungen zu verschaffen. In gleicher Weff^ werden auch Gewerbeaufsichtsbeamte und Beauftragte "dex. Berufsgenossenschaften für die Erfüllung ihrer Aufgaben aus* dem Museum für Arbeiterwohlfahrt Gewinn ziehen können.

Besonders nützlich wird dieses Museum sodann für die mit der Konstruktion der Maschinen betrauten Ingenieure, -sowie für die auf derHoch schule st udirendenTech- n i k e r sein. Denn während anfänglich die Unfallverhütungs­einrichtungen an die bereits vorhandenen Maschinen nur äußer­lich angefügt wurden und dadurch den Arbeitern bei der Be­nutzung oder Bedienung der Maschine vielfach Unbequemlich­keiten verursachten, wird in neuerer Zeit in einem früher nicht -gekannten Maße schon bei der Konstruktion der Maschinen die Unfallverhütung ins Auge gefaßt. Zu weiteren Fortschritten auf diesem für die Unfallverhütung Erfolg versprechenden Wege

Hanauer Anzeiger

wird das Studium der in dem Museum ausgestellten Einrich­tungen sicher fruchtbare Anregungen geben.

Drahtnachrichten des Hanauer Anzeiger.

Borlin, 8. Novbr. Die Ankunft de8 Zarenpaares er­folgt heute Vormittag 11 Uhr. Heute Abend um 7 Uhr findet ein Bankett statt, zu dem der russische Botschafter Graf von der Osten-Sacken, der militärische Bevollmächtigte Prinz Engalitschew, sowie daS gesammte Personal der Botschaft ge­laden sind. Abends zwischen 9 und 10 Uhr erfolgt die Abreise nach der russischen Grenze mittelst Sonderzuges.

Berlin, 8. Novbr. Zur Parade vor dem Zaren trifft heute Vormittag das Alexander-Regiment in Potsdam ein. Das Regiment wird bataillonsweise in drei Sonderzügen be­fördert und steht um 11 Uhr im Lustgarten. Die direkten Vorgesetzten sind ebenfalls zur Parade befohlen.

Berlin, 8. Novbr. DemLokal-Anzeiger" wird be­stätigt, daß der Kaiser auf seiner Reise nach England von der Kaiserin und einem Theil seiner Kinder begleitet werden wird. Dadurch kommt der lediglich familiäre Charakter des Kaiser-Besuches in England noch stärker zum Ausdruck, als schon die sonstigen bisher getroffenen Dispositionen erkennen ließen.

Berlin, 8. Novbr. Bei den gestrigen Stadtverordneten­wahlen in der zweiten Abtheilung sind in sämmtlichen 21 Bezirken die liberalen Stadtverordneten gewählt worden.

Rom, 8. Novbr. Ein furchtbares Unwetter entlud sich über der Stadt und Umgegend. Ein großer Theil der Stadt steht unter Wasser.

Paris, 8. Novbr. Man erwartet mit großer Spannung das Gutachten der Kammer über den Antrag, betreffend Ver­folgung des Generals Mercier, über welchen sich die Kammer in den ersten Tagen auszusprechen haben wird. Die Beant­wortung des Antrages war vom Ministerium Dupuy bis nach Erledigung des Dreiyfus-Prozesses vertagt worden.

Vom Kriegsschauplatz.

London, 8. Novbr.Daily Mail" beginnt eine große Agitation zur Aufstellung eines neuen Armee-Korps von 15 000 Mann. Sie begründet dies mit der Thatsache, daß die Engländer die wirkliche Stärke und Leistungsfähigkeit der Buren unterschätzt haben.

London, 8. Novbr. Bis heute früh sind keine Mel­dungen von weiteren Gefechten, welche am Freitag und Samstag stattgefunden haben sollen, eingetroffen.

London, 8. Novbr. Mehrere Blätter versichern, daß im Falle des Zustandekommens einer europäischen Coalition gegen England dieses eine Allianz mit den Vereinigten Staaten und Japan schließen werde.

London, 8. Novbr. Die zur Unterstützung der Wittwen und Waisen der im Transvaalkriege Gefallenen eröffnete

Seite 5

Subskription des Lordmajors von London ergab bisher fünf Millionen.

London, 8. Novbr. Vom östlichen Kriegsschauplätze liegt ein Telegramm des Generals Buller an das KriegS- ministerium vor, wonach seit Freitag kein Kampf stattgefunden hat. Damit ist die Meldung derExchange Telegraph- Company" von dem großen englischen Siege bei Ladysmith, wo 2000 Buren gefangen sein sollen, hinfällig. Ferner hat General White an Joubert das Ersuchen gerichtet, die Kran­ken und Nicht-Cvwbattanten nach dem Süden ziehen zu lassen. Diese Bitte wird dahin ausgelegt, daß in Ladysprith die Vorräthe bereits knapp werden. Der Meldung des 'Ge­nerals Buller wird hinzngefügt, daß sie von der Preß- Censur redigirt sei, was völlig genüg besage. Vom westlichen Kriegsschauplatze wird noch gemeldet, die Buren versuchteu einen Sturm auf Mafeking. Nachdem die Stadt von ihnen mit 300 Granaten beworfen worden, die nur wenigen Scha­den anrichteten, begannen sie die Stadt ganz einzuschließen. Oberst Baden-Powell befahl einen Ausfall, an dem Jeder, der Waffen tragen konnte, theilnahm. Dem furchtbaren Maxin- Feuer konnten die Buren nicht widerstehen und sie zogen sich in feste Stellungen, wie man glaubt unter großen Verlusten, zurück. Das Gerücht, daß die Regierung ein zweites Ar­mee-Korps nach Süd-Afrika schicken wird, tritt mit aller Be­stimmtheit auf. Das Arsenal von Wöolwich erhielt den Auftrag, Belagerungsgeschütze nach Südafrika zu schicken.

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* *

Unverantwortlicher Leichtsinn ist eS, wenn man Unregelmäßigkeiten in der Verdauung ver­spürt und nicht sofort Schritte zur Hebung derselben thut. Durch diese Verzögerung kann man sich leicht ein unter Um­ständen lange anhaltendes Uebel zuziehen, das erst nach erheblichen Geldopfern und vielen Quälereien gehoben werden kann, oft auch nicht. Es sei deshalb darauf aufmerksam ge­macht, daß der leicht verdauliche und auch dem schwächsten Magen bekömmliche H a u s e n's Kasseler Hafer- Kakao (nur echt in blauen Cartons mit 27 Würfeln für Mk. 1, = 4050 Tassen) von den hervorragendsten Aerzten bei Magen- und Darmerkrankungen, körperlicher Schwäche, Blutarmuth rc. als gediegenes, kräftigendes Getränk empfohlen und verordnet wird. 17544

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Wahl-Vor schlag.

Im Einverständniß mit einer großen Zahl von Mitbürgern und im Auftrag eines größeren Komitees haben wir den unten folgenden Wahlvorschlag M machen. Nach demselben wird die Wiederwahl der seitherigen schon nach zweijähriger Amts-Periode ausscheidenden Mitglieder der Stadtverordneten-Versammlung empfohlen mit Ausnahme des Herrn Karl Ohl sen., welcher nicht wieder gewählt zu sein wünscht.

Für den ausgeschiedenen Herrn <Job. Dietr. Meyer ist Herr Heb« Wolff. Lehrer an der Knabenmittelschule in Borschlag gebracht.

Wir sind überzeugt, daß wir hiermit den Wünschen derjenigen Wähler, die bei der vorigen Wahl unserer Liste zum Sieg verholfen haben, am besten entsprechen.

Caesar Beehrn. Dr. Heraeus. Fr. Rumpf.

III.

ahlabtheiluug: II. Wahlabthcilmlg

I. Wahlabtheilung:

Heinrich Jost jr.

Karl Lucht.

Lor. Lossberger.

Heb. Seitz I.

Heinrich Wolfs.

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Fulda.

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