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8. November

* Diebstahl. Der bei dem Spenglermeister Fr. be-1 schäftigte Taglöhner 'Röll entwendete seinem Arbeitgeber aus dessen in -der unvotschlossenen Werkstatt Hängenden Rock eine Taschenuhr im Werthe von 20 Mk. und versetzte dieselbe bei der Leihbank zum Betrage von 4 Mk. Dieser Mlös wurde in der Messe verjubelt.

^ Bruchröbel, 8. Novbr. Der hier wohnhafte 41- jährige Weißbinder Hch. Horst hat sich vor ea. 14 Tagen aus seiner Wohnung entfernt, ohne bis jetzt LHin zurückge­kehrt zu-fein.

Aus dem Gerichtssaal. Sitzung des Schwurgerichts vom X Novbr.

'Eine Wal purgisn acht.

Es war die Nacht vom 30. April zum L.Mai im Jahre 1896 in Dietershan, also die von manch abergläubigem Ge­müth gefürchtete Walpurgisnacht, in der die mythischen Hexen ihre Tänze aufführen und sich auf dem berühmten Blocks­berge dann ihr Stelldichein geben. DerBauer Josef Dümerling lag in seinem Bett und schlief den Schlaf des Gerechten. Plötzlich weckte ihn seine Frau, denn drcnchen hatte es einen fürchterlichen Schlag gethan ; kaum war der Bauer zu sich gekommen, Äs draußen ein zweiter Schlag fiel und als er eben ausvief:Holla, was ist das!" ertönte ein dritter Schlag mtb. ein Gerappel, als ob etwas einstürze und das war auch der Fall; an der hinteren WaNd seines Hauses hatte ein böser Geist ein ganzes Gefach des'Mauerwerks mit sammt dem darin befindlichen fünfter eingeschlagen, die Trüm­mer davon Ilagen in der Küche. Der also Heimgesuchte ging noch in derselben Nacht zum Bürgermeister, - um ihn zu ver­anlassen, die Sache zu untersuchen, der kam aber trotz mehr­maliger Aufforderung nicht, der Bösewicht war nicht zu er- mitteln und die Geschichte schlief, wie man zu sagen pflegt, ein, bis sie nach 2 Jahren in einer dem Frieden des Dorfes nicht eben förderlichen Weise wieder aus Tageslicht gezogen wurde. Zu- dieser Zeit spielte nämlich ein persönlicher Streit zwischen dem Bürgermeister Gram einerseits und dem Lehrer Reinhardt, sowie dem Bauer Kaspar Jordan und Anton Lar- big anderseits, auch der Dümerling unb der Bürgermeister waren sich gegenseitig nicht hold gesinnt. Wie gewöhnlich in solchen Fällen, suchte einer dem andern dadurch zu schaden, daß er Anzeigen über eingebildete oder begangene Vergehen zu machen bestrebt war und dieses wenig erbauliche Verhält­niß zwischen Bürgermeister und Bürgern führte dazu, daß der Lehrer für verschiedene Einwohner Eingaben verfaßte, in denen der Bürgermeister der Parteilichkeit und'des Eigennutzes bezichtigt wurde, der Lehrer bekam Schwierigkeiten durch den Bürgermeister u. s. w. Durch diesen persönlichen Krieg kam auch die Geschichte mit der Walpurgisnacht wieder in Fluß. Der Anton Larbig kam nämlich eines Tages zu dem Lehrer, erzählte ihm, daß der Bürgermeister ihn wieder mit der Tri­chinenschau gedrückt . und daß er noch was gegen ihn (den Bürgermeister) wisse, das müsse angezeigt werden und wenn er selber mit Hereinfalle. Dann erzählte er weiter, er sei am Abend des 30. April 1896 bei seinem Vetter Bonifacius Larbig gewesen, mm dort Haare zu schneiden und da habe fich auch noch der Bürgermeister Gram befunden. Der habe ge­äußert, er gäbe was drum, wenn dem Dümerling das Gefach eingeschlagen würde. (Zum besseren Verstärtdniß mag hier mitgetheilt fein, daß das eingeschlagene Gefach des Hauses des Dümerling ; früher eine Thür war. Diese mauerte D. am 1. April 1896 selbst zu und machte ein Fenster hinein. Der Bürgermeister ist nun von Beruf Maurer und ihm sagte man nach, er habe fich darüber geärgert, daß D. diese Arbeit selbst machte und habe schon während D. mauerte, darüber ge­spottet.) Der Bürgermeister habe dann 20 Pfg. auf den Tisch geworfen, dafür sei Schnaps geholt worden und zu später Stunde waren sie alle Drei, der Bürgermeister, Anton

tungen dieses Abends -liegen. Zur Aufführung gelangte der bekannte Dieraftige SchwankDer Raub der Sabinerinnen" von Paul und Franz v. Schönthan. Der luftigen amüsanten Handlung des Stückes haben wir bei früheren Gelegenheiten schon ausführlich gedacht und können uns heute das nähere Eingehen darauf ersparen. Der kecke Humor des Ber­fassers hat in der Figur des alten SchmierendirektorsEmanuel Striese" eine Rolle geschaffen, die von den gastirenden Künstlern des huWoristischen Genres mit besonderer Vorliebe bei Gastspielen gewählt wird. So hat Konrad Dreher diese Rolle bei der letzten Aufführung des .Stückes an unserer Bühne verkörpert, aber wir müssen ehrlich gestehen, eine solche überwältigende Wirkung mit so einfachen Mitteln, wie gestern Herr Böller, erzielte hier noch kein Siriese-Darstcller. Bei ihm ist kein Mienenfpiel, keine Bewegung übertrieben, man glaubt den wirklichen Schmierendirektor vor sich zu haben, der in ehrlicher Begeisterung für seine Kunst die kleinen Orte beglückt und eben alles möglich zu machen sucht. Daß Herr Büller den Humor des Verfassers durch köstliche neue Nüancen und heiteren Einfällen werkthätig unterstützte, sei nur beiläufig erwähnt. Ein so herzliches fröhliches Lachen und so stürmische Beifalls- äußerungen, wie sie die Leistung des Gastes gestern Abend begleitete, hat wan lange nicht gehört und wir rathen alle Denen, die Gefallen an ge­sundem Humor und natürlicher Komik haben, die Gelegenheit des zweiten und leider letzten Gastspiels des Künstlers nicht vorübergehen zu lassen. Die weiteren Rollen des Stückes hatten in unseren Darstellern durchweg gute Vertreter gefunden. Herr Zeitz zeichnete den trockenen Schulmann, der in seinen alten Tagen noch die Thorheit seiner litterarischen Jugend­sünden abbüßt, mit kräftigen Strichen und Frau Hantke repräsentiere dessen Ehehälfte mit gutem Humor. Das Ehepaar.Neumeister" fand in Herrn Schwarz und Frl. Brandow vortreffliche Wiedergabe, auch gebührt Herrn Schwarz für das flotte Tempo des Schwankes als Regisseur besondere Anerkennung. Eine köstliche Figur stellte Fräulein Schumann als das DienstmädchenRosa" auf die Bühne und Herr Keister bemühte sich nicht ohne Erfolg, den polternden Weinhändler -Karl Groß" darzustellen. Das Liebespaar des Stückes, denen der vierle Akt die ersehnte Vereinigung bringt, ward durch Frl. Muck und Herr Krön recht nett miebergegeben und Herr Rößler brächte die kleine Rolle des SchuldienersMeißner" nicht ohne Humor zur Geltung.

Wetterbericht.

Voraussichtliche Witterung: Vorerst noch Fortdauer beS unter Tags meist heiteren und milden Wetters.

Harrauer Anzeiger

und Bonifacius Larbig nach dem Hause des Dümerling ge­gangen und hätten dort das Gefach.eingeschlageru Sie hätten den dicken Hammer des Bürgermeisters (eine sogen. Schlage) bei sich gehabt und Jeder habe einen Schlag gethan, beim dritten sei das 'Gefach hineingeflogen. Anton Larbig ersuchte nun den Lehrer wiederholt, die Geschichte zur Anzeige zu bringen, was dieser jedoch, weil er der Sache nicht so recht traute, verweigerte. Die Geschichte wurde natürlich im Dorse herumerzählt, Dümerling bekam davon ^u hören und der Gendarm, der ebenfalls recherchirte, forderte ihn aus, Strafantrag wegen Sachbeschädigung gegen den BQrgermeister zu stellen. Dümerling wollte aber darauf nicht Angehen und ließ die gesetzliche-Frist hierzu (3 Monate) vorüberstreichen. Nun wurde aber Dümerling in eine Untersuchung wegen Forstdiebstahl verwickelt und da bei der Haussuchung der Bürgermeister mit thätig war, beschloß er, sich -doch noch nach­träglich wegen des Gefacheinschlagens zu rächen. Die Zeit, einen Strafantrag zu stellen, war zwar worüber, aber er reichte beim Amtsgericht in Fulda eine Klage auf Schaden­ersatz -ein und dort war Termin zur Mrhcmdlungam3.Febr.1899. Der Bürgermeister beftritt den Klageauspruch und stellte ent­schieden in Abrede, einen derarti-FMUnfug -getrieben zu haben. U. A. wurde -auch der Anton Larbig als Zeuge vernommen und Lies er bestritt nun auf einmal, daß sie in jener Nacht Liesen 'Unfug gemacht hätten. Bei dieser Behauptung blieb '.er stehen, auch als er zum Schluß den Zeugeneid leisten mußte. Das -war nun, nachdem er früher selbst Einzelheiten im Dorfe von der Geschichte erzählt, die 'sich mit den That­sachen auch deckten, höchst verdächtig und er wurde wegen Verdachts des Meineids in Untersuchung gezogen. Heute ficht Anton Hm r b i g vor den Geschworenen unter der An­klage, am 3. Februar 1899 -vor dem Amtsgericht zu Fulda in dem bürgerlichen -Rechtsstreit zwischen dem Bauer Josef :Dümerling und dem Maurer und Bürger­meister Grc lm -ein wissentlich falsches Zeugniß mit einem Eide bekräftigt z u ihaben. Der Angeklagte bleibt bei seiner Be­hauptung bestehen, er wisse von dem Schabernack in der Walpurgisnacht nichts. Er sei zur Zeit, als die Differenzen mit dem Leihrer waren, öfters betrunken gewesen, er möge in solchem Zustand wohl dummes Zeug geredet haben und zwar wahrscheinlich auf Amstfften des Kaspar Jordan. (Kaspar Jo rdan lag damals auch im Streit mit dem Bürger- meifter und iwar, weil er nach demselben ausgespieen, vom Schöffengericht wegen Beleidigung bestraft worden. Jordan

war denn auch die Triebfeder, -daß die Geschichte nicht zur Ruhe kam.) Der Angeklagte betheuert, daß er damals die Wahrheit beschworen und daß er denselben Eid heute wieder leisten würde. Die ersten Zeugen sind bie Eheleute Dümer- ling. D. erzählt sein Abenteuer -in der: Walpurgisnacht und daß er nach 2 Jahren durch den Jordan Kenntniß davon erhielt, dich der-Bürger-meister-, mit dem-er nicht gut gestanden, ihm diesen Streich gespielt hccke. Er bekundet ferner, warum er keinen Strafantrag gestellt und schließlich zu der Klage- erhebung gekommen sei. Dann wird die Zeugin Clara Röll vernommen. Sie war damals iDienstmagd bei dem Bonifacius Larbig und bekundet, -unter ausdrücklicher Ver- warnrmgmür demMeineid, daß sie in der fraglichen Walpurgis­nacht abends lange in der Küche beschäftigtwar und daß, Äs sie gegen 11 Uhr in die Stube kam, Bonifacius Larbig auf der Bank lag undschlief-und von da zu Bette-gegangen sei. Der Bürgermeister sei schon bald nach 7 Uhr sortgegangen. Sie hat übrigens für den Unfug in jener Nacht eine höchst einfache Aufklärung. Das waren ibie Hexen, die haben ja -auch bei ihnen auf dem Hofe getanzt und allen möglichen Schabernack getrieben, denn am anderen Morgen war der Wagen auf; den Mist gefahren, der Schlkifstei« war vor die Thür gewälzt und was der-

gleiten Hexensireichc mehr sind. Bonifacius Larbig selbst bekundet ebenfalls unter eindringlicher Verwarnung und nach­

träglicher Verewigung, daß er an dem Tage auf dem Felde war,, abends ermüdet-nach Hause kam und sich gleich auf

die Bank legte; der Bürgermeister sei schon fortgewesen, Äs er hchmkam und er hätte sich also auch nutzt an dem Gefach- einschlagen betheWgt. -Ein jetzt 16jähriger Bursche, der Dienst­knecht Bub bekundet dagegen, daß er damals bei dem Bonifacius

Larbig gewesen und daß von dem Bürgermeister -20 Pfg. au den Tisch gelegt wurden, für die er Schnaps geholt habe.

Er sei gegen 9 Uhr zu Bett gegangen, da wäre der Bürger­meister noch bagentefen, >am anderen Morgen habe er von dem Gefach einschlagen - gehört. Der Bürgermeister und Maurer Karl Gram wird Jobamt vernommen. Er wird nach­träglich vereidigt und vom Vorsitzenden eindringlich ermähnt, lieber einen leichtsinnigen Streich zuzugeben und als redlicher Mann fortzugehen, als wie sein Gewissen mit einem Meineid zu belasten. Er bekundet, daß er am 30. April bei Boni­facius Larbig das Zimmer -geweißt, um 7 Uhr Feierabend gemacht, zu Nacht gegessen habe und gleich fortgegangen, auch nicht mehr zurückgekommen sei. Er habe mit keinem von den Benannten den Unfug getrieben und auch keinen Schnaps be­zahlt, denn die seien bei seinem Fortgehen noch gar nicht da­gewesen. Verdächtige Aeußerungen, die von anderen Zeugen bekundet werden, stellt er ebenfalls in Abrede, oder will sich wenigstens nicht darauf besinnen. Der Lehrer Reinhard be­kundet die Einzelheiten, die ihm Anton Larbig s. Zt. über die Vorgänge in der Walpurgisnacht erzählt und wird ferner über die vorgekommenen Streitigkeiten vernommen. Die Verhandlung wird morgen fortgesetzt.

Uerrinsnachrichten

für Mittwoch den 8. November.

Stadttbeater in Hanau: Kabale und L'ebe", Trauerspiel in 5 Kxf» . en von Schiller; Anfang 7 Uhr £

Im Sa- le des evang. Vereinih-nseS: AbevdS 8 Uhr: 1. Abonnc- mentsvottro«: , Rir»Iid;e# Leben in England" (Herr Pfarrer Julius Werner au» Frankfurt a. M.).

Seite 3

Abei-ds 8Vi Udr im Lokale granbuit'rftn fee 6, Hof li, k»: O'ffo t- lieber Vertrag: «Ueber den jüngsten Tag «nb das jüngste^. Gericht.

Ehristlicher Aibeiterverein: Gesangstunde im Vereinslokal .zum Ele« pbanren". J

HandwerkenBezirkkverein: Zusamwenkunit in derAklemania'.

ArendS'scher Stenopraphenverem (gegründet 1897): Vereinkabend

zu« SrauftübT (Särtnergeffe'.

©efeHfcbaft ,Treu beim Alten": Zusammenkunft in derBrauerei

£>t fehler.

Hanouer Schützer-Verein: VereinSabend imgoldnen Herz".

Kockolischer Mänrerverein: VereinSobend im GasthouS zur Son»e". ArendS'scher Stznoprophenverein Apollobmd' (G»sthauk .z. Giafeu Philipp Ludwig ): VereinS-bend.

Freiwillige Feuerwehr: 1. Komp imgoldnen Herz"; Steiger-Korps in derBrauerei Beck.

Männerabtbeiluna der Turngemeinde: Turuen.

Turn- u. Fechcklub: Monatrverja»«lung imLöwengärlchen". ,,,

Barometerstand

mittags 12 Uhr am 7./11.

8./11.

Sehr trocken

Beständig

Schön

Bovönderkich

Regen (Wind)

Bis Segen

Sturm

770

760

750

740

730

726

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770

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Mu-s tot Provinz und Nachbargebitten.

CaHel, 6. Novbr. Einen seltenen Ehrentag beging heute im Kreise seiner Familie, seiner zahlreichen Verwandten, Freunde mnd -Gönner -Herr Rechnungsrath Maaß, der erste..- Eerichtsttffsenbeamtr im Oberlandesgerichtsbezirk Cassel und ReNdant 6er Justizhauptkasse hierselbst, die Feier seines fünf­zigjährigen AmtsjUbiläums. Der Herr Jubilar, welcher im -69. Lebensjahre ficht, erfreut sich einer beneidenswerthen kör­perlichen Rüstigkeit und geistigen Frische. An Ehrungen, Ovationen und Gratulationen der verschiedensten Art hat es. dem verdienten Beamten selbstredend nicht gefehlt, ein Beweis. - welcher Hvchachtung und Beliebtheit sich derselbe in den weis.' besten Kreisen erfreut.

^tanfftttt a. M., 7. Novbr. Aus Anlaß der morgen fiattfindenden Einweihung des staatlichen Seruminstitutes^. find der Eultusminister Dr. Studt, Ministerialdirektor Althoff mnb die «Geheimen Oberregiecungsräthe Grube und Schmidt nus Berlin, sowie der Oberpräsident Graf Zedlitz aus Kassel hier eingetroffen. Die Stadt gibt zu Ehren derselben heute- «ein Souper.

Wörsdorf, 6. Novbr. Große Erregung herrschte -am letzten Freitag unter den Bewohnern unseres Dorfes, indem her Kreisvollzichungsbeamte aus Langenschwalbach bei 32 meist wohlhabenden Leuten das Pfandsiegel an die ver­schiedensten ^genstände anlegte. Die Sache hat folgenden Hintergrund : Infolge oft auftretenber Typhusepidemien in unserem Orte wurden die Brunnen desselben auf polizeiliche Anordnung von dem Amtsapotheker Herrn Lindenborn sen.nc in Jdstein untersucht, wobei sich das Waffer von 32 Brunnen- ' als verseucht und als ungmießbar herausstellte. Der Land­rath in Langenschwalbach befahl deshalb, daß diese Brunnen ,3r zugeworfen werden sollten. Diesem Befehle wurde aber keine:

Folge gegeben. Darauf ordnete der Landrath an, daß die Brunnen im Zwangswege zuzuwerfen seien. Die Kostenm hierfür sollten im Voraus an die Gemeindekasse gezahlt-^, werden. Als auch das nicht geschah, sollte nun im Zwangs- w verfahren das Geld beigetrieben werden. Die Sache ist vorläufig bis zur weiteren Entscheidung sistirt, da fich biejp Betreffenden an den Herrn Regierungspräsidenten in Wies- baden gewandt haben. Es wäre rathsam gewesen, die Leute HU belehren, daß, wenn sie diese Schritte unterließen, esn' -ihnen nur unnöthige Kosten verursache und in der Sache selbst nichts ändere. Die Gemeinde hatte sich auch geweigert, die Koste-Hu in Höhe von 350 M. für die chemische Untersuchung der Brun-,-, neu zu zahlen, da nicht sie, sondern der Landrath die Unter- -,- suchung angeordnet habe. Ihre Klage beim Bezirksausschuß, in Wiesbaden wurde aber abgewiesen und erkannt, daß dNm, Landrath zu der betreffenden Untersuchung im sanitätspolizci- lichen Interesse berechtigt gewesen und die Gemeinde Wörsdorf 3r die Kosten zu tragen habe.

Bd. Darmstadt, 8. Novbr. Die Abreise des Zarenpaares - erfolgte gestern Abend kurz nach 8 Uhr von Station Egels- bach aus. Am Bahnhöfe hatten sich das GroßherzogspaM^, sowie Prinz Franz Josef von Battenberg mit Gemahlin zur^ Verabschiedung vom Zarenpaar eingefunden.

Mainz, 7. Novbr. Das Leiche nbegängniß des^ verstorbenen Bischofs H a f f n e r fand heute Vormittag unter großer Theilnahme der Bevölkerung statt. Im Trauergefolge iefanden sich zehn Bischöfe im Ornat, Staatsminister Rothe als Vertreter des Großherzogs, die Generalität, das Offizier­korps, zahlreiche Staats- und städtische Beamte.

<v Kaichen, 5. Novbr. Die Mitglieder einer hiennfi durchzogenen Zigeunergesellschaft, die fast jedem Einwohner die übliche Visiteschnitten", sprachen auch bei dem Kauf- <- mann L. vor und betraten dessen Laden, um gleichzeitig noth--- wendige Einkäufe zu machen. Die braunen Gesellen benutzten- - das Alleinsein der etwas ängstlichen Ehestau und wandten )- das bekannte Manöver, durch Fallenlassen eines kleinen Getz>-