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Amtliches Organ für SfaÖi- unö Lanö Kreis Hanau

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage

Nr. 253.

Samstag den 28. Oktober

Einrückungs- gebühr

für Stadt- und Land­kreis Hanau 10 ^ die 4gespaltene Garmond- zeile oder bereit Raum, für Auswärts 15 ^

Im Reklamenrheil die Zeile 20 ^, für Auswärts 30 ^.

1899

Amtliches. Stc»ö1Kveis ^artatt.

Ausschreiben.

Heute Morgen gegen 6'/» Uhr ist aus dem Gefängniß­hofe des Königlichen Landgerichtsgefängnisses dahier der Strafgefangene Schuhmacher Max Martin von Erfurt entwichen.

Derselbe ist am 1. 8. 80 zu Erfurt geboren, 1,72 m groß, vsn schlanker Statur, hat hohe schmale Stirn, dunkel­blonde Haare, blonde Augenbrauen, blaue Augen, stumpfe Nase, kleinen Mund, gute Zähne, ovales mit Pickeln behaf­tetes Gesicht und trägt hellgrauen Sackrock, ebensolche Hose und Weste, weißes Vorhemdchen, weißleinenes Hemd, grau­wollene Strümpfe und Halbschuhe.

Um Fahndung nach dem p. Martin, Festnahme im Be- treiungsfalle und telegraphische Nachricht wird ersucht.

Hanau den 27. Oktober 1899. J.-No. P 10,037/99 Königliche Polizei-Direktion.

^anöArei^ ^anau.

Bekanntmachungen des Königlichen Landrathsamtes.

Diejenigen Herren Bürgermeister und Gutsvorsteher, welche mit Berichterstattung auf meine Verfügung vom 7. September cr. V. 9170 betreffend:Einfriedigung der Ver- scharrungsplätze für Milz- und Rauschbrand-Cadaver" noch im Rüüslaude sind, werden mit Frist von 5 Tagen an die Erledigung der genannten Verfügung erinnert.

Hanau den 27. Oktober 1899.

Der Königliche Landrath.

V 10845 v. Schenck.

_

In dem Gehöft des Landwirths Heinrich Friedrich Schwind zu Bergen ist die Maul- und Klauenseuche amt­lich festgestellt und Gehöftssperre angeordnet worden. Hanau den 28. Oktober 1899.

Der Königliche Landrath, v. S ch e n ck.

^taötstreif 4anau.

Bekanntmachungen des Oberbürgermeisters«^.

Bekanntmachung.

Gemäß § 25 der Städte-Ordnung für die Provinz Hessen- Nassau vom 4. August 1897 laden wir hierdurch die in der Liste der Stimmberechtigten verzeichneten Wähler zur Theil­nahme an den Wahlen der Stadtverordneten ein.

Es haben Ergänzungswahlen stattzufinden für die aus- gelosten nachbezeichneten Herren:

In der III. Wahlabtheilnng:

Kaufmann Heinrich I o st jr., Dachdeckermeister Karl Lucht, Spenglermeister Karl O h l sen.

Oekonom Heinrich Seitz I.

In der II. Wahlabtheilnng:

Fabrikant Friedrich Jung,

Rentner Fritz Koch,

E r n st T r e u s ch,

Zimmermeister Joh. W. Wörner.

In der I. Wahlabtheilung:

Kaufmann Fritz Canthal,

Fabrikant Karl König,

Kaufmann Heinrich O t t,

Rentner Fritz V o l tz.

Außerdem ist im Laufe der Wahlzeit der Stadtverordnete Gastwirth Johann Dietrich Meyer ausgeschieden, für welchen ein Ersatzmann zu wählen ist.

Die Wahlen finden wie folgt statt:

Die Wähler der III. Wahlabtheilnng wählen am Montag den 13. November, Dienstag den 14. November und Mittwoch den 15. November d. Js., täglich von vormittags 10 Uhr bis mit­tags 1 Uhr und von nachmittags 4 bis 8 Uhr;

die Wähler der n. Wahlabcheilung wählen am Donnerstag den 16. November d. Js., von Vormittags 10 Uhr bis mittags 1 Uhr;

die Wähler der I. Wahlabtheilung wählen am Donnerstag den 16. November d. Js., nach­mittags von 4 bis 6 Uhr.

Die Wahlen finden im oberen Saale des Neustädter Rathhauses statt.

Die heutige Nu

Zur I. Wahlabtheilung gehören die in der Liste der Stimm­berechtigten verzeichneten Wähler, welche an direkten Steuern (Staats- und Gemeindesteuern zusammen gerechnet) in der Stadt Hanau mehr als 1418 M.,

zur I >. Wahlabtheilung diejenigen, welche mehr als 377 M. bis einschließlich 1418 M. und

zur liI. Wahlabtheilung diejenigen, welche 377 M. oder weniger entrichten.

Die J. und II. Wahlabtheilung hat je 4 Stadtverordnete zu wählen; die Vorschrift im §18 der Städte-Ordnung kommt für diese beiden Wahlabtheilungen nicht in Anwendung, da in jeder derselben noch mehr als die Hälfte der nicht ausschei- denden Stadtverordneten Hausbesitzer ist;

die 111. Wahlabtheilung hat zur Ergänzung für die durch Ausloosung abgeschiedenen Stadtverordneten 4 Stadtverord­nete und zum Ersatz für den im Laufe der Wahlzeit ausge­schiedenen Stadtverordneten Meyer einen Stadtverordneten zu wählen, welch letzterer als solcher bei der Wahl besonders zu bezeichnen ist. In der III. Wahlabtheilung muß von den Gewählten mindestens ein Stadtverordneter Hausbesitzer sein

Wahlberechtigt und wählbar sind nur diejenigen Personen, welche in der Liste der Stimmberechtigten verzeichnet sind.

Hanau den 27. Oktober 1899.

Der Magistrat.

Dr. Gebeschus.

Bekanntmachung.

Am 31. Oktober ds. Js. wird, wie in den Vor­jahren, zwecks Veranlagung der Einkommensteuer für das Steuerjahr 1900 eine allgemeine Aufnahme des Personen­standes in hiesiger Stadt vorgenommen werden. Zu diesem Behufe werden jedem Hauseigenthümer oder dessen Stell­vertreter schon mehrere Tage vorher die erforderlichen Haus­listen eingehändigt werden, um deren genaue und getvifien- hafte Ausfüllung hinsichtlich sämmtlicher in dem betreffenden Hause nebst Zubehör wohnenden Personen nach dem Stande vom 31. Oktober ds. Js. ersucht wird. Insbesondere bitte ich besondere Sorgfalt auf die Angabe von Stand und Gewerbe zu verwenden und überall die Art der Be- schästignng namentlich auch, ob selbstständig, Gehülfe, Lehrling pp. ersichtlich zu machen.

Indem ich schließlich auf die auf den Hauslisten abge- druckten gesetzlichen Bestimmungen verweise, spreche ich die Bitte aus, das beseitigte Publikum möge sowohl im eigenen Interesse, als auch zur Förderung der Veranlagungsarbeiten dahin wirken, daß der am 1. November erfolgenden Abholung der Hauslisten kein Hinderniß entgegensteht.

Hanau den 21. Oktober 1899.

Der Oberbürgermeister.

Dr. Gebeschus. 16830

Bekanntmachung.

Die Satzungen für die städtische Sparkasse in Hanau liegen vom 30. Oktober d. I. ab 2 Wochen lang im Zimmer Nr. 21 des Rathhauses zu Jedermanns Einsicht offen und steht es jedem Bürger frei, innerhalb dieser Frist bei uns Einwendungen zu erheben.

Hanau den 23.: Oktober 1899.

Der Magistrat.

Dr. Gebeschus. 17030

TimstliachuMrn aus dem Kreise.

Gefunden: 1 Peitsche, 1 schwarzes Portemonnaie mit einigen Pfennigen, 1 weißer Rosenkranz, 1 schwarzer Kinder­handschuh (linker). Von der Post hier abgeliefert eine Zehn- Pfennig-Marke.

Verloren: 1 kleine schwarze Damenuhr nebst Kette, 1 weißes Taschentuch gcz. E E.

E n tl a ufen: 1 gelbrothcr Hahn.

Zugelaufen: 1 braunweißer Spitzhund.

Vom W äsen m eister am 27. d. Mts. eingefangen: 1 gelber schottischer Schäferhund mit weißen und schwarzen Abzeichen w. Geschl., 1 schwarzer Spitz mit vier weißen Pfoten m. Geschl.

Hanau am 28. Oktober 1899.

Politische und unpolitische Nachrichten.

(Depeschen- Bur tau .Herald).

Berlin, 27. Oktbr. Wie derReichsanzeiger" meldet, ist der Herzogin Johann Albrecht zu Mecklenburg und der Prinzessin Ludwig von Battenberg die Rothe Kreuz-Medaille nmer umfaßt außer dem Unterhaltungsd

I. Klasse sowie der Prinzessin Mathilde von Württemberg die Rothe Kreuz-Medaille 11. Klasse verliehen worden.

Berlin, 27. Oktbr. DerReichsanzeiger" macht be­kannt, daß die neue Stadtanlage im Kiautschou-Gebiet fortan den Namen Tsingtau führt.

Berlin, 27. Oktbr. Wie demBerliner Tageblatt" aus Washington telegraphirt wird, heißt es daselbst, ein be­friedigender Plan zur Lösung der Samoa-Frage sei nicht ge­funden worden. Die Schwierigkeit liege darin, eine Ver­ständigung zwischen England und Deutschland zu erzielen. Nach den vorliegenden Anzeichen ist eine solche nicht zu er­reichen. Deshalb müssen sich die drei Regierungen damit begnügen, gemäß dem Berliner Vertrage, der nachZien Vor­schlägen der Kommission etwas abzuändern wäre, Samoa zu verwalten. Ferner verlautet, es sei jetzt entschieden, daß der Oberrichter Chambers nicht nach Apia zurückkehrt, sondern einen anderen Posten erhält, womit bekundet wäre, daß Mac Kinley mit dem Verhalten Chambers zufrieden sei.

Berlin, 27. Oktbr. Wie aus London gemeldet wird, verläßt die Königin Victoria von England am 10. November, nachmittags Schloß Balmoral und trifft auf Schloß Windsor am folgenden Tage ein, um dort etwa 5 Wochen lang zu wohnen. Anfang der dritten Novemberwoche kommen Prinz und Prinzessin von Wales nach Windsor, um dort mit dem deutschen Kaiser zusammenzutreffen.

Berlin, 27. Oktbr. Die Kaiserin fuhr heute Vormittag, begleitet von den jüngsten Prinzen und der kleinen Prin­zessin, durch die Sieges-Allee, um die Verstümmelung der Kunstwerke in Augenschein zu nehmen.

Berlin, 27. Oktbr. Der neue Oberpräsident v. Beth- mann-Hollweg erschien heute in der Magistratssitzung, in welcher das Kollegium vollzählig versammelt war. Nachdem Bürgermeister Kirschner den Oberpräsidenten willkommen ge­heißen, ergriff letzterer das Wort, um zunächst für die Be­grüßung zu danken und darnach die Erklärung abzugeben, daß ihm daran liege, im freundschaftlichen Einvernehmen zum Wohle der Stadt und des Landes, dessen Hauptstadt Berlin sei, zusammen zu arbeiten. Er wünsche daher die Herstellung persönlicher Beziehungen, die das wechselseitige Verständniß wesentlich erleichtern. Der Ansprache folgte die Vorstellung der einzelnen Mitglieder des Kollegiums.

Berlin, 27. Oktbr. DieNational-Zeitung" glaubt, daß die Absicht besteht, dem Reichstage eine Denkschrift über die nach der Meinung der Marine-Verwaltung erforderliche Erweiterung des Flottenplanes von 1893 vorzulegen. Allem Anscheine nach werde die öffentliche Erörterung der Angelegen­heit bis zum Beginn der Reichstags-Verhandlungen bereits einen derartigen Umfang angenommen haben, daß sie den Anlaß zu einer Marinedebatte bei der ersten Lesung des Etats geben dürfte.

Berlin, 27. Oktbr. Die zweite Konferenz im Reichs- postamt ist heute Vormittag unter dem Vorsitz des Staats­sekretärs von Podbielski eröffnet worden. Erschienen waren mehrere Direktoren des Reichs-Postamts, Korporationen von 24 Handelskammern, die Aeltesten der Kaufmannschaft von Berlin, die Vorstände des deutschen Handelsstandes und des Vereins Berliner Kaufleute und Industriellen. Den Haupt- gegenstand der Berathung wird die Einführung des Postcheck- Verkehrs bilden.

Berlin, 27. Oktbr. Der nationalliberale Reichstags- Abgeordnete ©anbei ist gestern Nachmittag in Steinweiler- in der bayerischen Pfalz gestorben.

Berlin, 27. Oktbr. Der Sohn des Finanzministers Assessor Dr. v. Wichte! hat das Examen als Legations-Sekretär bestanden und ist der Pariser Botschaft zugetheilt worden.

Berlin, 27. Oktbr. Das russische Kaiserpaar wird Ende der nächsten Woche Darmstadt verlassen und nach Ruß­land zurückkehren. Die Rückfahrt wird über Potsdam er­folgen, wo bekanntlich das Zarenpaar unserem Kaiserpaar einen auf mehrere Stunden berechneten Besuch abzustatten ge­denkt. Wenn von mehreren Blättern der 4. November als Tag dieses Besuches angegeben wird, so ist zu bemerken, daß bei den Reisen des Zaren gewöhnlich noch in letzter Stunde Abänderungen einzutreten pflegen.

Wien, 27. Oktbr. DasFremdenblatt" spricht sich recht abfällig aus über die Haltung der tschechischen Abgeordneten im Parlament und bemerkt zu der gestrigen Rede des Dr. Zazek, derselbe habe vor Alle« verschwiegen, daß die Behörde nicht gegen die nationalen Demonstranten, sondern lediglich gegen die Plünderer eingeschritten sei. Das Verantwortlich- keitsgefühl eines Abgeordneten müsse sehr gering sein, wenn er so wenig Bestreben zeigt, auf die Unterlassung von Aus­schreitungen in seinem engeren Heimathslande hinzuwirken.

16 Seiten.