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Amtliches Organ für Sfaöf- unö Lanöüreis Rsnau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit helletristiscler Beilage

Nr. 252.

Freitag den 27. Oktober

1899

Hierzu

Amtliche Beilage" Nr. 69.

Amtliches. ^anö&rets ^anatt.

Belannimachnvgen des Königlichen Landrathsamtes.

Unter dem Rindviehbestand des Jacob Wilhelm Adam in Eichen ist die Maul- und Klauenseuche festgestellk und infolgedessen die Gehöftssperre angeordnet morden.

Hanau den 27. Oktober 1899.

Der Königliche Landrath.

v. S ch e n ck.

In Ginnh eim (Kreis Frankfurt) ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen.

In B i r st e i n (Kreis Gelnhausen) ist diese Seuche er­loschen.

Hanau den 26. Oktober 1899.

Der Königliche Landrath.

V 11014 5 v. Scheu ck.

Lienstnalblilbtea aus arm Srtift.

Gefunden: 1 schwarzer Schulterkragen, 1 schwarzer Damenhandschuh (rechter), 1 kleiner Hundemaulkorb.

Verl oren auf dem Wege WolfgangHanau: 1 Herren- remontoiruhr mit Goldrand und Kette. Am 24. d. Mts. in Großauheim 1 fast neuer Militärhandschuh (linker).

Hanau am 27. Oktober 1899.

Politische und unpolitische Nachrichten.

(Depeschen-Burrau.Herold").

Berlin, 26. Oktbr. Staatssekretär Tirpitz wird bereits morgen Früh wieder hierher zurückkehren. Wie derLokal- Anzeiger" zu berichten weiß, dürfte es sich bei den gemein- samen Vorträgen der Staatssekretäre von Bülow und Tirpitz beim Kaiser wenigstens in der Hauptsache um eine Be­sprechung der Flottenfrage gehandelt haben. In sonst wohl unterrichteten politischen Kreisen ist demselben Blatte zufolge die Meinung verbreitet, daß der Reichstag noch in diesem Winter in irgend einer Form mit der Flottenfrage befaßt werden soll, wenn auch vorläufig vielleicht nur in Form einer Denkschrift über den voraussichtlichen Mehrbedarf von Schlacht­schiffen nach Erreichung des im Flottengesetz vorgesehenen Soll-Bestandes. Es wird angenommen, daß eine Ver­ständigung zwischen dem Kaiser und den beiden Staats-

Fvuillvlvn.

Gastspiel der Tegeinsler in Hanau.

(Der Prozeßhansl.")

Der gebotene Genuß am Stadttheater ist für diese Woche etwas reichlich bemessen. Gestern Donnerstag hat nun das Tegernseer Bauernensemble" seinen Einzug gehalten und wird sein Gastspiel morgen Samstag beenden. Wer gestern keine Gelegenheit hatte, sich diese naturalistischen Bauern­darsteller in ihrer Ursprünglichkeit, ihren National-Gesängen und Tänzen und ihren Zithervorträgen mit Guitarre-Begleitung anzusehen und anzuhören, der möge die Gelegenheit morgen nicht vorüber gehen lassen. Das Ensemble steht unter der Leitung des früheren Regisseurs am Gärtnerplatz-Theater in München, Herrn Richard Manz, dessen früherer Wirksamkeit an unserer Bühne sich noch mancher Theaterbesucher gern er­innern wird. Daß auch Herr Manz noch gern an seine künstlerische Thätigkeit hier in Hanau zurückdenkt, bewies sein Gastspiel vor einigen Jahren, bei welcher Gelegenheit er auch die Hanauer mit seiner eigenen dramatischen SchöpfungDer Musterhof" bekannt machte. Die Tegernseer brachten uns gestern in dem zur Aufführung gekommenen oberbayerischen VolksstückDer Prozeßhansl" von Ludwig Ganghofer und Hans Neuert eine Novität und es liegt ein eigener Zauber darin, die wechselvollen Vorgänge einer solchen Bauernkomödie mit den darin vorkommenden Schuhplattler und landesüblichen Liedern und Gebräuchen von den dazu berufensten Darstellern ausgeführt zu sehen. DerProzeßhansl" ist ein Stück, das allerorten seine Wirkung gethan und auch hier ehrlichen Bei­fall erregt hat, obwohl es sich im Großen und Ganzen aus den Ingredienzien zusammensetzt, die man längst kennt: Trotzige, hartgesottene Bauern, wackere Burschen mit ehrlichem

sekretären bereits erfolgt ist und daß auch der Reichskanzler derselben beitreten wird.

Berlin, 26. Oktbr. Ein Telegramm aus dem Missions­hause der zu Pallottiner in Limburg meldet, daß die Missions­Station der Pallottiner Kribi und Buambe in der Kolonie Kamerun zerstört und ausgeraubt worden sind. Die Missio­nare seien geflohen; einer ist verwundet.

Karlsruhe, 26. Oktbr. Wie der Hofberichl derKarls­ruher Zeitung" meldet, hat der Kaiser von Rußland dem Großherzoge von Baden seinen und der Kaiserin Besuch für nächste Woche angesagt. Reichskanzler Fürst Hohenlohe wurde heute vom Großherzog empfangen.

Wien, 26. Oktbr. Im Abgeordnetenhause wurde heute die Debatte über das Regierungs - Programm fortgesetzt. Während der Gegenrede des Dr. Kramare verließ die Linke und die Sozialdemokratie demonstrativ den Saal. Sodann griff Dr. Jaczek auf das Heftigste die Regierung an, weil dieselbe aus die Excedenten in Böhmen und Mähren habe schießen lassen. Derselbe erklärte, in Wien hätte sich die Regierung so etwas nicht erlauben dürfen. Das Blut der in mährischen Städten unschuldig Ermordeten sollte allein genügen, diese Regierung hinweg zu stoßen. Die Parteien der Linken beabsichtigen, im Laufe der heutigen Sitzung Schluß der De­batte für das Regierungs-Programm zu beantragen.

Wien, 26. Oktbr. Da in Böhmen und Mähren die Exzesse fortdauern, wurden aus Nieder-Oesterreich Gendarmerie- Mannschaften behufs Verstärkung der dortigen Departements abgesandt.

Der Krieg in Südafrika.

Die fortwährend überaus dürftigen Nachrichten vom Kriegsschauplatz in Natal lassen nur erkennen, daß sich die Lage der Engländer dort weites verschlechtert hat und daß ihr Rückzug in vollem Gange ist. In diesem Sinne werden allgemein die Mittheilungen des Unterstaalssekretärs des Krieges Wyndham im Unterlaufe interpretirt. Bestätigt wird diese Auffassung der Loge durch folgende Kapstädter Meldung derCentral News" : General Zoubert drängt mit 8000 Buren die britischen Truppen aus Gleneoe zurück. General White geht auf Ladismith zurück. Die Buren haben jetzt Dundee, Waschbank, Wesselsneck besetzt. Die amtlichen eng­lischen Telegramme melden von diesen Kämpfen nichts, be­stätigen aber, daß die Buren fortdauernd Terrain gewannen.

London, 26. Oktbr.Daily Mail" kommt nochmals auf die Mobilisirung der Reserveflotte zurück und sagt, es sei thöricht, zu glauben, daß dieselbe zur Sicherheit der nach Südafrika entsandten Transportschiffe nothwendig sei. Es sei vielmehr beabsichtigt, denjenigen Mächten, welche aus der

BB^».......

Sinn und ehrlichen Armen, frische Dirnen, alte ehemalige Geliebte, komische Gemeindediener und dergleichen. Hier spielt ein unehelicher Sprößling eine wesentliche Rolle. Toni, der Sohn der Boten-Lisl, liebt Burgl, die Tochter Lahndorfers, nicht wissend, daß dieser sein Vater ist. Lahndorfer aber hat damals seiner Neigung nid)t folgen dürfen, die spätere Boten- Lisl blieb ledig, und er mußte, um seinen Hof zu halten, eine ungeliebte, reiche Dirne heirathen. DaS brächte ihn in inneren Zwiespalt und machte ihn zum rechthaberischen Prozeß­hansl. Allerlei Verwicklungen entstehen, nicht nur durch das Verhältniß der Stiefgeschwister zueinander, sondern auch durch des Bauern Prozeßsucht. Sogar das Leben seiner einstigen Geliebten und das seines Sohnes kommt durch ihn, da er einen Schutzwald niederschlagen ließ, in Gefahr, und er selbst sieht sich schließlich vor dem wirthschaftlichen Ruin, bis dann Alles sein gutes Ende findet. Er, längst Wittwer, heirathet als alter Mann seine Boten-Lisl, der Toni tröstet sich mit des Stiglbauers Resl, und Burgl kriegt ihren Jugendfreund Franz, der dieser Liebe wegen nicht Pfarrer werden wollte. Also drei glückliche Paare mehr kann man füglich nicht verlangen, und das noch dazu in einem Stück, das an sich schon viel Kernhaftes und Echtes bietet. Gespielt wurde außerordentlich frisch und lebendig. Die Ensemble-Szenen deS ersten und letzten Aktes sind ganz vorzüglich einstudirt. Unter den Darstellern sei. besonders des Prozeßhansl, des Heini Sachs, des Gemeindedieners Schlaucherl (Maxl Linnbrunner), der Burgl (Fried!.Schund) und der Resl (KatI Baader) besonders gedacht. Ganz besondere Anerken­nung auch noch den Zithervirtuosen.

Echlrß ClorllMrp.

Die Schwalben sind allerorts dahin und mit ihnen die Fremden und Sommerfrischgaste. Sie gehen wieder ihrem

augenblicklich gefährlichen Lage Englands Nutzen ziehen wollen, ein Warnungszeichen zu geben.

London, 26. O-ktbr. Bis jetzt hat die Admiralität einen Befehl zur Mobilmachung der Reserveflotte nicht er­theilt. Fest steht nur, daß sie beschlossen hat, aus vier Kreuzern em fliegendes Geschwader zu bilden, welches binnen Kurzem in See geht, dessen Bestimmung noch unbekannt ist. Die drei Kreuzer des Kanalgeschwaders haben gestern Queenstown verlassen behufs Vereinigung mit den aus den irländischen Gewässern kommenden 8 Schlachtschiffen. Diese 'ts^iffe fahren dann gemeinsam nach Gibraltar weiter.

London, 26. Oktbr. DieTimes" melden aus Naauwport, der Präsident des Oranje-Staates habe sich mit 5000 Pfund Sterling zu seiner Haltung im jetzigen Kriege durch die Transvaal-Regierung bestechen lassen.

London, 26. Oktbr. In Kimberley scheinen die Nahrungsmittel auf die Neige zu gehen. Der Verbrauch von Fleisch ist auf ein Pfund pro Mann festgesetzt.

London, 26. Oktbr. Nach einer Meldung aus Pretoria haben die Buren gestern Nachmittag mit dem Bombardement von Mafeking begonnen. Weiter wird berichtet, daß 9 englische Offiziere, welche bei Dundee gefangen genommen wurden, in Pretoria einge- liefcrt wurden.

London, 26. Oktbr. Zu dem Bombardement von M a f e k i n g wird noch gemeldet, daß daselbst mehrere Häuser in Flammen stehen. General Joubert berichtete nach Pretoria, daß am Dienstag der Kommandant Cronje mit den englischen Truppen einen Kampf zu bestehen hatte, bei welchem 9 Buren verwundet und 6 getödtet wurden. Die gesammte englische Truppenmacht zog sich auf Ladismith zurück. Weiter wird amtlich berichtet, daß bei Elandlaagte ein harter Kanrps mit Engländern stattgefunden habe. 100 Buren seien todt,200 verletzt.

London, 26. Oktbr. Das Kriegsamt veröffentlicht folgendes Telegramm der Direktion der Wasserwerke von Kimberley: Die Buren haben den alten Vaal-Fluß besetzt. Die englischen Arbeiter der Wasserwerke haben sich zurück­gezogen. Eingeborene berichten, daß die Buren den Wasser­behälter in die Luft gesprengt haben. Die Maschinen sind nicht zerstört worden.

London, 26. Oktbr. Die Blätter besprechen sämmtlich die jetzige Lage in Natal nach dem gestrigen Treffen von Rietfontein. Die Blätter sagen, dieser Krieg gestalte sich nicht zu einem militärischen Spazicrgange, wie man bisher glaubte. Die Vertheidigung der Natal-Kolonie werde viel­mehr noch heftige Kämpfe kosten und das Vordringen des Generals Buller werde nichts weniger als eine Promenade sein.Daily Telegraph" berichtet, die Zahl der Buren

Berufe nach; und wohl Mancher denkt mit stiller Sehnsucht an jene Orte und Gegenden, welche ihm die seriell ver­schönerten. Kein Wunder, wenn jetzt in den Blättern so mancher schöne Punkt geschildert wird. Vergebens suchte Schreiber nach bem Namen eines Sommerfrischpunktes, der doch durch Lage und Klima, durch Bequemlichkeit unb viele Annehmlichkeiten zu den schönsten Sommerfiischnalioneii des daran nicht armen Tirolerlandes gezählt werden muß. Es ist Starkenberg, auf einer anmutigen Höhe zwischen Jmst und Tarrenz gelegen, von wo aus der nächste Weg zur H a N a n e r H ü t t e" führt. Die Erhöhung des ohnehin schon stattlichen Thurmes der Jmster Pfarrkirche hatte auch mich, wie manch Anderen nach der Oberstadt geleitkt, um die schwierige Arbeit aus der Nähe besichtigen zu können. Ein Ausflug nach Starkenberg lag nahe. Man nannte mir den Weg durch die Lähu, als den nächsten. .Zwar läßt der Weg Vieles zu wünschen übrig. Aber wir gehen daselbst auf historischem Boden. Alte Sagen, die durch Funde unter­stützt wurden, bestätigen, daß dieser Theil und jener um die Pfarrkirche einer der ersten Ansiedelungen der alten Hügel­stadt Umbysta Jmst enthielten. Am Majabichl vorbei führt der Weg nach Norden. Eine sommerlich gekleidete Kinderschaar starrt den Fremden an, weist ihn aber auf seine Frage, wo er zum Schlosse gelange, dienstfertig den rechten Weg.An der Lasigg vorbei", hieß es,durch den Wald". Lasigg, vielleicht laccus siccus (troefener See)", was nach den Verhältnissen des Bodens gerade nicht unmöglich wäre, dachte ich und schritt in Gedanken zwischen Feld und Wald dahin. Ein Plätschern, das aus der Ferne hörbar wurde, erweckte mich aus den Sinnen und zunächst erblickte ich in der Höhe einen hohen Aussichtsthurm, kam aber bald zur eigentlichen Ursache, einem mächtigen Springquell, der sich mitten aus Wasserrosen erhebt und das Gewässer in seiner Nähe aufsprudeln läßt. Der Schloßsec ist nicht groß, aber