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Hanauer Anzeiger

26. Oktober

den Boden zu legen und Gras abzubeißen. Kurz darauf er­krankte derselbe und binnen wenigen Stunden war er eine Leiche. Die vorgenommene Oeffnung ergab als Todesursache, daß' das Gras sich in dem Darm zusammengeballt und eine Darmverschlingung herbeigeführt hatte.

Gilsa, 24. Oktbr. Die hiesige Familie Daniel Dieh- mannwurde dieser Tage in tiefe Traaer versetzt. Der Er­nährer der Familie, ein sehr achtbarer und im besten Mannes­alter stehender Mann, wurde nach nur 3tägigem Krankenlager, infolge von Blutvergiftung, seiner Familie durch den Tod entrissen. Viehmann war an einem Bau in Oberurff beschäftigt und hatte sich bei der Arbeit ein kleines Spähn- chen in die Nasenspitze gestoßen. Der sofort von Jesberg zu Rathe gezogene Arzt entfernte dasselbe, aber nach kaum zwei Tagen bildete sich an dieser Stelle eine Entzündung, die in derart rapider Weise um sich griff, daß Viehmann schon heute früh seinen Geist aufgab.

e^ranffurt <♦ M., 26. Oktober. Auf dem gestrigen Kartoffel- und Krautmarkt am Mainkai kostete das Malter Kartoffeln 4.30 bis 4.70 Mark: Kraut pro 100 Stück 9 bis 12 Mark. — Auf dem gestrigen Aepfelmarkt wurde bei einer Anfuhr von etwa 60 Wagen das Malter mit 9 bis 11 Mark bezahlt.

Maru;, 25. Oktbr. Ein Bauer aus der Gegend von Guntersblum versuchte gestern einen Hasen in die Stadt einzuschmugg ein. Er hatte das feiste. Häslein in einen Sack versteckt und als er mit dem Sack unter dem Arme den Centralbahnhof verließ, gab er dem ihn nach dem Inhalt des Sackes fragenden Oktroibeamten zur Antwort, der Sack fei leer. Dabei machte er ein so dummpfiffiges Gesicht, daß der Beamte Argwohn schöpfte, sich den Sack öffnen ließ und das Häslein fand. Nun war der beabsichtigte Oktroi- schmnggel offenkundig und der Hase wurde konfiszier; der Bauer mußte den 15 fachen Betrag des Oktrois mit 3 Mk. bezahlen und bekam ein Protokoll wegen Defraudation. Weiter spielt bei der Sache noch mit, daß der Hase nicht durch einen Schuß vom Leben zum Tode befördert worden ist, sondern, daß er anscheinend beim Wildern erschlagen wurde, denn zwei Läufe waren gebrochen und am Schenkel hatte er eine große, anscheinend von einem Schlag mit einem Steine herrührende Wunde. Eine Untersuchung ist bezüglich der Fang- und Tödtungsart des Hasen einzeleitet und wird sich event. der superkluge Bauer noch gerichtlich zu ver­antworten haben. Das Alles wegen 20 Pfennigen, die der Hafe Oktroi gekostet hätte.

KT E ^MMB-rloosungen.

Stadt Lattich 100 Fr.-Louse vom Jahre 1897.

Ziehung am 20. Oktober 1899. Auszahlung am 1. Deptbr. 1900. Gezogene Serien: Nr. 177 3080 7.685 9309 12225 13210 18494 17135 19354 19992 20562 25601. Haupt­preise : s:rie 17135 Nr. 14 ä 150 000 Fr. Serie 29562 Nr. 15 ä 2500 Frcs. Serie 25661 Nr. 5 ä 1000 Frcs. Serie 9309 Nr. 3, Serie 13210 Nr. 17 je 500 Fr. Serie 177 Nr. 6, 10, 11, Serie 3080 Nr. 2, 3, Serie 7685 Nr. 6, Serie 9309 Nr. 23, Serie 12225 Nr. 3, 14, Serie 13210 Nr. 13, 14, 24, Serie 13894 Nr. 2, 19, Serie 17135 Nr. 16, 18, Serie 19354 Nr. 14, Serie 19992 Nr. 3, Serie 20562 Nr. 2, Serie 25601 Nr. 17 je 150 Frcs. — Alle übrigen gezogenen Nummern je 100 Frcs.

Stadt Paris 400 Kr.-Loose vom Jahre 1892. Ziehung am 23. Oktober. Auszahlung am 15. November 1899. Hauptpreise: Nr. 301095 ä 100 000 Frcs. Nr. 144317 a 50 000 Frcs. Nr. 295451 328939 je 10 000 Frcs. Nr. 10450 36920 67169 71480 87889 177071 191281 194301 202587 227680 242575 263172 287998 303235 334734 339763 341826 358558 381940 397693 397728 407254 434032 449096 475546 483788 525990 564520 566627 574644 je 1000 Frcs.

Norddepartement 100 Fr.-Loose vom Jahre 1870. Ziehung am 2. Oktober. Auszahlung am 2. No­vember 1899. Hauptpreise: Nr. 145874 ä 20 000 Frcs. Nr. 166437 ä 1000 Fr. Nr. 67 33661 83854 143404 je 500 Fr. Nr. 7506 8031 11209 19965 26995 30908 38212 58127 59412 67661 713227 71702 71813 77557 77801 83031 96201 97245 103158 103230 105304 105837 106841 107500 115403 119107 119908 124155 125974 127046 133966 143246 144038 149180 150664 150777 150960 152242 156020 159340 161791 170759 171169 171891 179338 181926 190169 195170 195363 196257 198964 199783 200312 200999 202624 204199 207403 211505 223120 223674 je 200 Frcs. - Alle übrigen gezogenen Nummern je 100 Frcs. (Ohne Gew.)

Schiffsbericht.

Der Hamburger Dampfer „Brasilia" ist am 24. Oktober wohlbehalten in New-York eingetroffen.

s^ Hamburg, 22. Oktbr. Der Dampfer „Akaba" von der Hamburg-Amerika-Linie ist gestern in Montreal und der Dampfer „Athesia" vorgestern in Boston eingetroffen.

Bremen, 23. Oktbr. Der Dampfer des Norddeutschen Lloyd „Mark" ist vorgestern in Corunna eingetroffen.

^New-Nsrk, 24. Oktbr. Der Dampfer „Spaarndam" von der Niederländisch - Amerikanischen Dampfschifffahrts­Gesellschaft ist gestern hier eingetroffen.

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Vermischte Nachrichten.

Das Heirathsalter fürstlicher Persönlichkeiten ist gewöhnlich ein ziemlich junges. Einige Zahlen darüber dürften von Interesse sein. Am jüngsten geheirathet hat der König der Belgier, er trat mit 18 Jahren in den Stand der Ehe. Der verstorbene König Alfons von Spanien schloß seine erste Ehe im Alter von 19 Jahren; seine zweite Frau, die jetzige Königinregentin Christine, heirathete er mit„22

Jahren. Die Königin vermählte sich im Alter von noch nicht ganz 21 Jahren ; ebenfalls noch nicht ganz 21 Jahre alt war Kaiser Wilhelm IL, als er heirathete, der Prinz von Wales war bei seiner Hochzeit noch nicht 20 Jahre alt, der verstorbene Zar von Rußland um einige Monate älter. König Humbert von Italien war 24 Jahre alt, als er sich mit der siebzehnjährigen Margarethe vermählte, und Kaiser Franz Josef heirathete mit 23 Jahren. Seine Gattin, die unglück­liche Königin Elisabeth, zählte damals erst 16 Jahre.

Zum Bogelmord in Italien. Eine Leserin schreibt: „Um Verwandten zu besuchen, reiste ich vom Schwarzwald durch die Schweiz nach Valseriana in Italien. Der> Weg hierher führt über Bergamo, die alte, hochin­teressante Stadt, wo Donizetti geboren und gestorben ist. Von Bergamo läßt man sich von einer kleinen Bahn in nördlicher Richtung durch das Serianothal, tragen und klettert dann über einen Berg in das bekannte Valtellinathal, wo der berühmte Veltlinerwein wächst. Zu beiden Seiten des Senoflusses erheben sich stetig Berge, welche theilweise aus kahlen Felsen bestehen, theilweise überwachsen sind. Herrliche Blumen schmücken die Abhänge; neben duftenden Cyclamen steht die gelbe Arnica und die glänzende Silberdistel. Im Thale selbst gedeihen Früchte, Trauben, Pfirsiche und Feigen. So scheint das Thal ein kleines Paradies und doch ist es eine Hölle wenigstens für die lieblichen nordischen Sänger, die während des Winters arglos unter dem südlichen Himmel Gastfreundschaft suchen. Arglistig lauert ihnen der Mensch auf und Tausende werden geschossen und gefangen. Morgens begeben sich die Landleute mit Hunden hinaus, um alles Ge­büsch durchzusuchen. Unbarmherzig wird jeder Vogel nieder­geknallt. Nachmittags nehmen sich die Jäger statt der Hunde einen Kundigen mit, der durch Locktöne die Vögel herbeilockt und ins Verderben führt. Ueberall sind die Schlingensieller thätig und ringsum auf den Bergen stehen kleine Hütten, welche mit reizenden Lauben umgeben sind. Diese prächtigen Lauben, hinter denen der Arglose gewiß nichts Schlimmes vermuthet, sind die verruchten Uecelandi. Da jeder Uecclanda — so heißt der Inhaber einer solchen Hütte — durchschnitt­lich täglich 100 Vögel fängt, so werden bei der großen An­zahl von Uecelander in diesem Thal täglich gewiß einige Tausend Singvögel während der Zugzeit gefangen. Die Fangmittel bilden Netze und Vozelleim. Die Qualen, welche die armen Geschöpfe hauptsächlich bei der Fangart mit Vogel­leim erdulden, sind furchtbare. Das Gefieder an die schwankenden Ruthen geklebt, oder unter festdrückende Netze gequetscht, sind sie oft stundenlang ohne jegliche Erquickung den glühendsten Sonnenstrahlen ausgesetzt, denn nur zweimal täglich wird diese Stätte der Qual abgesucht. Außer diesen Lauben werden noch einige Kilometer Netze aufgestellt, für welche freilich eine einige Franken höhere Taxe an die Re­gierung bezahlt werden muß. Für eine Uecelanda werden 30 Francs Taxe bezahlt. Offen ist die Jagd auf Sing­vögel hier vom 15. August bis Ende Dezember, also gerade während der Zugzeit der Vögel." Was hier von dem Thal Valtellina gesagt ist, gilt übrigens für ganz Italien. Der Vogelschutz in Deutschland erfüllt, so lange im Lande der Margaroni der Vogelfang in Masse gesetzlich erlaubt ist, nur seinen halben Zweck. Der Umstand, daß die Singvögel immer weniger werden, beweist dies.

Das 13. deutsche ButOesschiestrm, das im Jahre 1900 in Dresden stattfinden soll, ist ernstlich in Frage gestellt. Der Festausschuß-Vorsitzende, Rechtsanwalt Dr. Lehmann, erläßt soeben ein Rundschreiben an die übrigen Mitglieder des Festausschusses, in welchem er ernstlich zu erwägen gibt, ob man die Abhaltung des Festes gegenwärtig noch wagen soll. Selbst nach den günstigsten Berechnungen, die der Vorsitzende anstellt, ist ein Fehlbetrag von über 200,000 Mirk nach seiner Ansicht unvermeidlich. Als die Dresdener Schützengilde im Mai 1897 den Antrag nach Nürnberg einbrachte, das 13. Bundesschießen nach Dresden zu legen, erschienen zahlreiche Umstände in weit günstigerem Licht als jetzt, so daß die jetzige Finanzlage schwer voraus- zusehen war. Bemerkenswerth ist, daß das sächsische Kriegs- ministerium die Anfrage wegen Stellung von Mannschaften zu Zieler- und Warnerdiensten im ablehnenden Sinne be- schied. Die neueren politischen Verhältnisse, insbesondere die im Reichstage gelegentlich der Heeresvorlage erfolgten Aus­sprachen, haben die Militärverwaltung auf den Standpunkt gedrängt, grundsätzlich aktive Mannschaften nicht mehr zu außerdienstlichen Leistungen heranziehen zu lassen.

Die Tausendguldenscheine im Kinderkleids. Bei dem Staatsbauamt in Budapest ereignete sich ein sonder­barer Vorfall. Der Diener Nagy war damit betraut worden, 6500 fl. bei einer Bank zu beheben, kehrte jedoch in das Amt mit der Angabe zurück, daß das Couvert, in welchem das Geld enthalten war, ihm durch den Wind aus der Hand gerissen und in die Donau getrieben worden sei. Äuf der Polizei, welcher der Fall unterbreitet wurde, beharrte Nagy bei seiner Behauptung. Ein findiger Geheimpolizist, welchem die Sache verdächtig vorkam, vermiethete sich nun in dem Hause, in welchem der Diener wohnte, ein, um so Nagy besser überwachen und beobachten zu können. Bald machte er Bekanntschaft mit Nagy und dessen Familie. Eines Nachmittags spielte der angebliche Privatbeamte mit dem fünfjährigen Töchterchen Nagys. Hierbei blieb das Kleidchen des Kindes an einem Nagel hängen und aus dem Kleidchen fielen — zwei Tausendguldenscheine heraus. Der Polizist drohte nun Nagy mit der Anzeige, wenn er nicht die defraudirte Summe mit ihm theilen würde. Als Nagy auf den Vorschlag einging, lüftete der Polizist sein Inkognito und verhaftete den betrügerischen Diener. Derselbe legte sodann auf der Polizei ein umfassendes Geständniß ab.

Brand einer Kaserne. Dienstag Nacht um 12'/» Uhr brach in der Kaseme des 3. Bataillons des in Gnesen

garnisonirenden Infanterie-Regiments Nr. 49 Feuer aus, welches dieselbe vollständig zerstörte.

Bankkrach. Große Beunruhigung verursacht in Lüneburg und in der Umgegend der völlig unerwartete ZU- sammenbruch des dortigen Bankhauses I. M. Mansfeld Wwe. Ein Kafsenmanko von 400 000 bis 500 000 Mk. ist vor­handen, sämmtliche Depots sind veruntreut. Der Chef deS Hauses, Paul Behrens, ist verhaftet.

Ein ^AmilUtttrAuerfpteL Aus Danzig wird telegraphirt: Gestern früh erschoß der 51jährige Schiffs­zimmermann 6arl Hollnau, welcher seit einiger Zeit von seiner Frau geschieden war, aus Rache seinen Schwiegervater, den Schiffszimmermann Stein. Dieser war seiner Tochter, in deren Wohnung Hollnau gedrungen war, wo er sie mit geladenem Revolver bedrohte, zu Hilfe geeilt. Als der flüchtende Hollnau von einem Schutzmann verfolgt wurde, feuerte er auf diesen, fehlte und erschoß sich dann selbst auf offener Straße.

Aus Spaß — vergiftet! Aus Wien wird be­richtet: Kürzlich wurde her Friseurgehilfe Theodor Härzl unter Vergiftungserscheinungen aufgefunden und in das Spital ge­bracht. Wie sich nun herausstellt, ist Härzl das Opfer eines muthwilligen, ja geradezu frevelhaften Scherzes geworden, den sich einige Kameraden mit ihm erlaubt haben. Er war mit drei Kollegen in ein Wirthshaus und schließlich in eine Kaffeeschänke gegangen und hatte überall stark getrunken. In der Kaffeeschänke amüsirten sich die Kollegen Härzls damit, diesem in den Thee allerhand Sachen, wie Salz, Pfeffer rc. zu mischen, was der bereits bezechte Friseur ahnungslos, wie­wohl mit süßsauerem Gesichte, in die Kehle goß. Nicht ge­nug an dem, schabten die Drei später von Zündhölzchen den Pjosphor herab und schütteten auch diesen dem Härzl in eine Schale Thee. Härzl trank den vergifteten Thee aus und be­kam alsbald die Folgen zu spüren. Gegen die leichtfertigen Kumpane ist die Strafamtshandlung eingeleitet.

Eine schwere Blutthat ereignete sich in Cottbus. Der in der dortigen Königlichen Werkstätte beschäftigte Schlosser Schadow wurde nach einem vorausgegangenen Streite aus offener Straße erstochen. Sch. hatte sich an einer Tanzlustbarkeit im benachbarten Ströbitz betheiligt, wo er mit den ihm bekannten Gebrüdern Natusch wegen eines Mädchens in Streit gerieth. Auf dem Heimwege soll nun Schadow von den letztgenannten Brüdern vor seiner Wohnung überfallen und dnrch einen Stich in die Herzgegend und. einen solchen in den Kopf derart verletzt worden sein, daß er bald darauf verstarb. Als der Nachtwächter hinzukam, war die Blutthat bereits geschehen und der Bedauernswerthe verschieden. Die Messerstecher wurden noch in derselben Nacht durch einen Gendarmen verhaftet. Auch die bei der That gebrauchten beiden Messer, das eine mit abgebrochener Klinge, wurden gefunden und der Behörde übergeben.

Bilder von der Rekruten-Anwerbung in England. Wie seltsam es jenseits des Kanals oft bei der Rekruten-Anwerbung zugeht, davon können wir Deutsche uns kaum einen Begriff machen. Sehr häufig spielen sich auch Szenen ab, die der Komik nicht entbehren. Sobald sich ein Kriegsgerücht verbreitet, haben die rekrutirenden Sergenten alle Hände voll zu thun. Junge und ältere Männer, die sonst nicht im Tranm daran denken würden, sich in die Armee aufnehmen zu lassen, bekommen dann plötzlich den Einfall, ihrem Lande und der Queen zu dienen. Die Gründe, aus denen sie den schnellen, meist nur zu bald bereuten Entschluß fassen, sind manchmal recht sonderbar. So fand ein in London wohlbekannter City-Kaufmann in der vergangenen Woche eines Tages einen Zettel auf seinem Pult liegen mit folgendem Inhalt: „Sir, — ich bin wie gewöhnlich zum Lunch gegangen, aber ich werde nicht wieder in ihr Comptoir zurückkehren. Da Sie meiner Bitte um Gehaltserhöhung noch immer kein Gehör geschenkt haben, bin ich entschlossen, meine Dienste der Königin zur Verfügung zu stellen. In der Armee werde ich sicher auf mehr Anerken­nung rechnen können. I. S." Die Unterschrift war die eines anstelligen jungen Schreibers, den der Kaufmann nicht gern missen wollte. Er eilte daher in großer Bestürzung zu dem nahen Rekruten-Untersuchungs-Bureau; doch kam er schon zu spät, der kampflustige Jüngling hatte bereits die Schwelle überschritten. Drei Tage später erschien dieser aber sehr kleinlaut bei seinem im Stich gelassenen Prinzipal und ge­stand, daß man ihn nicht angenommen habe, weil er an Krampfadern am rechten Bein leide. Da er reuig um Wiederaufnahme bat, wurde ihm verziehen, und der enttäuschte Rekrut tröstet sich nun damit, daß die Feder schließlich doch mächtiger ist, als das Schwert. — Mit recht gemischten Gefühlen mochte ein Sergent über die Antwort eines jungen Farmers nachgedacht haben, den er kürzlich anzuwerben das Glück hatte. Der Unteroffizier kam gerade dazu, als der Mann die außen an der Kaserne angebrachten bunten Tafeln mit augenscheinlichem Interesse betrachtete. Er trat zu ihm und eine Viertelstunde später saßen die Beiden plaudernd bei Whisky und Selters in der nächsten Kneipe. Mit der ganzen ihm zu Gebot stehenden Ueberredungskunft schilderte der Sergent das Soldatenleben in den glühendsten Farben. Er wies darauf hin, daß es „Tommy" nie an gutem Essen und Trinken fehlen, daß er stets reichlich mit Taschengeld versehen sein, und, last not least, daß er in seiner schnei­digen Uniform überall die Bewunderung der jungen Mädchen erregen und so viele Liebschaften haben werde, wie er nur wolle. Da unterbrach ihn der Zuhörer mit einer ungeduldigen Handbewegung und sagte ärgerlich: „Ach, schweigen Sie! Ich weiß das Alles und mir liegt daran gar nichts. Ich will ja nur dienen, um von dem Weib fortzukommen, das ich vor einem Jahr geheirathet habe. Also her mit dem Geld (jeder angeworbene Rekrut