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Amtliches Organ für 5fa6D und LanSKreis Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage

Nr. 251.

Donnerstag den 26. Oktober

1899

hierzu

Amtlicke Beilage" Nr. 68

Amtliches.

^an^Uretis ^ana^u

Bekanntniachnngen des Königlichln Landialhsanilrs.

Dem zum Bürgermeister der Gemeinde Rückingen ge­wählten ehem. Zahlmeister-Aspiranten Christian Friedrich Wilhelm Zickendraht, bisher in Frankfurt a. M., ist die kommissarische Verwaltung des Bürgermeisteramts Rückingen übertragen worden. Derselbe hat zugleich die Ge­schäfte des dortigen Standesamts übernommen.

Hanau den 25. Oktober 1899.

Der Königliche Landrath.

A 4561 v. Schenck.

Unter den Viehbeständen des Nikolaus K l a s s e r t, des Moritz Bergmann, des Wilhelm Kremer II und des Schmiedes Christoph Löw in G r kr o tz enbur g ist die Maul- und Klauenseuche amtlich fcstgestellt und infolgedessen die Orts- und Gemarkungssperre für Großkrotzenburg ange­ordnet worden.

Das Durchtreiben von Wiederkäuern tmb Schweinen durch das Sperrgebiet ist verboten und die Ausführung von Thiereu dieser Arten nur auf Grund eines Zeugnisses eines appro- birten Thierarztes und nur zum Zwecke sofortiger Abschlachtung nach eingeholier polizeilicher Erlaubniß gestattet.

Die Herren Ortsvorstände wollen Vorstehendes ortsüblich bekannt machen.

Hanau den 26. Oktober 1899.

Der Königliche Landrath.

V 11051 v. Schenck.

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Brkanulmachungrn dcs Obeibiirgermeisterau.tes.

Bekanntmachung.

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Am 31. Oktober ds. Js. wird, wie in den Vor­jahren, zwecks Veranlagung der Einkommensteuer für das Steuerjahr 1900 eine allgemeine Aufnahme des Personen- standes in hiesiger Stadt vorgenommen werden. Zu diesem Behufe werden jedem Hauseigenthümer oder dessen Stell­vertreter schon mehrere Tage vorher die erforderlichen Haus­listen eingehändigt werden, um deren genaue und gewissen­hafte Ausfüllung hinsichtlich sämmtlicher in dem betreffenden Hause nebst Zubehör wohnenden Personen nach dem Stande vom 31. Oktober ds. Js. ersucht wird. Insbesondere bitte ich besondere Sorgfalt auf die Angabe von Stand und Gewerbe zu verwenden und überall die Art der Be­schäftigung namentlich auch, ob selbstständig, Gehülfe, Lehrling pp. ersichtlich zu machen.

1 Indem ich schließlich aus die auf den Hauslisten abge­druckten gesetzlichen Bestimmungen verweise, spreche ich die Bitte aus, das betheiligte Publikum möge sowohl im eigenen Interesse, als auch zur Förderung der Veranlagungsarbeiten dahin wirken, daß der am 1. November erfolgenden Abholung der Hauslisten kein Hinderniß entgegensteht.

Hanau den 21. Oktober 1899.

Der Oberbürgermeister.

Dr. Gebeschus. 16830

LienswachlMMl aus Dem Kreise.

Gefunden: ein Kinderknopfstiefel, ein Taschenmesser, ein Testament, eine Ankeruhr, eine blaue Reitdecke Tasche auf der Atrqße HanauBruchköbel; Empfangnahme bei Land- wirth Heinrich Kraud zu Butterstädterhöfe, ein schwarzer kleiner Kinderschuh.

V e r l o r e n : eine silberne Uhrkette nebst Kompaß und Bleistift, ein Streichriemen, ein goldener Manschettenknopf.

Zugelaufen: ein schwarzer Spitzhund, w. Geschl.

Vom W a s en m e i st e r am 25. d. Mts. eingefangen, ein graubrauner Spitz mit schwarzen Ohren und Kopf.

Hanau am 26. Oktober 1899.

Abänderung der Münzgesehe.

Dem Bundesrath ist eine Gesetznovelle zugegangen, die einige Abänderungen an den bestehenden Münzgesetzen vor­nehmen will. Die Vorlage bestimmt, daß die Reichsgold­münzen zu fünf Mark mit einer Einlösungsfrist von einem Jahr außer Kurs gesetzt werden. Ferner werden die silbernen

Zwanzigpfennigstücke beseitigt, doch soll die Außerkurssetzung nicht vor dem 1. Januar 1902 erfolgen. Auch das Nickel- Zwanzigpfennigstück wirdals eine ebenso überflüssige wie unbeliebte Münze" beseitigt. Die Einziehung soll mit aller Schonung geschehen und deshalb allmählich bis zum Jahre 1904 bewirkt werden. Dies ermöglicht, durch eine entsprechende Vermehrung der Zehnpfennigstücke dafür Sorge zu tragen, daß diese an Stelle der eingezogenen Zwanzigpfennigstücke sofort dem Verkehr übergeben werden können.

Endlich soll der Betrag der umlaufenden Reichs-Silber- münzen von 10 Mark auf 14 Mark für den Kopf der Be­völkerung erhöht werden, was einer Vermehrung von etwa 325 Millionen Mark gleichkommt. Und zwar sollen die neu zu prägenden Silbermünzen aus den aufgespeicherten alten Thalern hergestellt werden, wie das auch bereits bisher bei Neuprägungen üblich gewesen ist. Es würde in Zukunft nur ein größerer Theil dir vorhandenen Thaler in Reichs- silber münzen, also 5 Mark-, 2 Mark-, 1 Mark und 50 Pfennigstücke umgewandelt werden. Da aber eine Ergänzung der Thalervorräche nicht erfolgt, so wird der Thaler im Laufe einer längeren Zeitperiode aus dem Verkehr verschwinden.

Für die während eines Jahrzehnts neu zu prägenden Reichs-Silbermünzen von 325 Millionen Mark sind aber nur annähernd 290 */* Million Mark in Thalcrstücken er­forderlich. Das Reich wäre mithin in der Lage, aus der geplanten Umprägung nach Abzug aller Unkosten einen Münzgewinn" von etwa 30 Millionen Mark herauszu- schlagen. Das Exempel ist höchst einfach. Die Silber­münzen haben eben einen geringeren Silberwerth als die Thaler; in 100 Millionen Mark Silbermünzen ist nur ebensoviel Silber enthalten wie in 90 Millionen Mark Thalerstücken. Zum Ausgleich, und um einer Verschlechte­rung des Gesammtumlaufs vorzubeugen, schlägt der Ent­wurf vor, daß dieser Gewinn dazu dienen soll, Gold auf- zukaufen.

Die Vorschläge der Münz-Novelle wollen keine Aende­rung in unserm bewahr en Wählämtern herbeiführen, sondern nur diejenigen Grundsätze zur Anerkennung bringen, die aus der deutschen Goldwährung sich ergeben. Bisher hatte das deutsche Reich nur eine sogenanntehinkende" Währung, weil der silberne Thaler neben dem Golde als vollgiltige Münze in Gebrauch stand, man konnte seine Schuld ebenso in harten Thalern, wie in Goldmünzen entrichten, während man die Reichs-Silbermünzen nur bis zum Betrage von 20 Mark aufnehmen braucht.

Die Vermehrung derKopfquote" an Umlaufsmitteln von Silber auf 14 Mark entspricht den Erfahrungen, die an der Hand sorgfältiger Beobachtungen gemacht worden sind.

Politische und unpolitische Nachrichten.

(Depeschen-Bureau.Herold").

Berlin, 25 Oktbr. Staatssekretär Tirpitz und Graf von Bülow hatten gestern Abend eine gemeinschaftliche Audienz beim Kaiser. Staatssekretär Tirpitz hat sich heute früh nach Baden-Baden begeben, um dem Reichskanzler Fürsten Hohen- lohe Vortrag zu halten.

Berlin, 25. Oktbr. Die nächste Sitzung des Reichs­tages findet bekanntlich- Dienstag den 14. November, nach­mittags 2 Uhr statt. Auf die Tagesordnung dieser Sitzung sind vom Präsidenten Grafen Ballestrem gesetzt worden: 1. Bericht der Kommission für die Petitionen. 2. Bericht der Wahlprüfungs-Kommission. 3. Zweite Berathung des Gesetzentwurfes betreffend einige Aenderungen der Bestimmungen über das Postwesen. 4. Zweite Berathung des Entwurfes einer Fernsprech-Gebühren-Ordnung.

Berlin, 25. Oktbr. In der Sanwa-Angelegenheit hatten, wie aus Washington gemeldet wird, der deutsche Gc-i sandte Mumm von Schwartzenstein und der Sekretär der' britischen Botschaft Eliot jeder einzeln eine Konferenz mit. dem Staatssekretär Hay.

Berlin, 25. Oktbr. DieNordd. Allg. Ztg." wider­spricht heute der aus London verbreiteten Meldung, in welcher dem Umstände, daß der Unterstaatssekretär des Auswärtigen Amtes, Freiherr von Nichthofen, seinen diesjährigen Erholungs­urlaub. auf der Insel White zubringt, politische Bedeutung beigelegt wird.

Berlin, 25. Oktbr. Bei der heutigen Vormittagsziehung der preußischen Klaffenlottbrie fiel ein Gewinn von 200,000 Mk. auf die Nummer 208-048.

Chemnitz, 25. Oktbr. Nach einer Blättermeldung wurde gestern Nachmittag in Lengenfeld ein Reisender namens Fröhlich aus Leipzig, in einem Restaurant von einem Arbeiter,

anscheinend einem Tschechen niedergestochen. Der Schwer' verletzte, welcher zwölf Messerstiche erhielt, mußte sofort ins Krankenhaus gebracht werden. Der Altentäter ist ver­haftet.

Karlsrithe, 25. Oktbr. Das russische Kaiserpaar wird in den nächsten Tagen zum Besuch am großherzoglichen Hose in Baden-Baden erwartet. Der Tag, an welchem das rus­sische Kaiserpaar eintrifft, ist noch nicht bestimmt, wahrschein­lich am Freitag. Heute war der Großfürst Michael Niko- lajewitsch beim Großherzogspaar zur Tafel geladen. Der Großherzog von Sachsen-Weimar und der Großherzog von Oldenburg werden ebenfalls erwartet.

Wien, 25. Oktbr. Das Exekutiv-Komitee der Rechten, sowie die Klub-Obmänner der deutschen Volkspartei halten heute Nachmittag eine Besprechung über die durch die gestrigen Ausschreitungen der Jungtschechen hervorgerufene Situation ab. Um die Arbeitsfähigkeit des Parlaments zu fördern, beschlossen die Klub-Obmänner ber Linken, sich wieder regelmäßig an den Arbeiten der Parlamems-Ausschüsse zu betheiligen.

Wien, 25. Oktbr. Die Regierung ertheilte einem hiesigen Konsortium die Erlaubniß zur Vornahme technischer Vorarbeiten für einen Wien mit Trieft verbindenden Kanal.

Wien, 25. Oktbr. Im Abgeordnetenhause wurde heute die Debatte über das Regierungsprogramm fortgesetzt. Der Obmann des Polenklubs, Jaworski, erklärte als erster Redner, daß die Polen die Aufhebung der Sprachen-Verordnungen als großes Unrecht betrachten, tief beklagen und dem Ministerium Elary absolut kein Vertrauen entgegenbringen könnten. Der nächste Redner der tschechische Feudalgras Pallffy sprach sich in dem gleichen Sinne aus.

Wien, 25. Oktbr. In Wsetin kam es gestern zu argen Ausschreitungen der Tschechen, welche allenthalben in Plünderungen ausarteten. Die bewaffnete Macht mußte einschreiten, wobei vier Personen getödlet, und elf verwundet wurden.

London, 25. Okcbr. Nach Meldungen aus Rio del Rey bestätigt sich die angebliche Niedermctzelung der deutschen Expedition nicht. Leutnant von Queis und Leutnant Loh- meyer sind am Leben.

Paris, 25. Oktbr. Die heutige Blättermeldung von der bevorstehenden Demission des Kriegsministers Gallifet wird amtlich bementirt.

Paris, 25. Oktbr. Der Kriegsminister hat die Gene­rale Hervet und Giovanelli, welche Mitglieder des obersten Kriegsrathes waren, ihres Amtes enthoben mit der Begrün­dung, daß diese Offiziere aus Gesundheitsrücksichten nicht mehr in der Lage seien, den wichtigen Funknonen im Kriegs­rathe nachzukomiuen. Denselben ist das Großkreuz der Ehren­legion verliehen worden.

Paris, 25. Oktbr. Das Parlament ist zum 15. No­vember einberufen worden.

Pari^, 25. Oktbr. Der Kriegsminister hat die gericht­liche Verfolgung gegen Redakteur Gohier und gegen den Ver­walter derAurore" eingeleitet, weil dieselben Soldaten zum Ungehorsam verleitet haben.

Chamberlain im englischen Unterhanse.

London, 25. Oktbr. Harcourt führt aus, Chamberlain habe neulich gefragt, was bie' herausfordernden Zwischenfälle bei den Verhandlungen gewesen seien. Diese Zwischenfälle waren die Veröffentlichung der Depesche Milners und der Rede Chamberlains in Higbury. Diese Rede bekam hinsicht­lich Chamberlains die große Bedeutung, daß seine Antwort vom 28. August aus die Vorschläge von Transvaal vom 19. August als bedingte Annahme «ufzufassen sei. Wie konnte man erwarten, daß Krüger einer bedingten Annahme zustimme?

Hinsichtlich der herausfordernden Rede vom 26. August stellt "Chamberlain in seiner Ernviderung in Abrede, daß seine Rede irgendwie herausfordernd gewesen sei. Sie sollte eine offene Rede sein (Lachen, Rufe: Hört! hört!), eine Rede, die Nimand mißverstehen konnte. (Beifall). Seine Diplomatie habe genau die Grundsätze befolgt, die von allen Staats­ministern in den letzten 10 oder 20 Jahren bei der Behand­lung der auswärtigen und Kolonialangelezenheiten befolgt seien. Er müsse durchaus den Gedanken zurückweisen, daß den Diplomaten die Sprache gegeben sei, um die Gedanken zu verbergen. Wie weise dieser Spruch gewesen in alten Zeiten, als die Diplomaten ein Spiel zwischen einzelnen Staatsmännern war, so sei es heute doch nicht mehr weise. Die Staatsmänner sprechen heute als Vertreter des Volkes. Das Volk habe ein Recht darauf, über die Anschauungen der Staatsmänner aufgeklärt zu werben, sodaß ein billiger Grund