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Amtliches Grgan für StaSi- und LanSKreis Hünsn.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletrWOder Beilage

Nr. 250.

Mittwoch den 25. Oktober

1899

Amtliches, ^andftrets ^attau.

Bekanntmachungen des Königlichen Landrathsamtes.

In Niedermoch stadt (Kreis Büdingen) ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen.

In Großkahl (Kreis Alzenau) ist diese Seuche er­loschen.

Hanau den 24. Oktober 1899.

Der Königliche Landrath.

V 10900 von Schenck.

Unter der auf dem Gelände des Gutleuthofes weidenden Schafheerde des Metzgers C. Marx von Frankfurt ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen.

Hanau den 24. Oktober 1899.

Der Königliche Landrath.

V 10881 von Schenck.

^»tadt^rei^ Ja an au.

Bekanntmachungen des Obelbürgermeisteramtes.

Bekanntmachung.

Die von uns genehmigten Entwürfe zu den Haushalts­plänen

der Oberrealschule,

der höheren Mädchenschule,

der Handelsschule,

der gewerblichen Fortbildungsschule, des Wasserwerks und der Badeanstalt für das Rechnungsjahr 1900, sowie der Sparkasse für das Kalenderjahr 1900 liegen vom 26. Oktober d. Js. an acht Tage lang im Rathhaus, Stadtsekretariat, Zimmer Nr. 21, zur Einsicht der Gemeindeangehörigen offen.

Hanau den 25. Oktober 1899.

Der Magistrat.

Dr. Gebeschus.

Polijkiverordnung.

Auf Grund der §§ 5 und 6 der Verordnung vom 20. September 1867 über die Polizeiverwaltung in den neu erworbenen Landestheilen und des § 143 des Gesetzes vom 30. Juli 1883 über die allgemeine Landesverwaltung, wird unter Zustimmung des Gemeinderaths Folgendes verordnet:

DasStehenlaffen" von Fuhrwerken und Gerüchen, Lagern von Buumaterialien, Baugerüsten und Bauschutt, sowie sonstiger Gegenstände auf den hiesigen Orts- und

Feuilleton.

Südafrikanische Negervillker.

Von Otto Leonhardt.

(Nachdruck verboten.)

Eine furchtbare Gefahr lauert hinter dem südafrikanischen Kriege, dessen allmähliche Entwickelung gegenwärtig die ganze Welt mit der größten Spannung beobachtet: der schwarze Schrecken. Werden die Negervölker, die einst die Herren dieser fruchtbaren Länderstriche waren und erst nach wieder­holten blutigen Kriegen von den Fremden unterworfen wur­den, sich einzeln oder gemeinsam erheben, um ihre verlorenen Reiche wieder zu erobern, oder wenigstens sich an ihren Unterdrückern schwer zu rächen? Thun sie es, so sind Süd­afrikas Staaten greuelvolle und gefährliche Zeiten gewiß, und leicht mag gar Vieles von dem zerstört werden, was die Kultur hier in Jahrhunderten oder Jahrzehnten mühsam ge­schaffen hat. Und schon hören wir auch, daß die Zulus zu ihren Asscgai's greifen, daß die Basutos sich erheben wollen, daß es hier und dort unter den Negern gährt. Da ist es gewiß angebracht, sich einmal mit den südafrikanischen Neger­völkern des Näheren zu beschäftigen.

Diese Völker werden bekanntlich unter dem Namen Kaffern" zusammengefaßt, obgleich sie selbst trotz ihrer nahen ethnographischen Verwandtschaft keine gemeinsame Bezeichnung für die Gesammtheit der Stämme besitzen. Die Kafferu haben von je die Aufmerksamkeit der Europäer in besonderem Maße erregt, weil sie eine der hervorragendsten Gruppen unter den Negervölkern Afrikas bilden. Vorwiegend Hirtenvölker, haben sie alle Milch und Fleisch zur Hauptnahrung und sind daher gewöhnlich sehr gut und kräftig gebildet. Der Kaffernkrtcger ist auffallend schön und stattlich, und 6 Fuß hohe Häupt­linge mit riesigem Brustkasten und intelligentem Gesichte sind

Landstraßen zur Nachtzeit, ohne genügende Beleuchtung, wird bis zu M. 9., eventuell entsprechender Haft bestraft".

Kesfelstadt den 25. Oktober 1899. ' 16803

D i e Ortspolizeibehörde.

Errichtung eines Slutbuchrs für den Regierungsbezirk Casfel.

Behufs Anlegung des Stutbuches wird die von der Land­wirthschaftskammer hierzu gewählte Kommission Stutenschauen abhalten und zwar:

in Hanau: Freitag den 27. Oktober, nachmittags 2 Uhr, auf dem Viehmarktplatz in der Kinzigstratze.

Die zur Eintragung in das Stutbuch bestimmt werdenden Stuten erhalten als Brandzeichen den hessischen Löwen, und zwar die Kaltblüter auf den rechten, die Halbblüter auf den linken Oberschenkel, und eine fortlaufende Nummer auf die linke Halsseite.

Die Besitzer der eingetragen werdenden Stuten erhalten eine Prämie von 5 Mk.

Wir fordern nun alle Besitzer von Zuchtstuten auf, die­selben der Kommission vorzuführen, da wir nur dadurch allein einen Ueberblick über den Stand unserer Pferdezucht erhalten können, der uns dann eine Grundlage abgeben kann, auf der wir weiterbauen können.

Der Vorsitzende der Pferdezuchtkommission. von der M a l s b u r g.

DiensrmHnHten aus Dem Kreise.

Gefunden: ein schwarzer Herrenregenschirm mit schwarzem Horngriff in der Altstraße vor einem Haus stehen geblieben.

Verloren: ein Krankenkassenbuch und drei Quittungen der Jnvaliditäts- und Altersversicherung, auf den Namen Dorothea Glanz lautend, ein Portemonnaie mit 1.10 Mk. und einem kleinen Schlüffel.

Entlausen: ein junger schottischer Schäferhund, gelb und weiß, auf den Namen Lord hörend. Wiederbringer Be­lohnung.

Hanau am 25. Oktober 1899.

& ^ g e £ ( d) a u*

Der Krieg und das englische Parlament.

Im Unterhause bemerkte H i ck s B e a ch in der Begrün­dung seines Antrages, das Haus möge ihn ermächtigen, Schatzamtsnoten im Betrage von 8 Millionen Pfund aus- zugeben, er hoffe, die sorgfältig ausgestellten Kostenvoranschläge werden den Bedürfnissen genügen. Es ist ja möglich, daß'

bei ihnen keine Seltenheit. Sie haben eine eigenthümliche soziale Organisation, einen hohen Unabhängigkeitssinn und infolge davon eine seltene Kriegstüchtigkeit entwickelt. Die besten Eigenschaften dieser Stämme entfalten sich, wenn ein despotischer Fürst ihre Kräfte straff zusammenfaßt: dann bringen sie es sogar zu festerer Staatenbildung; und das Kaffernvolk, dessen Geschichte hauptsächlich sich in dieser Rich­tung bewegt, ist daher das führende, das Heldenvolk der ganzen Gruppe geworden. Das sind die Zulus.

In den Zulus prägen sich die Eigenarten der Kaffern- stämme am klarsten und am vollkommensten aus. Schwere, noch in allgemeiner Erinnerung lebende Kämpfe hat es die Briten gekostet, ehe sie dies Volk unterworfen hatten; und auch dieseUnterwerfung" ist schließlich nicht mehr als ein Kompromiß. Denn die 300,000 Zulus, die heut als eng­lische Unterthanen in Natal und Zululand sitzen, haben nach wie vor ihren eigenen Fürsten gegenwärtig Dinizulu und ihre Häuptlinge, die den Stamm nicht nach Weißen- Recht, sondern nach dem alten angestammten Schwarzen - Recht regieren. Polygamie und Sklavenhandel blühen bei ihnen unter stillschweigender Zustimmung Englands weiter. Die Streitigkeiten der Zulus untereinander schlichtet der Häuptling nach Stammesrecht; nur gegen den Weißen klagt der Zulu beim englischen Gerichte. Die einzige reelle Leistung der Zulus für die britische Regierung ist die von ihnen zu zahlende Hüttensteuer und die bleiben sie oft schuldig!

So führt dieser Stamm unter der fremden Oberhoheit thatsächlich eine anerkannte Sonderexistenz; und das Gefähr­liche hieran ist, daß ihre vorzügliche militärische Organisation gleichfalls unangetastet fortbesteht. Die Zulus sind eines der größten Kriegervölker unter allen Naturvölkern überhaupt; sie üben sich nicht nur schon von frühester Jugend auf stetig im Waffeudienste, es ist sogar die ganze Organisation des

sie überschritten werden müssen, aber bis jetzt sind die Dinge ja gut verlaufen. Die Truppen hatten glänzende Erfolge, die Kolonien verhalten sich loyal, die Eingeborenen bleiben ruhig. Wenn auch in den Nachrichten am heutigen Tage etwas ist, was Sorge machen kann, müssen wir doch be- denken, daß jeder Tag uns dem Zeitpunkte näher bringt, wo wir in Südafrika eine überwältigende Streitmacht haben werden. Ich sehe keinen Grund, anzunehmen, daß der Krieg nicht zu einem erfolgreichen Abschlüsse gebracht werden sollte innerhalb des Zeitraumes, auf den sich die Kostenvoranschläge beziehen. Was auch der Krieg kosten wird, ist doch nicht sicher, daß die ganzen Kosten auf England fallen werden. Unsere Kolonien sind von Transvaal mit. Krieg überzogen worden, und es würde mit allen Kriegsregeln vereinbar sein, daß, wenn der Krieg erfolgreich für England endet, die Steuer­zahler in Transvaal zu den Kriegskosten etwas beitragen müssen. Transvaal ist reich durch den Besitz an Goldfeldern. (Ironische Zurufe der Iren.) Ich glaube, unter einer ehren­haften Regierung mit reinen Händen wird es Transvaal sehr wohl möglich sein, nicht nur die ordentlichen Regierungsaus­gaben zu tragen, sondern auch eine anständige Summe zur Deckung der Kriegskosten zu beschaffen, unter ständiger Re­duktion der Besteuerung der Goldfelder. Es ist vielleicht ver- früht, hierüber zu reden, aber es handelt sich hier um eine wesentliche Frage die wir nach unseren Anschauungen von einer präzisen Staats-Verwaltung zu betrachten haben. Die Frage der Zurückzahlung des aufgenommenen Geldes ver­schieben wir am besten bis zum nächsten Budget. Ich hoffe, vor Ihnen keine zu übertrieben günstigen Aussichten vom Verlaufe des Krieges entwickelt zu haben, aber selbst wenn sich diese Aussichten nicht verwirklichen sollten, wenn wir mit einem Unglück zu rechnen hätten und der Krieg sich lang­wierig gestalten sollte, dann würden wir an den Patriotis­mus des Volkes appelliren, daß wir uns darauf verlassen, daß Diejenigen, welche uns bei unserem Werke so loyal unter­stützt haben, uns auch nicht im Stiche lassen, wenn die Zeit kommt die Rechnung zu zahlen. Campbel Bannermann billigt die Forderungen der Regierung. Patri O'Brien protestirt aufs Schärfste dagegen und sagt, die Hände Chamberlains hätten diese Angelegenheit so besudelt wie die größten Ver­brecher, die je zum Schaffot geschritten. 9113 O'Brien auf die Aufforderung des Sprechers, die Worte zurückzunehmen, sich weigert, dies zu thun, wird mit 316 gegen 26 Stimmen beschlossen, O'Brien von der weiteren Sitzung auszuschließen. Der Antrag Hicks Beach, ihm Vollmacht zur Ausgabe von 8 Millionen Pfund in Schatzamtsnoten zu ertheilen, wird sodann mit 336 gegen 28 Stimmen angenommen. Die Minorität bestand aus den irischen Nationalisten. DieTimes" melden bestimmt, daß das Parlament am Freitag vertagt werde.

Stammes eine streng militärische. Die Städte (Ekandas) nämlich, in die die Bevölkerung vertheilt ist, sind nichts An­deres, als eine Art befestigter Lager; chre Bewohner bi.lden je eine Heeresabtheilung unter einem Kommandeur (Jnduna). Sie haben also nicht die Stellung von Familieuhäuptern resp. Familienmitgliedern, sondern rangiren nur militärisch. Keine anderen Frauen gibt es in den Eskandas, als Konkubinen, und die zur Welt kommenden Kinder werden gewöhnlich um- gebracht. Erst wenn ein Regiment sich mehrfach im Kriege ausgezeichnet hat und seine Angehörigen bereits im vorge­rückteren Alter stehen, erlaubt der König ihnen wohl, sich sämmtlich zu verheirathen, und dann verliert die Ekanda den militärischen Charakter für den einer wirklichen Familiennieder- laffung.

An der'Spitze dieser ganzen Organisation steht nun ein König, der die Stellung eines beschränkten Despoten ein- nimmt. Die Beschränkung liegt in den Personen der beiden Haupt-Jndunas, die zugleich Minister und Obergenerale dar­stellen und gegen deren Willen der König sehr selten handelt. Dagegen samt er über das Eigenthum und das Leben seiner Unterthanen nach freiem Ermessen verfügen, und die Zulu­fürsten haben von diesem Rechte oft genug Gebrauch ge­macht. Denn für die Geschichte des Volkes ist die Reihe von starken Fürsten charakteristisch, die nacheinander seine Geschicke leiteten, und von denen Tschaka, Dingaan und Ketschwayo vielleicht am bekanntesten sind. Wie tief der monarchische Sinn in den Zulus steckt, wird vielleicht durch nichts so klar erwiesen, als durch, die tiefe Anhäng­lichkeit, die sie aller Grausamkeiten und Willkürakte ihrer Fürsten unerachtet für diese hegen; nicht weniger als 800 Häuptlinge und Veteranen erschienen einmal im Jahre 1882 ' in Piatermaritzburg, um die Wiedereinsetzung Ketschwayos zu verlangen eine sicherlich imponirende Mani- festation deS Volkswillens.