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Amtliches Organ für 5fa5L und Landkreis Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit beäetrisnsct er Beilage

Nr. 238.

Mittwoch den 11. Oktober

1899

Amtliches.

^anö&retsi /öanau.

Bekanntmachungen des Königlichen Landrathsamtes.

Unter dem Geflügel der Wittwe des Pächters Karl Hoffmann zu Niederdorfelden ist die Geflügel­cholera festgestellt und die Gehöftssperre angeordnet worden.

Hanau den 11. Oktober 1899.

Der Königliche Landrath.

V. 10376 v. Schenck.

Meister-Sterbekassen erschienen, die, wie eine Prüfung ergeben I Fried' und Freud' auseinandergehen wird. Die seit vielen ~ 1c : Wochen angekündigte große Abrechnung mit den Ketzern

hat, als Grundlage für die Abfassung und Prüfung der

fraglichen Nebenstatuten dienen können, wovon die Innungs­vorstände in Kenntniß zu setzen sind.

Cassel ben 23. September 1899.

Der Regierungs-Prüsident.

J. V.: gez. v. Bremer.

Sl^ötkvers ^bartaxu

Bekanntmachungen des Oberbürgermeisteramtes.

Bekanntmachung.

3'/» % Anleihe der &tabt Hanau vom

31. Dezember 1836.

Ziehung am 28. September 1899.

Auszahlung am 31. Dezember 1899.

Lit. A. Nr. 5/ 137 ä 500 sl.

B. 26, 162, 208, 276, 354, 484, 539, 665,

Wird hierdurch zrw öffentlichen Kenntniß gebracht. Hanau den 5. Oktober 1899.

Der Magistrat.

Dr. Gebes ch u s.

15938

915, 1026' a 100 fl. Hanau den 2. Oktober 1899.

Der Magistrat.

Dr. Gebeschus.

15934

Anleihe der Stadt Hanau.

Ziehung am 28. Septeinber 1899, Auszahlung am 31. März 1900.

1 I Anleihe vom 89. September 1889. (Privilegium vom 30. Juni 1880 I. Reihe zu 4° o XIX. Ziehung). Lit. A. Nr. 67, 94, 105, 153 ä 1000 M.

Betanntmachung.

Wir nehmen Veranlassung, an die Einwohnerschaft das dringende Ersuchen zu richten, sich bei vorkommenden Trauer­fällen stets direkt nicht. durch Vermittelung der Todten- frauen oder anderer Personen an den Leichenkom- mifsar Herrn Roetzsch (im Bureau des König­lichen Standesamtes) zu wenden, da nur in diesem Falle die städtische Begräbniß-Anstalt für sorgfältige und exakte Funktionirung der Begräbniß-Einrichtungen garan- tiren kann.

Wir machen zugleich ausdrücklich darauf aufmerksam, daß in den für die Beerdigungen festgesetzten Taxen sämmtliche Kosten einschließlich der für den Sarg enthalten sind und das; es allen Angestellten der Begräbnist-Anstalt bei Strafe sofortiger Entlassung verboten ist, für ihre Dienstleistungen Trinkgelder irgend welcher Art von den Leidtragenden zu bean­spruchen oder anzunehmen.

Hanau den 5. Oktober 1899.

wird die letztem nicht auf den Scheiterhaufen kriegen, sondern dafür Sorge tragen, daß sie trotz aller abweichenden Meinungen dem Parteiverbande ihre werthvolle Mitarbeit auch fernerhin zuwenden können.

Zwar würde eine solche Duldsamkeit den Theoretikern gegenüber, welche die Grundsteine des sozialistischen Pro­gramms durcheinander geworfen haben, das Geständniß in sich schließen, daß der ganze Formelkram, mit welchem derwissen­schaftliche" Sozialismus sich umgeben hat, thatsächlich nur als ein äußerer Aufputz angesehen wird. Was thuts, die führendenGenossen" wissen genau, daß ihren revolutionären Zielen durch den Widerspruch der Bernstein und Konsorten keine ernste Schädigung zugefügt wird. Der Haß gegen die bestehende Gesellschaftsordnung und das brennende Verlangen derselben ein Ende zu machen, sind in den scheinbar Abttünnigen ebenso lebendig, wie in den Säulen der Partei, die für die Unfehlbarkeit der Marxistischen Lehren mit Feuereifer eintreten. Daher haben die bürger­lichen Parteien keine Veranlassung, bem Parteitage in Han­nover eine gewichtige Bedeutung beizumessen. Bei einem Sturm gegen die vernunftgemäßen sozialen Ordnungen werden dieGenossen" allesammt in geschlossener Phalanx hinter der rothen Flagge des Umsturzes einhermarschiren. Welche Früchte die sozialistische Bewegung auch zeitigen mag, das den Gegenwartsstaat bedrohende Ziel bleibt ohneGenossen" gemeinsam und unverändert bestehen.

ii

H

B.

C.

II

II

2, 35, 199, 228, 240, 305 ä 500 M.

8, 27, 43, 56, 67, 110, 237, 310, 437, 443, 501, 522, 642, 651, 717, 743 ä 200 M.

Rückständig: Lit. C. Nr. 317 und 613 ü 200 M.

II Anleihe vom L April 1888. (Privilegium vom

30. Juni 1880 II Reihe zu 30i °/o (X. Ziehung). Lit. A. Nr. 1, 47, 128 ä 1000 M.

w

B. 103, 123, 173, 288 ä 500 M.

C. 94, 102, 182, 274, 336, 358, 473, 629, 638 und 731 ä 200 M.

Rückständig: Lit. A. Nr. 65 ä 1000 M. und Nr. 98 ä 200 M.

Hl. Anleihe vom 1. Oktober 1889 II.

zu 3'/, °/o (X. Ziehung).

Lit. A. Nr. 103, 106, 149 ä 2000 M.

Lit. C.

Serie

Der Magistrat.

Dr. Gebeschus.

15937

DicM«aScW« aus dem Kreise.

Gefunden: I Zollstock.

Vom W äsen meist er am 10. d. Mts. eingefangen eine gelbe dänische Dogge, m. Geschl.

Hanau am 11. Oktober 1899.

B. 173, 281 ä 1000 M.

C. 229, 241, 304, 397 ä 500 M.

D. 304 ä 200 M.

Rückständig: Lit. 0. Nr. 291 i 500 M. und

M

II

Lit.

B.

Nr. 223 ä 1000 M.

IV Anleihe vom 1. Oktober 1889 I. Serie

3*/i °/o (VIII. Ziehung).

Lit. A. Nr. 9 ä 2000 M.

zu

B. 33, 63, 99 ä 1000 M.

C. 55, 164 ä 500 M.

D. 90, 127 ä 200 M.

Rückständig : Lit. C. Nr. 150 ä 500 M.

V Anleihe vom 21. Juni 1898 3»/- °/°

(I. Ziehung).

Lit. A. Nr. 34, 134, 175, 220, 270, 287 ä 2000 M. 101, 200, 232, 236, 254, 312, 344, 369, 398 ä 1000 M. 45, 46, 277, 294, 305, 344, 414, 4t4, 545, 580, 582 ä 500 M. 95, 101, 211, 260,. 317, 327, 343, 461, 469, 472, 546, 618, 668,

M

B.

C.

D.

n

n

w

Hanau den

ä 200 M.

2. Oktober 1899.

Der Magistrat.

Dr. Gebeschus

418,

447, 746

15933

Auf Veranlassung des Herrn Ministers für Handel und Gewerbe mache ich darauf aufmerksam, daß in Carl Heymanns Verlag, Berlin W., Mauerstraße 44, außer dem Musterstatut für Junutzgs-Krankenkassen auch Musterentwürfe,zu Neben­statuten für Jnnungsschiedsgerichte, Melster-Krankenkagcn und

Bom sozialdemokratischen Parteitage.

DasVolksparlament", wie die Sozialdemokraten ihren alljährlichen Parteitag gern nennen hören, ist wieder einmal in Hannover zusammengetreten. Mit bem üblichen Aufwande phrasenreicher Rhetorik hat derVorwärts" die Zusammen­kunft zu einer ungeheuer wichtigen Veranstaltung aufgebauscht, die Parteigenossen in Hannover haben am Sonntage den da­selbst eingetroffenen Delegirten einen festlichen Empfang be­reitet, dann ist mau an die Arbeit gegangen. Beim Beginn der ersten Sitzung (am Montag) hat derGenosse" Singer die ausländischen Gäste willkommen geheißen, welche letztern in ihren Antworten über den Stand der sozialistischen Be­wegung ihrer Länder berichteten. Dr. Adler aus Wien überbrachte Grüße auch von dem slavischen Proletariat, das den deutschen Sozialdemoftaten sich eng verbunden fühlt. Ein holländischerGenosst sprach von der Uebernnnbung der reaktionären Bourgeoisie in seiner Heimath, ein Schwede beklagte die angebliche politische Entrechtung der schwedischen Arbeiter.

Hierauf wurde am ersten Tage, wie das sozialistische Centralorgan sich ausdrückt,eine erstaunlich umfassende Aufräumungs-Arbeit" geleistet. Die Berichte des Vorstandes, der Kontroleure, der Reichstagsfraktion wurden kurzer Hand erledigt. Zu ziemlich heftigen Auseinandersetzungen bot die vom Vorstände verfügte Nichtaufnahme der Verurteilung der Löbtauer Bauarbeiter in die bekannteMärtyrer-Liste" des Vorwärts" Veranlassung.Die Rüffelung des Partei- Vorstandes hatte mit der ihm eigenen Vehemenz Genosse Ledebour übernommen" lesen wir imVorwärts." Die Mehrzahl der Redner war auch der Meinung, daß die Ein- reihung der Löbtauer Krawallmacher in die sozialdemokratische Ehrentafel hätte erfolgen müssen, schließlich hielt man aber die Angelegenheit mit der Aussprache für abgeschlossen.

Wie man hieraus sieht, sind dieGenossen" bisher ziemlich zahm gewesen. In der Parteipresse wird ihnen nachgerühmt, daß sie ein Bild schönster Harmonie dargeboten hätten. Die Erörterung der int sozialistischen Lager zu Tage getretenen scharfen Gegensätze steht aber noch aus. Bei dem Streit um dieBernsteinerei" werden die Geister zweifellos einander tüchtig in die Haare fahren. Dennoch läßt sich schon jetzt voraus sehen, daß zuguterletzt der Parteitag in

Tsgesschau.

Aus Serbien

wird uns vom 10. b. Mts. berichtet: ^Anläßlich der Adreß- debatte in der gestrigen Sitzung der skupschtina hielt der progressistische Deputirte Popowitsch eine Rede, worin er nach seiner Ansicht die wahren Beweggründe des Attentats und Komplotts besprach, für die er die Verantwortung der russischen Presse und der serbischen Presse Ungarns zuschrieb. Der Ministerpräsident wies die Ausführungen des Redners energisch zurück und erklärte, die russische Presse repräsentire keineswegs die öffentliche Meinung Rußlands ober der russischen Regierung. Der Ministerpräsident kam sodann auf die serbische Presse Ungarns zu sprechen, wobei er gleichfalls die ungarische Nation und die ungarische Regierung ver­theidigte. Damit war der Zwischenfall geschlossen. Die Skupschtina nahm darauf einstimmig die Adresse au, die in allen Punkten die in der Thronrede entwickelten Ideen billigt und die loyale Besinnung der Skupschtina gegenüber der nationalen Dynastie Obrenowitsch betont. Die Adresse brand­markt in Ausdrücken der größten Entrüstung das Attentat und das Komplott, gedenkt der unvergeßlichen Verdienste des Königs Milan um das Vaterland und drückt Bedauern über die ungerechtfertigte agressive Haltung eines Theiles der aus­wärtigen Presse aus." Ferne/verspricht die Skupschtina, die Aufgaben der Regierung im Geiste des Regierungsprogramms des Königs zu unterstützen. Die Adresse wurde vormittags von mehreren Deputirten dem König Alexander überreicht, der von Neuem den festen Entschluß ausdrückte, nichts an dem jetzigen politischen Regime ändern zu wollen. Dann begaben sich die Deputirten zu König Milan, um ihn zur Errettung zu beglückwünschen.

Politische und unpolitische Nachrichten.

(Depeschen-Bur eau .Herold ).

Berlin, 10. Oktbr. (Spieler-Prozeß). In der heutigen Sitzung sagte Graf Königsmarck auf Verlangen der Vertheidigung aus, daß Herr von Manteuffel von ihm genaue Auskunft über die Vorgänge im Klub verlangte und daß er ihm gesagt habe, er hätte von oben den Auftrag, möglichst scharf und schroff gegen den Klub der Harmlosen vorzugehen. Er theilte dem Zeugen auch mit, daß in demselben falsch ge­spielt worden fei. Auf eine weitere Frage seitens der Ver­theidigung erklärt der Zeuge, daß er vou Herrn von Man­teuffel bie Vertheidigungsschrift zur Einsicht erhalten habe. Hierüber kommt es zu einer lebhaften Auseinandersetzung zwischen Vertheidigung und Staatsanwalt, in der Erstere Letztere beschuldigt, in unzulässiger Weise Herrn von Man­teuffel die Pertheidigungsschrift ausgefolgt zu haben, während die Staatsanwaltschaft ihrerseits der Vertheidigung vorwirft, die Anklageschrift gedruckt uud den Zeugen zu ihrer Infor­mation zugestellt zu haben. Sodann werden verschiedene Portiers und Kellner aus ben Spiellokalen vernommen, in welchen die drei Angeklagten verkehrfhabe«. Bemerkenswerth ist hierbei die Feststellung, daß thatsächlich im Viktoria-Hotel