7. Oktober
* Einjahrig-Freiwillige. Beim hiesigen Infanterie- Regiment Nr. 166 wurden 26 Einjahrig-Freiwillige eingestellt, zur Entlassung gelangten im Oktobertermin 18, von denen 3 zu Unteroffizieren befördert wurden.
* Der Gesangverein „Sumser" veranstaltet am Sonntag den 22. Oktober einen Familienabend in der „Cen- tralhalle". Wir machen schon jetzt darauf aufmerksam mit dem Bemerken, daß eine Liste zum Einzeichnen in Zirkulation gesetzt ist, auch sind Eintrittskarten bei den Mitgliedern zu haben.
* Herrenabend. Heute Abend feiert der Gesangverein „Germania" in der „Centtalhalle" sein Stiftungsfest durch einen Herrenabend. Das Programm ist ein reichhaltiges und dazu angethan, einige genußreiche Stunden zu sichern.
* Stadttheater. In der morgigen als Nachfeier zu Goethes 150jährigem Geburtstag stattfindeuden „Faust"- Vorstellung mit dem vorausgehenden, hier noch nicht gegebenen Prolog im Himmel sind die Hauptrollen wie folgt besetzt: Faust: Herr Becker — Mephisto: Herr Sitte — Margarethe: §rL S teinbrück — Martha: Fr. Hantke — Valentin: Herr Schmith — Schüler: Herr Krön — Wagner: Herr Heinich. Wegen der Länge der Aufführung beginnt die'Vorstellung ausnahmsweise um 61/« Uhr.
* Anustnotiz. Die neu arrangirte Oktober-Ausstellung in den Hermes 'schen Kunstsälcn zu Frankfurt a. M. enthält in erster Linie eine Kollektion von 28 Gemälden des bekannten belgischen Meisters Franz C o u r t e n s- Brüssel, ferner 11 Werke von Arthur Kampf-Berlin und 8 Gemälde von Anton Bürger. Vertreten sind außerdem die meisten unserer ersten Künstler wie Hans Thoma, Lcnbach, Fritz Thaulow, Franz Stuck, Arnold Böcklin, Defregger, Dietz, Kaulbach, Liebermann, Löfftz, Max, Menzel, Schönleber, Trüb- ner, Uhde, Vautier rc. rc.
* Ehrengeschenk. Aus Anlaß des Scheidens des früheren Oberpräsidenten der Provinz Hessen-Nassau, Excellenz Magdeburg, aus seinem seitherigen Wirkungskreise haben die ihm ehedem unterstellten Beamten beider Regierungsbezirke der Provinz zur bleibenden Erinnenmg an die allseitige Verehrung, die der Scheidende bei ihnen genossen, ein Ehrengeschenk gestiftet, zu welchem der Direktor der hiesigen Zeichen-Akademie, Herr Prof. Wiese, den Entwurf und die Modellirung geliefert hat. Das Ganze umfaßt symbolische Figuren: den Casseler Herkules und die Germania, rechts und links die Flüsse Fulda und Rhein. Die Silberarbeit ist in der Silberwaarenfabrik der Firma I. D. Schleißner Sohn e, die Marmorarbeit, zu der naffamscher Marmor verwendet ist, in der Bildhauerei Adelmann gefertigt. Das Kunstwerk ist heute den ganzen Tag und morgen Sonntag bis 12 Uhr im Komptoir der Firma J. D. Schleißner Söhne zur Ansicht ausgestellt.
* Seltenheit. Ein mit reifen Früchten dichtbesetzter Himbeerstrauch aus dem Garten des Herrn Gastwirths Kraft wurde uns heute vorgezeigt.
* Erschossen. In seiner Wohnung erschoß sich gestern Abend ein junger Kaufmannslehrling. Momentane Geistes- gestörtheit wird als Grund der That angesehen.
* * Wachenbnchen, 7. Oklbr. Der Schreckensruf „Feuer" durchgellte heute Morgen gegen 9 Uhr unsern Ort Wachenbuchen. Bis die Bewohner sich aufgerafft hatten, schlugen schon hohe Flammensäulen aus der Scheune des Schmieds Kaspar Stein in der Nähe der Wirthschaft „zur Reichskrone", der sich gerade in Hanau auf dem Markt befand. Das tückische Element hatte sich alsbald auch der nebenan stehenden Scheuer des Landwirths Wilhelm Schäfer mitgetheilt und legte beide Gebäude, bis hoch runter die Firsten mit Fruchtvorräthen-gefüllt, in Asche. Das Feuer, das in den riesigen Fruchtvorräthen, insbesondere aber auch durch den herrschenden, zeitweise sturmartigen Wind, reichliche Nahrung fand, verbreitete sich mit so unheimlicher Schnelligkeit, daß es nur mit genauer Noth noch gelang, das Vieh, das schon fürchterlich'zu toben anfing, zu rettender kolossalen Hitze wegen keine Kleinigkeit. Bis gegen Mittag war die Gefahr wenigstens insoweit beseitigt, als das Heuer auf die beiden ergriffenen Scheunen beschränkt geblieben war und das Hauptaugenmerk auf die in Gefahr schwebenden Nachbargebäude gerichtet werden konnte. Von dem reichen Erntesegen konnte auch kein Halm gerettet werden, alles nel den Flammen zum Opfer. Kur; nach dem Ausbruch des Heuers wurden die drei Kinder des einen der Abgebrannten aus der Scheune gejagt und wahrscheinlich hat man hierin auch wieder einmal die Ursache des Brandes zu suchen. Die Abgebrannten sollen versichert sein. Dem thatkräftigen Eingreifen der Feuerwehren von Wachenbuchen, Mittelbuchen, Bischofsheim und Hochstadt, welche — auch diejenigen aus den Nachbarorten — alsbald zur Stelle waren, ist es zu verdanken, daß das Feuer nicht größere Dimensionen annahm. Der Brandgeruch war weithin bemerkbar.
Langenselbold, 6. Oktbr. Vorigen Sonntag feierte das Peter Wacker'sche Ehepaar dahier in bester Frische die goldene Hochzeit. Herr Pfarrer Hufnagel brächte dem Paar unter Dank für Gottes gnädige Führung den Glückwunsch der Kirche dar; außerdem erhielt das Jubelpaar die übliche Ehrengabe. Es ist dies für das laufende Jahr schon die dritte goldene Hochzeit in unserem Orte.
Hanauer Anzeiger
Die städtische Bibliothek
Bangertstraße 2, erster Stock, ist Sonntags, Mittwochs und Samstags von 11 bis 1 Uhr zur kostenfreien Benutzung für das Publikum geöffnet.
Gesammtkataloge sind zu 1.20 Mk., die neuesten Nachträge Nr. 15 und 16 zu je 20 Pfg. in der Bibliothek zu haben.
Marktbericht.
Hanau, 7. Oktober. (Lebensmittelpreise.) Hülsenfrüchte: Bohnen, 30—36 Pfg., Erbsen 30—38 Pfg., Linsen 40—48 Pfg. das Doppelliter; Geflügel: Tauben, das Pärchen 70—90 Pfg.; ein alter Hahn 1,20—1,50 Mk.; ein junger Hahn 90 Pfg. bis 1,40 Mk.; ein Huhn 1,20 bis 1,40 Mk.; eine Ente 1,80—2,50 Mk.; eine Gans 2,80—3,50 Mk.; Fische: gewöhnliche Sorte 25—30 Pfg., bessere Sorte 45—50 Pfg., Aal 90 Pfg. bis 1,10 Mk., Hecht 1,10—1,20 Mk., Bresem 60—70 Pfg., Barben 60 bis 70 Pfg., Barsch 50—70 Pfg. — 1» kg; Gemüse: Merrettig die Stange 15—25 Pfg., Blumenkohl das Stück 30—60 Pfg., Kopfsalat das Stück 8—10 Pfg., Endivien das Stück 6—10 Pfg., Rettig das Stück 3—5 Pfg., Ober- Kohlrabi das Stück 3—5 Pfg., Unter-Kohlrabi das Stück 10—12 Pfg., Wirsing das Stück 10—15 Pfg., Weiskraut das Stück 10—15 Pfg., Rothkraut das Stück 15—25 Pfg., Sellerie das Stück 10—15 Pfg., gelbe Rüben das Bund 8—10 Pfg., neue Bohnen die Portion 20—30 Pfg., Braunkohl die Portion 20—30 Pfg., Rosenkohl die Portion 40 bis 50 Pfg., Schwarzwurzeln die Portion 30—40 Pfg., Spinat die Portion 25—30 Pfg., Schmalzkraut die Portion 15—20 Pfg., Kartoffel das Doppelliter 9—12 Pfg.; Obst: Trauben das l/i kg 30—50 Pfg., Aepsel das Pfund 10 bis 20 Pfg., Birnen das Pfund 15—30 Pfg., Zwetschen das Hundert 40—50 Pfg., Nüsse das Hundert 30—50 Pfg., Pfirsiche das Stück 8—10 Pfg., Citronen das Stück 8—10 Pfg., Paradiesäpfel das Stück 5—6 Pfg.; Verschiedenes: Butter das Pfund 1,25—1,35 Mk., Käse das Stück 4—5 Pfg., Eier das Stück 8—10 Pfg., Zwiebel das Doppelliter 22—24 Pfg., Welschkorn das Doppelliter 24—26 Pfg., Radieschen das Bündel 5—10 Pfg., Kastanien das 1, kg 35—40 Pfg.; Weizenmehl 1. Sorte 20 Pfg., 2. Sorte 18 Pfg., 3. Sorte 16 Pfg., 4. Sorte 14 Pfg. — Vs kg; Stroh 2—2,20 Mk. und Heu 3—3,20 Mk. = 50 kg; Buchenholz der Meter 10,75 Mk. Eine Spansau 6—8 Mk.
Uereinsnachrichten
für Samstag den 7. Oktober.
Gesangverein Germania : Stiftungsfest (Herrenabend) in der „Cen- tralh^lle".
Klub .Amieitia": 2. Stiftungsfest (Abendunterhaltung mit Ball) im . Deutschen Haus .
Christlicher Arbeiterverein: VereinSabend und Mitgliederaufnahme im Vereinslokale zum »Elephanten".
Turngemeinde: Kurturnen und Voiturnerüunde.
Evang. Männer- und JünglingSverein: Unterhaltung und Sparkasse (Evonp. Vereinshaus)
Verein „Einigkeit": VereinSabend in der »großen Krone".
Kasino „Eintracht" (VereinSlokal .Goldne Gerste"): VereinSabend.
Athletenklud .Germania": Vereinsabe d (Restauration Wagenbach, Poradeplor)
Fußbatklub .Likioria": VereinSabend im Schvarzen Bären".
für Sonntag den 8- Oktober.
Erster Hanauer Fußballklub 1893: Nachmittags Z Uhr: Uebungsspiel.
Barometerstand
am 6./10. 7./10.
mittags 12 Uhr Sehr trocken Beständig Schön Veränderlich
Regen (Wind)
Viel Regen Sturm
Wetterbericht.
Voraussichtliche Witterung: Zunächst noch unbeständiges trübes Wetter mit zeitweisen Niederschlägen.
Aus der Provinz und Nachbargebieten.
Fulda, 6. Oktbr. Nachdem am Dienstag die eine Batterie der zweiten Abtheilung Feld-Artillerie-Regiments Nr. 47 mit der Bahn hier angekommen, ist gestern Vormittag gegen 11 Uhr nun auch noch die andere Batterie aus Cassel auf dem Marsche in ihrer neuen Garnison Fulda eingetroffen. Es mag der Batterie als ein erfreuliches Zeichen des Wiü- kommen erschienen sein, daß chr viele Fuldaer zum Gruße entgegen gegangen sind und sie in ihr neues Heim geleiteten. Vor dem „Leipziger Hof" war eine Guirlande mit einem Kranz über die Straße gezogen und außerdem erwies die Genossenschaftsbrauerei „Tivoli" der eingehenden Batterie noch dadurch eine zarte Aufmerksamkeit, daß sie derselben aus bestem Faß den Ehrentrunk reichen ließ, der gerne ange nommen wurde.
O Offenbach a. M., 6. Oktbr. In der heutigen Sitzung der Stadtverordnetenversammlung wurde über die
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Erwerbung des in der Gemarkung Offenbach liegenden F ü-t^ li ch Jsenburg'schen Besitzthums verhandelt. Ueber das Ergebniß der nicht öffentlich stattgefundenen Berathung konnte nichts in Erfahrung gebracht werden, da die Versammlung Geheimhaltung beschlossen hat. — In der gleichen Sitzung wurde die Errichtung eines Elektrizitätswerkes beschlossen.
>f< Grotz-Tteinheim, 6. Oktbr. Herr Lehrer Gieles in unserer Nachbargemeinde Klein-Auheim zog sich unlängst während des Unterrichts im Schulsaale beim Wegtragen eines Tafelgestells eine unbedeutende Verletzung am Unterleibe zu,' welcher er keine weitere Beachtung schenkte. Die Sache verschlimmerte sich indessen dermaßen, daß sich Herr Gieles neuerdings im Krankenhause zu Hanau einer schwierigen Operation unterziehen mußte. Dieselbe nahm zur Freüde der ganzen Gemeinde einen günstigen Verlauf. Hoffentlich kann der beliebte Lehrer bald zu seiner Familie zurückkehren.
^ Vom hessischen Main, 6. Oktbr. Daß auch am Postschalter „Ruhe des guten Bürgers erste Pflicht ist", mußte unlängst der bekannte Handelsmann K. K. II. zu S. an sich selbst erfahren. An einem schönen Sommermorgen machte derselbe nämlich am Poftschalter zu S. seinem gepreßten Herzen dermaßen Luft, daß Nachbarsleute vermuthetest, in den friedlichen Räumen des Postamtes seien Streitigkeiten ausgebrochen. Der überlaute Mann wurde wegen Ruhestörung mittelst Strafmandats zu 10 Mk. Strafe verurtheitn— Infolge erhobenen Widerspruchs sollte gestern am Schöffengericht die Sache abgeurtheilt werden. K. aber zog aus wohlerwogenen Gründen unmittelbar vor dem Termin den Einspruch zurück und brächte damit zahlreiche Neugierige um den Genuß einer interessanten Gerichtsverhandlung.
Aus aller Welt.
Von ihrem Kammerdiener ermordet wurde eine ungefähr 50jährige, anscheinend reiche Spanierin, die in
Für das vierte Quartal werden noch täglich Bestellungen auf den Hanauer An^tgrr
welcher
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