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Einrkckuug-» gebühr

für Stadt- und Land­kreis Hanau 10 ^ die ^gespaltene Garrnond- zeile oder deren Raum, für Auswärts 15 ^.

Im Reklamentheil die Zeile 20 ^, für Auswärts 30 ^.

S^~ Amtliches Organ für StaSi- unö Lanökreis Hanau.

10 4. Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Nr. 226.

Mittwoch den 27. September

1899

Amtliches.

^attöUrei^ ^banau. kekauntmachungeu des Königlichen Landrathsamtes. In Birstkin und in Großenhausen (Kreis Gelnhausen) ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen.

Hanau am 25. September 1899.

Der Königliche Landrath.

V. 9766/67 v. Schenck.

SÜDAFRIKA

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Die Herren Bürgermeister und Gutsvorsteher der an das -Großherzogthum Hessen grenzenden diesseitigen Gemeinden und Gutsbezirke mache ich hiermit auf meine Kreisblatt-Ver- sügung vom 18. Juli 1884 V. 6307 aufmerksam, wonach die diesjährige gemeinschaftliche Begehung der Landeshoheits- grenze am 8. Oktober fiattzufinde» hat.

Ich ermche Sie, mit den betrefs.nden Großherzoglichen Bürgermeistereien über Stunde des Beginns des Grenz- begangs und den Ort der Zusammenkunft rc. rechtzeitig ius Benehmen zu treten und entweder selbst oder durch Entsendung des Beigeordneten (Schöffen) den Termin wahrzunehmen.

Das gemeinschaftlich aufzunehmende Protokoll über die bei dem Greuzbegaug bemerkten Mängel ist nebst der Gebühren- Liquidation bis zum 6. Oktober er. hierher einzureichen.

Hanau am 21, September 1899.

Der Königliche Landrath.

V. 9654 v. Schenck.

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Die Herren Bürgermeister werden hiermit veranlaßt, innerhalb 14 Tagen anzureizen, welcher Erlös an Gemeindeobst im Jahre 1899 in die Gemeindekasse geflossen ist.,

Hanau am 25. September 1899.

Der Königliche Landrath.

V. 9778 v. Schenck.

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DiclipmchrWen aus dem Kreise.

Zugelaufen: Ein junger weißer Hahn.

Verloren: Ein Gebund Schlüssel (2 Stück) an einem

Die Zustände in Süd- Afrika erregen gegen­wärtig die ernsteste Auf­merksamkeit aller Politiker. Es kommt hinzu, daß die Frage des Besitzes der Delagoa-Bai ihrer Eut- scheiduvg entgegenzugehen scheint.

In unserer beistehen- den Karte ist eine Ueber­sicht über die Besitzver- Hältniffe ganz Süd-Afrikas gegeben, welche sowohl Deutsch - Südwest - Afrika als auch noch den süd­lichen Theil der, portn- giesischen Kolonie an der afrikanischen Westküste, Angola umfaßt, im Norden bis zu den südlichen Ge­bieten des Kongostaates und Deutsche Ost-Afrika hinaufreicht, im Osten ganzPortugicsisch Mozsm- biqae sowie weiter die inneren Gebiete Süd- Afrikas, die stch im eng­lischen Besitz befinden, dar- stellt. Durch die mit verschiedenartigen Sig­naturen gezeichneten Um­grenzungen der einzelnen Gebiete treten dem Leser die Besitzverhältniffe in Süd-Afrika sofort deut­lich vor Augen.

Die Tetagoa - Bai nähert sich am meisten der Ostgrenze Trans­vaals und von der Stadt Lorenzo - Marques auS führt bekanntlich eine zum

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Bom Wasenmeister am26.d.Mts. eingefangen: . ,

Ein weißer glatthaariger Spitz und ein weißer Foxterrier mit großen Theil mit deutschem Kapital gebaute Bahn nach Trans- braunen Abreichen, beide m. Geschl. vaal hinein. Diese Bahn sowie der Hafenort bilden das

braunen Abzeichen, beide m. Geschl.

Hanau am 27. September 1899.

bgebreuswerthe Object für England, und es ist wiederholt schon gemeldet werden, wenn auch noch nicht bestätigt, daß Portugal die Delagoa Bai an England verkauft habe.

Die vorl andenen Schwierigkeiten sind dabei zum großen Theil auf nicht nmür! che Entwicklung der Verhältnisse in dem

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Burenstaat selbst zurückzuführen, auf das Aufkommen einer Minenindustrie neben neben den ackerbautreibenden Buren, auf die die lediglich auf die Letzteren zugeschnittene Ver- fassung der Republik nicht mehr paffen will uud die darum auch auf die Dauer gegenüber dem rasch anwachse-rde» Element, des in der Mineoindustrie seine Beschäftigung findet, kaum ohne tiereingreifende V-rän'erungen aufrecht erhalten »erben kann.

HW iUeton;

Forschiingsrciscnde einst und jetzt.

Eine Skizze zum tuterrotioualen Geotzrophen-Kougreß in Berlin, 28. September 4. Oktober.

Von Reinhold Drechsler.

(Nachdruck verboten.)

Vom 28. September bis zum 4. Oktober werden in der deutschen Horpistadt die Geographen aller Länder tagen und berathen. Aus raheliegenden Grünten bringt das Publikum ihrem Kongresse eine besondere Theilnahme entgegen: nimmt doch die Erde, unsere große Mutter und Ernährerin, das Inteleffe natürlich in h-rvorrog ndem Maße in Anspruch und ein Jeder versteht und würdigt das Streben, sie immer mehr und mehr vollständig kennen zu lernen. Freilich Hat die heutige Erdforschung ein ganz anderes Aussehen, als die der alten Tage; sie trägt nicht mehr einen extensiven, sondern einen intensiven Charakter. Die schönen Zeiten sind lange vorüber, da die Galeonen in ungern sie Meere ans- segelien und mit märchenhaften Nachrichten von neuen Ländern, neuen Menschen heim kehrte». Unsere Erde ist heute ihrer Gestalt nach fast vollständig bekannt; nur an den Polen können allenfalls noch neue Länder entdeckt werden (wofür aber am Nordpol wenigstens die Wahrscheinlichkeit auch sehr gering ist), und die Zahl der bekannten »weißen Stellen" auf der Karte rimmt rapide ab. Die Zeit steht in nicht zu ferner Aussicht, wo ein Reisen im alten guten Sinne gar nicht mihr nöglich sein wird, weil die Eisenbahn und der Telegraph, und mit ihnen die ganze Organisation des modernen Touristenverkehrs, auch die entlegensten Ge­biete erreicht haben wird, wie sie und ja heute schon in das Innerste jenes dunklen ErdtheilS begleiten, dessen Besuch

heideigesührt. Erinnern wir uns nur, saß eS z. B. noch nicht viel mehr alS ein Jahrhundert her ist, daß Rügen so- zssas,e« entdeckt wurde, und daß Försters klassische Ansichten vom Niederrhein rc. Gegenden behandeln, die heute Jahraus Jahrem n»n dem große» Haufen der genuinen Touristen afg klappert" werden. Nun, die Erde muß sich, drehen, und Hente sind wir wieder so weit, daß der wiffenschaftliche Reisende ebenso gern und mit gleichem, vielleicht oft uoch größerem wiff-nschaftlichem Erfolge die allbekannten Bezirke besucht, sie die ,Mischen Länder, über die unsere Kenumiß nach große Lücken aufweist. Selbst für den engsten Bereich der Heimach haben DiSz plinen, wie die Authropologie, die Volkskunde rc. neue Probleme arfzerollt, und Alfres Kirch- hoff tat einen wiffenschaftlichen Führer für die Herauigegebr», die sich diesen beschertenen, aber höchst werihvollcn Srudien widmen.

Entsprechevd den veränderten Aufgaben sind auch die Änforberungeu, die man einst vnd jetzt an den ForschungS- reisenden stellte oder stellt, total gewandelt. Der ForschungS- reisende des MittelalterS war der «iff'-nar ober vor allem d:r Kaufmann, wie been überhaupt lauge vor dem rein wisset schriftlichen Antriebe die auri sacra fames das treibende Motiv bei d» Reiseunternehmungen war, das z. B. Eo- lumkus räch dem erträumten Soldlarde steuern ließ und die Bewührngen um die Entiectuxg der nordwestlichkn Durch­fahrt leitete. Den Berichten dieser Reisenden lag dann der Gederke ganz vnd gar fern, die Beschreibung deS Den ihnen bereisten "Gebietes räch allgemeinen Gesichtspunkten varzu- nehmen, in dem Besonderen ihrer Beobachtungen das Typische zu suche» und sie mit den Mitth-ilvvgen Anderer zu vergleichen. Sie erzählten einfach chronologisch, waS sie gefeten und erlebt hatte«, und das davn freilich oft mit hinreißender Gluth und Anschaulichkeit, wie z. B. Marco Polo, wenn er von Quinsay, der großen Haupt-

roch vor 50 Jahren dem Ratenden wahr schern l cken Tod bedeutete. Eo rat in der n mst » Zeit die Entdeckerlauf- bahn, die Laufbahn deS Forschungsreiserden an Glanz ver­loren ; selbst ein Nansen hat von seiner kühnen Polarfshrt keine Ergebnisse mitgebracht, die dem Laien sich mit einem Schlage fest und für immer efrpefy.cn, ihm die ganze Be­deutung der Leistung des Forschu; gsreisenden klar vor Augen stellen kurz: sensationell sind, wie es die Ent deckungen des Columbus, des Ccok u. s. w. waren. Solche sensationelle" Reiseberichte kann heute eigentlich pur noch ein Unglücklicher, wie Lavdor, liefern, der von den Tibetanern gefangen und gemartert wurde und daher ein schaurig-spannendes menschliches Drama, aber wenig w ssen- schaftliche Ergebnisse zu berichten hat, oder ein Lügner, wie der famose Rou^emont, der seine Reiflu auf dem Papier machte.

WaS aber das wiffenschaftliche Reisen sozusagen an exlersivem Glanz verloren hat, des hat es an Intensität gewonnen. Eine Anzahl neuer w-ss nschaftliser Fiagen, ja eine bedentende Reihe ganzer neuer Disziplinen ist aus­getaucht, und die Neuheit und Mannigfaltigkeit der sich stellenden Probleme hat für die geographische W ffenschaft selbst die längst bekannten und anscheinend völlig bearbeiteten Gebiete von neuem interessant und zu reichen Objeklen der wissenschaftlichen Forschungen gemacht. In dieser Hinsicht berührt sich wieder die neueste Zeit der wifsevschastlichen Reisen mit jener alten, in der infolge der noch nicht voll­zogenen Ueberwindnug deS Raumes schon eine u»S hevte als ganz geringfügig erscheinende Reise, wie die z. B., die von einem deutschen Staate in einem anderen, als ein Er- eigkiß und eine Ttzat angesehen und för werth gehalten wurde, sorgfältig beschrieben und dem Publikum mitgetheilt zu werden. Die Umwälzung der Verkehrsmittel hat eben auch in der Geschichte der Forschungsreisen eine völlige Revolution