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Zithrfich 9 ^ |W»rL 4^650^, «ertchährlich 3 X 25 ^ G
Sinrückung». gebühr
für ©labt« und Landkreis Hanau 10 ^ die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum, für Auswärts 15 ^.
Im Reklamentheil die Zeile 20 ^, für Auswärts 30 ^.
Amtliches Grgan für Htaöt- unö Lanökreis Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage
Nr. 221
Donmrstiig den 21. September
1899
Hierzu
„Amtliche Beilage" Nr. 60
Dicufiliachrilhtcn aus dem Kreise.
Gefunden: Ein Stück weißes Stickzeug, eine Rolle weißer Zwirn und ein Klingel weißes Garn. Von der Post hier abgeliefert ein karger Riemen und eine Legitimations- karte für das Miiglwd Adolf Hohe 2. der Krankenkasse der Fabrik Mainkur von Leopold Castella & Co.
Hanau am 21. September 1899.
Ein Amerikaner über Deutschland.
Die Entw ck ung d.r deutschen Wettwocht wird nicht nur von bin Vrterlandsfr!uvden, sondern ebenso von den maß-
das Ente des Jahrhunderts die Werften dieser Städte Schiffe verlosstN würden, jedem ebenbürtig, das in GlaSgow, Belfast oder an der Themse vom Stapel läuft. Dieser wel'politischen Entw cklung Deutschlands entspricht auch die Höhe des von Deutschen im Auslande angelegten Kapitals. Eine obe-flschllche Schätzung ergibt, abgesehen von Staatsanleihen und dergleichen, ungefähr 1,78 Milliarden Dollars.
Noch machtvoller zeigt sich deutscher Scharfsinn und deutscher Unternehmungsgeist im Ausschwvn e des überseeischen
der Stadt begrüßt. Der Präsident des HauptvereinS der Gustav Adolf-Stiftung, Geheimer Kirchenrath Professor Dr. Fricke-Leipjig forderte in seiner einleitenden Rede Achtung deS protestanti cheo Bekenutuiff-S von den k-tholtschen Brüdern. In der ersten öffentlichen Abcudoersammlsrg wurde die Lage der Evangelischen in der Diaspora von mehreren Rednern geschildert. Pfarrer F ldeu-Alderschwriler führte auS: Er komme aus einer 350 Ourdrat-Kilometer großen, 380 Evan- gelische umfessenden G-meiude, die, nur 100 Meter von der französischen Grenze entfernt, mitten in einer streng katholischen Bevölkerung liegend, von den Wohlthaten der evangelischen Glaubensgemeinschaft so gut wie abgeschlossen sei. . Ihr kiichliches Leben sei ein fortwährendes Ringen und
England und Frankreich die ihrige nur verdreifacht beziehungs- Kämpfen. Redner dankt dem Gustav Adolf-Verein, dessen
weife verdoppelt. Innerhalb zweier Jahrzehnte hat Deut'ch- Lubrra best die Verhältniffe in der lothringischen Diaspora,
land zwei bedeutende Mitbewerber auf tandelSpolitischem besonders in den Gemeinden Alberschweiler, Diedevhofen,
Gebiete, die Vereinigten Staaten md Frarkreich, völlig Devtschrod rc. sehr zu Gunsten der Evangelischen gebessert
Hand ls. Mit dem Worte des Kaisers: »Deutschlands
3c sanft liegt auf dem Messer" ist das Reich in eine neue Aera, diejenige Wilhelms II., eingetreten. In derselben Zeit, wo Deutschland seine Handelsflotte vervierfachte, hatten
gebenden Kreisen des Auslandes mit großer Aufmerksau keit ^°7"' ne »8^ «raunn ur° ^""erey, vou g ^em,cyroo rc. f.pr zu «unfre» »er Evangelr chen gibeffert folgt. Wenn auch dies Urtheil Fremder me.stcns durch ^^- 3-tzt kommt es darauf an, diesen Platz zu habe F.st in jedem Jahre entstunden zwer bis drei neue
Mifgurst und Etsersrcht beeil flußt wird, so f hlt es doch behaupten. Kirchen, dagegen fehle eS roch lehr an evvngelrschen Schule»,
nicht an Ausländern, welche ihrer B.wunderung für das/. «.« M™ ^-walr da ür bsitU allem das Vorhanden- deren Bau aus Mangel an Mitteln bisher gescheitert sei. gewal. ge Auwechsm des politischen E nfl ssts und der Wirth- ttn kwer staken Kriegef^te Deutschlaw s Seehandel ha Redner klagte sodann über Mangel an Toleranz aus S-lten
sch stlichen Macht Deut'chlands rückhalttoS Ausdruck geben. %e ?^ -inen Werth von 5 Milliarden Mark der Kwhostkm '« den lothrm^chen G-m^
Diese Stimmen sind selten, feilen umso mehr ins Gewicht,! ^'8 st-M. der Rußlands .inen solchen van 2 Milliarden berichtete Pfarrer Machsmuth-Wehrstad über die Verhältniffe wenn sie von Personen ausgeken, die durch ihre Lebensstel-^^^ von 4,8 Milliarden der Italiens von 1,4 m ber benachbarten hcnnoverschen Diaspora, die ca. 20 Gelang und ihre Erfahrungen den tesontern Beruf zu einem™arben tnb der Englands von 12 8 Milliarden. Und meinten umfaß und jährlich 14000 Mk Aufwand erfordert, sachkundigen Urtheil in sich tragen. Aus diesem G unde be- ^ ^ das deutsche Ruch für seine Krregr flotte nur 122 ES sei roch viel im Hannover sch-nzuth°n s, m Nörieu, merkenSwnth ist für uns eine Knndzebnna des Kon'uls der^Mwicuen Mark ausgeceben, während R.ßllnd dafür 150 Hildeshnm undTwrstrwge«. PastorFliedner-Madrid schilderte nordcmirikmischen Union, des ?enn Memaaban in Chemnitz. Millionen, Frankreich 224 Mill onen, Italien 86 Millionen die Zu-tände in Spanien. Das j tzige Ministerium sei von Offen o.steht er ein daß ilm die Ge'ch chte des wirtMaf- uud England 448 Millionen arg-wendet haben. So steht dem Beichtvater der Königin gebiltret worden, der dadurch zu litten Autichwunaes/n Demschlond feit bim Jahre 1871 wie!^ to' ^^ ö als Haudelssiaar in der Welt den zweiten seinem Amte k-m, weil er der einzige Mönch war, der auch ein Rou an vcrkcmmt. Wir wlllm seine Mührm gen in ^lc^ «nnimmt, in ben Aufweudurgen für die Worte, w.lch- deutsch sprechen konnte. Der Minister des^Krieges in diesem
berufen ist, im gegebenen Augenblicke seine überseiiichcn Ministerium sei jener General, der sein Schwert der Jung- DN jüngsten "üb«,ee'ischln Gwerkurgen des d ntscheu Jrter.ssen zu vertheidigen, hinter allen andern Welthandels- ftau von Arragon weihte, deren Statue nach Ansicht der - - - - ■ - . . - ■ t stoa en, mit Ausnahme von Italien, zurück. Arragovesm vom Himmel gekommen ist. Der Kulturmimster
In diesem Bilde erfcheirt einem unparteiischen Beurtheiler sei ein ausgesprochiner Feind der evangelischen Kirche und
golgmtim guRnnet fasst n:
Reich« s fn b das irtcress nieste diplomatische Ereigniß in
der Gechichte vieler Jahrze nie. Hätten f$ die Hansa-
Üätte s.inerreit auf ein aeeintes, Kolonien erroetfcer.be § ^^ Dinge die deu sche Geschichte der lebten dreißig Jahre, versuche diese mit Dekreten aller A.t zu beschränken. Wie in Deutchland stützn können, dann wäre die Kuliurgeschichte ^ ^Ualt eine btwundernde Anerkenrung der dmt'chen Lothrivgm, so sei auch der spauischen Schuljugend der Haß der ützun beiden Jahrhunderte in Bul n in ebenso hohem Thatkraft, aber euch eine scharfe Vermtheil.ng des Theiles gegen den Piolestantismus eingeimpft w»rdev. Redner schloß Giade rote in London und L vcipool und m hoherm _ , ,
Maße als in Par's und von Napoleon geschrieben worden. $ur See voch immer widerstrebt.
unsers Volks, welcher der Stählung der deutschen Wehrkraft mit der Bitte um rege Unterstützung der spanischen Diaspora. I— Pastor Anth.s Paris schilverte dann die Verhältniffe der ---------- ; Evangelische« in der französischen, Pastor Spröckel biejenigen ^HQt^^^HU. in der westpreußischen Diaspora, worauf die Versammlung
staaten euporgeichwuvfen hat, bedarf des° Kolonialbesitzes/Die diesjährige Hauptversammlung des Gustav auseinanderging.
um seinen Ausfuhrgütern die erforderlichen Absatzgebiete, Adolf-Vereins j Braunschweig, 20. Septbr. Die hier tagende Havpt-
seiner Flotte die nöthigen Stützpunkte gewähren zu können, ist unter starker Betteitr«,nnz iu Braunschweig eröffnet worden.' Versammlung des Gustav Adolf-Vereins hat die Absenkung Ohr e Vorgang in der Gesch chte ist die Entwicklung Sie wurde im Aufträge des Regenten von Braunschweig folgender Huldigungstelegramme beschloffen: Se. Majestät
Deutschlands aus dem Gebiete der Schiff ahrt. Kein Aus-durch den Stsaismtnister Spieß, sowie durch den Präsidenten dem deutschen Kaiser, Serif». Die Hauptversammlung des
läuder, der vor 25 Jahr en Bremen, Hamburg oder Stettin des Landes kor sistoriums, den Bürgermeister Reteoepir im Evangelischen Vereins der Gustav Adolf-Stiftung in Braun-
einen Besuch abg statiet, bat vo-arSsihen können, daß grgm Nimm der ßwbetti d)1 und der protestantisch'« Bevölkerung schme-g aestottet sich auch diesmal, Eurer kaiserlichen und
Ein Staat, d r sich, wie das DevJche Rcich, so schrell auf
einen ler höchsten Plötze in bet R ihe der großen Jndustrie-
um seinen Arsfuhr^ütern die erforderlichen Absatzgebiete,
FentUstsn.
Aus Stockholm.
(Von unserem Spezialberichterstatter)
(Nachdruck verboten.)
Herbststimmung. — Paris und Stockholm. — Kubanischer Pflanzer oder schwedischer Sintzer? — Spielhöllen. — Die Kroupier» an der Arbeit. — Von der Ueberkultnr zur Sozialreform. — Die Dienstboten- schule — Siockholm wird Weltstadt. — Die Reklame. — Ein findiger Kopf. — Ausverkauf. — Ein neuer Stadttheil.
Das helle Grünblau deS nordischen Himmels ist in den letzten Tagen wieder der verwaschenen Eintönigkeit des früh- herbstlichen Regenhimmels gewichen, der nun schläfrig und melancholisch auf E chwedenS Hauptstadt Herniegerglotzt. Der Mast'uwald im Haf-n lichtet sich mehr und wehr, und die Schiffe, die den Sommer über dort gelagert hatten, kehren wieder in ihre heimischen Häfen zurück.
Während sich noch vor etwa vierzig Jahren eine stark antifranzöstsche Bewe, ung bemerkbar machte, deren Führer junge, strebsame Talente, Studenten, Künstler und Litteraten waren, hat Frankreich seit seinen Stilisten im Kriege gegen Deutschland, die Hauptstadt Schwedens mit seinen tausend kleinen Mitteln einer verführerischen Eleganz erobert. Ich will nicht von bin Frauen sprechen, sondern mich ner kurz an die Herren der Schöpfung halten, die man im deutschen Heimathtaude so gern mit dem Kosenamen »Alter Schwede titulirt.
WaS ist z. Z. chic in Stockholm? Um au jour zu sein, hat man ungi stärkte Hemde«, mit breiten, bunten Streife» zu tragen, Kragen und Manschetten dürfen dagegen blendend weiß sein. Die Kravatte muß einen grellen Gegensatz znr Hemdenfarbe bilden, daS Taschentuch hat in der Farbe
der Kravatte ä ntrch zu lern. Die Wtste füllt fort; ein malklifch geschlungener, breiter Lendengürtel nimmt ihren Platz ein. Der Hut ist weiß-grau und führt als Einfess-irg nur ein schmales, schwarzes RippSband. Die Hosen strd im Schnitt nach Art der Seemannshosen, sodaß der Gang flott und frei bleibt, und der so auäfuffiite Mann eher einem kubanischen Pflanzer, als einem schwedischen Stutzer ähmli. Wem eS irgend die Mittel erlauben, der wechselt die Farben der einzelnen Kleiknngsfiücke zugleich, damit daS Bild seines Anzrges immer wechselvoll, neu und anziehend bleibt.
Doch nicht nur die Herrscherin Mode stellt überaus hohe Anforderungen an die Männerwelt, ändern auch das Cp-el, und zwar daS geheime, staatlichve,bolene Hazardspiel. Auch Stockholm hat seine Sp'elhöllkN, tie sich in äußerlich harmlos erscheinenden Eiaklissemenls bifinten. Ein solches Ela- bliffemkvt befinbet sich z. B. in der Malmsftllnats Satan, mitten im C ntrum der Stadt, das den einladenden Namen Djurgarden führt. Durch große Krystall-Doppelthüre» ge langen wir in einen luxuriös eingerichteten Saf6= und Rest aurationSravm, den wir duichmefft«; tarn lefftn wir links den Kegel- w b Billardsaal liegen, steigen ein paar Stufen eine kleine Seitentreppe hinav, wo wir dmch eine niedere, unscheinbare Thür i» rimn matterlevchtelen Raum mit grünlichen Tischen eintreten, — wir befinden uns im Spielraum Trente et quarante und Roulette bilde» die HauptspezieS des Spiels. Mit einer vornehm leichten Haudbewegung ladet der Kroupier zum Spiel ein. Natürlich wird viel Humbug getrieben und »Zufall und Glück^ in der auffälligen Weise von der Welt korrigirt. Die KnupierS spielen, trotz deS strengen Verbote-, sich selbst am Spiel zu betheilige«, fast sämmtlich, jedoch mit der Vorsicht, daß fie endere Personen für fich spielen lassen, deren sie angeblich Geld geliehen haben. So kann man biobachten, daß Persouev, mit dem«
die Kroupiers besonders fltundtich thun, fast durchweg gewinnen, usb zugleich kann man ar ch die Beobachtung mache«, daß diese geroinnettben P rionen sich nur einmal in ein und derselben Kleitung sehen lassen, höchst wahrscheinlich, um bei einem zweiten Mal (trotzdem daS Publikum ständig wechselt) nicht erkannt zu werden. Man zäh t in der schwedischen Harptstadt gegen 45 geheime Spielhöllen, in denen während einer Nacht oftmals wahrhaft füistliche Vermögen rolliren.
Man sieht, daß man in Stockholm sogar mit den aller- nobelsten Paisionen reckt gemüthlich leben sann, wenn einem nur nidt dabei der nervus rerum ausgeht, denn selbst für die fraglichsten Kulturbedürfniffe ist in der weitgehendsten Weise gesorgt. Konzessionen werden jedem Geschmack gemacht und — wenn auch nur im Geheimen! Soweit die Kultur! Doch arch auf wirthlchastlichem und sozialreformatorischem Gebiete bewegt man sich in Stockholm erfreulicherweise mit Riesenschritten vorwärts. So ist bereits seit mehr denn Jahrcssrist in der Uplandsgatan eine Dienstboten Fachschule «richtet. In dieser Anstalt werden theoretische und praktische Lehr.'urse gehalten über die Bereitung der Speisen, Chemie der Nahrungsmittel, Zimmergärtnerei, DekorationS- kebre, HauS- und Handa,Veiten, Gejnudheits- und Krauken- xflege ü. s. w. In bief-r Anstalt wurden in der ersten Hälfte dieses JahreS 151 Schülerinnen unterrichtet, unter denen sich sogar verschiedene bereits staatlich angestellte Lebreriuse« befanden. Alle diese Schülerinnen sind auf die Dauer eines KursuS in drei Familiengrvppen eingetheilt, von denen jede ehwlre Gruppe einen eigenen Herd, einen eigenen ArbeitSti'ch und eigene Geräihschaften besitzt. Jede der 6< Gerinnen wnß sich an allen, selbst an den niedrigsten Arbeiten betheilige«. DaS Kochen der TageSmahlzeiten beginnt jedesmal erst bann, nachdem der für diesen Tag festgesetzte Küchenzettel nach jeder Richtung