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Ehrlich
betreffenden Pustaufichlag.
Die einzeln« Hemmer kostet
Zugleich U
Amtliches Organ für HtaSt- unö Lsnölireis Hanau
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Nr. 218
Montag den 18. September
Hierzu
Amtliche Beilage" Nr. 59
DicnynachriLiell aus dem Kreise.
Verloren: Eine silberne Herreuremontoiruhr nebst kleiner Kette mit der Nr. B. 926.
Hanau am 18. September 1899.
Tagesscha u
Gewerbliche Fortbildungsschulen
EinrückuNg».
gebühr
für Stadt- und Landkreis Hanau 10 ^ dir 4gespaltene Garmond- zeile oder deren Raum, für Auswärts 15 ^.
Jm Reklamentheil die Zeile 20 ^, für Auswärts 30 ^.
1899
jwird, in Vorgängen im Schosße des Ministeci«ms oder ins London, 17. Septbr. Der „Staudard" meldet aus ' der einstimmigen schroffen Beurtheilung deS Pro esses in der Pretoria, Transvaal habe in seiner Antwort keine Zugc- ' ausländischen Presse zu suchen sein. Der warnende Artikel ständnisse gemacht. Die Afrikanders bereiten sich zu einem des „Wiener Fremdeubl." wird i« allen politischen und diplo- hestigm Kampfe vor.
malischen Kreisen Belgrads lebhaft besprochen. Der „Köln. Ztg." wird sogar gemeldet, daß, falls die radikalen Führer
heftigen Kampfe vor.
London, 17. Septbr. Der Äeonnanbsrt von Natal,
Sir Georg White und zahlreiche Stabs-Offiziere sind gestern auf Grund deS vorliegendes nichtigen BeweiSmaterials ver- nach Ssathampts« abqerrist; desgleichen das erste Bataillon urtheilt werden, ein Einschreiten mehrerer Mächte zu gewärtigen
sei. Wie von österreichischer und russischer Seite überein- stimmend behaup'et wird, haben Oesterreich-Ungarn usd Rußland eine erneate nachdrückliche Mahnung nach Belgrad ergehen lassen und auf die Gefahren bingewie e», welche ein-
de- Northumberland Füsiliere, welche in Charts» kämpften,
Der Minister für Handel und Gewerbe hat unterm treten müssen, wenn man sich von Parteileidenschaften zuun- 31. v. Mts. an die Regierungs-Präsidenten einen längeren gerechten strengen Bestrafungen der serbische« OppositionsErlaß, betreffend die Einführung der ortZstatutarischen Schul- führer Hinreisen lassen würde, bezw. die serbische« Behörden Pflicht bei den gew rblichen Fortbildungsschulen, gerichtet. Es für die etwaigen Kosstquenzen eines solchen Vorgehess verheißt darin zum Schluß; „Zweifellos find die meisten jungen antwortlich gemacht.
Leute, die mit 14 Jahre« die Volksschule verlassen, weder Belgrad, 17. Septbr. Der Urtheilsspruch des Stand- nach ihren Kenntnissen, noch nach ihrer Charakterbildung reif ger.chts wird am nächsten Donnerstag gefällt werden. Trotz für das Leben. Bei der vorhandenen und immer noch zu- aller Dementi erhalten sich die Gerüchte über eine Mi- nehmenden Lockerung des Verhältnisses zwischen Arbeitgebern nisterkrise.
und Arbeitnehmern besteht die Gefahr, daß fie nach ihrer Entlassung aus der Volksschule jeder erziehenden und untere
In der Transvaalfrage
scheint die Entscheidung jetzt nahe bevorzustehen. Es unter-
und vier Train-Kompagnien. Bei der Abfahrt »on London herrschte eine riesige Volk-begeisterung.
London, 18. Septbr. BiS heute früh 3 Uhr hatte i das Auswärtige Amt der Preffe noch keine Mittheilung gemacht betreffs der gestern eingegancenen Antwort des Präsidenten Krüger auf die Vorschläge ChamberlainS. Der Wortlaut wird indeffen spätestens bis heute Nachmittag bekannt gegeben werden. Alle Andeutungen der Blätter gehen dahin, daß die Antwort abschlägig laute. Wie es heißt, soll Präsident Krüger in seinem Tel-grarnqr versichert haben, daß zwischen Transvaal und dem Oranf^fNeiftaat ein vollständiges Einv rnehmen herrsche und daß beide Staaten entschloffen sind, Seite an Seite für ihre Freiheit zu kämpfen.
London, 18. Septbr. Die Antwort Transvaals traf gestern Vormittag Ij'er ein. Sie wurde nachmittags ent« Riffelt und nach Chamb rlains Privat R stdcn; «xpedirt. Die für Montag erwartete Veröffentlichung ist verschoben worden. daS Kabiuet wird für Dienstag be.ufen werden, um die Emscheidung zu treffen.
London, 18. Septbr. „Daily Mail" meldet aus Kapstadt: Gestern habe unter dem Vorsitz von Cecil Rhodes i ein Bankett im Lager der landwirthschaftliches Vereinigung
richtenden Sinwirtung ^ Hier erwächst für tie gerb ^gt keinem Zweifel mehr, daß die Boeren die Forderunge«
bildun^sschale die Pflicht, dre entstandene Lücke auszusullen, ggQBt6ct[ain8 in wesentlichen Punkten abgelehnt haben.
auf Geist und Charakier der Jugend günstig elszuwrr en und Näheres melden folgende Telegram me:
sie gegenüber den in mannigfacher Form aus sie emdrragen-. London, 16. S'ptbr. Das Bureau Dalsiel erhält den Verlockungen wtderstardSfatz.g zu machen. . Drestr Auf- Rg8 P„koria eine Mittheilung, welche die Angabe des Jn- gabe kann sie aber nur dann genügen, wenn ihr «rcht nur Antwort Transvaals bestätigt. D-e-elbe kommt
einzelner einsichtiger Arbeitgeber® sondern wenn ihr die ganze O?anjeFrechaa^fteht^ist zu ^ Süd-Asrikas stattgefunden. Es wurden mehrere R.den' ge'-
breite Masse deS gewerblichen Nachwuchses zugeführt wird.' .WM$k - ttaM^P«! WÄ pW 6«tto, worin di- »»-°-!-»d-» v-l-,i-tt» r,°°r--°l« i»re ^«f.» «**.<. «W»** e^. im ^«^M »1^2 k«^* gwe» ^
einer Ablehnung der britischen Fordermgen gleich
Der
Der Hochverraths-Prozetz in Belgrad. wurde auch ete gesoroerte «Älelchhelt eer sprachen tm rvons-: ^'"m"'°r s"' 1« ^ "^
Belgrad, 15. Stptbr. In der Prozeßserhasdlsng raad abgelehnt. "r^^'e. * & » k k a
--l°°s»u i™‘= 'W e««x iur teti^e, »« «„8-1. .«»•*»», 16- «-»«-..«e «X«W» «f W>««'^IrtaFÄsS'^
hoben. Transvaal verwirft darnach die verschiedenen eng-
klagt sind, vor dem Mordanschlage einen großen Umschwung des Friedens werden hier nach wie vor sür recht schlecht er prophezeit zu haben. Die Anklage stützt sich auf Der- klärt, doch ist nicht alle Hoffnung auf Fortsitzurg der Der-
muthsngen und böswillige Tenunfiationkn. AuS dem Zeugen- Handlungen nach Empfang der Antwort der Transvaal- verhör geht hervor, daß die AngeklaAten auf die Polizei ge- regier ung aufgegeben. Beim^ Ab gehen der Truppen ^>on schimpft, andere sich erregt über die sonstige Mißwirthschast
geäußert haben usw. Ein Töpfergeselle hat in einer Unterredung in einem Dorfe über Milan gesagt: w@8 kommt ein Topf, der bald platzen wird." Aehnlich sind die den letzten
Aldershot und den Londoner Bahnhöfen, sowie bei ihrer Einschiffung in Soutßampton spielen sich bewegte Szenen ab. Große Menschenmengen bringen ihnen patriotische Ovationen dar; das Volk ist allgemein auf Krieg gefaßt.
Angeklagten zur Last gelegten Verbreche«. Die Vernehmung! PariS, 16. Septbr. Aubert, der französische G neral- der Augektatzten wurde heute beendet. Daß gestern und heute konsul in Pretoria, erhielt von Delcaffä keinerlei Aufträge keine Vnhandlnngen ftettfanten, fällt aus, da das Gericht für den Präsidenten Krüger. Delcafftz läßt dieS hier mit anfangs so rasch arbeitete, daß eS sogar am Sonntag und dem Zusätze erklären, daß auch Deutschland seinen Vertreter am Nrmenstag des KönigS Sitzsnz hielt. — Die Gründe in Pretoria nicht beauftragte, zum Konflikte zwischen England des neuen Vorgehens dürften, wie der „Vsss. Ztg/ berichtet und dem Transvaal Stellung zu nehmen.
lischen Dorsch äze rnd stützt sich auf die freie Konvention. Tie Travssaa.-Regierung erk ärt sich 6 reit, den Ausländem politische Rechte noch siebenjähriger Ansässigkeit zvzugestehen und drückt die Hcff.rung aus, daß Englans nicht noch neue Bedingungen stellin werde. Krüger erklärt sich bereit, ten Verschlag der Zusammenstellung eines gemeinsamen AuS- schusseS snzuvehmen.
N e w - D o r k, 18. Septbr. Die gesammie amerikanische P isse protestirt g^gen die Ansprüche Englands gegenüber Transvaal. Am Heftigsten spricht sich darüber der „Nlw-Norkcr Sun" aus.
FsnMetsn
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Aus dem Rciche der Erfindungen.
Technischer Brief vom Ingenieur Lothar Moelsen.
(Nachdruck verboten.)
Dampf und Elektrizität. — Elektrische Ventilatoren. — Der Ventilator im Theater. — Die Elektrizität in der Landwirtbschaft. — Landwirthschaft und Aluminium. — Aluminium und Stahl. — Die Riesenstahlkammer in London. — Eine Konkurrenz des Stahles. — Das Ceramo-Kryfiall. — Eine bisher unerreichte Festigkeit. — Die Entwicklung einer neuen Industrie. —
Wen» die Vermuthung nicht trügt, scheist da« Jahrhundert des Dampfes eine schlichte, kurzlebige Eintagsfliege gewesen zu sein, nichts weiter als der Vorläufer einer größeren und gewaltigeren Naturkraft, der Eelektrizität, die sich vo« Tag zs Tag im SiegeSschritt immer neue Gebiete und Po- fitione» erobert.
Wenn wir überhaupt der Elektrizität, obwohl fie die Jüngste im Reigen der Nrturkräste ist, den Vorrang lassen wollen, so dürfte mit dem Praktischsten auch der erste Anfang gemacht werden. Von den neuen durch Elektrizität in Bewegung gesetzten Erfindungen halte ich die elektrischen Zimmer. vemilatore« entschieden für daS Allerwichtigste. Ihre E>fin- dung wurde jenseits deS große« WafferS, im Lande Amerika gemacht. Es find kleine durch Akkumulatoren getriebene Maschinchen, die eine ständige Laftbewezung im Zimmer verursachen und durch diese Lufizilkulation wesentlich für die menschliche Gesundheit beitragen. Die Geschwindigkeit dieser Miniaturventilatoren ist turch einen Hebel regulirbar. Die AnschaffunaSkosten sind äußerst geringe, so daß eS sich ent- schteten, schon wegen deS OzonausströmenS verlohnte, einen derartigen Apparat in jedem Haushalt anzuschaffen.
Größere Etabliss.mcntS, wie Theater u. s. w. gebrauchen diese Ventilatoren bereits seit einiger Zeit mit recht vielem Erfolg, zumal bei der Deulilatoresbeweznng, namentlich in den Theatern ein energisch-r Austausch der bekanntlich oben wärmeren »nd unten töLeren Laftschichten ermöglicht wird. Die ganze Temperatur ist in Theatern, die Ventilatoren gebrauchen, namentlich auf den oberen Plätzen, bedeutend erträglicher, alS in solchen Etabliss'mentS, wo dieS noch nicht der Fall ist. In derartigen Instkaten wer en die Ventilatoren einfach an den LeitungSdraht angeschloffen und gebrauchen daher keine eigenen Akkumulatoren.
Auch in der Laudwirthschaft findet die Elektrizität jetzt immer mehr Berwendun«. Ein hauptsächlicher Punkt bei der Einführung der Elektrizität in den landwirthschastlichen Betrieb bildet jedrch die Zentralstation deS Betriebes, mit der zugleich eine zanz gewaltige Arbeits- und Geidersparniß verbunden ist. Verwendung hat die Eleltrizität bisher in der Brennerei, beim Pflügen, Dreschen und Pumpen gefunden. Nur in den Zuckerfabriken kann man sich mit dieser neuen technischen Kraft noch nicht recht besassen. Die Maschinen selbst find namentlich in den Filln, wo eS sich um kleinere Hofmaschinen handelt, mit elektrischem Betriebe versehen, eS find dieS in der Hauptsache: Häcksel- maschinen, Schrotmühlen, Hafer quetschen, Düngermühlen, Oelkucheubrecher, Rübenschneidemaschinen und Dreschmaschinen. Bet allen diesen Maschinen fällt durch die elektrische Kraft- zuführung die, wenn auch nicht kostspielige, so doch immerhin einen AufsichtSbeamten erforderliche Lokomobile fort. Einzelne Güter sind bereits, namentlich in Pommern, gänzlich mit elektrischem Betrieb und elektrischer Beleuchtung eingerichtet. Die Kraft für den elektrischen Verbrauch wird durch eine Dynamoanlage regulirt. Die Preisausschreibungen einzelner StaatSgütrr nach vortheilhafter Einführung eines elektrische« Betriebes, machen die Landwirthjchast bereits heute zu einem
ergiebigen Versuchsfeld für die Elektrotechnik und werde« namentlich für die großen ackerbautreibenden Sraaten schon in der nächsten Zukunft eine kulturelle Umwälzung von weittragendster Bedeutung bringen.
Auch auf anderem Gebiete dürfte sich daS Anbriugeu elektrischer Kraftmaschinen in landwirthschastlichen Terr torie« sehr nutzdring nd erweisen; namentlich bei lehne- und thon- erde^aliizem Böden, b-züzlich der Gewinnung von «luminiuV.
P ophezeite man doch nach vor Jahren, daß nun eine neue Zeltepoche, de deS Aluminium», anbr-che» würde, die hinten kurzem dem Eisen- und Stahl*arkte einen ungeheuren Schaden zufügm würde. Die Prophezeiung ist nicht zur Wahrheit geworden. Untre Stahliudnstrie hat hingegen einen ganz rapiden Aufschwung genommen. Gerade in der Stahlindustrie sind amb die Mittheilnvge» interessant, die in It^er Zeit vielfach in Fachkreisen zirkalirten und sich auf die berühmte Stahlkammer der Sorfe Deposit Company in London bezogen, deren Grundfläche nicht welliger als den kleinen Nanm von 8000 Quadratmeters bedecken soll. In ti.sem Riesenstahlkasten, der sich vatülich unterirdisch befindet, sind fächerartige Kämmerchen einge ch-rltet, die an Privatleute zur D.ponirung werthvoSer Gegc«stä»de vermuthet werde». Das Fusdament selbst befindet sich SO Meter tief unterhalb der Eldoberfläche, ist mit Cement belegt und besitzt eine Stärke von 6 Metern. Bis zu einer Hö,e Von 2 Metern sind nun die Stahlplasten von Waffer umgeben. Die Thüren in diese» Schatzk.tatomber find Vi Meter dick urb wiegen jede die Kleinigkeit von 8000 Pfund, so daß schon eine „ziemliche" Kraft dazu gehört, ein solche« Eingaugsthor auS den Angeln z« heben.
Diese Dauerhaftigkeit und Feuerfestigkeit deS Stahls ist immer eine seiner besten und vielgerühmtesten Eigenschaften gewesen, die wenigsten», in Bezug aus Billigkeit der Herstel- lungSkostM, nur wenig und in den meisten Fällen erfolglos