Erstes Blatt.
EinrückuagA. gebühr
für Stadt- und Landkreis Hanau 10 ^ die 4gespaltene Garmond- zeile oder deren Raum, für Auswärts 15 ^.
Im Reklamentheil die Zeile 20 ^, für
Auswärts 30 ^.
£Ä. Amtliches Grgsn für ViaSt- unö LanSkreis Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Nr. 217.
Samstag den 16. Septmicr
1899
AMtliches
§ 5.
London, 15. Septbr. Der Exekutiorath der liberalen
^ ^ Dampfkessel dürfen unter keinen Umständen, hydraulische Frauen-Vereiniguvg, welche gestern Abend versammelt war,
Hebemaschinen und Motore nur mit besonderer Genehmigung nahm eine Tagesordnung a«, worin die aggiessire Politik
—. der Gemeindeverwaltung mit den durch das Wasserwerk ge- gegen Transvaal verurtheilt wurde.
Ocffentliche Plenarsitzung der
Handelskammer am Montag den 18. September 1899, nachmittags 4Vi Uhr, im Bureau der Handelskammer (Stadtschloß).
Tagesordnung:
1) Ministerialerlasse.
2) Mittheilungen.
3) Anstillung und Beeidigvnz eines Handelschemikers.
4) Regelung des Kleinhandels mit Garn.
5) Verschiedene andere Kleinhandelsfragm.
6) Abänderung bei Gesetzes über die Gewerbegerichte.
7) Regelung des Drogistcngcwerbes.
8) Vorschläge des „Verbames der deutschen Pflasterstein- und Harlsteia-Jndustriellen" zum Submissionswesen.
9) Die Organisation des kaufmännischen Fortbildungskursus für Mädchen in Hanau.
10) Erweiterung der deutschen Postdampfschiffsverbinduugen mit Afrika.
11) Einkauf von Armeebedürfniffen durch die Proviantämter (Antrag der Handelskammer zu Graudenz).
12) Tarifarische Gleichstellung der Hauauer Düterbahnhöfe.
13) Ermäßigung der Frachtsätze für AuSfuhrstückgüter.
.14) Güterbesör derungsdienst der Eisenbahn.
15) Einrichtung von Briesabholunzssächern (letter-boxes) bei den Postämtern in Hanau und Fulda.
16) Fernsprechverbindungen HanauS mit auswärtigen Plätzen.
17) Austoosung der am Schlüsse bei Jahres auSscheidenden Handelskammer-Mitglieder.
Vertrauliche Sitzung r
18) Erlaß des Herrn Ministers für Handel und Gewerbe über die Anstellung der Handelskawmerfekretäre.
Die Handelskammer.
C a n t h a l.
speisten Zuleitungsröhren in direkte Verbindung gebracht werden.
Um das Gebiet des Wasserwerks, innerhalb dessen das Wasser entnommen wird, vor schädlichen Einflüssen von Außen und vor Verseuchung des Bodens zu schützen, dürfen innerhalb der Gemarkung Fechenheim in dem Gebiet, welches begrenzt wird im Westen durch die Chaussee Mainkur-Enkheim, im Süden durch die Chaussee Frankfurt-Hanau, im Osten durch die Bischossheimer und im Norden durch die Enkheimer Gemarkungsgrenze, Baulichkeiten irgend welcher Art nicht errichtet werden.
Dieses Gebiet ist auch in dem auf Grund des Gesttzes vom 2. Juli 1875 festgelegten Ortsbebauungkplan von Fechenheim nicht mit einbezogen. Ausnahmen von diesem Bauverbot können, wenn genügende Sicherung gegen eine etwaige Verseuchung oder Jnfizirung des WassergewiuuungS- gebietes gegeben ist, durch die Gemeindevertretung gestattet werden.
Den Gemeindeaufsichtsbeamten und der Wasferwerks- kommission ist auf Verlangen jederzeit der Zutritt zu allen von der Leitung im Inneren des Grundstückes berührten Räumen seitens des Inhabers des Letzteren zu gestatten.
§ 8.
Zuwiderhandlungen gegen diese Polizeiverordnung werden, insofern nicht höhere gesetzliche Strafen einzutreten haben, mit Geldstrafe bis zu 9 Mark, im Unvermögensfalle mit ver- hältnißmäßiger Hast geahndet.
§ 9.
Diese Polizeiverordnung tritt mit dem Tage der Bckannt-
machung in Kraft.
Fechenheim den 31. August 1899.
Die Ortspolizeiverwaltung.
Baumert.
14309
14316
Der Sekretär: Steller.
Polizeiverordnung,
betreff. den Schutz des WafferwerkS zu Fechenheim.
Auf Grund der M 5 und 6 der Merhöchsten Verord- Nung über die PoUzeiverwaltung in den neu erworbenen Landestheilen vom.20. September 1867 wird im Eiuverständniß mit dem Gemeindevorstande der Gemeinde Fechenheim und unter Bezugnahme auf das für die Benutzung bei Wasserwerks erlassene Ortsslatut vom 7. August 1899, für -den Bereich der Gemeinde Fechenheim, folgende Polizeivm:ordnung erlassen.
Dieupnachrichten aus dem Kreise.
Gefunden: Ein Taschenmesser mit Messingschalen. Eine neue unfertige schwarze Kammg-irnweste nebst Futter.
Entlaufen: Ein junges italienisches Huhn, brau», am Halse gesprenkelt, mit gelben Beinen; abzugeben gegen Belohnung.
Hanau am 16. September 1899.
Paris, 15. Septbr. Der „Matin" bringt die Meldung, der Ministerrath sei im Prinzip mit der Begnadign« g ron Driysus eivverstardrn. Das diesbezügliche Dek et werde am 19. 6. Mts. unterzeichnet. — Der „Figaro" meldet, daß auch Offiziere für die Bcgradiguvg seien.
New York, 15. Septbr. Die Handelskammern von New-Dork und Boston protestirten gegen die Boykottiruug der Pariser Weltausstellung von 1900. Man glaubt, daß infolge dessen die Boykottbewegung aushören werde.
Hochwaffer.
Berlin, 15. September. Ueber das Hochmeister sieb heute folgende Nachrichten eingilau-en. In" Zw ckm fällt das Wasser der Mulde langsam. Hier wurde« zwei Brück-n weggerissea. F.rner ist der 1897 erroffme kürzlich wieder in Betrieb gesetzte Schacht wiederum ersoffen, wodurch auch anbere Schächte gefährdet sind. In mehreren Fabriken muffte der Betrieb eingestellt werden. Ja Schlesien sind mehrere Nothbrücken, die von Pionieren hergestellt worden »arm, sowie kostspielig: Damm- und Uferbauten fortzeristen worden. Lei Löwenb^rg ist ein Handelsmann in den Fluthen umze- kommen. Zu Pasta« ist die große Jnn-Biücke aufs Höchste gefährdet. Das Wasser reicht bis einen halben Meter zur Brücke hinauf. Gestern sind zwei Personen auf dem In« ertrunken. In der Nähe von Innsbruck ist infolge Ueber- schwemmunz ein Personenzug entgleist. Drei Beamten wurden schwer, vier Personen leicht verl tzt. Auch in Oesterreich steigt die Donau «och immer. In Schärdis b i Linz stehen die Häuser zum Theile b s zum Dache unter Wasser. Mehrere Personen sind in den Fluthen umgekomme». Am unteren Laufe deS 8«zbatbaches sind 22 Häuser zum Theil ganz eingeriff!», tjeilS stark beschädigt. In Reukirchen stürzte ein Haus ei«, wobei ein Mann und ein Kind ver-
schüttet wurden, worden.
In Steyr sind 5 Arbeitechäuser eingeriste«
München, 15. Septbr. Der Prinz-Regent ist heute
Nachmittag aus
dem Hochjagd-Gebiet wieder nach München
Alle Beschädigungen des Wasserwerkes, der dazu gehörige« Cammel- und sonstigen Anlagen und Zubehörs lammt Rohrleitungen, sowie der darüber befindlichen Erddecken und Anpflanzungen, ferner die Zerstörungen und Beschädigungen der Brunnen, Brunnendeckel, der Lüftungsrohre, Lusthähne, Hydranten, Schieber, Signaüeitung, sowie von Theiles dieser Systeme und sonstigen Vorrichtungen, die Zerstörung, Entfernung oder Beschädigung der zur Bezeichnung der Richtungs- linie der Röhrenstränge eingesetzten Steine und sonstige«
Politische und Aupolitische NachrichttV.
(Dep eschen-Bnreau .Herold)*
Berlin, 15. Stplbr. Die Königin ron Holland wird mit ihrer Mutter Anfang Oktober in Petersburg eintreffen, um bei der Taufe des Erstgeborenen des Prinzen zu Wied Pathe zu stehe«. Bei dieser Gelegenheit dürste die senge Königin, wie der ^Lokal-Anzeiger" wissen wiS, unter den verschiedenen unvermählten Prinzen, welche bei der Garde- Kavallerie stehen, ihre« Gatten wählen. Wie eS heißt, sei die Verlobung der Königin mit tem Zweitältesten Prinzen von Wied eine längst vollzogeire Sache.
Berlin, 15. Septbr. In der Angelegenheit des Fried- hofeS der Märzgefallenen hat der Beziris-Ausschvß heute
Merkzeichen, sowie erdlich alle den Betrieb der Wasserleitung nach längerer Berathung auf Abweisurg der Klage tes störenden Handlungen an den Wafferwerken, wie das unbe-, MagistrkteS erkonvt, welche d eser gegen ben Polizei-Präsi- fuate Oeffnen und Schließen der Schieber u. s. w., finb; benten «egin Verweigerung der Ban-Erlaubdiß jür das FriedsosS-Portal angestrengt hatte. Die Angelegenheit wird
verboten.
nun wahrscheinlich an das Ober-Bernaltuvgrgericht gehen.
8 2. . . _ _ . _ .
Jede unbefugte Ableiturg, besonders die Ableitung des W KoPeAhagttt, 15. Septbr. In Hoskreisen verlautet, Wassers aus einem Hause in daS Haus eines anderen Be-i Kövig Geerg vo« Griechtnland werde an bin schw,bischen sttzers, oter die Entnahme von Wasser auS einer Privatleitung, Jagden theilnehmen vnd dort mit Kaiser Wilhelm zu- welche vor dem Haupthahn abzweigt, ist untersagt. i samwentreffeu.
§ 3. j Rom, 1S. Septbr. Morsigrme Tarnoffi reiste heute
Der Wasserabnehmer darf an dem Waffermesser und ^Morgen mit einer btso»deren päpstlich, n Miffion nach Peters- besten Jubehör keinerlei Veränderungen vornehmen und hat bürg ab.
dafür Tu sorgen, deß daS Mestergehäuse nebst Zubehör srostfrei; Oporto, 15. Eepikr. Die Regieruvg besteht aus brr und in gntim Zustande erhalten bleibt und darf dasselbe zu Beibehaltung des GesundheilS-KordorS, da dieser unumgäng- keinem anderen Zwecke benutzen, als zu dem, wozu eS be- lich rothwendig zur Adhalttwg der Pestgesahr ist. Der stimmt ist. * l ‘ '
8 4.
Der
Eisenbahn-Verkehr wird von morgen ab wieder ausgenommen
werden.
London.
15. Septbr.
Lord Salisbwy empfing
ES ist verboten, an den Gemeindeleitungen, den Absperr- . .. _
Hähnen, Verschlvßklcppcn und dergleichen, Arbeiten ober Ver- gestern abermelS den deutschen Bolschasier. Tirse zwriteZu- Suderungen irgend welcher Art, ohne Genehmigung der Ge- - sammenkunft innerhalb dreier Tage wird in diplomatischen,' meindeverwaltung vorzunehmen. 'Kreisen lebhaft erörtert.
Die heutige Rummer umfatzt autzer dem UttterhaltungSblatt 14 Seite«.
zurück^ekchrt. Er empfing alSbald den Bürgermeister von Brünne? i» Audienz, welcher ihm über die durch das Hochwasser verursachten Verheerungen eingehenden Bericht erstattete.
München, 15. Septbr. Es verlautet, daß dem Landtage aUbab nach seinem Zusammentritt eine Nothstaubs- Vorlage zusehen werde.
München, 15. Septbr. Die Brücke zwischen Tölz und Krsnkrnheil, deren Einsturz dieser Tage fälschlich gemeldet wurle, ist nun thatsächlich dem Hcchwafsrr zum Opfer gefallen. Bad Krankenheil steht vollständig unter Wasser. Vo« Jngolstadt wurde das Pionier-Bataillon zur Hilfeleistung requitirt und wird heute Nachmittag dorthin abgeben.
München, 15. Septbr. Tretz deS heute Mittag wieder ein getretenen Reger wetters fällt die Jsar nunmehr stetig und kann man stellenweise bereits wieder den normal!» Lauf des Flvffis unterscheiden. Ein heute Mittag allgemein verbreiieteS Gerücht, daß die Mcx miliarsbrücke eingestürzt sei, bewahrheitet sich glücklicherweise «icht.
München, 15. Septbr. Die eingestürzte Prinz- regeutenbrücke hatte einen Bauaufwand von 800,000 Mark gekostet, wozu der Prinzregent an seinem 70. Ge- brrtStoge einen Beitrag gespendet hatte. 1893 wurde sie dem Verkehr übergebtU. Ihr Einsturz erfolgte «ach 5 Uhr. Ein Augenzerge b-richtet darüber: Um 51/* Uhr kam ich in die Brücke, die für den Verkehr bereits seit vormittags gesperrt war. Ich postirie »ich auf dem linken Ufer etwas unterhalb der Brücke. Drüben «m nördlichen Pfeiler war'S, wie wenn Erdreich vielleicht von zwei bis drei Männern durch ein geringfügiges Lach i« letzten steinernen Jochkogen gescharfelt würde. Unterhalb deS Pfeilers fanden wenig ai ffaüenbe Erdrutschungen statt. Niemand ahnte, daß das Verhärgviß so rasch hereir.breche« würde. Daß er unabwendbar fein würde, war Jedem klar, der da sah, mit welcher Wucht bei Wasser gerade gegen daS rechte Ufer au- prsQie, inbem ei sich den geraden Weg mit furchtbarem Gewalt suchte. Langsa-res Abdrücke!» des rechten Ufergtl anbei schien den als ganz sicher vorauSzusehenden Einsturz herbei- zuführen. Nicht so sehr der Wogen,«prall gegen die Pfeiler hat die Katastrophe heibeigesührt, als vielmehr daS Unter- spüle» des Ufers. Nicht in der Fluhrichtsrg arbeitete die vernichtende Wirkung deS Elements, a!S viel-