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Nr. 214

Mittwoch den 13. September

1899

DienDachrichten aus dem Kreise.

Gefunden: Ein weißes Taschentuch. Ein kleines Schlachtmesser, gez. M. T.

Verloren: Ein schwarzseiden es gewebenes Umhärgetuch.

Vom Wasenmeister om11.d.Mts. eingefangen;

Ein schwarzer Spitz m. Geschl.

Hanau am 13. September 1899.

Der Kaiser in Süddeutschland

Die Anwesenheit unsers Kaisers in Württemberg und in Baden hat wie der Besuch in Streßburg zu Begeisterten Kundgebungen des nationalen Empfindens geführt. Der- stürmische Jubel, der den Monarchen überall begleitet?, ent­sprang nicht nur dem Bedürfniß deS Volkes, dem Reichs- Oberhaupt zu huldigen; er warmehr als eine Ehrfurchts-Be­zeugung. Der Kaiser erfreut sich das hat die überaus warme Aufnahme durch die Bevölkerung gezeigt starker und immer steigender Sympathien in Süddeutschland.

Kaiser Wilhelm II. ist der Träger der deutschen Zu- kunsts Ideale; mit klarem Blick hat er erkannt, was dem deutschen Volke noththut, und fort und fort ist er darauf be­dacht, das Wohl seiner Unterthanen zu fördern und die Sullung des Deutschen Reiches nach innen und außen z« festigen. Die Er olge der kaiserlichen Politik sind nicht am wenigsten Süddeutschland zugute gekommen. Auch hier hat man es erfahren, daß die von unserem Kaiser unermü lich verfolgten Bestrebungen von der Erkenntniß der höchsten Lebens-Jnter essen der Nation getragen werden. Deshalb liegt in der bekundeten Volksbegeisterung offenbar eine laute Zu­stimmung zu der kaiserlichen Politik, uns anderseits beweist sie, wie wenig es berechtigt ist, vonReichsverdroff n|eit* zu reden, die sich angeblich in Südteutjchland bemeikoar gemacht haben sollte.

Von besonderer Bedeutung find die Reden, die der Kaiser in Stuttgart und in Karlsruhe gefallen hat. Durch sie alle klang die Freude hindurch über die Tüchtigkeit und Schlag­fertigkeit unseres He-res in allen feinen Verzweigungen. Mit Genugthuung wird das deutsche Volk vernommen haben, daß der Kaiser aheimals mit Nachdruck unsere tapfere Armee als den höchsten Schutz des Friedens bezeichnet.

Unser Heer bis zur höchsten Ausbildung kriegsbereit und doch gleich zeitig die sicherste Gewähr des Friedens: darin liegt das kaiserliche Anerkenrtniß, deß in bin Herzen unserer Offiziere und Soldaten nicht nur todtverachtende Tapferkeit und militärische Acht wohnen, sondern daß sie auch von jenem hohen Geist besonnener Mäßigkeit erfüllt sind, der im Verein mit den rein kriegerischen Eigenschaften den Trägern es Schwertes erst die rechte Weibe gibt und sie zu der

FemMsLott.

O p o r t o.

Von Otto Leonhardt.

Nachdruck »«Soten.J

Oporto war bisher als He Haupt- und Handelsstadt des Portweins weltberühmt; nun aber spricht man von der Stadt überall um des finsteren Gastes will n, der sich in ihren Mauern ein genistet hat, und unheimlich steht Oportos Bild vor der durch Unglücksnachrichten erregten Phantasie. Aber keine Stadt verdient eigentlich eine so düstere Vorstellung weniger, als Oporto, das seiner Loge nach zu den schönsten Städten der Welt gerechnet werden darf. Lissabon steht nach dem allgemeinen Urtheile hinter Neapel und Ko«staietiuopel kaum zurück, und dennoch stellen erfahrene Reisende Oporto über Liffabon, und Pasfarge hat mit Recht die Frage auf­geworfen, wie es denn nur möglich sei, daß von diesem Oporto und seiner wunderbaren Lage bisher kaum eine Kunde zu uns gedrungen sei und wir bei Oporto immer nur an seinen Wein dächten.

Etwa sechs Kilometer vor seiner Mündung ins Meer fließt der breite Douro zwischen steile» Felsenhöhen im liefe» Grunde hin. Auf diesen Felsenhöhen liegt Oporto. Am linken Ufer steigt terrosseuförmig Villanova daGeya a«, das auf dem Grunde der ältesten, vielleicht schon phönikischen, jedenfalls aber römischen Niederlassung an dieser Stelle liegt, heut jedoch eine eigene Ortschaft bildet; amNordstrande aber liegt seit der westgothischen Zeit der eigentliche Hafen,O Porto", und vom schmalen Userande klimmen die Häuser der Stadt in der malerischsten Art die steilen Höhen hinan. In der Hauptsache bedecken sie zwei steile Höhen und daS sie trennen' e Thal deS Rio da Villa. Und diese von Natur malerische Erscheinung der Stadt wird nun durch ihre Archi-

vollkommenen Erfüllung der ihnen obliegenden Pflichten befähigt. Das ist ja gerade das große an unserer nationalen Wehrmacht, daß sie von echt sittlicher Avffassung beseelt ist, die nicht der Möcht um ihrer selbst willen huldigt, sondern in ihr ein Mittel zum Zweck, zum Schutze des Rechtes und aller sonstigen heiligen Güter des Landes und des Volkes erblickt. Mit dieser Anschauungsweise ist Deutschland groß geworden vnd groß geblieben bis auf den heutigen Tag; mit ihr wird es auch in Zukunft seine hervorragende Stellung behaupten.

Unter dem Schutze einer solchen Armee wird es den deutschen Patrioten auch im kommenden Jahrhundert möglich sein, das zu erfüllen, wofür sie nach den kaiferlichen Worten zu sorgen haben: die Religion zu schützen, die dem Volke erhalten bleiben soll, für Sitte und Ordnung einzustehen und die alte monarchische Treue zu bewähren, sturmfest als Beispiel allen andern Ländern, allen neuen Geistern und Ideen zum Trotz.

Tagesschan.

Von den Kaifermanövern,

die gegenwärtig im südwestlichen Deutschland abgehalten wur­den, aber unter der Ungunst des Wetters so stark zu leiden haben, daß die Dispositionen theilweise geändert werden muhten, wird gemeldet:

K a r l s r u h e, 11. Septbr. Schon Ende der vorigen Woche hatten die ins Manövergelände marschirenden Truppen- theile wiederholt du-ch Regengüsse zu leiten, so daß Freitag Abmd serschiedene Regimenter, welche biwskiren sollten, in Master quartiere gelegt wurden. Seitdem trat bis fitzt fast ununterviochees Regeuwetter ein, welches den Boden immer mehr aufweichte und in dem stark belgischen Terrain dasAb- gehen von den chaussirten Wegen zeitweilig ganz unmöglich machte. Darin dürfte auch der Grund zu luchen fein, daß die gestern Abend für heute gegebenen Dispositionen noch in später 9tadfiftui.be geändert wnroen und die Truppen Befehl bekamen, diejenigen Ortschaften, bei welchen sie voraussichtlich heute Abend nach stattgehabtem Kampfe gestanden haben wür­den, durch Hinmarsch obre gegenseitige Belästigung zu er­reichen. Diese Märsche sind denn auch heute unter wiederholt starken Regengüssen gemacht worden, wobei es sich bei den meisten Truppentheilen um eine Entfernung von 20 bis 25 Kilometer, bei einzelnen aber auch um Distanzen von 35 Kilometern handelt'. Uebrigens ist, wie man hört, der Ge­sundheitszustand der Truppen ein durchaus befriedigender. Hierzu dürste wesentlich der überall durchgcsührte Modus beigetragen haben, soweit es nur irgend arg^t, die Unter­bringung in Nothquartiere auszunutzen und nur die beider­seitigen Vorposten diwakireu zu lassen.

rettur verstärkt. Oporio ist eine lhurmrerche Stadt, überall beleben Thürme von mannigfacher Gestalt das Bild, unter denen der vom Boden bis zur Sptze aus Granit be­stehende und dennoch schlank aufstrebende in einem pito- resken Rokoko-Stil erbaute Thurm der Kirche dos Clerigos, angeblich der höchste Kirchthurm in ganz Portugal, beson­ders auffällt; den Osthügel krönt die 56 oder Domkirche und der dicht dabei belegene sensterreiche bischöfliche Palast; das ben Wrsthügel bedeckende neuere Strdtviertel aber überragt He Viktoriakirche. Gegenüber bei Villanova thront auf steilem Hügel das berühmte, heute in ein Festungs­werk verwandelte massige Kloster Scrra io Pilar; strom­aufwärts erblickt man den vielthürmigen Palast Freiro mit seinen bis zum Strome her abreichenden Terrassen, und westlich von der Stadt erhebt sich wieder auf der Spitze einer Höhe der Krystallpalast, der für die Ge Werbeausstellung von 1865 erbaut worden ist und jetzt für allerlei öffentliche Veranstaltungen dient. Welch' ein Anblick nun, wenn man über die den Douro an seiner schwülsten Stelle überspannende, an Leichtigkeit und Kühnheit ein Wunderwerk zu nennende Eisinbahnbrücke, eine Schöpfung des seitdem so tekonnt gewordenen Pariser Jrgenieurs Eiffel, der Stadt zurollt, tief unter sich den Douro und sein reges Leben, die mächtige Bergstadt aber mit ihren Höhen und Thälern, ihren Thürmen urd Kirche«, von der Sonne strahlend beleuchtet, vor sich hat, während man ostwärts tief in das Donrothal mit seinen Weinbergen, westlich dir zum unendlichen Meere blickt. Oder nenn die Dunkelheit bereiis her eingebrochen ist und nun nur noch zahllose Lampen und Lichter die bewegte Gestalt und Lage der wesigedehnten Stadt und das Leben aus den Flußschiffen verkünden welch' ein Bild!

Auch das Innere der Stadt bietet in Folge der Un­ebenheit der Loge die mannigfaltigsten und überraschendsten

KarlSruhe, 12. Septbr. Der Kaiser fuhr heute früh 3 Uhr 20, der Großherzog und die anderen Fürstlichkeiten um 3 Uhr 50 Minuten mit Sonderzug nach Thamm. Der Kai'ec übernahm heute den Oberbefehl über H? Armee-Ab­theilung des 13. und 14. Armee-KorpS von Thamm. Der Großherzog fuhr zu Wegen über Markgrönin^en in die Gegend von Puloerdingen und stieg dort etwa UM 6 Uhr zu Pferde. Zunächst ritt der Großherzog wieder ostwärts zum rechten Flügel des 14. Armee-Korps, wklche« dieGlems über­schritten hatte und mit dcr 28. ©misten östlich b s Scköll- buchhofs in Stellung gerückt war, während die 29. Division auf Maiserfeld-Hochdorf zum Angriff vorginz. Ja Zusammen­hang mit der Division nahm das 13. Armee-Korps aus der Linie Ditzingeu-Leonberg noch weiter links herum greifend eine nordwestliche Augriffsrichtung. Der Großherzog hatte sich frühzeitig nach dem Standpunke des Kaisers an der Kathrinen- linde begeben und ritt baun, a'S auch die 28. Division zum Angriff besohlen wurde, mit dieser vor bis zu dem Wäldchen Hochscheidt, bept Brennpnn tr der Offensive der Armee-Ab­theilung. Um 10 Uhr wurde das Manöver abgebrochen. Der Großherzog von Baden kehrte zu Wagen nech Ludwigr- burg und von dort mit Sonderzug nach Karlsruhe zurück, wo die Ankunft nach 2 Uhr erfolgte.

Karlsruhe, 12. Septbr. Für den letzten Manöver­tag sind neue Ordres de bataille ausgegeben worden. Ein aus beiden Kavallerie-Divisionen gebildetes Kavallerie Korps führt der Kaiser, eine Armeeabtherlung (13., 14. und 15. Armeekorps) der König von Württemberg. Ein neusormirteS 20. Armeekorps mit einer Kavallerie-Division führt General von Plessen als Gegner.

Der Hochverrsthsprozetz in Belgrad.

Die drei ersten VerhandlungStage im Hochverrachsprozeste haben einen un-ünstigen Eindrrck hivterlaffen. Der Atten­täter Knezevitsch hat bisher drei verschiedene Aussagen ge­macht. Deprimirend wi kten das kränkliche Aussehen Pa- sit'ch' und 1 essen fable Gesichtsfarbe, welche auf viele aus- grstandtne Leiden schließen läßt. Sämmtliche bisher ver­nommenen Angeklagten widersprachen ben in der Anklage- O^rift gegen sie erhobenen Anschuldiguvgen und betheuerten ihre Unschuld. Besonders unglaubwürdig schien die ^Aus­sage" Pajüsch', der Pasitsch beschuldigte, über die Dynastie Obrenowitsch abfällig gesprochen zu haben, da es allgemein bekannt ist, daß Pasitsch ein äußerst rerschlosfiner Mensch und mit Meinuntzsävßerungm sehr zurückhaltend ist. Beim Verhöre Tauschanowisch' machte sich noch stärker der Eindruck geltend, daß die gegen ihn vorgeführten Zeugen wenig Glauben verdienen. Der Verlauf des Prozesses bringt jedenfalls immer mehr den Eindruck hervor, daß zwischen dem Attentat und derVerschwörung" kein Zusammenhang

Blicke. Biellercht das schönste ist der vom Platze S. Jlde- fonfo, von dem man in die geradlinig steil abwärts fallende Rua dr S. Antonio zum Pedroplatze hinsbschaot, um sie ebenso steil aufwärtSsteizend auf der andern Seite in der Calzada dos Clerigos verlängert zu sehen. Nicht minder malerisch sind die auf dem Thale des Rio da Villa zum Donro hinabfallenden Straßen, und nirgends fehlt dem Bilde ein Hintergruud. Denn bald erscheint der Fluß, bald die Kathedrale, oder die Terraffrustadt Villa- ncot, oder die Eisenbahnbrücke, oder gar der Ozean selbst in der Perspektive als Abschluß. In diese Straßenanlage paffe« baun trefflich die «ihn Ochsengespanne, die für daS Straßenleben charakteristisch sind uns den Güterverkehr zwischen dem Hafen und der Oberstadt vermitteln. Indeß darf man aus diesen primitiven Beförderungsmittel keines­wegs schließen, daß Oporto eine zurückgebliebene Stadt sei. Vielmehr darf daS ^Progredior", das an der Fassade des KiystallpalafteS als Inschrift erscheint, recht wohl als bie D-vise der Dourostadt überharpt bezeichnet werden. Es ist eine fleißige, wohlhabende, stattliche Stadt, freilich im Hafer quartier am Douro, (wie das bei Häfen so oft der Fall zu sein pflegt) eng, schmutzig und düster, aber in den älteren Straßen bei Höheuvurtels reich an hechi»ter- effanten alten Palästen «ud Häusern mit zahlreichen künstlerisch ausgeführten Goldgitter« und nach Norde« und Westen hin weit und geräumig ausgebaut. Aus die Sitten und LebeuSgewohnheiten haben infolge der alten und lebhaften Handelsverbindung die Eng­länder großen Eirfiuß ausgeübt, und nach ihnen he ßt denn auch die Hauptstraße die Rua «ova

doS Jnglezes, der Mittelpunkt des Handels, in der große, auf mächtigen Granitsockeln stehende Häuser die Geldinstitute und die Kowptoirs der Kaufleute beher­bergen und ein Strom geschäftigen Treibens den ganzen