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Erstes Blatt.

Vierteljährlich 3 ^ 25 ^. ^

Jk animättigq Moewenten mit tat leiteffenben P-stausichla^

Die einzeln« stammet kostet 10 *

Amtliches Organ für Htsöt- unö Landkreis Hanau.

Einrückung». gebühr

für Stadt- und Land­kreis Hanau 10 ^ die 4gespaltene Garmond­zeile oder deren Raum, für Auswärts 15 ^.

Im Reklamentheil die Zeile 20 ^, für

Auswärts 30 ^.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage

Nr. 205. «asB

Samstag den 2 September

1899

Amtliches

Bekanntmachung

der durch solches ©einten verherrlicht, ist es der Garben­binder Tod, dtssen weheoolle Thätigkeit mit dem Scheine heldenhaften Ruhmes umkleidet werden soll?

düngen des Dankes und der Freude über sein Gardekorps fasse er zusammen in den Ruf:Das Gardekorps Hurrah! Hurrah I Hurrah!"

Berlin, 1. Septbr. In einem Artikel derB-rliner Korrespondenz", betiteltPflichten der politischen B e a m t e n", wird ausgeführt: Die gestrige Kundgebung des Staatsministeriums wiederholt im Wesentlichen nur die­jenigen Grundsätze, welche auch bisher in Geltung waren und im Laufe der Zeit den Beamten in amtlicher Form mehr­fach von Neuem eivgeschärft sind. Wie die Staaisregieruvg zur Erfüllurg ihrer obliegenden Aufgaben und zur Durch- führurg der von ihr anzcordrut-n Maßnahmen die willige, eifrige Hingabe der Beamten nicht entbehren kann, darf sie L Ä . auch nicht darauf verzichten, daß die zu der unmittelbaren

und Kmd zu schützen gegen Arglist urd Gewalt. Einem Vertretung der Regicrungsabstchten, insbeondere in den Pro- Volke aber, das die Waffen nur erhebt, um seine heiligsten vmzcn uno Kreisen, berufenen höheren Verwaltungsbeamten Rechte zu vertheidigen, würde es durchaus zuwider sein, einen der in der Hauptsache vom Staatsministerium vorxe eichneten Tag wie den 2. Scptemb r aus kriegerischem Gelüste zu feiern. Richtungslinie folgen. Diese Forderung ist umso uurr äß-

Der müßte den deutschen National-Ckarakter schlecht kennen, der das glauben wollte. Es ist eine von Niemand

Rachnahmeditust im Verkehre mit Japan.

"Vom 1. September ab sind auf eingeschriebenen , , ... - , . . ...

Briefsendungen nach Japan (mit Ausschluß der ^ustl'chke^rrit.cne Thatsache,^ - die Deutschen zwar eine

Insel Forv osa) Nachnahmen bis zum Betrage von ^ höchsten Grade kriegstüchlige, aber auch cbenw sehr eine 400 Den zulässig. Die Höhe der Nachnahme ist auf ders^^^bmde Nation sind, deren Sinn nie und nimmermehr Adreßscite der Sendungen in jcpanischer Währung (Den und "^ ^"^'unsen und unchrrstttche Uebersalle ihrer Nachbarn Sen) in Ziffern und Buchstaben arzcg der; unmittelbari -eutsche Landwehrwann, wie ber

darunter hat sich der Absendcr in lateini cher Schrfft deutlich Alt-Re,chLksnzler Fürst Bismarck einmal gesagt hat, nicht da. zu bezeichnen. Für die Einziehung her Nachnahme vom s^^^Evn fremder Angriff droht, dann ergreift olle deutschen Adressaten kommt eine Gebühr von 4 Sen und daneben die! (er kuror teutovieus, und freudig fitzt^ I^er sein tarifmäßige Postanweisungsgebühr zur Erhebung. ^^ .^", """ Ruch, Haus vnd Herd, Weib

Berlin W., 25. August 1899.

Der Staatssekretär des Reichspostamts. Im Austrage: Kraetke.

Richtungslinie folgen. Diese Forderung ist umso unerläß­licher, wenn es gilt, für große, neue, nationale Zieln unkte, deren Tragweite die Allgemeinheit nur allmählich zu erkennen vermag, in der Bevölkerung Verständniß zu wecken und den Boden zu f ereilen. Wer sich bieten Aufgaben entzieht, ver­stößt gegen die Amtspflichten. Die Staatsregierung mußte aus der Erfahrung der jüngsten Vergangenheit leider die i Ueberzeugung gewinnen, daß eine Anzahl politischer Beamten Um aber das Sedanfest richt g zu feiern, genügt es nicht, die Grenzen der politischen Bethätgung überschritt. Die

Direktion deS Werkes einzureichcn, woselbst jede gewünschte, daß wir uns einem allgemeinen not-onalen Begeisterungs- Staatsregierung konnte über solche Aktionen nicht Hinweg-

Auskunft über Preise für den Anschluß (JnstallationLkosten rc.): gefüßl ohne bestimmten Inhalt überlassen. Der Sedantag sehen und mußte sich entschließen eine Anzahl politi-

tw»um;mÄR -«6-iu^ rect viclmehr zu ernsten Betrachtungen an; mit vernehmlicher scher Verwaltungsbeamten mit Wartegeld

Stimme ruft der 2. September jedem Deutschen die Ma-nung einstweilen in den Ruhestand zu versetzen,

zu:Gedenke, daß Du ein Deutscher bisti" Und Jeder, der . Hierzu maz bemerkt werden, daß die Regiecuvg bei dieser

13530 es mit seinem Deutschthum ernst ms nt, sollte sich an diesem Entschließung selbstverständlich nickt die Stellurgoahme der Tage fragen:Was habe ich zu thun, um dieser Mahnung betreffenden Beamten in ihrer Eigenschaft als ' Landtags- gerecht zu werden?" s abgeordnete, sondern lediglich deren Verhalten gegenüber den

Die Antwort darf sich nicht erschöpfen in der Bereit- besonderen Pflichten des" von ihnen gegenwärtig bekleideten Willigkeit, zu jeder Stunde durch des Kaisers Ruf zur Der- Amtes in Betracht zog.

theidigring der Landeegrenzen herbe zueilev; die Pflichten des Berlin, 1. Skptbr. Nach Meldungen aus Pctersburg Vaterlands freundes gehen weiter. Wie oft ist in der lctzten ist die Abreise des Zarevpaares der schlechten W tterung Zeit schon versucht worden, die revolutionäre Verhetzung lahm wegen um einige Tage verschoben worden. Dem Besuch in zu legen! Die Bestrebungen sind gescheitert an der immer noch Darmstadt wird ein mehrwöchentlicher Aufenthalt in Kopen- mangelnden Einsicht der Parteien. Es ist nicht zu verstehen, Hag n vorausgehen.

daß dieselben Männer, die etwaigen auswärtigen Feinden, Berlin, 1. Septbr. Dem Präsidenten des königlichen gegenüber dem Grundsatz huldigen, daß Kriegsbereitschaft die Oberlondes-Kulturgerichts, dcs bekannten Centrums-Adgco d- beste Friedensbürgschaft ist, angesichts des innern Feindes die mten Rintelen ist der Charakter als Wirkiichcr Geheimer Flinte ins Korn werfen woll n, indem sie sich so stellen, als Ober-Rezierungsrath mit dem Range der Räthe 1. Klasse glaubten sie nicht an die Gefährlichkeit einer Bewegung, die verliehen worden.

^taöt&rei^ ^anau.

Keksuutwachuuge« des Oberbürgermeißeramtes.

Bekanntmachung.

Wir ersuchen Diejenigen, welche beabsichtigen, sich zum Bezüge ron Elektrizität an das städtische Elektrizitätswerk anschließen zu lassen, ihre Anmeldungen baldigst bei der

bereitwilligst ertheilt wird.

Hanau den 12. August 1899. Der Magistrat. Dr. Geb eschus.

Bekanntmachung.

StlidtisHcs Elektiizitötswerl.

Die alljährlich auszuführerde außerordentliche Revision des gestimmten Kabclnetzes wird in der Zcü

vom 1. bis incl. 15. September er.

stattfinden.

Es werden in dieser Zeit sämmtliche Kabelstrecken auf kurze Zeit nacheinander ausgeschaltet werden, was wir hiermit zur Kenntniß bringen.

Die Direktion.

I. B.: S ch l a g e t e r.

13492

Handelskammer zu Hanau.

Die seit dem Jahre 1880 erschienenen Patentschriften

über die von dem Kaiserlichen Patentamte zu Berlin in den

Der eigentliche Grund, der uns Deutsche bei der festlichen Begehung des Sedantagcs leitet, liegt in der That auf einem andern Gebiete. Der echte Deutsche glaubt fest an denGott in der Geschichte." Er ist überzeugt, daß die Weltgeschichte das Weltgericht ist, und «in Gottesgericht steht das deutche Volk in der jähen Zersplitterung des zweiten napoleonischen Kaiierthrons.

eingestandenermaßen darauf ausgelt, Thron und Altar umzu- stürzen. Der Tag von Sedan macht es uns zur Pflicht, dem großen gemeinsamen Ordnungsgedanken immer mehr zum Durchbruch zu verhelfen. Dadurch werden wir das Reich, zu dessen Gründung unsere Väter auf Frankreichs Gefilden ihr

sämmtlichen 89 Patentklaffen ertheilten Patente können Blut Bergoffm haben, nach innen und außen sichern.

Noch eine and re, nicht minder w chlige Aufgabe harrt

in dem Sekretariate der Handelskammer (Stadtschloß hierselbst) . ,

an Werktagen von 9V2^/s Uhr vormittags und von der Erledigung. Die Geschichte der letzten Jahre hat ge­

ll5 Uhr nachmittags von Jedermann unentgeltlich1 "^ ^ """- ^^"'"' °'"' ^»^'"^ ^"^" k" m,A ""-

zeigt, daß nur die Staaten eine Zukunft haben, die auch zur

eingesehen werden.

Um auswärts wohnenden Interessenten Ge­legenheit zu geben, sich über ertheilte Patente zu unterrichten, gibt das Sekretariat einzelne Nummern der Patentschriften auf kürzere Zeit auch leihweise ab.

Hanau den 1. September 1899.

Die Handelskammer.

Canth al.

8920

Der Sekretär: Steiler.

See hinreichend mächtig sind, im Nothfall ihre Interessen mit Erfolg vertheidigen zu körnen. Daß Deutschlands Flotte hierzu nickt ausreicht, ist bekannt. So wollen wir uns denn als echte deutsche Männer am Sedantage geloben, mit allen Kräften dahin zu wük-n, daß diese Lücke so schnell wie möglich ausgefüllt wird.

Wenn wir in solchem Sinne nimmermüde wirken, dann wird der Stern von Sedan weiter über uns leuchten und glückverheißend unsere nationale Zukunft erhellen. **

Kopenhagen, 1. Septbr. Nach dem heutigen Aus­gleich zwischen den Arbeitern und den Arbeitgebern ist die große Sperre beendet.

Oporio, 1. Septbr. Gestern Nachmittag versammelte sich eine große Menschenmenge vor der Handelskammer, wo der Vorsitzende der Handelskammer auf Befehl der Regierung die Erklärung abgab, daß es bis auf Weit r-s untersagt sei, in diesem G.bäude Versammlungm abzuhalten. Die Menge protestirte heftig gegen diese Erklärung. Gendarmerie mußte einschreiten und die Menge auseinander treiben. Mehrere Verhaftungen wurden vorgenommen.

London, 1. Septbr.Daily Telegraph" meldet aus San Francirco, daß eine Feuersbrunst zwei Quadrat« Kilometer der Stadt Aokohama zerstört hat. Mehr als 30 Personen find in den Flammen umgekommen.

Dreyfus vor dem Kriegsgericht in Rennes.

Dienstnachnchten aus dem Kreise.

Gefunden: Ein schwarzes Portemonnaie mit Inhalt. Zwölf Meter blaues schmales Sammtband. Eine Milchkanne. Ein großer Schraubenschlüssel.

Verloren: Eine goldene Damenuhr.

Entlaufen: Ein großer gelber Zughund mit gestutzten Ohren, m. Geschl.

Hanau am 2. September 1899.

Sedan.

Sedan ist ein Zauberwort, daS seine Kraft nicht verliert, auch wenn es im Laufe der Jahre von einem Geschlecht auf das andere vererlt wird und schließlich die Enkcl nur noch vom Hörensagen wissen, welche weltgeschichtlichen Wunder sich am 2. September 1870 ereignet haben. Woher rührt diese Erscheinung? Ist es der Krieg mit seinen blutigen Schrecken,

Die heutige R«

Politische und nnpolitische Nachrichten.

Berlin, 1. Septbr. Bei der heutigen Paradetasel im Weißen Saale bis königlichen Schlossts hielt der Kaiser eine Ansprache, welche etwa wie folgt lautete: Es dränge ihn, an der Neige des Jahrhunderts seinem Gardeko ps seinen Dank auszusprechen, denn am heutigen Tage sei es das letzte Mal, daß die Fahnm der Garde auf dem Tempelhofer Felde gemeinschasllich in diesem Jahrhundert geweht hätten. Der Rückblick auf das Jahrhundert führe an Königsgräbern und an KönigSstankbildern vorbei. Es sei dem GardckorpS be- schiedeu gewesen, seinen Vorfahren in Treue zu dienen. Er wünsche, daß dcsselbe auch im neuen Jahrhundert sich aus- zeichue in unermüdlicher Friedensarbeit und, wenn roth- wendig, auch auf dem Schlachtfelde. Offiziere und Mann­schaften oder Grade mögen dabei Hinblicken auf die nun stillen Häuser seiner beiden Vorfahren, zumal aüf das histo­rische Eckfenster des großen alten Kaisers. Alle Empfin- mmer umfaßt außer dem UnterhaltungSl

Revnes, 1. Septbr. Die Sitzung wird um 6 Uhr 35 Minuten eröffnet. Der Präsident läßt die über den Sengen Dudreutl einzezogenen Erkundigungen verlesen. Daraus geht hervor, deß Dubreuil niemals Pferdehändler war und ein sehr ehreuwerther Mann ist. Auf eine Frage Dubr-uils er­klärt Dreyfus, 1887 körten seine Beziehungen zu Frau Bodson auf.' Dubreuil erbietet sich, den genauen Zeitpunkt, an welchem dieS geschehen, durch zwei ehemalige Bedienstete der Frau Bodson festst^llen zu lassen. (Gelächter.) Dreyfus, aufgebracht, daß man von seinen perfönlichen Beziehungen zu Frau Bodson ipreche, versichert, daß er niemals irgend eine ausländische Persönlichkeit bei Frau Bodson traf. Er ersuche, darüber eine Untersuchung anzustellen. Der nächste Zeuge, ein Bereiter eines Mülhaasener PferdeLändlers, Namens Germain, sagt aus, er habe 1886 ein Pferd gesattelt, welches Dreyfus benutzte, um den deutschen Manövern im Elsaß zu folgen. Später sei er im Bois de Boulogne Dreyfus begegnet. D'Jufreville sa^te ihm, das war Dreyfus. Der latt 14 Seiten.