taUweemewtl« Preis:
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Vierteljährlich
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Mir auswärtig, Mauuenten mit dem betrrffmden Pastaufschlag.
Einrückung». gebühr
für Stadt- und Land« kreis Hanau 10 ^ die 4gespaltene Garmond- zeile oder deren Raum, für Auswärts 15 ^.
Im Reklamentheil die Zeile 20 ^, für Auswärts 30 ^.
Die einzelne
Hummer koste»
10
Amtliches Organ für Htsöt- unS LnnöKreis Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Nr. 204
Freitag den 1. September
1899
Amtliches aber auf Grund ihrer per änlichen Meinungen die Akion der Kolonialpolitik treibenden Staaten des westlichen Europa die
/♦♦*<**♦*♦ Ae«t****A Regierung zu erschweren berechtigt sind. Sie würden im langsam, aber auf sicherer Bahn einer großen Zukunft ent»
! M deren Falle durch ihr V-rl allen die Autorität der Staats- gkgenschreitende germanische Weltmacht gezeigt.
Der Königliche Rentmeister Rechnung»'ath Kiel zu regerung schwächen, die Einheitlichkeit der Ctaatsvcrwbltung• Die ritterliche« Aufmerksamkeiten unseres Kaisers für Hanau hat unter seiner vollen persönlichen Verartwortlichkeit gemhrdrn, ihre Kraft lahmen und Virwirrurg in den Gr- Hollands junge Königin, in deren Adern sich daS edle Blut mit unserer Genehmigung seinen Privatgehülsen Wilhelm mültzern Hervorrufeu. *..... --- --
Kinkel zur Ertheilung von Quittungen über Zahlungen an die Kreis- und Forstkaste dortselbst bevollmächtigt.
Cassel den 23. August 1899.
Könip liche Regierung,
Abtheilung für direkte Steuern, Domänen und Forsten A.
J. V.:
Schmidt-Schwarzenberg. 13481
müttzern hervorrufev. j ler Dränier mit deutschem Fmstenblut vermischt hat, die
Eia solSes Verhalten ste^t mit ollen Traditionen der männlich wahrhaftige Haltung unserer Vertreter auf der preußiichkn Verwaltung im Wller pruch und kann nicht ge- Haagcr Friedess-Kouferenz, die makellose Geschichte des neuen duldet werdcn. ^Deutschen Reiches, die keine Vergewaltigung der Rechte
Wir vertrauen, deß es genügen wird, die politischen Be- kleiner Staaten kennt, die reich entwickelten Handels- und amten hierauf mit Ernst und B-stimmtheit hirzuw^isen, und Verkehre-Beziehangen haben daS Ihrige getzan, um den Hoffen, daß nicht wieder ein Anlaß geboten werden wird, Niederländern über den Werth der veutschen Freundschaft die weitergehende Maßregeln zu treffen. Augen zu kffaen, und wenn sie uns die Hand bieten «tollen
weitergehende Maßregeln zu treffm.
Dicnstnkchrichtm aus dem Kreise.
Gefunden: Eine Meßrolle. Ein Umhängegeldtäschchen mit einigen Pfennigen und einem weißen Taschentuch. Ein grauer Damenhandschuh (linker). Ein Meter schwarzes Sammtband und ungefähr 4 Meter Rockbesatz (grau).
Verloren: In Wilhelmsbad ein goldener Kinderarmreif. Eine goldene Damenuhr mit Kette.
Hanau am 1. September 1899.
Berlin, den 31. August 1899.
Das Staats - Ministerium. Fürst zu Hohenlohe.
zu einem engern Einvernehm-n, so dürsen sie auf vertrauensvolles Eutgegeukrwmm rechnen bei unserer Regierung wie beim deutschen Volke.
Deutsch niederländische Annäherung.
In den politischen Gesinnungen unserer holländischen^ Nrchbarn ist seit einiger Zeit ein recht bemerk.nswerther Um- i schwung eingetreten. Mehr als zwei Jahrzehnte hindurch,' seit der Gründung des Deutschen Reiches, hat man uns in
den Fieber (arbeit mit imem gewissen Mißbehagen betrachtet.
(StInft Sfnniä^^nteituttn denen bie ^°" fürchtete, durch die nach der Besiegung Frarkreichs
utaaisregtetung gegen mächtig aufstrebenden Stommesgenoffen politisch oder wirth- l schaftlich erdrückt zu werden. Von französischer Seite wurde
Politische und nnpolitische Nachrichten.
(Dtp escheu-Bureau .Herold*
Berlin, 31. August. r er sintere preußische Kriegsminister, General Brenjart von Schellendorf Düßff-rtli^t in der K euz-Ztg. eine Erklärung, die sich auf den Prozeß Drcy'us bezieht. Nach einer Mittheilung in der Libre
oppositionellen Beamten
In Nr. 205 des „Reichs-und Staats-Arz." ist folgenderdieses Mißtrauen kürstlich genährt. Cs war bis zu einem Erlaß der Kör iglichin Staottregierung an die Oberpräsi- gewissen Grade gelungen, die Furcht vor einem deutschen
Parole sollte Bronsart von Schellendorf bei einem Tisch- ge'picch einem Enzläuder gegenüber geäußert haben, Hauptmann Drepfus sei schuldig, er wäre ein Schurke und Spion. Diese E zählung beruhe mit allen ihren weiteren Zusätzen auf freier Erfindung, die um so plumper sei, als er,
deuten abgedrrcki: „Die Königliche Etaatsregierung hat Uebersall, die uns kürzlich General Mercier für Frankreich Bronsart von Schellendorf, en.lisch überhaupt n^t 'p ed&eL zu ihrem lebhaften Bedauern die Wahrnehmung machen so klastisch bezeugt hat, auch der niederländischen Volksseele; Hamdurg, 31. August. Die 200 Theilnehmer am müssen, daß ein Theil der Beawten, welchen die Vertretung einzuwpsen. Diesem Albdruck beginnt man sich j tzt im alldeutschen Verbandstage haben sich mittelst ExtrazuLes der Poitik Seiner Moj-siät des Königs u«d die Durch- Lande der Dränier zu entziehen, und, was früher unmöglich Ka^ Friedrichsruh begesen, um in der dortigen Gruft- führung und Fördcrung der Maßnahmen der R-gierurg gewesen wäre, einflußreiche Zeitungen entwickeln das Programm Kop.lle eine Trauerfeier abzuhalten und Kränze niederzuleaev. Setrer Majestät obliegt, sich dieser Pflicht nicht tn vollem^einer niederländisch-deutschen Annäherung.
Maße bewußt ist. f Dieses Programm ist begreiflicherweise bei seinem ersten i
Nicht nur die höheren politische« Beamten, sondern auch Auflr teu noch nicht in allen Punk en zur Ausführung reif.
die Königlichen Lande älhe dürfe» sich in ihrer amtlichen Die Einen er entern lebhaft die Möglichkeit und die Be-
Hamdurg, 31. August.
Die 200 Theilnehmer am
Dreyfus vor dem Kriegsgericht in Rennes.
Thätigkeit nicht durch die Stimmungen ihrer Kreise und die dingungen einer Zoll-Union zwischen Deutschland und Holland; Reimes, 31. August. Nachdem die geheime Sitzung
Meinungen der Bevölkerung über die Maßnahmen der Re--die Ankern gehen bis zur Forderung eines förmlichen po- des Kriegsgerichts um 9 Uhr beendet ist, wird die öffentliche
gierung Seiner Majestät beirren lasten: sie sind berufen und Mischen Bündnisses beider Staaten. Aber wenn auch über um 9^2 U;r e-öffnet. Bei ihrem Beginn erscheint Haupt-
verpstichtet, die ihnen b.kannten Anschauungen derselben zu das Ziel noch gestritten wird, die Bewegung selbst zeigt mann Lebrun-Renault. Im Publikum gibt sich sicht-
vertreten und die Durchführung ihrer Politik, insbesondere in einen gesunden, entwicklungsfähigen Kern. Sie wird den liche Bewegung kund. Der Zeuge begrüßt den Gerichtshof
liche Bewegung kund. Der Zeuge begrüßt den Gerichtshof wichtigen Frauen, zu erleichte.« und das Verständniß für die- Holländern mehr und mehr zum Bewußtsein bringen, daß sie militärisch und legt hastig fern Käppi auf den Tisch. Der selben in der Bevölkerung zu erwecken und zu pflegen. In schon rein wtUhschasilich in der Anlehnung an das Deutsche Präsident ersucht den Z ügen, s in Begegniß mit Dreylus
Allen B-zikhungep, in welche sie durch ihre amtliche Stellung Reich die zuverlässigste Stütze ihrer eigenen Zukunft ge- in der Militärschule an dem Tage der Degradirung des Letz-
mit dem öffentlichen Leben gebracht werden, haben sie sich winnen können. Die Ereignisse der letzten Jahre haben teren zu erzähl-n. Zeuze berichtet darüber in bekannter Weise,
gegenwärtig zu halten, daß sie die Träger der Politik der Frankreichs tiefe Schwäche enthüllt, den amerikanischen wie ohne etwas Neues vorzulrirg-n. Lebrun-Renault berichtet
Regierung Seiner Majestät sind und den Standpunkt der- den englischen Jmperelismus drohend anwachsiv lassen und insbesondere über die wo lbetannte Drey^us zugeschriebene sel en to i firm 1« verrieten heben, unter keinen U^ stänken als einnaeS Gesergewickt den kl-iner-n See-fa'-t und Aeußerung: Der Minister wirrte, daß w vn idh Sebri^t'iücke
FMtMstsar.
Pkstgefahr für Europa?
Von Dr. Hermann Koos.
(Nachdruck »erboten.)
Die Epidemien sind Krankheiten, die über die Völker dahinschreiten. Die Met schtzeit kennt ste seit der grauen Vorzeit; so lange die Geschichte reicht, belehrt sie uns auch über Seuchen, die ganze Völkerschaften, ganze Länderbezirke ergriff. Schon lange weiß man, daß zu gewissen Zeitaltern, zu gew sten Jahrcsz.iten und in gewissen Ländertheilen ge- wisie Epidemien mit Vorliebe aufti eten. Manche solche Volksseuchen setzen sich tur in einem verhältnißmäßig kleinen Territorium fest und haben mit seinen kleine statischen Ver- Hältrissen eine mehr oder weniger geklärte Berührung, andere wiederum haben zu gewissen Rassen des Menschengeschlechts eine gewisse Verwandtschaft, andere ziehen unbekümmert um Land und Volk über die Erde und lassen nur hie und da den einen oder den ankern Läuderstrich frei, ohne daß eine erkennbare Ursache hierfür vorliegt.
Es gibt nun Epidemien, die stets mehr einen lokalen Charakter haben und keine Neigung zeigen, sich auSzubreiten; hierher gehört z. B. der Typhus. Andere wiederum schreiten über ganze Erdtheile hinweg, sind aber richt allzu gefährlich, ein Beispiel hierfür möge die Influenza sein. Die grausamsten Epidemien sind jene, welche beide Eigenschaften: daS rasche Fortschreiten und die'Gefährlichkeit vereinen; hierher gehört die Cholers, hierher gehört die Pest.
Seit einer Reihe von Jahren haben sir nernommen, daß die Pest in Arabien, Jnd'en, China und Japan ziemlich heftig wüthete. Wir hatten uns daran gewöhnt, diese fern im Osten grassirende Epidemie nicht mit jener Aufmerksamkeit
zu verfo gm, welche wir angewendet hätten, wenn wir für unsern europäischen Erdtheil eine Gefahr da« aus ersehen hätten. Allerdings die Aerzte und Hygieniker habe-- während der ganzen Zeit mit Sorgen auf jene Seuche geblickt. Expeditionen zur Beovachiunz und Erforfchu« g der Pest in Jnrien sind von Deutschland, England und Frankreich ausgerüstet worden Der Japaner Kitafato entdeckt inzischen den Pestbaziklus in dem Schmutz und Staub der Wohnungen, Kleider und Utensilien. Auch Mäuse, Ratten, Meerschwen chen und andere Thiere nehmen Den Bazillus auf. Die Verbreitung geschieht durch den menschlichen Verkehr, und zwar nicht bloß durch Personen, sondern auch durch Waaren.
Im Frühjahr d. I. beunruhigte zum ersten Male die Nachricht, daß in Alexandrien Pistfälle vorgekommen feien. Für den Eügeweihten mußte ti-jes plötzliche Auftauch.n der Pest in einem, Europa so nehelisg nden, ihm fast zugehörigen Hafen sehr bedenklich erscheine«. Vor Allem war die Befürchtung berechtigt, daß fitzt plötzlich eine Disposition wenigstens dieser Ortschaft für die P.st sich entwickelt habe, die sie bis dahin nicht besessen hatte; denn Gelegenheit zum Einnisten der Pest in Alixandrien war auch in bin vergangenen Jahren bei der regen Verbindung mit Indien gegeben. Allein, bald sonnte man wieder aufathmen, die Pest fälle vermehrte» sich nicht, eS kam überhaupt zu keiner Epidemie. Es handelte sich nur um einen einzeschleppten Fall, der einige andere an- gesteckt hatte, ohne daß die Krankheit sich oetbreiten konnte.
Energisch vorgenommene Maßregel« führten zum siegreichen Erfolge gegen eine« Feind, dem offenbar eine besondere Dikposttion nicht als Helfer z«r Seite stand.
Seit etwa 2 Wochen erfahren wir von bem Auftreten der Pest in der portugiesischen Hafenstadt Oporto. Wir hörc« gleichzeitig, daß schon seit 6 Wochen dort Pestsälle vorgekowmln waren und daß anfänglich die- Ereigniß von den Wächtern der öffentlichen und sanitären Ordnung über-'
setzen worden s t, bis ein tüchtiger uns gewistentzaster Arzt ausführlich und öffentlich die portugiesische und spanische Regierung benachrichtigte, daß die echte Pest, die Beulenpest, auch schwarzer Tod genannt, in jenem Hafenorte aus gebrochen sei.
Seitdem hat es sich herauszestillt, daß die Pest inOporto Wurzel gefaßt hat. Nur ist die Zahl der Fälle, wenn die Meldungen richtig sind, sehr gering, geringer noch als in Alexandrün, vnd leichte Erk>ankunge« scheinen ziewlich zahlreich zu sei». Hier sei erwähnt, daß in schweren Fälle« die Patienten in 6 Tagen dahingerafft werden; die unter hohem Fieber, schwerster Entkräftung verlaufende Aff^ktion führt schließlich zur estjündlichen Schwellung und Eiterung der Drüsen, so daß überall Karbunk-l (d. h. .Beulen^) sich bilden. W-r i^n 8. Tag erreicht, kamst meist mit dem Leben davon, ist jedoch noch den Gefahren der Nachkrank- Heiten ausgesetzt. Die Periode vor der eigentlichen Erkrankung, in welcher also der Erreger sich einniftet, beträgt 5 bis 12 Tage.
Es hätten wir den schlimmen Feind in Europa selber und dazu noch in einer Hafenstadt des Westers, welche in regem Verkehr mit den übrigen europäischen Staate« von jeher gestanden hat.
Voll Sorge werden jetzt nicht nur die Aerzte und Hy- gieniter, sondern auch das gesimmte geb.ldete Europa sich die Frage vorlegen: Besteht jetzt für unS Alle bereits die Pest- gefahr ? Kann eS zu einer wüthenden Epidemie kommen, Vdie an Kraft der Choleraepidemie gleichkommt oder ihr sogar überlegen ist, weil die Abwehr der Pest noch schwerer gelingt? Wird es möglich sein, sich vor dem PestbazllluS zu schütze«, der nicht nur durch Menschen und der Kleidung, sondern auch durch Thiere übertragen werden kann, gegen den es nicht, wie gegen den CholerabaMuS, durch Schutz vor Genuß von durchseuchte« Getränken und Speisen ein wirksames