Einzelbild herunterladen
 

W»»ue«e«tr- Preis:

ASHrlich 9 * WSjShrl. 4 ^50* vierteljährlich 2 »Ä 25 A. ^/

Für auSwärtigy Monnenten mit d« betreffenden

Postaufschlag.

HöllMer tOn^M

S Zugleich G z^^

Die einzelne stummer kostet 10 ^.

Amtliches Grgsu für Htsöt- unö Lanölireis Vansu

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage

EinrückungS» gebühr

für Stadt- und Land­kreis Hanau 10 ^ die 4gespaltene Garmond­zeile oder deren Raum, für Auswärts 15 ^.

Im Reklameniheil die Zeile 20 ^, für Auswärts 30 A

Nr. 190

Mittwoch den 16 August

1899

Amtlich«».

Stadt- und Landkreis Hanau.

Nachdem in den letzten Tagen in mehreren Gemeinden des Landkreises Hanau die Maul- und Klauenseuche aasge- brochen ist, wird hiermit, um der Gefahr einer Sruchenoer- schleppung vorzubeugen, auf Grund des § 64 Absatz 2 der Bundesrathsinstruktion vom ^-^ 1895 die einstweilige

Abhaltung von Viehmärkten im Stadt- und Landkreise Hanau bis zum Erlaß einer ander­weiten Bekanntmachung verboten.

Hanau am 14. August 1899.

Der Königliche Landrath und Polizeidirektor.

P. 7429 I. V.: Graf v. Unruh, Reg.-Asfissor.

^and&reifg ^anau.

Bekauntmachungeu des Königlichen Landrathsamtes.

Auf Kosten des Landkreises Hanau können zum 1. Sep tember d. Js. noch einige Kinder hülssbedürsiizer Eckern aus dem Landkreise Hanau zur 4wöchigen Badekur in Bad Ord zugelassen werden.

Etwaige Anträge sind alsbald beim Unterzeichneten anzu- bringen.

Hanau am 11. August 1899.

Der Königliche Landrath.

A. 3660 J. V.: Graf v. Unruh, Reg.-Asfissor.

In Kälberau (Kreis Alzenau) ist die Maul- und Klauen- noch rächt viele Durchschr itts Franzosen von den europäischen seuche ausgebrochen und OrtS- und Gehöstsperre angeordnet Bez'elunpen Frankreichs macht, rst von dem Grvr dgefü l einer worden. g-.radezu krarkhast-n Furcht b-herr cht. Er fürchtet einen

In Lichenroth (Kreis Gelnhausen) und in Vilbel (Kreis deulschiN Uekurfall, er wartet Stürben lang mit Zitiern und Friedberg) ist diese Seuche erloschen. Zagen auf eine den Krieg b, deutende Erklärung aus Berln,

Hanau am 14. August 1899. V. 8216/17/53 tr erschrickt bei bem Gedork n an das N tz von Spionage,

Der Königliche Landrath.

J. V.: Graf v. Unruh, Reg.-Afsessor.

MKNÜNttckrrcktKN aus hpm Kreis? ! General Mk'c-er in seinem Auftreten vo. bem Kriegsgericht ! alle Angsizustände ter französi chen Volksseele. Es in eine Gefunden: Ein schwarzes Portemonnaie mit einigen arge Blopstellung Frankreichs, eine fast belei ixende Rüstsitcks- Pfennigen und einigen weißen Perlmutterknöpfen. Ein großes Iofihtiit gegen Rußland, aber nichts, was in Deutsch ano eine schwarzes Portemonnaie mit 70 Pf.; Empfangnehme bei andere Bew-gung hervcrrufen körnte, als Achielz-cken, eine Frau Reitz, Schützenstraße 12 hier. Eine Fahrradpeitsche, andere Stimmung als Mitlei) oder stille Huierkeit. Un'er Ein Regenschirm, am Wasserhäurchen in der Steinheimer- politisches Ve hälmiß zur fron ösi'chen Republik Hebt durch landstraße stehen geblieben; Empfangnahme daselbst. j solche Entgleisungen wie die Aus'age des Gweralk M rc er, Verloren: Eine Schildkrott-Lo.gnette. Ein goldener unbeiührt. Wir können nur wünschen, daß auch die übiig^n

Ring mit 2 weißen Perlen.

Entflogen: Zwei junge Kanarienvögel.

F«MEts«.

Goethe in seinen Bcziehunnen zu Hanau und der Wetterauischen Gesellschaft.

Ein Hinweis auf die bevorstebende Feier am28.August von V. Hertel.

(Fortsetzung.)

In drangvoller Zeit war die Wetterauische Gesellschaft begründet worden. Kopp und von Leonhard sind die eig.nt- lichen Stifter derselben gewesen, Leisler u. A. gehö ten zu den ersten Theilnehmern. Goethe drück e von Weimar am 2. Januar 1808 seinen Antheil aus unb versicherte minherlen zu wellen, was ihm etwa Bedeutendes vorkomme. Er werde nach seiner Weise eine so gute und nützliche Anstalt zu be, fördern suchen. Der Großberzog, Karl von Dalte g, Hanau gehöre in jener Zeit Napoleonischer Vorherrschaft nicht mehr dem Kursü.stlichen Hause zog bei seinem Ver­weilen in Hanau die Mitglieder der Gesellscha't zur Tafel und beehrte eine öffentliche Vrammlung durch sein @r scheinen. Als Hanau an Kurhessen zurückfiel verlor di Gesellschaft freilich auch die ihr vom Füi st Primas Karl von Dalberg freigebig gewährte Dotakion.

^?üust 1814 auf einer Reise nach dem Main hatte oethe seinen begeisterten Verehrer in Hanau nicht ange- f^Heb von Wiesbaden aus, wo er die Kur ge- er ihn auf der Rückreise zu besuchen ^ffe ., ( . f ^raus, daß Goethe Werrh aus die Verbintung ? ^m selbst wissenschafilrch forschenden Freunde S 'elr Dlet Ulkhr geschah dies auf Seiten Leonhards syr j ^"^^ der Bekanntschaft mit dem großen t "stes Zusammentreffen fand in Wiesbaden statt und mit Begeisterung spricht Leonhard in der

Entlaufen: Ein junger brauner Dachshund w. Geschl. Empfindungen. Das wird für alle Welt, für uns, für Frank- Hanau am 16. August 1899 reich und für Rußland lehrreich und nützlich sein. Und Krieg

gibt es darum noch lange nicht.

^taötftmö >&anau. Bekanutmachullgeu des Oberbürgermeisteramtes. Bekanntmachung.

Wir ersuchen Tüj-nigen, welche beabsichtigen, sich zum Bezüge von Elektrizität an das städtisch: Elektrizitätswerk anschließen zu lassen, ihre Anmeldungen baldigst bei der Direktion des Werkes einzureichen, woselbst jede gewünschte Auskunft über Preise für den Anschluß (Jnstallationslosten rc.) bereitwilligst ertheilt wird.

Hanau den 12. August 1899.

Der Magistrat.

Dr. Gebeschus.

Tagesschau

Deutschland und General Mercier.

Die merkwürdigen Selbstbekenntnisse des ehemaligen fran­zösischen Kriegsministers G-mral M-rcier i' seiner Zeugen- j Aussage vor dem Kriegsgericht in Rennes werden den Glckch- muth nicht stören, mit dem unsere amtlichen Kieise die ganze Entwickelung dir Diepiusgeschichte verfolgt hab n. Deutsch­land braucht sich nicht getroffen zu fühlen, wenn ein Mit­glied der französischen Generalität öffentlich allerlei tolles Zeug über die internationale Lage der R publik znsammensasclt. Die Vorstellung, die sich General Me der und mit ihm g«-

das der deut che Kaiser unter persönlicher Mitarbeit den Fran­zösin über den Kopf werft n will, er fürchtet die u zuver- läsigkeit der russiiLcv Hilck für den Ernstfall. So virkörpert

' Zwgen in Rennes aus ihrem grq iälten H rzen keine der- oru ' machen, fordern olles berat? aren, ouck 1 re a ^ mst-k-

Beschreibung von r.m Eindruck, w lch n Eo rh-s ohe A» stand, seine gemessene und ungezwungene Haliurg" m t e-ler geistiger Vornehmheit gepaart, auf ihn gemacht habe. B? zaubert to e fetter Persönlichkeit schieb von Seontarb von Goethe und schilderte in H-nau in warmen Worten den Eapfano, den er gefunden, hervorhebend wie Goethe »die Verrienste Anderer an^uetlernen bemüht war und daß er die Foitschritle eines nicht unterbrochenen Wirkens mit höbet Theilnahme unallästig begleitete.* Jeon Paul hatte ihn denkla sten Mann" in ganz Europa genannt. Wenn er sich eines Gtgenstandes einmal beuächtigt, so virstand er bief.n gltichssm aufs Neue zu schössen. Es wurde über sen e Färber lehre ge prochen, die so vielfach besinnen worden und doch schöpferisch zu nernen war und über die von Newtons Gegner ang> stellten selbst ständigen Forschungen. Gorihe me nie selbstbewußt,daß meine Ansichten über die Frrbenlebre gute W.rkurg gethan, freut mich. Die Heire i mög n sich g - beiden wie sie wollen, aus ter Geschichte der Physik bringen sie me n Buch weni stens nicht heraus."

In Hanau äuß rte Goethe auch den Wunsch einem brema i chen Abend der Gesellscha tsbühne btizuwohnen, ti sich hier gebildet und du-chJfflands Theilnahme uns Urteil einigen Ruf erworben hmte. So geschah eS denn auch, da Goethe tio^ allir Eirwendungen, daß die Kiäcke zu b-schränkt, die Zeit zum Einstudiren zu kurz sei um einige seiner kleine, en Stücke zur Darstellung zu bringen, auf feit en Begehren mit Ernst bestand. So blieb denn nur übrig mit einem Prolog Leouhaids, der sich an den eihabenen Zuschauer wauete, Wiederholungen von derBiandschotzung", Conteffas reifen den LustspielDas Räthsel" und Körners Innigem Schwank Der Vetter aus Bremen" vor Goethes Anschauung zu bringen. Goethe sprach sich wohlwollei d über bit fe Ver anstaltung aus und in lebhaftem Tischge'piäch mit den Dar­stellern zeigte er sich von unerschöpflicher Laune und hinreißen­

i Politische und unpolitische Nachrichten.

(Depeschen-Bureau »Herold').

Berlin, 15. August. Nach einer Meldung desLokal- Anzeigers^ aus Kopenhagen sind zu den Jagden beim Grafen Tbott, an denen auch Kaiser W.lhelm iheilzunehmen beab­sichtigt, die Könige von Schweden und Dänemark einge- laden worden.

Berlin, 15. August. Zur zweiten Lesung derKanal- Vorlage wird einer Blättermeld-mz zufolge die Staats- regi rang nicht ausdrücklich und formell nochmals in einer

besonderen Sitzung des Staatsministeriums Stellung nehmen, 12626 sondern in der morgigen Sitzung des Abgeordnetenhauses =" nur auf die früheren Erklärungen zu Gunsten des Entwurfes sich berufen.

Berlin, 15. August. Die konservative Frak­tion des Abgeordnetenhauses hat heute Nachmittag I'/» Uhr i^re Berathungen geschlossen. Nachdem die Interpellation Wangerheim wegen Abwesenheit des R ferenten Freiherr« von Wangeubeim von der Tagesordnung abgesetzt worden war, wurde in die Besprechung der Kanal-Vorlage einge­treten. In der Erörterung wurde nochmals Stellung gegen diesen Entwurf genommen, jedoch für die Abstimmung jeder Fraktionszwang ausgeschlossen. Die Mehrheit wird gegen die Kanal-Vorlage stimmen. Nur etwa 10 Stimmen türften für die Vorlage abgegeben wer en. Die Stimmung machte sich dafür geltend, jeder Verschleppung diefir Angelegenheit entgegenzutriten, namentlich aber die Absicht des Centrums, wenn sie ruch besteht, zu durchkreuzen, das geheime Wahl- Re'oimgesetz alle parlamentarischen Stadien durchlaufen zu last n und erst die endgültige Ertcheiduug über die Kanat- Vcrlaae berbeizuführen.

Berlin, 15. August Die Fraktionssitzung dernational- liberaten Partei des Abg>ordneienhausts begann heute f,üh 10 Uhr u ter dem Vorsitz des A g. v. Eynern und war sehr stark besucht. Wie dieNatioval-Zeitnng" meldet, w es die Fraktion einmüthiz und mit r rös ter Entschiedenheit jede Viiguickung der Mit elland Kanal Vorlage mit der Kom- uunal-Wa lreform zurück. Beide Vockagen seien durchaus

getr'nnt und sachlich zu behandeln. Die liberale Fraktion wird aesä losten für die

Berlin, 15. Augu

Kanal Vorlage eintreten.

rsw Das Staatsmini st erium

trat h ute Nachmittag 3 Uhr unter dem Vorsitz des Fürsten Hohenlobe in seinem Dienstgebäu^e zu einer Sitzurg zuam- men. Di'S Minister sind mit Ausnahme des Kultusministers Dr. Bosse siwntlich nach Berlin zurückaeke rt. Ein Bericht-

de, Ll oei.Swurol^k-il. Alle sühtun sich ergriffen von seinem Umgang und dankmr nahmen sie seine nachsichtsvolle Aeuße­rung über das Spiel ewge en.Seht, Kinder," meinte Goethe v.riraulich,könrte ich acht Tage bleiben, noch e ne L,se- m b eine Spielprobe und Ihr solltet sehen . . ." Wie ernst er, auch nur zur Unterhaltung, die Kunstüb"Ng genommen wiss n wollte und selbst nahm, das zeigen deutlich Diese Worte. Äusfüdrlich ließ er sich von Leonhard auf einem Svaziergavge die Geschichte der Hanauer Priv ckbühne er- mhlen, deren Pflege mit allem E,r st und Eifer seitens der Bckheiligtcn betrieben wurde. Nicht alsKlnri^keit" wollte Der Gast iese Sache behandelt misten, vielmehr achtcke er err stich auf Allrs, was ihm sein Begleiter erzählen mußte. Ueber L? eproben, die die Hanauer Dilettanten für we- r'gw ergötzlich als die Sp'elproben halten mochten, da es schwer war sie baran zu gewöhnen, äußerte Goette:Damit muß mails ernst nehmen, st bet die Sache auch oft nichts weniger als ungeteilten Beifvll. Ich, der ich veranlaßt wurde mit tieferem Blick ins Innere des Theaterwesens zu dringen, lasse mich nie irren. Mir gelten Leseproben für une'lößuch, damit Ausschweifungen vermieden, die Rollen ri^to ifeht, nicht ohne Leben, sondern mit echter Laune vorge- n a^en wer en, mit Bewußtsein und Besonnenheit, nicht allzu feurig und ungeffüm, auch das Sießende, Harte und Verrenkte in der Sprache ve mieden werde, ebenso der Schwulst, zu dem sich junge Schausp eler gern verlock n lassen. Leseproben sind für He Meisten uner.äßlrch um vom Geist ihrer Rollen durch- drrng'N zu werden, um die Herzenssprache en zu lassen, nicht das Auswendig gelernte, um mit Kraft und Nachdruck re en zu können ohne den Mund voll zu nehmen, ohne jene fürchterliche Deutlichkeit in der Aussprache, die durch Mark und Ben geht. In Leseproben kann man auf solche Fehler auf­merksam machen und Unarten verbannen." Der Schreiber dieses Aussatzes hat nicht unterlassen wollen, die heute noch wie da-